Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Mazak
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von Mazak » So 14. Jul 2019, 10:41

Habe mir vor 20 Jahren ein gebrauchtes WEMAG- Gerät gekauft, vom Händler als geprüfte Gebrauchtware. 800 DM, seinerzeit.
Nun werkt das Ding bei einem Kumpel. Vorschub und Strom liessen sich präzise einstellen, Leck war in 20 Jahren auch keines festzustellen.
Kurznaht- und Punktfunktion, usw.
Vielleicht mal beim Händler anfragen, die nehmen oft Geräte in Zahlung und geben diese dann geprüft wieder ab.

blondy
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von blondy » So 14. Jul 2019, 10:47

Moin,
ich sach imma:
Was ist schlimmer als schlechter Sex?
Billiges Werkzeug!
Gruß
blondy

Tut mir leid, aber das ist so eine Macke von mir, immer zu glauben, daß die Antwort etwas mit der Frage zu tun haben müsste.

Spänefresser
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von Spänefresser » So 14. Jul 2019, 12:01

Solche Schweiß Inverter müssen nicht schlecht sein,allerdings sollten die technischen Daten schon die Schweißspannung (Volt) beinhalten.

Und dies wird laut technischen Daten von Stahlwerk verschwiegen,bzw. erst gar nicht angegeben. (habe nachgesehen)

Dies macht es natürlich nahezu unmöglich für das zu verschweißende Material und Drahtdurchmesser die genauen Schweißparameter zu finden.

Schweißparameter und Richtlinien für das Schutzgas Schweißen findet man auf der Seite von Oerlikon und EWM - Schweißfibel Seite 14 -16.

Und damit wären wir beim nächsten Problem was Schweiß Inverter bis 135 Ampere betrifft.
Es finden sich keine Parameter für 0,6 und nur sehr wenige für 0,8 mm Schweißdraht.

Ich habe mir 2017 einen Schweiß Inverter von Weldinger gekauft und bin mit dem Gerät bestens zufrieden.

Bis ich jedoch zufrieden sein konnte, bedurfte es einige eigene "Anstrengungen" bzw. einiges durch nachmessen zu ermitteln.

Dazu habe ich mir ein Zangenamperemeter zum messen von Gleichstrom bis 400 Ampere zugelegt (bei Amazon für 19,95 €).

Die Spannung habe ich direkt am Poti abgegriffen und den Drahtvorschub mit einem Drehzahlmesser ermittelt. Durchmesser Drahtvorschubrolle X 3,1415 X Drehzahl = Drahtlänge pro Umdrehung x 60.

Die ermittelten Parameter wurden anschließend auf die Poti- Stellungen übertragen und stimmen absolut exakt.

Das ganze sieht heute so aus:
20190714_110644.jpg
Die Einstellparameter für Spannung und Strom als auch für den Drahtvorschub stimmen exakt überein und da beim Weldinger die Spannung für das MIG-MAG schweißen mit 15 bis 24 Volt angegeben ist,ließen sich die einzelnen Spannungen dem Poti zuordnen.

Ich kann dir dieses Gerät absolut empfehlen,damit habe ich eine ganze Halle von 12 x 14 Meter geschweißt.


Gruß vom Spänefresser

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hometown
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von hometown » So 14. Jul 2019, 12:45

DANKE Spänefresser! Genau darauf wollte ich hinaus. Egal wie "billig" ein Gerät ist - es vernünftig zu beschriften kostet keinen Cent mehr! Stattdessen zeigt der Status-Q ganz deutlich, dass der Vertreiber - in dem Fall Herr Balaban, alias Fa. Stahlwerk, so absolut überhaupt keine Ahnung von der Materie hat!
tut mit leid - ich kann einfach nicht immer das antworten, was Ihr hören wollt

sepp
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von sepp » So 14. Jul 2019, 14:38

Ich denke man sollte den Fehler eher bei uns selbst suchen. Heute muss ja jeder alles selber haben, früher verließ man sich auf Freunde und im "Netzwerk" (Bekanntenkreis) wurden halt Verleih und Dienstleistungen die man selbst nicht bringen konnte hin- und hergetauscht- kurz: man half sich gegenseitig.
Nachdem das heute aus der Mode gekommen ist muss man alles selbst haben um keinem anderen helfen zu müssen... :o

Um alles selbst haben zu können muss die einzelne Maschine/Gerät dann billig sein, denn mit den alten Geräten professioneller Qualität aber eben auch mit professionellem Preis wäre das finanziell nicht machbar. Dass diese Geräte welche nun nur einen Bruchteil dessen kosten was Dalex, Fronius etc. damals gekostet haben, nicht die selbe Qualität bieten können wäre eigentlich aus kaufmännischer Sicht klar..... will man aber nicht wahrhaben.
Ist ja bei Drehmaschinen und Fräsen aus dem Heimwerkersegment nicht anders.
Also wird permanent über die mangelnde Qualität eines Gerätes gepoltert, das wenig mehr kostet als ein gutes Essen für eine 5-köpfige Familie in einem mittlerern Restaurant.

