Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

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grauert66
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Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von grauert66 » So 17. Mär 2019, 16:06

Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei eine alte Wörner Tischbohrmaschine zu restaurieren. Da ich darin so gut wie keine Erfahrung habe, gehe ich langsam vor und mache von jedem Schritt Fotos.
Den Motor und die Spanneinrichtung mit den Riemenscheiben habe ich schon demontiert und zerlegt, den Bohrschwenkarm habe ich durch entfernen der Feder und vorsichtiges herausschlagen relativ leicht herausbekommen.

Jetzt stehe ich jedoch bei der Demontage der Bohrspindel an: Wie erwartet ist die Bohrspindel nach Entfernen des Schwenkarms bis zum Anschlag nach unten gegangen. Seitlich am Gehäuse war noch eine Schraube, die habe ich auch entfernt in der Hoffnung nun die Spindel nach unten abziehen zu können. Leider Fehlanzeige! Dann habe ich gedacht, durch vorsichtiges klopfen auf den oberen Teil (wo die Riemenscheiben befestigt sind) die Spindel zu lockern. Es ist zwar das obere Rohr in das Gehäuse gegangen, aber die Spindel hat sich deshalb nicht bewegt (Bild 01). Ich habe mir dann nochmals genauer in das Loch mit der Fixierschraube angesehen. Die Schraube ist offensichtlich nur eine Abdeckung. Innen ist eine Hülse mit einer Sackbohrung und einem Innengewinde (siehe Bild 02/03 beide Gewinde, innen und außen sind Rechtsgewinde). Keine Ahnung wozu das ist? Jedenfalls sitzt es genau dort, wo die Spindel eine Führungsnut besitzt.

Auch habe ich keine Ahnung wie ich das Bohrfutter entfernen soll. Für ein Gewinde gibt es unten keinen Ansatz für einen Gabelschlüssel; ein Kegel ist es auch nict, da es beim Versuch es herauszudrücken federt, sich aber nicht löst (Bild 04).

Ein weiteres Problem habe ich beim Lager des Bohrschwenkarms. Der ist von vorne gesehen rechts, mit einem Kugellager gelagert; er besitzt hingegen links (wo die Rückhohlfeder sitzt) ein Gleitlager, integriert mit dem Federgehäuse. Beides möchte ich entfernen, weiß aber nicht wie? Ich habe schon versucht es vorsichtig von der anderen Seite herauszuschlagen; es hat sich aber nicht bewegt. (Bild 05/06)

Bitte könnte mir jemand, der schon eine Tischbohrmaschine zerlegt hat, unter die Arme greifen und mir Tipps geben wie ich weitermachen soll!

Vielen Dank
Martin
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Bollwerk
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von Bollwerk » So 17. Mär 2019, 16:38

Moin,

das ist jetzt Glaskugel :?

Ich vermute Dein Problem ist der Ausbau der Pinole. In der Pinole sitzt
die Spindel. Die Spindel kannst Du erst ausbauen, wenn die Pinole aus
der Maschine heraus ist.
Die Hülse mit Sack-Gewindebohrung ist aller Wahrscheinlichkeit nach
der Führungszapfen der in die Nut der Pinole greift und verhindert, dass
sich die Pinole, beim Bohren, in der Maschine dreht. Die Nut in der Pinole
ist nicht durchgehend und verhindert so auch, dass die Pinole ungewollt
aus dem Gehäuse flutscht. Das ist im Prinzip bei allen Bohrmaschinen die
ich habe/hatte, so gelöst.
Drehe mal in das Innengewinde der "Hülse" ein Stück passender Gewinde-
stange, schiebe ein Stück Rohr, oder eine Buchse, Innendurchmesser größer
als die "Hülse", darüber und übe, über eine entsprechende Unterlegscheibe
und eine Mutter, Zug auf die "Hülse" aus.
So solltest Du die "Hülse" ziehen können.

Wenn nicht, muss ich meine Glaskugel putzen. :nixweiss:

Gruß
Bollwerk
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mechtech110
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von mechtech110 » So 17. Mär 2019, 19:46

Hallo Martin,
beim unteren Teil der Pinole (kurz über dem Bohrfutter) scheint ein Federring zu sitzen.
Dieser muss an einer Stelle getrennt sein (sieht man auf deinem Foto nicht gerade).
Diesen Federring aufspreizen und entfernen, dann die Pinole nach oben ausdrücken.
Das Bohrfutter ist meistens mit einem Konus mit der Spindel verbunden. Dies lässt sich mit zwei gegenseitigen Keilscheiben lösen.
mfg
Markus

grauert66
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von grauert66 » So 17. Mär 2019, 20:44

Recht herzlichen Dan für Eure schnelle Hilfe!

Der Führungszapfen ist nach Anleitung von Bollwerk problemlos rausgegangen und die Pinole (entschuldigt, wenn ich nicht alle Teile richtig benenne) habe ich nach unten abgezogen. Das Problem mit dem Lager des Bohrschwenkarms habe ich auch gelöst, indem ich es von innern mit einem Rundstück vorsichtig rausgeschlagen habe. Ich würde nun gerne die Lager der Pinole (Bild 1) ausbauen. Es besteht offensichtlich aus zwei Kugellagern mit einem Disdanzring dazwischen. Ich würde auch da versuchen die Lager vorsichtig von innen herauszuklopfen; ist das richtig?
Markus meint, dass da noch ein Federring oberhalb des Bohrfutters sitzt; leider Nein (Bild 2). Das Futter ist evon Albrecht und ich sehe keinerlei Ansatz es zu lösen.
Um den Gusskörper besser lackieren zu können möchte ich auch noch die Säule entfernen. Dazu habe ich eine Sicherungsschraube entfent und versucht sie derauszuklopfen; leider bewegt sie sich nicht (Bild 3/4)
Weiters habe ich noch eine Frage zum Zahnrad am Borschwenkarm (meine Bezeichnung ist sicher nicht richtig) Bild 5: Das schrägverzahnte Zahnrad, das die Pinole bewegt besteht aus zwei Einzerrädern. Das im Bild rechte Rad sitzt fix auf der Welle; das Linke hat offenbar innen eine Feder denn es lässt sich in einem kleine Winkel hin und her bewegen. Meine Frage: Warum?

