Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

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Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von user » So 16. Sep 2018, 15:33

Hallo erstmal,


seit einiger Zeit stöbere ich hier immer mal wieder im Forum mit und nun kommt ein eigener Beitrag.
Ich bin angehender Produktdesigner mit einem Fable für alles Technische und mechanische.

Seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer kleinen Fräse & Drehe die man in der Wohnung verwenden kann.
Nun habe ich eine kleine Uhrmacherfräse geschenkt bekommen, die jedoch ein wenig Zuwendung Bedarf, Marke/Fabrikat unbekannt.

Nach ersten Recherchen bin ich zu dem Schluss gekommen das es sich wohl um eine alte Henri Hauser Fräse handelt. In der Spindel war noch eine Schaublin W10 Spannzange, jedoch verfügt der Ständer nicht über die W10 Motoraufhängung.


Der Kreuztisch und dessen Führungen sind in einem sehr gutem Zustand, die Z Achse ist nicht perfekt aber brauchbar.
Die Spindel muss noch auf den Rundlauf vermessen werden, macht jedoch auf den ersten Blick einen noch brauchbaren Eindruck.

Leider fehlen ein paar teile, wie Anschläge und eine Abdeckplatte, die man jedoch problemlos neu anfertigen können sollte.



nun zu meinen Restaurations/Umbauplänen.


Ersteinmal alle Teile von Flugrost befreien mithilfe von Rostradierer/Schleifschwamm/Glasfaßerpinsel.

Da ich der Dame eine neue Lackierung spendieren möchte, würde ich den alten Lack anschleifen/anlaugen und anschließend mit mk2 Grund und Farbe lackieren.
Meine Frage an dieser Stelle ist ob ich um die Vollständige Entfernung des alten Lacks drum herum komme, oder ob damit keine guten ergebnisse zu erzielen sind..?

Da mir der Kreuztisch sehr gut gefällt und auch einen sehr hochwertigen eindruck macht, würde ich diesen sehr gerne behalten.
Da dieser jedoch in der Y Achse mit Handhebel und Anschlägen gedacht ist würde ich diesen gerne mit einer Spindel ausstatten.

Hierfür möchte ich den Schwalbenschwanz durchbohren/lassen und eine Messinghülse mit Gewinde verpressen.
Hat jemand von euch ähnliches schon einmal gemacht und kann mir hier Tipps/Anregungen geben?


Leider ist die Riemenscheibe an der größten Scheibe ausgebrochen, diese würde ich falls möglich gerne Flicken (Hartlöten/Weichlöten) oder ggf Austauschen.


Für den Antrieb möchte ich eine Riemenumlenkung bauen, die einen Motor auf dem Tisch ermöglicht.
Da ich mir die Möglichkeit offen halten will ihn auch für eine zukünftige kleine Drehbank zu verwenden.

Für den Motor dachte ich an einen ~250W Papst da diese sehr laufruhig sein sollen und die Fräse wie gesagt in der Wohnung verwendet werden soll.


Für Tipps/Anregungen/Kritik bin ich sehr dankbar.

Falls jemand die genaue Bezeichnung der Fräse kennt oder gute Adressen rund um Henri Hauser Fräsen/Ersatzteile hat immer her damit.



Da ich Student bin und nicht Unmengen an Geld und Zeit in dieses Projekt stecken kann bitte ich um Nachsicht das sich die Restauration ein wenig hinziehen wird. :-)

LG
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elmech
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von elmech » So 16. Sep 2018, 17:14

Hallo, wenn es sich um eine reine Handhebelfräse handelt, hätte ich das Ding, auch verschenkt! Da wurden Serien durchgespant, auf Anschlag gefahren und ist somit nicht für Einzelstücke brauchbar! Bräuchte also, Spindeln Muttern und Noniusse! Die Wege sind auch so schon sehr klein, war halt eine Uhrenmacher Maschine! Grüsse Andi

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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von user » So 16. Sep 2018, 17:30

Auf jedenfall war das eine Maschine für Serienteile, und so wie er dasteht ist der Kreuztisch nicht brauchbar.
Dennoch würde ich lieber diesen Kreuztisch modifizieren anstatt einen neuen/gebrauchten in gleicher Qualität zu kaufen.

Ein gebrauchter Kreuzsupport von Schaublin 102, der passen würde ist ganzschön teuer.. :-/

Daher mein Gedanke den Kreuztisch aufzubohren und eine Spindelhülse einzupressen.

Die verfahrwege bei der Fräse sind 100mm x 100mm

LG

Eisenmichel
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von Eisenmichel » Mo 17. Sep 2018, 07:54

Hallo User,

schöne Fräse. Sowas will ich auch mal geschenkt bekommen und nicht hunderte von Kilometer dafür fahren und € dafür bezahlen.
Nun gut, Du hast sie jetzt. Am besten, das Maschinchen mal komplett zerlegen und den alten Lack mit einem Schaber runterkratzen. Das geht am Schnellsten und macht nur Lacksplitter, keinen Schleifstaub. Dann noch mit Backofenspray die Fettanhaftungen einsprühen und mit einer Edelstahl Wolle für Bratpfannen nachreinigen.
So hast Du eine saubere Basis.Wenn der Kreuztisch zerlegt ist, kommen vermutlich die Bohrungen für Spindelmuttern, oder evtl Gewinde für die Spindeln zum Vorschein. Die Maschinen sind für verschiedene Anwendungen gebaut und haben die verschiedenen Bohrungen usw schon in der Serie. Die Bohrungen an den Seiten vom Kreuztisch sind für die Deckel auch schon vorhanden.
Eine Universalfräsmaschine wird das trotzdem nicht. Wenn Du also über Aufgabe des Projekts nachdenkst, gib mir eine PN mit dem Preis.