Dann kauft doch ein echtes Profi Schweißgerät für 6000.-€ , oder eine Fräse für 80.000.- und eine Drehmaschine für 45.000.- .... und glaubt ja nicht, dass es da keine Probleme gäbe!

Man muss nur mal nachdenken wie viele Personen es in den 80ern im Dorf gab, die eine Fräse, eine Drehmaschine oder ein MIG/MAG Schweißgerät im Dorf hatten.... konnte man an einer Hand abzählen. Heut steht sowas in fast jeder Garage/Keller etc. An CNC war damals gar nicht zu denken- Flex oder Feile waren da der Ersatz für das was man sich fertigungstechnisch nicht leisten konnte, und geschweißt wurde meist Elektrode - Autogen, Schutzgas zu teuer und an WIG war nicht zu denken, wenn mans überhaupt kannte.

Wenn, dann konnte dir ein Kumpel einen Anzieher mit Feingewinde auf der Arbeit nach Feierabend machen aber auch nur mit gut zureden oder guter Freundschaft.

Und nun so ein Aufstand wegen einem 200€ Gerät? Seid mir nicht böse, aber verstehen kann ichs nicht. Wenn eine Verschraubung undicht ist, dann reparier ich das oder ich sende das Gerät an den Verkäufer zurück (Garantie) und lass das den erledigen, das wars. Zwergenaufstand deshalb ist unnötig- aber mosern ist viiiiiel leichet als machen.

Nehmt euch mal selber an der Nase- wer den Preis von Blei bezahlt, darf nunmal keine Goldbarren erwarten.

:hi: Sepp

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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von hometown » So 14. Jul 2019, 15:38

Thema verfehlt - sechs! Setzen!
Das Gerät vernünftig zu beschriften kostet keinen Cent mehr. Das Problem ist, dass sich irgendwelche Nulpen in der heutigen Zeit dazu berufen fühlen als "Hersteller" am Markt auf zu treten. Siehe Stahlwerk - wie prangt groß auf den Geräten "designed and quality controlled in Germany". Wer es glaubt - Stahlwerk ist nicht einmal fähig dem Hersteller den dämlichen Schalter mit ein/aus statt mma/mag abzugewöhnen...
tut mit leid - ich kann einfach nicht immer das antworten, was Ihr hören wollt

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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von myford » So 14. Jul 2019, 16:12

Dann lasse ich meine Sichtweise mal nicht vom Stapel.

Das würde auch eine 6 und 5 Stunden Ecke stehen bedeuten. ( evt einen Tag mit den Knien auf dem Lineal sitzen )

Mann bekommt nur das was man bezahlt :steinigung:

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techam
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von techam » So 14. Jul 2019, 16:24

hometown hat geschrieben:
So 14. Jul 2019, 15:38
Thema verfehlt - sechs! Setzen!
Das Gerät vernünftig zu beschriften kostet keinen Cent mehr. Das Problem ist, dass sich irgendwelche Nulpen in der heutigen Zeit dazu berufen fühlen als "Hersteller" am Markt auf zu treten. Siehe Stahlwerk - wie prangt groß auf den Geräten "designed and quality controlled in Germany". Wer es glaubt - Stahlwerk ist nicht einmal fähig dem Hersteller den dämlichen Schalter mit ein/aus statt mma/mag abzugewöhnen...
Sehe ich nicht so, ich finde er hat das Thema ganz gut getroffen.

Ich habe auch ein Stahlwerk Schweißgerät und ich bin sehr zufrieden damit. Aber mir ist auch von Anfang an klar gewesen das es kein Fronius ist.

Ich freue mich schlicht darüber, dass es mitlerweile Schweißgeräte in einer Preisklasse gibt die ich mir leisten kann, denn wenn es solche Geräte aus Fernost nicht gäbe, dann würde ich weiterhin mit Reibelot versuchen Aluminiumteile zusammenzukleistern.

Wenn dir die Qualität nicht passt und du speziell beschriftete Schalter möchtest: Fronius, Lorch, Dalex und EWM werden dir gerne ein Gerät verkaufen. Kostet dann halt das 10-15fache. Das ist halt der Preis dafür, dass ein Verkäufer deiner Vorstellung von einem Hersteller gerecht wird.

Stahlwerk bietet nur an, was der Markt und ganz offenbar auch du, sonst hättest du es ja nicht bestellt, gerne möchte. Da muss man halt akzeptieren das irgendwo abstriche zu machen sind.

