Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

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Michel_Frey
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Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von Michel_Frey » Do 13. Jun 2019, 23:34

Hallo,

ich habe mir einen Bizerba FW70 Fleischwolf gekauft. Unglücklicherweise ist er in schlechterem Zustand als gedacht und ich muss ein paar Sachen dran machen. Das einfachste ist die Nachfertigung der Bodenplatte. Kaufe ich mir wohl als Laserteil aus Edelstahlblech. Die Frage ist nur, wie ich diese Hutzen zur Aufnahme der Gehäuseverschraubung dranbekomme. Kann man solche hutförmigen Blechteile irgendwo fertig kaufen? Wenn ja, wie heißt das? Ein Wig-Schweißgerät zum Anpunkten der Hutzen auf dem Laser-Blechteil ist vorhanden.
Hutze.jpg
20190613_220955.jpg
Das zweite Problemchen ist der Zapfen der Förderschnecke. Da werden die Messer und Lochscheiben aufgefädelt, aber der Bereich der Passung ist verformt, so dass die Scheiben darauf schlackern. Ich würde da gerne mit Wig Material aufschweißen, allerdings weiß ich nichts über den Werkstoff des Zapfens (außer, dass die gesamte Schnecke die Dichte von Stahl hat). Welchen Zusatzwerkstoff soll ich verwenden?
Schnecke.jpg
Meine letzte Frage ist ein übliches Problem bei der Aufarbeitung von alten Maschinen: festsitzende Teile. Wie würdet ihr den Einlegering aus dem Gehäuse herausoperieren? Seine Materialstärke ist 4.5 mm. Er sitzt am Grund des Lochs auf einem Bund auf, so dass man nicht von der anderen Seite mit einem Durchschlag arbeiten kann. Ich hatte Angst, dass mir der Bohrer verläuft wenn ich ein Kernloch für M3 bohren will, um ihn mittels Schrauben auszuziehen. Gibt es bessere Ideen?
Ring.jpg
Besten Dank im Voraus.
Gruß,
Michel

AchimS
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von AchimS » Fr 14. Jun 2019, 00:13

Michel_Frey hat geschrieben:
Do 13. Jun 2019, 23:34
... für M3 bohren will, um ihn mittels Schrauben auszuziehen. Gibt es bessere Ideen?
Besser will ich mir nicht anmaßen. Ich würde seitlich in der Buchse ein paar Schrauben (M8 o. M6) anschweißen. Damit sollte sich die Buchse problemlos ausziehen lassen.

Gruß
Achim

Ikosaeder
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von Ikosaeder » Fr 14. Jun 2019, 07:23

Hallo Michel,

Was die Bodenplatte betrifft, würde ich mir den Aufwand mit dem Laserschneiden sparen und das Ganze händisch anfertigen. In der Zeit, die Du benötigst, die Form des Bodens in eine vernünftige DWG zu übertragen, hast Du ihn schon zweimal auf ein Reststück 3mm 1.4301er Blech gelegt, exakt angerissen und ausgeschnitten. Bei komplizierten Innenkonturen, die man nur aufwendig ausfeilen kann, wäre ich natürlich anderer Meinung. Die hutförmigen Einsätze würde ich, sofern sie nicht der Aufnahme von Gummifüßen dienen, durch Drehteile ersetzen. Stich einfach Distanzscheiben von einem passenden Niro-Rundmaterial ab und punkte sie auf die Rückseite des Blechs. Die Schraubenlöcher kannst Du dann ansenken, sodass die Köpfe flächenbündig sind. Alternativ könnte ich mir auch einfache M12er Muttern vorstellen. Vor dem Aufpanzern der Welle würde ich feststellen, mit welchem Material Du es zu tun hast. Handelt es sich bei dem betreffenden Teil überhaupt um einen korrosionsbeständigen Stahl? Ich prüfe das gerne mit etwas Brünierlösung, die bei höheren Cr-Gehalten keine Wirkung mehr zeigt. Sollte es sich um einen martensitischen Edelstahl oder einen gewöhnlichen Werkzeugstahl handeln, würde ich als Zusatzwerkstoff 1.4370 empfehlen, liegt ein austenitisches Gefüge vor (nicht magnetisch), reicht ein handelsüblicher Schweißzusatz wie 1.4316 oder 1.4576, wie ihn jeder Schlosser für Niro-Konstruktionen verwendet.