Gruss Micha
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Eisenmichel
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von Eisenmichel » Mo 17. Sep 2018, 08:49

Hallo nochmal,

ich weiß noch garnicht, wie man im neuen Outfit einen Beitrag editieren kann, deshalb neu.
Das ist auch keine Fräsmaschine, sondern eine Bohrmaschine. Die auftretenden Seitenkräfte beim Fräsen wird das Maschinchen ganz schön zum Zittern bringen.

Gruss Micha
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teralu
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von teralu » Mo 17. Sep 2018, 11:56

Hier noch weitere Info zur Maschine
(ich bin jedoch der Meinung das ist eine Fräsmaschine, aber halt für den Uhrenmacher)
in Aktion:
https://www.youtube.com/watch?v=H6al8RytE1U

einmal original Kreuzsupport
http://www.nielsmachines.com/de/verkauf ... e-o8m.html

einmal mit Schaublin Support
http://www.nielsmachines.com/de/verkauf ... e-w10.html

weiter Bilder / Info
http://www.lathes.co.uk/hauser/page5.html
https://stalktr.com/p/Bmkm_f9HRAJ
Drehbank:.........Schaublin 102-VM W25, Habegger W20
Fräsmaschine:....Aciera F3 W20, Aciera F2 W20, Rawyler TF2 W12
Schleifmaschine:.Ifanger F300, Strama 75 III

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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von user » Mo 17. Sep 2018, 12:27

Hallo,


danke für die infos! Die Maschinen von Nilsmaschines habe ich auch schon gesehen, leider sind das jedoch alles andere Ausführungen.
Die Maschine in dem Video ist noch einmal ein bisschen kleiner und auch eine 8mm und keine 10mm..

Ich denke auch das man die Maschine unter der Kategorie "Jig Borer" führen könnte, die ja für das Fräsen und Bohren ausgelegt sind.

Zu dem Spindel Support im Querschlitten sieht es so Aus als ob die Bolzen/ der Bolzen (siehe Bild) verschraubt oder oder gepresst sind.
Ich habe jetzt mal ein wenig WD40 aufgesprüht und hoffe man kann ihn herausdrehen und es kommt eine Spindelführung zum vorschein.
Das würde die ganze Umrüsterei natürlich erheblich vereinfachen.
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Außerdem werde ich heute mal die Spindel kräftig mit WD40 versehen und auseinanderbauen. Irgendeiner der Vorbesitzer hat so wie es aussieht die Riemenscheibe falsch herum eingebaut.


LG & Danke für die Infos

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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von user » Mi 19. Sep 2018, 14:28

Hallo liebe Leute,


so jetzt hab ich die Spindel nach mehreren Tagen wd40 einwirkzeit endlich auseinander bekommen.
Leider sieht das untere Lager alles andere als gut aus und ich befürchte das schlimmste.

angehängt mal ein paar Bilder der Lager. Meint ihr aus den Lagern ist noch irgendwas rauszuholen oder kann man die komplett abschreiben..?
Wahrscheinlich sind auch Gleitlager in dieser Form entweder unerschwinglich oder gar nicht aufzutreiben.. oder kennt jemand von euch Adressen wo man solche Lager bekommen könnte?

Ich befürchte ja schon hier muss eine komplett neue Spindel verbaut werden :-(


LG
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von teralu » Mi 19. Sep 2018, 14:40

Hallo
und wie sieht die Spindel aus? Ist das Fett im Gleit-Lager?
Neu wirst du nicht bekommen... denke ich.. aber hier kannst du mal fragen, ob er Dir die Spindel verkauft..
viewtopic.php?f=61&t=34258&p=424040&hil ... er#p424040
Habe selber schon vor eine paar Tagen angefragt aber zu wenig geboten.. :-)
Gruss Thomas
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Re: Henri Hauser Uhrmacher Fräse restaurieren

Beitrag von user » Mi 19. Sep 2018, 15:08

Hi Thomeas,


ja das ist überwiegend fett, jedoch auch Mikrokratzer. Die Mikrokratzer auf den innenflächen fallen denke ich jedoch nicht ins Gewicht. Gefühlt ist das noch immer *****glatt.
Ich weis aber nicht was die vorbesitzer mit den Lagern angestellt hat. wenn du dir mal genauer die kanten anschaust siehst du da deutliche schleifspuren, als ob jemand mit der feile dran war.
Zumindest bei dem unteren Lager.
Vieleicht drehe ich da mal einen Span ab, poliere alles und schaue wie sich das Lager dann anfühlt... Spiel ansich gibt es keines.

Die Spindel selbst sieht bei de Lagerflächen noch gut aus.

Jedoch musste ich feststellen das ich mich mit der Spindelaufnahme getäuscht habe und es keine w10 sondern ein 9mm Sondermaß ist.
Diese exoten sind leider auch alles andere als einfach zu finden.

Anbei Bild von der Spindel.

LG
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