Druckstellen an Spindel/Aufnahme

servuskaiser
Beiträge: 217
Registriert: So 25. Nov 2018, 17:12
Wohnort: Südburgenland
Italy

Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von servuskaiser » Fr 16. Aug 2019, 10:16

Servus Alle,

bei meiner HBM 45 habe auf meiner Spannzangenaufnahme bräunlich gefärbte (vielleicht Rost?) Druckstellen von der Spindel (Fotos im Anhang), die (glaube ich) vor 2-3 Wochen entstanden sind. Die Aufnahme ist das Arbeitspferd, mit der mache ich ausser Bohren und Einrichten alles. Eine zweite Spannzangenaufnahme, mit der ich nur messe und zentriere, hat auch leichte Druckstellen, allerdings nicht gefärbt. Die Druckstellen sind im Spindelkonus auch zu sehen und auch gefärbt (Fotos im Anhang weiter unten).

Ich glaube nicht, daß ich die Aufnahmen zu fest anziehe. Nachdem die Anzugsstange eingeschraubt ist und die Mutter mit den Fingern festgezogen ist, ca. 1/16 bis äusserstenfalls 1/8 Umdrehung mit dem Schraubenschlüssel, von praktisch ohne Kraftaufwand bis locker anziehen. Nie anknallen. Die Meßspannzangenaufnahme ziehe ich noch weniger fest an, trotzdem hat sie Druckstellen (sehr leicht aber vorhanden).

Meine Frage: Hab ich ein Problem, das ich beheben muss? Wenn ja, was ist die Ursache? Was soll ich tun? Für mich sieht es aber so aus, als sei die Spindel der Ausgangspunkt. Den Rost (wenns einer ist) mit Schleifflies abtragen will ich nicht ohne vorher sicher zu sein, daß ich mir damit nicht die Spindel zerstöre. Die Aufnahmen (sind von Paulimot) kann ich ersetzen, wenn es sein muss, die Spindel nicht.

Was nun?

Mit freundlichen Grüßen
Markus
Dateianhänge
IMG_2317_s.JPG
IMG_2318_s.JPG
IMG_2319_s.jpg
IMG_2320_s.JPG
IMG_2330_s.JPG
IMG_2331_s.JPG
IMG_2332_s.JPG
IMG_2333_s.JPG

Haul
Beiträge: 103
Registriert: Mo 12. Aug 2019, 20:53
Wohnort: Unterallgäu
Germany

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von Haul » Fr 16. Aug 2019, 10:38

Hilft nur regelmäßiges Reinigen ( mit gutem Kegelwischer) ;-)
drehen: Myford ML7 ,Wemas AT500s, fräsen: Knuth Mark VII, sägen: Kläger Mod 5b/400

servuskaiser
Beiträge: 217
Registriert: So 25. Nov 2018, 17:12
Wohnort: Südburgenland
Italy

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von servuskaiser » Fr 16. Aug 2019, 11:46

Ich achte bei der Montage peinlich genau darauf, das keine Späne, Fussel oder sonstiger Unrat auf den Aufnahmen ist. Ich glaube nicht das Verunreinigung das Problem ist.

mfg
Markus

whiskas54
Beiträge: 237
Registriert: Sa 25. Apr 2015, 20:37
Wohnort: 80814

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von whiskas54 » Fr 16. Aug 2019, 12:23

Ich kenne das bei großen Bearbeitungszentren von schwerer Zerspanung. Wie Passungsrost wenn der Kegel ein wenig im Konus umherwalkt. Gerade wenn die Anzugstange nicht mehr genügend vorspannt. Kann natürlich begünstigt werden wenn Kegel und Spindel nicht ausreichend genau geschliffen sind. Mit Schmutz hat das nichts zu tun.

elmech
Beiträge: 2721
Registriert: So 13. Aug 2017, 17:14
Wohnort: Mitteland Aarau/Olten
Switzerland

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von elmech » Fr 16. Aug 2019, 12:53