Und dort ist kein I/O-Schalter verbaut, weil man das dem Hersteller nicht abgewöhnen könnte, sondern weil dieser Schalter mit I/O-Aufdruck nur einen Bruchteil eines komplett schwarzen oder gar individuell beschrifteten Schalters kostet. Da kann sich der Besteller dann entscheiden: Schalter mit I/O für 2ct oder ohne für 50ct oder mit spezialaufdruck für 300ct. In der Preisklasse muss da keiner lange überlegen.

Wenn das Gerät also nicht deiner Vorstellung entspricht, mache Gebrauch von deinem Recht es zurück zu schicken und schaue nach einem anderen Gerät von einem anderen Anbieter. Ich verstehe echt das Problem nicht.

MfG Christian
Drehmaschine: EBK 450 mit 550W FU Umbau
CNC-Fräsmaschine: Sorotec AL-Line 1105 mit 2,2kW
Fräsmaschine: Paulimot F207V
Bohrmaschine: AEG DTBM 10
Säge: FLEX SBG 4910
Schweißgerät: Stahlwerk WIG 200 Puls AC/DC + Plasma
3D-Drucker: fullmetal P3 Steel

Spänefresser
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von Spänefresser » So 14. Jul 2019, 18:45

Nun haben viele ihre Meinung kund getan,aber ich erkenne nichts an dem geschriebenen was dem Threadstarter weiter hilft.

Ich empfehle den Themenstarter zunächst einen Blick auf das Typenschild zu werfen,vielleicht findet er dort Angaben mit welcher Spannung von - bis das Gerät im MIG -MAG Modus arbeitet.

Wichtig ist zu wissen, das man mit einem 0,6 mm Draht maximal bis 60 Ampere und ca. 13 - 15 Volt vernünftig schweißen kann. (Dünnblech bis 0,8 mm)
Mit 0,8 mm Draht von 70 - 105 Ampere und 17- 18 Volt. (Dünnblech und Flachstahl bis max. 2,5 mm)
Darüber hinaus von 105 - 160 Ampere mit 1,0 mm Draht und 18 - 19 Volt. (ab 3 - 8 mm Flachstahl, mit Kehl - oder Y Naht bis 15 bzw. 20 mm)
Alle Werte die bei den Drahtdurchmessern darüber liegen reichen für das Schmelzbad nicht aus,da die Drahtgeschwindigkeit und Vorschub mit dem Schweißstrom geregelt wird.
Ab 130 Ampere sollte das Stromnetz mit mindestens 25 Ampere abgesichert sein.

Man kann sich jedoch helfen, indem man zunächst den exakten Schweißstrom mit einem Zangenamperemeter ermittel, es also um die Pistole legt und ein paar Sekunden auf einem Blech oder Flachstahl Draht abschmelzt und dabei die Hold Funktion drückt, falls man vergesslich ist.

Ein solches Zangenamperemeter kostet nicht viel und ist ziemlich genau:
20190714_113853.jpg

Dann versucht man herauszufinden auf welcher Stellung und Zahlenwert das Gerät im Voltbereich das beste Abschmelz Ergebnis liefert.

Sollten die gemessenen Schweißströme von dem am Gerät zugesagten abweichen, würde ich es zurück schicken und mir ein höherwertiges Gerät mit ordentlichen Schweißströmen bis 250 Ampere zulegen welches auch 1,0 bis 1,2 mm Draht verkraftet.
Alles andere ist Spielzeug und sorgt nur für Frust.

Gruß vom spänefresser

myford
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Re: Stahlwerk MIG 135 M IGBT - Katastrophe!

Beitrag von myford » So 14. Jul 2019, 21:09

Jo, vorgestern ist es nun hier angekommen - mein Stahlwerk.

"
Wozu ist der Spannungs-Regel-Knopf (Volt) ?? Dass dieser wohl zur "Optimierung" des Lichtbogens dient, musste ich mir erst mühsam im www zusammen klauben. In der BA kein Wort darüber!?
Am Stromstärke-Regel-Knopf (Ampere) stellt man die "Leistung" ein. Wobei Profis im www schreiben, dass das falsch sei - man stelle (am Stufenschalter) stets die Spannung und nicht die Stromstärke ein!? :"

Hallo

Du hast ein Kombigerät mit Umschalter zum Mig/Mag oder Elektrodenschweißen.

Bei Mig/Mag stellung wird die Spannung mit dem Drehknopf V zwischen Minimum und Maximum verstellt.
Beim Elektrodenschweißen in MMA stellung wird der Strom mit dem Drehknopf A zwischen Minimum und Maximum verstellt.

Mit den Informationen die ich habe würde ich das so interpretieren.

Viel Spass beim probieren!
Dateianhänge
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