MfG,
Philipp

dr.markus
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von dr.markus » Fr 14. Jun 2019, 12:38

In die Bodenplatte würde ich mir auch Drehteile einschweißen.

In den Einlegering könnte man evt, ein Stück Rundmaterial einkleben.
Am besten gleich mittig mit einer Gewindestange zum ausziehen.
Viele Grüße, Markus

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Balu
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von Balu » Sa 15. Jun 2019, 16:36

Standgerärt oder Auftisch?

Über die Hülsen am Bodenblech würde ich einfach
Gummifüsse mit Gewinde aufschrauben.

Hier will man nur einen aewissen Abstand zum
Tisch. Vermindert auch die Schall Übertragung.

Die Scheiben halten die Schnecke nur in etwa zentriert.
Da über die Scheiben die Messer gespannt werden braucht es hier etwas Luft. Nur die Messer werden Angetrieben.
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Jonathan9192
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von Jonathan9192 » Mo 17. Jun 2019, 00:21

Hi Michel,

ich würde den Ring mit so einem Innenabzieher herausoperieren:
https://www.werkzeughero.de/kukko-kugel ... 738_37813/
Der Aufbau ist ja recht einfach; sowas kann man sich im Ernstfall auch immer noch selber für den gewünschten Durchmesser herstellen...

Muss evtl. noch die Passfeder in der Wandung heraus?

Schönen Abend,
Jonathan
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Michel_Frey
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von Michel_Frey » Di 18. Jun 2019, 00:40

Hi,

danke für eure Kommentare. Ich habe den Ring mit der Methode "Gewindestangen anschweißen und daran ausziehen" herausbekommen.

Zum Aufschweißen von Material auf dem Zapfen der Förderschnecke: es handelt sich um gewöhnlichen Werkzeugstahl (Ergebnis der Feilprobe), daraus folgt nach Philipps Empfehlung Zusatzwerkstoff 1.4370. Muss ich hier mit gehärtetem (Zusatzwerkstoff-)-Material nach dem Aufschweißen rechnen? Eigentlich hatte ich vor, das hinterher mit der Feile zu bearbeiten.

Es handelt sich um ein Auftischgerät.

Wo der Ring nun raus ist ergeben sich neue Fragen zur richtigen Zusammensetzung des Schneidsatzes und dessen Einbau im Schneckengehäuse. Vielleicht weiß hier jemand was dazu?
Die Schnecke sitzt nach dem Einsetzen ins Schneckengehäuse so, dass ihr Ende und der Bund im Schneckengehäuse nicht in einer Ebene liegen. Ich habe versucht, das im Foto irgendwie sichtbar zu machen:
Ohne_Vorschneider.jpg
Dadurch liegt die Vorschneider-Scheibe nicht auf dem Bund im Schneckenghäuse auf, sondern da sind so ca. 8 mm Spalt. Soll das so?
Vorschneider.jpg
Folgerichtig steht der ganze Kladderadatsch nach dem Zusammensetzen dann auch über. Ich kann natürlich die Überwurfmutter drauf drehen (und dann nicht festziehen, sonst klemmt alles), aber das kann nicht so gedacht sein, oder?
Ueberstand.jpg
Meine Schnecke ist insgesamt 260 mm lang. Habe ich eine Kombination von Schnecke, Schneckengehäuse etc., die gar nicht zusammenpasst?

Gruß,
Michel

rincewind
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Re: Fragen zu Instandsetzung Fleischwolf

Beitrag von rincewind » Di 18. Jun 2019, 07:03

Michel_Frey hat geschrieben:
Di 18. Jun 2019, 00:40
Habe ich eine Kombination von Schnecke, Schneckengehäuse etc., die gar nicht zusammenpasst?
Möglich, vielleicht war deshalb auch der Ring unten drin als Auflage für den Vorschneider.
Die Ringe gibt es auch in verschiedenen Breiten, je nachdem ob man einen 3-teiligen oder 5-teiligen Schneidsatz verwendet. Einfach mal nach "System Unger" suchen, dann gibt es genug Bilder.

Gruß

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