Welches CAD-Programm?

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HansD
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Welches CAD-Programm?

Beitrag von HansD » Sa 8. Dez 2018, 14:46

Nachdem ich TinkerCAD schon nach kurzer Zeit als für meine Zwecke untauglich ausgeschieden habe ging die Suche weiter.
Dabei fand ich diese (vermutlich unvollständige) Liste von CAD-Programmen die angeblich kostenlos sind und auch stl-Dateien ausgeben können.

Autodesk 123D ist eine einfach und intuitiv zu bedienende 3D Software für die 3D Modellierung

Blender 3D Software ist eine 3D Modellierungssoftware für anspruchsvolle 3D Designer und Maker. Bedingt durch einen komplexeren Einstieg im Vergleich zu ThinkerCAD und Autodesk 123D, ist Blender ausschließlich für Fortgeschrittenen sowie Profis zu empfehlen.

FreeCAD ist eine universell einsatzbare CAD Open Source 3D Konstruktionssoftware.
Die Zielgruppen des FreeCAD sind Ingenieure, Produktdesigner wie auch Architekten.

OpenSCAD ist eine Open-Source Software speziell zur Erstellung von 3D CAD Modellen, welches sich insbesondere für den 3D Druck hervorragend eignet.

SketchUp Make ist ein für Privatanwender kostenloses 3D Konstriktionssoftware.


Wenn ich mir die Beurteilung anschaue wäre also Autodesk123D, FreeCAD, OpenSCAD sowe SketchupMake noch im Rennen.

Zusätzlich, aus dem anderen thread noch fusion 360 sowie Solvespace.

Wer von den zwar ambitionierten, aber dennoch Gelegenheitskonstrukteuren setzt welches Programm ein und mit welchen Erfahrungen?

Mir ist schon klar dass die Profis andere Ansprüche haben.
Aber mir nützt das Profiprogramm, das ich bei seltener Anwendung schneller vergessen als gelernt habe nichts :-(

Hans
Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!

tofro
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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von tofro » Sa 8. Dez 2018, 14:58

Vollkommen subjektive Antwort:

Sketchup ist ganz nett, war von der Einfachheit der Bedienung bis vor einigen Jahren führend, wurde aber überholt und hat nichts dagegen getan. Seit es nicht mehr zu Google gehört, ist's ein bißchen ruhig drum geworden. Was die Genauigkeit der Konstruktionen angeht, war ich bisweilen ein bißchen enttäuscht. Die numerische Abweichung vom "richtigen" Maß kann bei Polygonzügen mit mehreren Ecken schon mal im mm-Bereich sein (konstruiere einen symmetrischen Polygonzug mit z.B 12 Kanten, die alle paarweise gleich aber untereinander unterschiedlich sind - Wenn du einmal "rum" bist, ist eine Seite 1mm kürzer als sie sein sollte, wenn du den Polygonzug schließt). Ist mMn eher für Schreiner und Architekten geeignet.

Blender macht dem Anwender den Einstieg ganz schön schwer. Obwohl ich ziemlich CAD-affin bin, hab' ich das Ding nach einer halben Stunde wieder weggelegt. Das Programm mag noch so toll sein, aber für mich funktioniert da genau gar nichts wie erwartet.

Ähnlich ging es mir mit FreeCAD. Wenn man nicht aus parametrischen Templates die gleichen Dinge immer wieder in 100 verschiedenen Größen machen muss (dafür scheint es wirklich toll zu sein), ist mir der Einstieg zu schwer.

Fusion 360 ist für mich derzeit das non-plus-ultra - Intuitiv zu bedienen, das Programm ist zwar komplex, aber die Einarbeitung ist machbar und logisch und die Features sind im Vergleich unschlagbar. Mit "Cloud" und "meine Daten woanders" und "wie lange gibt's das umsonst?" kann ich für meine stümperhaften Anwendungen leben (auf jeden Fall besser als mit den Unzulänglichkeiten der anderen Programme).

Gruß
Tobias
Jemandem schon mal aufgefallen, dass die Anzeigen "Sie nutzen nur 30% ihres Gedächtnispotentials" zeitgleich mit der Einführung der IBAN verschwunden sind?

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Cherokee
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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von Cherokee » Sa 8. Dez 2018, 15:24

Ich arbeite mit Fusion 360.
Manchmal muss man sich als Beginner ein bisschen durchbeissen, das ist aber bei jedem CAD so.
Bei Fragen hilft die deutsche Community/Forum - sehr empfehlenswert!
Je nach dem wie Dein Englisch ist sind die Vidoes von Lars Christensen zu empfehlen. Sebastian End hat auch einige Videos - könnten für meinen Geschmack noch mehr werden.