Hallo, für mich stimmt da der Kegel nicht und ich würde mal die Mitnehmer wegnehmen und den Kegel einfärben und locker mit den Aufnahmeschäften Eintuschieren ? Einen gewissen Zug braucht es aber auch und ich ziehe meine ISO 30 mit einem langen Inbusschlüssel kräftig fest! Nicht anknallen aber mit Nachdruck! Wenn die Spindel weich ist federt sie auf und der Konus trägt bei mehr Zug auf die Spannschraube besser? Wechsle doch noch die Zugschrauben in den Mitnehmersteinen , ersetze sie durch Inbusschrauben. Die ISO Kegel wurde ja endwickelt damit die Werkzeuge bei guter Zentrierung und Spannstabilität, doch noch leicht lösbar blieben. Im Gegensatz zu den Mk Aufnahmen die bei warmer Spindel und kaltem Dorn, zu Schrumpfungen neigten! Viele Ältere unter uns mussten die Spindeln ausbauen und dann unter die Presse damit! Viel Erfolg! Freundliche Grüsse Andi

servuskaiser
Beiträge: 217
Registriert: So 25. Nov 2018, 17:12
Wohnort: Südburgenland
Italy

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von servuskaiser » Fr 16. Aug 2019, 13:36

OK, tuschieren kann ich machen. Die Frage ist, ist schon etwas irreparabel hinüber? Damit meine ich eigentlich auch den Zustand, das der Kegel geschliffen werden müsste, wozu ich weder in der Lage bin, nicht habe ich Lust dazu. Die Maschine ist erst 6 Monate alt und hat noch nicht sehr viel Arbeit gesehen. Ich könnte mir wirklich gratulieren sollte ich es geschafft haben, das Ding schon zu ruinieren.

mfg
Markus

Benutzeravatar
Stolle1989
Beiträge: 2115
Registriert: Mo 6. Mär 2017, 09:56
Wohnort: In der Nähe Braunschweigs
Germany

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von Stolle1989 » Fr 16. Aug 2019, 15:34

Erstmal tuschieren, dann weißt du wie viel % tragen und ansonsten bei SK ruhig etwas fester anziehen.

Ansonsten einfach Rundlauf prüfen, wenn dieser ok ist die Anzugsstange etwas strammer anziehen und weiter arbeiten wie gehabt.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Weiler Matador VS2 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Deckel FP2 + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115
Schleifen: Deckel S0E, Wedevag Bohrerschleif, Brierley ZB25

Benutzeravatar
Rainer60
Beiträge: 1106
Registriert: So 11. Feb 2018, 19:33
Wohnort: Süd-Liechtenstein
Liechtenstein

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von Rainer60 » Fr 16. Aug 2019, 15:46

whiskas54 hat geschrieben:
Fr 16. Aug 2019, 12:23
Ich kenne das bei großen Bearbeitungszentren von schwerer Zerspanung. Wie Passungsrost wenn der Kegel ein wenig im Konus umherwalkt. Gerade wenn die Anzugstange nicht mehr genügend vorspannt. Kann natürlich begünstigt werden wenn Kegel und Spindel nicht ausreichend genau geschliffen sind. Mit Schmutz hat das nichts zu tun.
Hoi Markus
Sehe ich auch so wie whiskas54.

Hattest in letzter Zeit eine Zerspanung mit erhöhten radialen Kräften?
Ziehe die Anzugsstange in nächster Zeit immer mit dem Drehmomentschlüssel und passender Einstellung an - bei allen Werkzeugaufnahmen.
Den Konus tuschieren würde ich ebenfalls empfehlen, mit allen Werkzeugaufnahmen.

Ich vermute, dass es nur an der einen Werkzeugaufnahme und/oder an der Einzugskraft liegt. Dass der Konus in der kurzen Zeit schon so stark abgenutzt ist, dass nachschleifen erforderlich ist, glaube ich kaum.
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

servuskaiser
Beiträge: 217
Registriert: So 25. Nov 2018, 17:12
Wohnort: Südburgenland
Italy

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von servuskaiser » Fr 16. Aug 2019, 18:45

Servus Alle,

danke für die Anteilnahme, ich hoff wirklich, daß ich das mit fester Anziehen "beheben" kann.
Rainer60 hat geschrieben:Hattest in letzter Zeit eine Zerspanung mit erhöhten radialen Kräften?
Ja ich hab' neulich C45 radial bearbeitet, könnte gut sein, daß die Rostfärbung erst seit dann vorhanden ist. Ist auch zusammengefallen mit dem Futter in sehr warmer Maschine über Nacht gespannt lassen.

