Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

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neonerl
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Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

Beitrag von neonerl » So 14. Okt 2018, 10:13

Hallo,

ich muß die Steuerung meiner alten Drehmaschine neu machen, nachdem bei der alten immer der FI geflogen ist. Kurz zur Maschine. Sie ist aus den 50ern, hatte bisher nur einen Hauptschalter, einen Richtungswählhebel (mechanisch) der über einen Kulisse einen Wechselschalter (1 0 2) bediente, und eine Wechselkombination (2 Relais).
Der Hauptstrang besteht jetzt aus Hauptschalter (HS), Wechselschalter (immernoch mechanischer Bedienhebel mit Rastung - WS), der Wechselkombination (WK), der Motorthermoschutz (MTS) und dem Motorschütz zum starten (MS).
Das funktioniert auch wunderbar. Jetzt habe ich aber folgendes Problem. Der mechanische Richtungswählhebel der den Wechselschalter bedient, kann aus irgendwelchen Gründen in Position 1 oder 2 geschaltet werden, wenn der Hauptschalter aus aus ist (z.B. weil ein Kind daran herumspielt oder man aus Versehen mal dran kommt). Schalte ich jetzt den Hauptschalter ein, läuft die Maschine sofort an. Über kurz oder lang wird das mal passieren. Deshalb möchte ich eine Schaltung einbauen, die genau das verhindert. Dazu sind die Relais 1 und 2 in der Schaltung. Relais 1 ist normaly closed. Es greift das Signal nach der Wechselkombination (WK) ab. D.h. wenn der Wechselschalter am Anfang auf 1 oder 2 steht, werden die Phasen durchgeschaltet. R1 bekommt Strom und unterbricht den Steuerstromkreis. Der Motorschütz (MS) bekommt kein Signal zum starten. Wenn aber einmal der Wechselschalter(WS) auf 0 war, geht R1 auf low, schaltet den Strom für R2 durch, das dann auf Selbsthalt geht und R1 umgeht. D.h. der Stromkreis für den Motorschütz ist immer geschlossen und der Motor kann über die Wechselkombination gestartet werden.
In der Theorie funktioniert das. In der Praxis nicht. Das Problem ist, daß R1 den Bruchteil einer Sekunde braucht um den Stromkreis zu unterbrechen. Das reicht R2 bereits um in den Selbsthalt zu gehen und die Sicherheitsfunktion ist außer Kraft. Ich könnte das über eine SPS oder einen Tastenschalter lösen, das mag ich aber nicht. SPS ist zu teuer und Tastenschalter fühlen sich nicht so gut an.
Hat jemand eine Idee wie ich das Problem lösen könnte?

Gruß
Boris
PS.: Relais habe ich zu Hauf :-)
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Dorfschmied
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Re: Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

Beitrag von Dorfschmied » So 14. Okt 2018, 11:25

Moin,

also bei mir hat der Hersteller das so gelöst, dass noch ein zusätzlicher Taster verbaut wurde der verhindert das nach Einschalten des Hauptschalters die Maschine anläuft, wenn der Wendeschalter auf 1 oder 2 (R oder L) steht.
Der zusätzliche Taster baut eine klassische Selbsthaltung am Leistungsschütz der Maschine auf, welcher hinter dem Haupschalter, sozusagen als "2. Hauptschalter" eingebaut ist. Die Selbsthaltung fällt durch "Aus" oder "Not-Aus" ab und der Leistungsschütz schaltet die 3 Phasen ab.

Im Ergebnis: 1. Ich schalte den Hauptschalter ein- Maschine läuft nicht an, auch wenn der Wendeschalter auf 1 oder 2 steht.
2 .Ich schalte den Haupschalter ein - betätige nun nach Prüfung des Wendeschalters den Taster der
Selbsthaltung - Maschine läuft jetzt erst an, sollte der Wendeschalter auf 1 oder 2 stehen.

Grüße Berndi
Ich habe für jede Lösung ein Problem!

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Oliver M
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Re: Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

Beitrag von Oliver M » So 14. Okt 2018, 11:35

Hallo

Ich hätte hier noch einen Pilz Pnoz rumliegen, der kann genau das.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

Zathameel
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Re: Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

Beitrag von Zathameel » So 14. Okt 2018, 23:59

Wichtig ist dabei auch die Wiedereinschaltsicherung bei Stromausfall die bei vielen Lösungen automatisch gegeben ist.

Du könntest auch in die Relaislösung noch den oben erwähnten Taster in Reihe zu R1 einbauen, dann würde das Problem nur auftreten wenn man schon beim Einschalten den Taster drückt. Unschön dabei ist, dass der Ausfall von R1 durch Unterbrechung der Ansteuerung zum Ausfall der Sicherheitsfunktion führt. Und auch ein klebendes R1 würde nicht sofort auffallen.

Hat der Wechselschalter vielleicht einen 0-Kontakt? Dann könnte man den zusammen mit einem Taster verwenden, das wäre mir sympathischer.

Der PNOZ ist natürlich die beste Variante, aber hat eine neue Drehmaschine so etwas?

neonerl
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Re: Drehmaschinensteuerung - Neuaufbau

Beitrag von neonerl » Do 18. Okt 2018, 13:59

Nein, leider hat der Wechselschalter keinen Kontakt für "0". Zumindest ist kein Kabel dafür herausgeführt. Ich werde jetzt zwischen R1 und R2 noch ein Anzugverzögertes Relais einbauen. Damit sollte die Schaltung grundsätzlich erstmal funktionieren. Die Idee mit dem Zusatztaster finde ich ganz gut. Relais habe ich ja noch genug :-)

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