Viel Erfolg beim Entscheiden!
Span(n)ende Grüße, Micha

Optimum BF20 Vario
Quantum D250x550 400V/FU
Metallbandsäge Güde MBS 125
Proxxon IBS/E
3D-Drucker Creality Ender 3

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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von siggi60 » Sa 8. Dez 2018, 15:26

Moin Hans :)

Ich habe zuerst auch mit Sketchup gearbeitet, war aber nicht so richtig zufrieden damit.
Durch Zufall bin ich auf das Programm DesignSpark Mechanical gestoßen.
Hiermit habe ich schon einige Sachen für meinen 3D-Drucker entworfen.
Es hat, unter anderem, auch einen Importfilter für STL Dateien die auch bearbeitet werden können. Hierzu einfach den Körper in einen Volumenkörper umwandeln.

Es gibt auch eine PCB Version davon. Du kannst also deine selbst entworfene Platine direkt in DSM einbinden um, z.B., ein passgenaues Gehäuse zu entwerfen.

Mit Fusion360 habe ich auch einige Gehversuche unternommen, aber so richtig einprägen wollte sich die Handhabung bei mir nicht :cry:

DSM ist natürlich auch kostenlos und komplett Deutsch.

Gruß
Siggi

werckler
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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von werckler » Sa 8. Dez 2018, 15:34

Wenn es Dir nichts ausmacht, dass Deine Designs öffentlich sind kann ich zu www.onshape.com raten. Läuft komplett im Browser und in der Cloud. Ich habe damit alle meine 3D Druckerteile konstruiert und bin 5 Mal schneller als mit FreeCAD.

Einfach mal testen.
Gruß Florian
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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von django013 » Sa 8. Dez 2018, 16:12

Hallo Hans,

meine Erfahrung sind etwas unterschiedlich.

Ich habe lange Jahre mit SOHO-CAD "gearbeitet" - geht halt nur unter Windows. Meine Rechner laufen alle unter Linux, deshalb suchte ich nach Alternativen.

Als ich FreeCAD entdeckte, dachte ich, meine Suche wäre zu Ende, aber das Teil ist einfach nur eine Zumutung. Inkonsistent, Fehler an allen Ecken und die Entwickler meinen nur lapidar: nicht unsere Schuld, liegt an der Bibliothek xyz.
Inzwischen nutze ich es nur noch als Dateikonvertierer. Das funktioniert ganz passabel und der Ärger hält sich in Grenzen.
Es gibt Fanboys, die halten FC schon für "marktreif", aber wenn man sich mal anschaut, was die mit CAD anstellen, dann sind das meist nur triviale Zeichnungen, die jedes bessere 2D-Programm auch hinbekommt.
Die richtigen Cracks bei FreeCAD sind python-Programmierer, die sich mal eben die Anwendung an ihre Bedürfnisse anpassen. Da will ich nicht mitspielen.

Mit blender ging es mir wie Tobias. Bis mir jemand, der wirklich geniale Sachen macht, erzählte, dass er das alles mit Blender macht. Da dachte ich mir, vielleicht muss ich meine Vorstellungen über Bord werfen und lernen, wie man mit dem Proggi arbeiten kann.
Ich habe mir dann ne Woche Zeit genommen und die Tutorials durchgearbeitet. Für mich das wichtigste war, die Mauseinstellung umzustellen, sodass die Knöpfe wie unter Windows funktionieren.
Dabei sind mir mehr als einmal die Augen aufgegangen und die Kinnlade war ganz blau, weil sie ständig auf den Tisch viel.
Inzwischen arbeite ich ausschließlich mit blender.
Im Gegensatz zu FreeCAD ist blender auf Massendaten angelegt. Es ist KEIN CAD! Ganz klar!
Aber man kann es für derlei Aufgaben mistbrauchen.
Blender hat mit professionellen CADs gemeinsam, dass man eigene Bibliotheken anlegen kann, beliebig komplexe Baugruppen erstellen und wiederverwenden kann, man kann Objekte und Baugruppen bewegen (da Blender für Filmschaffende erstellt wurde, kann man sich an der Front austoben).
Was hilfreich ist - besonders wenn man für den 3D-Druck entwickeln will - ist, sich in die Meshbearbeitung einzuarbeiten. Kostet etwas Zeit, die bekommt man aber vielfach wieder zurück, weil man in Blender Teile aus der Dingsbumswelt importieren und direkt bearbeiten kann.
Im Gegensatz zu FreeCAD haben die Jungs bei Blender Korrekturen für die fehlerhaften Bibliotheksfunktionen entwickelt, sodass immer weniger Fehler auftreten.

