Restauration meiner Carstens Drehbank

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Nimral
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Nimral » Di 5. Nov 2013, 03:54

Nimral hat geschrieben:Leider keine Zugspindel zum Gewindeschneiden (seufz). Unklare Funktion: der Zapfen im Hintergrund. Wer weiß, wozu er gut war? Der endlos geschweißte Rundriemen ist der erste Ersatzteil-Eigenbau, das Original fehlte.
Der Dateianhang PB050022.JPG existiert nicht mehr.
Zufällig habe ich nochmal die Bilder auf http://www.lathes.co.uk/carstens/page8.html durchgesehen ... und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren ... auf dem Schmierplan (letztes Bild) ist genau meine Maschine abgebildet, respektive das was von ihr übrig ist. Der seltsame Zapfen ist nichts Anderes als das Ende der Zugspindel, die Spindel sitzt bei dieser Bank schön zentrisch und gut verborgen im Inneren des Bettes, statt außen dran neben der Leitspindel.

Leider sieht man aber auch, dass mein Schätzchen amputiert wurde: es fehlt die Schlossmutter samt Betätigung.
PB050031.JPG
Und natürlich fehlen auch die Wechselräder und was sonst noch so alles am linken Ende der Maschine angebaut ist, um die Zugspindel anzutreiben.

Ein Rätsel gelöst, dafür eine neue Aufgabe: finde passende Wechselräder, und bastle eine Schlossmutter :-)

Gruss aus Bayern

Armin.
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Orwell
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Orwell » Di 5. Nov 2013, 10:31

Nimral hat geschrieben:Fehlen noch Angaben zum Stammbaum. Leider ist auf dem Typenschild keine Modellbezeichnung angebracht, aber laut Internetrecherche ist es entweder eine recht gut ausgestattete Carstens DLR, oder eine schlecht ausgestattete DLRN :gruebel:. Baujahr vermutlich zwischen den Kriegen.
PB050030.JPG
PB050029.JPG
Moin,

Das Baujahr ist vor dem 2. Krieg. Das erkennt man an den kleinen Skalenringen.
Was steht auf dem Typenschild des Motors?
Hansa Motorenfabrik Altona / Elbe? - Dann ist der Motor von vor 1937.
Hamburg Altona = nach 1937.

Der Typ ist DRLZ
D für Drehbank
R für Rädervorgelege = Planetengetriebe
L für Leitspindel
Z für Zugspindel

(P stände für Planvorschub, N für Nortongetriebe)

Bei den Wechselrädern musst Du erst nachsehen, welche Steigung die Leitspindel hat. Es gab Maschinen mit 6 Gang pro Zoll und Maschinen mit 5 mm Steigung.

Gruß

Georg

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Orwell
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Orwell » Di 5. Nov 2013, 11:20

Orwell hat geschrieben:
Bei den Wechselrädern musst Du erst nachsehen, welche Steigung die Leitspindel hat. Es gab Maschinen mit 6 Gang pro Zoll und Maschinen mit 5 mm Steigung.

Die Maschine mit 5mm Leitspindel hat 22 Wechselräder mit 25 bis 130 Zähnen, jeweils um 5 Z steigend, also 25, 30, 35,...,130 und kein Rad mit 127 Zähnen.

Gruß

Georg

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Nimral
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Nimral » Di 5. Nov 2013, 16:15

Hi Georg ...
Orwell hat geschrieben: Das Baujahr ist vor dem 2. Krieg. Das erkennt man an den kleinen Skalenringen.
Was steht auf dem Typenschild des Motors?
Hansa Motorenfabrik Altona / Elbe? - Dann ist der Motor von vor 1937.
Hamburg Altona = nach 1937.
PB050034.JPG
Das Typenschild ist leider ab, da stehen nur noch die beiden Befestigungsbolzen wo früher mal das Schild war :-) Das Baujahr wird daher wohl im Dunkeln bleiben, aber bei einer Lady fragt man sowieso nicht nach dem Alter :-)
Orwell hat geschrieben: Der Typ ist DRLZ
D für Drehbank
R für Rädervorgelege = Planetengetriebe
L für Leitspindel
Z für Zugspindel

(P stände für Planvorschub, N für Nortongetriebe)

Bei den Wechselrädern musst Du erst nachsehen, welche Steigung die Leitspindel hat. Es gab Maschinen mit 6 Gang pro Zoll und Maschinen mit 5 mm Steigung.