LG
Martin
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Bollwerk
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von Bollwerk » So 17. Mär 2019, 22:50

Freut mich, dass es geklappt hat. Wegen des Bohrfutters google mal mit
den Begriffen Kegeldorn und Abdrückgabel.
%2FImage_1200x1200%2Fb341140_a.jpg.png
%2FImage_1200x1200%2Fb341140_a.jpg.png (787.03 KiB) 506 mal betrachtet
Bei Deiner Maschine ist es gut möglich, dass der Bohrfutterkegel Teil der
Spindel ist, also kein separater Kegeldorn verwendet wird. Zumindest ist
auf den Bildern keine Öffnung in der Pinole zu sehen, in die ein Austreib-
keil eingeführt werden könnte.

Wenn mir zu den anderen Fragen noch was einfällt, melde ich mich wieder.

Gruß vom
Bollwerk
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Bollwerk
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von Bollwerk » So 17. Mär 2019, 23:46

Einmal mehr muß ich raten. Auf dem ersten Foto in Deinem Startpost,
sieht es so aus, als ob durch die Säule eine Art Zugstange geht, welche
Kopf, Säule und Sockel der Maschine miteinander verspannt. Wenn das
so ist, könnten die vier Innengewinde, die auf dem dritten Foto Deines
zweiten Posts, oben an der Säule, zu sehen sind, sogenannte Abdrück-
gewinde sein.

Eine Schraube in jedes Loch drehen und vorsichtig, über Kreuz wie bei
Radmuttern, anziehen und dabei schauen, ob sich dadurch etwas bewegt.
Möglicherweise lässt sich der Kopf so von der Säule trennen.
Wenn nicht, zeige bitte ein Bild von der, schon ausgebauten, "Sicherungs-
schraube" und ihrem Umfeld.

Die Lager würde ich an Deiner Stelle alle neu machen. Kosten nicht die
Welt und zusätzliche Arbeit macht es auch nicht. Wenn die Lager neu
kommen, kannst Du die alten ohne Bedenken, vorsichtig, rausklopfen.

Von schrägverzahnten Zahnstangenantrieben habe ich keine Ahnung, da
findet sich aber vielleicht noch jemand, der dazu etwas weiß.

Gruß vom
Bollwerk
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Bollwerk
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von Bollwerk » Mo 18. Mär 2019, 00:15

Aus einem anderen Thread:

viewtopic.php?f=11&t=23853#p277302

Wenn ich es richtig verstanden habe, eliminiert das Verdrehen der beiden
Zahnradteile gegeneinander, das Spiel zwischen Zahnrad und Zahnstange.
Ganz was Feines also. Hier noch ein Link:

http://www.praezisionsbohrmaschinen.de/

Frohes Schaffen
Bollwerk
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grauert66
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Re: Restauration Tischbohrmaschine Wörner Tibo 6

Beitrag von grauert66 » So 24. Mär 2019, 20:57

Hallo und vielen Dank für Eure hilfreichen Tipps!

Nach etwas Öl und dem richtigen Dreh hat sich der Kopf leicht von der Säule lösen lassen (Bild 1). Auch den Bohrhebel konnte ich zerlegen und das Lager abziehen; da ist wirklich eine Feder drinnen (Bild 2).
Das Lager der Pinole im Kopf habe ich vorsichtig von innen aus dem Kopf herausdrücken können. Leider waren es aber nicht die einzelnen Kugellager, die herausgekommen sind, sondern eine Buchse mit den Lagern (Bild 3, Bild 4). Mit den Fingern kann man in die beiden Kugellager greifen. Zwischen diesen ist offensichtlich ein ca. 2 cm hoher dünner Ring (Distanzring?), der axial zwischen den Lagern sitzt, sich aber vertikal herumschieben lässt. Das Außen an der Buchse sichtbare Loch dürfte für die Schmierung sein (?). Wie ich da die Lager herausbekomme ist mir noch völlig schleierhaft.

Das Bohrfutter konnte ich einfach abdrücken (Kegelaufnahme B12) und dann die Pinole zerlegen. Herausgekommen ist dann eine Welle mit zwei Kugellagern. Eines normal und eines offen (Bild 5). Links davon sitzt offenbar eine Sicherungsmutter (mit Loch). Ich habe sie leider bisher nicht aufbekommen. Auch bin ich mir nicht sicher, ob es sich dabei um ein Links- oder um ein Rechtsgewinde handeln könnte. Auch habe ich in keinem Katalog ein offenes Kugellager gefunden.

Ein weiteres Thema ist möglicherweise die Gummidichtung in der Verschlusskappe (Bild 5 ganz links der schwarze Ring). Die traue ich mich nicht zu entfernen, da ich Angst habe, dass sie porös ist und sie bricht. Ersatz dafür wird es keinen mehr geben.

LG
Martin
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