Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

michael123
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Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von michael123 » So 13. Jan 2019, 23:32

Hallo,

die X- und Y-Achse auf einer konventionellen Fräse kann man ja super mit Messuhr und Kantentaster etc. einmessen oder auch mit Anschlägen arbeiten usw. und so beim Umspannen von Werkstücken die Position wieder finden und das DRO nullen. Durchmesseränderung von Werkzeugen ist ja trivial.

Doch wie macht man das mit der Z-Achse? Z.b. nach einem Werkzeugwechsel? Wie finde ich die exakte Höhe z.B. von den Parallelunterlagen auf dem das Werkstück liegt?

Ankratzen kann ja nicht die Lösung sein? :nixweiss:

Mein DRO hat ein Werkzeuglängenspeicher. Funktioniert das eigentlich hinreichend genau mit MK2 -Aufnahmen? Aber irgendwie scheint mir der Werkzeuglängenspeicher nicht Teil der Lösung für das Einmessen der Z-Achse zu sein...

Irgendwie komme ich in dieser Sache nicht weiter... :?

Fehlt mir ein Messgerät? Wenn ja, welches?
Mfg,

Michael

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Rockwell
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von Rockwell » So 13. Jan 2019, 23:53

So wie es Kantentaster gibt, existieren auch Höhentaster, ggf. auch beides kombiniert, wird dann gerne als "3D"-Taster bezeichnet.
Liebe Grüße / Christoph

michael123
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von michael123 » Mo 14. Jan 2019, 00:41

Rockwell hat geschrieben:
So 13. Jan 2019, 23:53
So wie es Kantentaster gibt, existieren auch Höhentaster, ggf. auch beides kombiniert, wird dann gerne als "3D"-Taster bezeichnet.
Ja, aber die kommen ja in die Spindel. Und wenn ich nun den Taster ausbaue und das Werkzeug einbaue, weiß ich ja wieder nicht, wo mein Werkzeug in der Z-Achse steht . :nixweiss:

Ich verstehe einfach nicht, wie mir so ein Höhentaster hilft, das Werkzeug in Z einzumessen. :?
Mfg,

Michael

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stefangtwr
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von stefangtwr » Mo 14. Jan 2019, 00:48

Die meisten Leute benutzen keine voreingestellten Werkzeuge, bei denen die Länge bekannt ist, auf einer Konventionellen Maschine ;)

Ankratzen am Werkstück ist allgemein üblich, ich nehm gerne ein Endmaß oder einen Zylinderstift mit bekanntem Maß zwischen Werkstück und Werkzeug, stelle langsam in Z zu und probiere ob das Endmaß noch zwischen Werkstück und Werkzeug passt - Passt es graaaaaaaaaaade noch so, ist dein Werkzeug noch genau die Dicke deines Endmaßes/Stiftes vom Werkstück weg.

Du kannst auch direkt ankratzen, wenn du das Werkstück mit Edding anpinselst, siehst du das Ankratzen besser (Und wenn du gefühl hast, kannst du extrem genau arbeiten, der Edding trägt etwa 3-5/100mm auf, wenn du vorsichtig bist, kannst du nur den Edding ankratzen und das Werkstück bleibt unberührt - Dann steht dein Werkzeug praktisch genau auf 0-Höhe zum Werkstück.

Und dann nach vorhandener Ausstattung das Z-Maß an der Digitalanzeige oder den Skalenringen einstellen bzw. nullen.

gruß
Stefan
Gilt auch 2019: Seid nicht scheiße zueinander.

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Wölfi
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von Wölfi » Mo 14. Jan 2019, 00:50

Schau mal hier:

https://www.top-maschinen.de/hoeheneins ... eraet.html

Gibt es auch noch in anderen Ausführungen und Preise.

Gruß
wölfi

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Rockwell
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von Rockwell » Mo 14. Jan 2019, 00:57

Du erhältst mit dem Taster in der Spindel und auf "Null" gefahren einen bekannten Abstand (Korrekturwert bzw. Referenzhöhe) der Spindel zur angetasteten Werkstück bzw. Vorrichtungsoberfläche. Dazu muss der Taster natürlich vorher vermessen worden sein, wie die anderen Werkzeuge auch. Idealerweise kann der Korrekturwert des 3D-Tasters dann auch im DRO abgelegt werden; von Hand-zu-Fuß muss man die Korrekturwerte eben aufschreiben, umrechnen und die Skalen neu einstellen.
Liebe Grüße / Christoph

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Rockwell
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von Rockwell » Mo 14. Jan 2019, 01:19

Achso, das sollte jetzt übrigens keine Empfehlung sein, sondern nur die Methode beschreiben ;-)
Liebe Grüße / Christoph

DeckelMensch
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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von DeckelMensch » Mo 14. Jan 2019, 01:44

Papier bzw Zigarettenpapier dazwischenlegen und das ankratzen.
Papier kann man mit dem Mikrometer messen und das Aufmass abziehen.
Z finde ich als noch einfacher, als X/Y bei komischer Werkstückgeometrie.
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC-135; Deckel FP4-NC/Dialog11; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; alte Durch-Ständerbohrmaschine; diverses Messgerät (Elektronik)

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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von Stolle1989 » Mo 14. Jan 2019, 07:19

Habe es auch mal mit Papier gelernt, Ein Stück Papier vom block abreißen, mit KSS oder Spucke nass machen und auf das Werkstück bappen.
Wenn es das Papier weg zieht hast du in der Regel noch 1/10.
Das hat bei mir bislang immer gut geklappt.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Kart EMU 250 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Macmon M100C + Rong Fu 45 oder so
Sägen: Berg und Schmid Kreissäge

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Re: Wie Z-Achse auf einer konventionellen Maschine einmessen?

Beitrag von 1.2510 » Mo 14. Jan 2019, 07:46

stefangtwr hat geschrieben:
Mo 14. Jan 2019, 00:48
Ankratzen am Werkstück ist allgemein üblich
Aber, es gibt zwei Sorten von Zerspanern, die Schlauen kratzen dort an, wo nachher Material weg muss.
Die Anderen nicht ...

Tönt logisch, aber :o
Grüsse, Rob

Kompliziert kann jeder ...

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