Hab jetzt die Rundlaufgenauigkeit des Spindelkonus mit dem Puppitaster gemessen. Es ist weniger als +-0.005mm Abweichung, dh. < 0.01mm. Ich habe an mehreren Punkten im Konus gemessen, ganz unten 2mm oberhalb der Einfräsungen für die Mitnehmersteine, "ganz drinnen", soweit der Puppitaster halt hineingeht und einmal in der Mitte. Tendenziell sind die Abweichungen ganz unten am größten. Man baut sich aber natürlich schon durch das händische Rotieren der Spindel schöne Unsicherheiten ein. Ich habs oft genug wiederholt, einmal mit Magnetstativ und einmal mit einer stabilen Stativstange im Schraubstock eingespannt. Allen Achsen und die Pinole geklemmt. Ich denke der Fehler ist jedenfalls kleiner als 0.01mm (um es genauer sagen zu können bräuchte ich einen empfindlicheren Puppitaster, meiner hat 1/100 Unterteilungen). Ist das gut oder schlecht?

Nachdem ich das noch nie gemacht habe frage ich mich: Wie bekomme ich ausreichend aber nicht zuviel Tuschierpaste gleichmässig in den Spindelkonus. Mit einem Konuswischer vielleicht? Wenns nur eine Spur zu viel ist oder ungleichmässig, dann bekomme ich kein aussagekräftiges Ergebnis. Ich hab in einem anderen Thread einen Tip von JollyRoger gelesen, der sagt das man beim Tuschieren eines Spannzangenfutters einen Edding verwenden kann - statt Tuschierpaste. Vorteil wäre, der ist hier und ich kann mir vorstellen das gleichförmig aufzutragen.

Mit freundlichen Grüßen
Markus

Benutzeravatar
Rainer60
Beiträge: 1106
Registriert: So 11. Feb 2018, 19:33
Wohnort: Süd-Liechtenstein
Liechtenstein

Re: Druckstellen an Spindel/Aufnahme

Beitrag von Rainer60 » Sa 17. Aug 2019, 09:01

servuskaiser hat geschrieben:
Fr 16. Aug 2019, 18:45
Rainer60 hat geschrieben:Hattest in letzter Zeit eine Zerspanung mit erhöhten radialen Kräften?
Ja ich hab' neulich C45 radial bearbeitet, könnte gut sein, daß die Rostfärbung erst seit dann vorhanden ist. Ist auch zusammengefallen mit dem Futter in sehr warmer Maschine über Nacht gespannt lassen.

Ich denke der Fehler ist jedenfalls kleiner als 0.01mm (um es genauer sagen zu können bräuchte ich einen empfindlicheren Puppitaster, meiner hat 1/100 Unterteilungen). Ist das gut oder schlecht?

Nachdem ich das noch nie gemacht habe frage ich mich: Wie bekomme ich ausreichend aber nicht zuviel Tuschierpaste gleichmässig in den Spindelkonus. Mit einem Konuswischer vielleicht? Wenns nur eine Spur zu viel ist oder ungleichmässig, dann bekomme ich kein aussagekräftiges Ergebnis. Ich hab in einem anderen Thread einen Tip von JollyRoger gelesen, der sagt das man beim Tuschieren eines Spannzangenfutters einen Edding verwenden kann - statt Tuschierpaste. Vorteil wäre, der ist hier und ich kann mir vorstellen das gleichförmig aufzutragen.
Hoi Markus
Dann stimmt die Fährte schonmal. Beim von Hand drehen der Spindeln bei leichten Maschinen kann das eine oder andere my hinzukommen. Ich prüfe immer erst ob Spindelspiel vorhanden ist. Gut wäre wenn die Spindeldrehung per Antrieb (50-100 U/min) erfolgen würde und eine 2my-Uhr.
Aber mal Hand aufs Herz - <1/100 Rundlauf finde ich jetzt nicht soo schlecht. Die Schnittstellen Werkzeugaufnahme bis zum Fräserschliff dürften grösser sein.

Auftragen der Tuschierfarbe ist in der Tat etwas tricky. Bis die Konsistenz und Auftragsmenge passt kann es einen schon „anlügen“. Würde in Deinem Fall mit einem Edding 6 Striche längs verteilt auf den Werkzeugkonus machen. Gefühlvoll einführen und nur etwas mehr als Strichbreite verdrehen und das mit allen Aufnahmen. So kannst ziemlich sicher einen Trend erkennen. Vor jedem Wechsel der Werkzeugaufnahme den Konus von Eddingrückständen reinigen. Interessant wäre auch das Tragbild bei fest angezogenen Werkzeugaufnahmen im Vergleich zu den von Hand gedrehten, ob es sich verändert oder gleich bleibt.

Ach ja - wenn die Spindel nach längerer Bearbeitung erwärmt ist, sollte die Werkzeugaufnahme nach der Bearbeitung entnommen werden, sonst kann es zu Klemmern kommen.
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

Antworten