"Schallplatte" drehen?

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metallfunk
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"Schallplatte" drehen?

Beitrag von metallfunk » So 17. Mär 2019, 16:10

Wie gehe ich da ran?

Es geht um eine Messingscheibe mit 150 mm Durchmesser, 0,8 - 1 mm dick.
Die soll der verkleinerten Optik einer Schallplatte entsprechen, also Start-Einlauf, dann eine feine Rille, zum Schluss
noch der Auslauf. Platz für Etikett (in dem Fall Gravur) und Mittelloch.

Alles nicht zu fein, sonst erkennt man nichts.

Ich denke, ich beginne mit einer Aufnahmeplatte für die Drehe, aber dann geht es schon los.
Wie kriege ich das dünne Messingblech fest? Und ohne Verbiegen wieder ab?
Das Blech wird vorher poliert.

Klebeband eher nicht. Uhu plus und warm machen?

Alle Ideen sind willkommen.

Viele Grüße
Bernd

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Allemool
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von Allemool » So 17. Mär 2019, 16:42

Hallo Bernd,

wenn möglich die Messingplatte quadratisch lassen und an den Ecken jeweils eine Bohrung vorsehen über die Du die Platte an einem Grundplatte festgeschraubt wird.
Diese Grundplatte einspannen und das Teil wie gewünscht drehen. Danach die Ecken abschneiden oder auf der Grundplatte ausstechen.

Gruß

Allemool
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petermue
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von petermue » So 17. Mär 2019, 17:00

Ich würde das mit Sekundenkleber machen.
Zum Lösen warm machen oder wenn vorhanden in ein warmes Ultraschall Bad legen.
Viele Grüße, Peter
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metallfunk
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von metallfunk » So 17. Mär 2019, 17:21

Allemool hat geschrieben:
So 17. Mär 2019, 16:42
Hallo Bernd,

wenn möglich die Messingplatte quadratisch lassen und an den Ecken jeweils eine Bohrung vorsehen über die Du die Platte an einem Grundplatte festgeschraubt wird.
Diese Grundplatte einspannen und das Teil wie gewünscht drehen. Danach die Ecken abschneiden oder auf der Grundplatte ausstechen.

Gruß

Allemool
Allemol,

das ist so einfach, da hatte ich noch nicht dran gedacht. :-D

Viele Grüße
Bernd

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HansD
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von HansD » So 17. Mär 2019, 20:05

Quadratische Platte mit vier Schrauben finde ich gut. Befürchte aber dass sich das dünne Blech in der Mitte aufwerfen könnte, deshalb vielleicht noch mit dem Reitstock dagegenhalten.

Hans
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von dr.markus » So 17. Mär 2019, 22:06

Ich würde eine Ronde (Duchmesser >= Schallplatte) plandrehen und das Messingblech mit Cyanacrylat flächig ankleben.

Ablösen, wie schon gesagt durch Wärme. Superkleber kann nicht viel ab und löst sich dann auf.
Du könntest dann die Platte auch von beiden Seiten "bespielen".

Oder zum Ablösen in Aceton stellen.
Je nach Durchmesser würde ich durch die Ronde vorher ein paar Löcher bohren um die Angriffsfläche vom Aceton zu vergrößern.
Viele Grüße, Markus

metallfunk
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von metallfunk » Mo 18. Mär 2019, 18:05

001.JPG
Grundsätzlich geht das.

Nur mit 4 Schrauben befestigt.

Der erste Versuch mit Kupferblech 0,8 mm. Der zweite Versuch mit 3mm Messing (Ms 64).

Für die Originale wäre Ms 58 oder so, bestimmt besser.
Das langspanende Zeug gibt eine Oberfläche, die sich rau anfühlt.
Da geht noch was.

Grüße Bernd

metallfunk
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von metallfunk » Fr 5. Apr 2019, 20:03

Fertig.

Die Platten haben 150mm Durchmesser und sind 1 mm dick.
Die Künstlerin braucht 3 Stück zur Weiterbearbeitung.

Ich habe 5 gemacht, eine ist jetzt verbogen, weil sie beim Ausstechen quer durch die Werkstatt
geflogen ist.

Nun kommen natürlich die Schnaps- Ideen. Wäre es möglich, auf einer CNC- Drehe auch Musik einzuschneiden?
(Nur mal als Gedankenspiel).
Mono oder Stereo :-D

Grüße Bernd
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002.JPG

HeinzHerbert
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Re: "Schallplatte" drehen?

Beitrag von HeinzHerbert » Fr 5. Apr 2019, 21:18

Dazu bräuchtest Du denke ich keine CNC. Ein gefedert geführter Drehmeißel, ein Elektromagnet und ein Audioverstärker sollten reichen.

Die notwendige Stärke des Elektromagneten hängt dann vom Abtastverfahren beim Abspielen ab, je empfindlicher dieses ist, umso weniger tief müssen die Rillen sein. Die Impedanz der Spule sollte dann noch einigermaßen zum Verstärker passen oder umgekehrt.

Ist dann aber erstmal nur mono. Für Stereo müsste der Meißel in einer zweiten Richtung senkrecht zur ersten geführt sein (beide dann jeweils 45° zur Platte geneigt und senkrecht zum Vorschub).

Erklärung dazu hier.

Grüße
Georg
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