Im Gegensatz zu Fusion und Co ist blender wirklich freeware, im Sinne von frei. Alle Dateien sind lokal und bleiben dort auch. Es gibt viele Addons, auch eines um 3D-Objekte auf Drucktauglichkeit zu überprüfen.

Mein letztes CAD, was ich gekauft hatte, wurde nicht mal installiert. Blender hat mir sogut gefallen, dass die Lizenz ungenutzt veraltete ;)

Gruß Reinhard

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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von Martinn » Sa 8. Dez 2018, 17:40

Hallo Hans,

ich arbeite mit Alibre Design. Ich bin da schon länger dabei, habe es früher intensiv beruflich genutzt, mittlerweile mehr fürs Hobby. Ich habe die Profiversion mit aktiver Wartung, was für Dich wohl kaum in Frage kommen würde.
Aber neuerdings gibt es wieder eine Hobbyversion: Alibre Atom 3D: https://www.alibre.ch/Produkte/Alibre_Atom3D.php. Gegenüber der Profiversion ist es natürlich reduziert: https://www.alibre.ch/Produkte/Alibre_A ... rix_DE.pdf
Es hat ein paar abstruse Einschränkungen (z.B. fehlt "tangentialer Bogen" im Skizzierer), aber insgesamt kommt man damit m.E. sehr weit.
Ein cooles Feature ist, dass Alibre 3D-PDFs erzeugen kann (s. Anhang).

Wie einfach das für Einsteiger zu bewältigen ist, weiss ich nicht. Ich habe es schon sehr lange und habe früher mit Pro/E gearbeitet. Natürlich kannst Du eine Testversion herunterladen, aber Du musst Dich sicher intensiv damit beschäftigen. Vorteil gegenüber F360 o.ä. ist natürlich, dass die Lizenz Dir gehört und die Daten auch bei Dir liegen. Wie wichtig das für Hobbybasteleien ist, musst Du selbst wissen.

Viele Grüsse - Martin
Dateianhänge
TrocknerAsm.pdf
(775.99 KiB) 52-mal heruntergeladen
Paulimot/Sieg SC2
Demnächst Emco-Fräse

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Rockwell
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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von Rockwell » Sa 8. Dez 2018, 18:59

Die Auswahl des CAD kann die wichtigste Sache überhaupt sein oder eben auch schnurzegal, je nachdem ob man künftig ein Gewerbe aufbauen will oder eben mit 2000%iger Sicherheit nur rein privat ein bissl was auf dem 3D-Drucker basteln will.
Wesentliche Aspekte sind wohl, nicht nur im ersten Fall, inwieweit man Herr seiner Daten ist und in welche Abhängigkeitsverhältnisse man sich mit seiner geschäftskritischen IT begibt was (ausländische) Kapitalgesellschaften betrifft (von feindlichen Übernahmen bis hin zu freidrehenden Staatspräsidenten ist da so ziemlich alles möglich), sondern auch wie es mit der Unterstützung für technologisch anspruchsvolle Fertigungsverfahren aussieht, z.B. Blechteile und Gussteile, denn irgendwann kann das mal Thema werden.
Liebe Grüße / Christoph

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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von soenke » Sa 8. Dez 2018, 21:29

django013 hat geschrieben:
Sa 8. Dez 2018, 16:12
Als ich FreeCAD entdeckte, dachte ich, meine Suche wäre zu Ende, aber das Teil ist einfach nur eine Zumutung. Inkonsistent, Fehler an allen Ecken und die Entwickler meinen nur lapidar: nicht unsere Schuld, liegt an der Bibliothek xyz.
Ja, die Entwicklergemeinde von FreeCAD kommt mir auch sehr konfus vor.
Einerseits freue ich mich natürlich, dass überhaupt etwas mit so vielen Features als freie Software in die Welt gesetzt wird, andererseits wäre es für alle so viel befriedigender, wenn da eine Vision umgesetzt würde, die letztendlich die Benutzbarkeit im Focus hat.
Trotzalledem: Für privat reicht FreeCAD ("daily" Version) und ist mir allemal sympathischer als Fusion360, wo ich die Lizenzbedingungen nichtmal lesen, geschweige denn befolgen wollte.

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Re: Welches CAD-Programm?

Beitrag von merlin » Sa 8. Dez 2018, 21:52

Für Freunde des IPads (zu denen du ja gehörst soweit ich weiß) gibt es im AppStore Shapr3D. Die Software gib es als Freeware, benötigt jedoch den Pencil. Es gibt zu der Software viele Videos auf YouTube. Sie ist kinderleicht und intuitiv zu bedienen. Besonders einfache Bauteile für den 3 Druck gelingen flott.

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