Georg
Omi hat nun also offiziell einen Namen. DRLZ. Ist ein wenig unhandlich, ich glaube ich nenne sie Jutta :-)
Schwierig, an die Spindel zu kommen, und drehen und am Schlitten messen geht auch nicht wegen der fehlenden Schlossmutter. Aber Dein nächster Hinweis hat die Spur gelegt: auf dem aufgenieteten Hinweisschild nahe am Vorgelege befindet sich eine Tabelle mit den Wechselrädern, und da ist ein 127-er erwähnt. Es dürfte sich also - wenn Du recht hast - um die Zollvariante handeln.
PB050037.JPG
Wie kommt es eigentlich, dass Du diese Maschinen so bis ins Detail kennst?


Gruss Armin
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Orwell
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Orwell » Di 5. Nov 2013, 17:08

Nimral hat geschrieben:
Es dürfte sich also - wenn Du recht hast - um die Zollvariante handeln.

Gruss Armin
Hallo Armin,

nein, das kann man daraus nicht ableiten.
Ein 127er Wechselrad ermöglicht bei einer metrischen 5mm Spindel mehr und genauere zöllige Steigungen.

Gruß

Georg

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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Lashof » So 17. Nov 2013, 19:34

Oh ha ist der Beitrag wieder zum Leben erweckt worden :super:

Werde auch mal wieder Fotos von meiner reinstellen (leider noch nicht fertig)
Bei meinem Kreuzsupport bin ich leider immer noch nicht weiter... hat viellecht jemand von euch eine Idee...oder hat noch so ein Teil liegen???

Schönen Sonntag noch

Lashof

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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Lashof » So 17. Nov 2013, 21:24

Zu dem Kreuzsupport : Siehe Seite 4

Gruß

Lashof

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Orwell
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Orwell » So 17. Nov 2013, 21:48

Lashof hat geschrieben:Zu dem Kreuzsupport : Siehe Seite 4

Gruß

Lashof
Moin,

die Konstruktion war so wie bei der Maschine
http://www.lathes.co.uk/carstens/page3.html
nur ohne die Vorschubzahnräder und die Zwischenplatte..
Die Trapezgewindemutter ist das flache Bronzeteil auf den Bildern.

Es fehlt bei Dir die Trapezgewindemutter, die Lagerplatte mit der Spindel (TR12x3 rechts),
die Skala und die Kurbel.

Gruß

Georg

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Workshop Tom
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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Workshop Tom » Di 19. Nov 2013, 11:02

Nimral hat geschrieben:.......................Und natürlich fehlen auch die Wechselräder und was sonst noch so alles am linken Ende der Maschine angebaut ist, um die Zugspindel anzutreiben............... Gruss aus Bayern Armin.
Ich hatte auch mal eine CARSTENS. War damals meine zweite Drehbank Anfang der 80er Jahre.
Ich wusste damals nicht wie der Hersteller heißt, da kein Typenschild oder ähnliches mehr an der Maschine vorhanden war.
(Hab ich erst 20 Jahre später in einem Hamburger Museum herausgefunden).
Meine hatte auch keine Wechselräder und die dazugehörigen Komponenten mehr.
Die Schlossmutter war allerdings noch vorhanden.
Kurzentschlossen habe ich mir die Teile dann selbst gerechnet, konstruiert und angefertigt.
Das war im zarten Alter von ca. 20 Jahren und mit den damals bescheidenen Mitteln die mir zur Verfügung standen.
Die Maschine habe ich mittlerweile einem Museum geschenkt.

Grüße aus der Pfalz
Tom

BITTE KEINE KOMMENTARE ZUR ELEKTRIK!!! :cry:
Getriebe_3.jpg
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Jede neue Maschine wird auf einer "Gebrauchten" hergestellt.

"Niemals hätte ich mir träumen lassen, ....

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Re: Restauration meiner Carstens Drehbank

Beitrag von Lashof » Sa 30. Nov 2013, 16:46

So Habe mal wieder ein paar Bilder gemacht. Vielleicht weiß ja wer was über den Typ oder das Baujahr .... oder hat noch einen passenden Kreußtisch ;-)

Nun viel Spaß mit den Bildern :-)
P1010620.JPG
P1010621.JPG
P1010622.JPG
P1010623.JPG
P1010624.JPG
P1010625.JPG
P1010626.JPG

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