Schaublin 102 BJ 1970

Zeigt uns eure Maschinen!!
holzfeller
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Schaublin 102 BJ 1970

Beitrag von holzfeller » Fr 10. Aug 2018, 23:36

Hallo Zusammen,

erst einmal möchte ich mich vorstellen.

Ich komme aus dem Südlichen Teil von Hessen, bin 27 Jahre alt und habe Industriemechaniker gelernt.

Seit 5 1/2 Jahren arbeite als Werkzeugmacher in der Firma in der ich auch gelernt habe.

Der Wunsch eine eigene kleine Werkstatt zu haben wuchs bei mir schon recht früh in der Ausbildung.
Mit etwas Glück konnte ich in meiner eigenen Firma und auch Privat immer wieder an alte Werkbänke, Schränke und Maschinen kommen.

Da ich in meiner Mietsgarage stromtechnisch etwas eingeschränkt bin und keine Chance auf Starkstrom habe, musste ich den Wunsch nach einer eigenen Drehmaschine immer etwas nach hinten schieben.

Anfang 2018 bekam ich die Zusage eine alte Schaublin übernehmen zu können. Lange schon habe ich immer wieder Verkaufsportale durchsucht aber nie die passende Maschine gefunden.

Leider fehlte bei dieser Maschine der Kreuzsupport den ich von einem sehr netten Mann gebraucht kaufen konnte.

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IMG_6809.JPG
im August war es endlich soweit.

Am letzten Arbeitstag vor dem Sommerurlaub konnte ich die Maschine endlich mit nachhause nehmen.
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Nach dem ersten General Putz und der Reinigung der Spannzangen fügte die Schaubild sich schon langsam in meine Werkstatt ein.

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Ich habe vor die Maschine mit einem FU zu betreiben.

Ich weiß das es dieses Thema hier schonmal gab evtl. habt Ihr aber doch noch einige Tipps für mich.

Ziel ist es die Maschine mit 220V betreiben zu können.

IMG_6814.JPG
Des Weiteren möchte ich die Spindellager austauschen und
die Maschine gerne über kurz oder lang neu lackieren da mir der Lack bzw. auch die Qualität nicht "Schaublin gerecht" gefällt.

IMG_6823.JPG
IMG_6825.JPG
Ich werde mit der Zeit alles dokumentieren und hier Posten. Auch Bilder von der ganzen Werkstatt kommen noch.

Wie gesagt falls Ihr Anmerkungen oder Tipps habt würde ic mich sehr freuen.


Liebe Grüße,

Holzfäller
:2up:


Leider bekomme ich die Bilder nicht richtig gedreht.

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Ruhla Fanboy
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von Ruhla Fanboy » Sa 11. Aug 2018, 08:35

Ziel ist es die Maschine mit 220V betreiben zu können.
Das sieht leider schlecht aus. Die Maschine verfügt über zwei getrennte Wicklungen, welche in Stern geschaltet, und für 380V Nennspannung dimensioniert sind. Ein FU, welcher mit 230V gespeist wird, kann auch nur wieder ein 230V-Drehstromnetz erzeugen.
Bliebe als Alternative nur die Steinmetz-Krücke, oder ein neuer Motor.

Je nachdem, wen du fragst, mögen es ältere Motoren nicht, mit einem FU betrieben zu werden. Ich habe diesbezügtlich (bei sporadischem Betrieb in der Hobby-Werkstatt) noch keine Ausfälle zu verzeichnen.
Fräsmaschine: Ruhla VRB 2243
Drehmaschine: Paulimot PM 2700

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Mikron91
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von Mikron91 » Sa 11. Aug 2018, 14:14

Hallo Holzfäller

Lustig, fast wie bei mir. Ich habe auch Polymechaniker (Feinwerksmechaniker/Werkzeugmacher) gelernt, arbeite noch in der gleichen Firma, hab auch eine viel zu kleine Garage in einer Mietwohnung mit 220V und keine Aussicht auf 400V ;-)

Ich habe bei all meinen Maschinen die ich jetzt in der Zeit hatte, entweder einen Frequenzumrichter angebaut und bei den Dahlandermotoren (wie deiner) halt auf 220V Motor umgebaut und den Originalmotor sauber verpackt und eingelagert, für bessere Zeiten :-D

Ich habe auch keine saubere Möglichkeit gefunden den alten Dahlandermotor mit FU zu betreiben.

Vielleicht ginge die "Amerikanische" variante, Rotary 3 Phase Converter, irgendwie einen 400V Drehstrommotor mit Betriebskondensator betreiben und dann mit den Fasen des Motors den Originalmotor antreiben. Gibt einige Videos auf Youtube...

Viel Erfolg beim Umbauen und herrichten


Grüsse David
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ZRH28
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von ZRH28 » Sa 11. Aug 2018, 19:13

Hallo Holzfeller

es gibt hier im Forum einen Bericht zu einem 1P 220V - 3P 380V FU: Thread #24678

Gruss Michi

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teralu
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von teralu » Mo 13. Aug 2018, 10:15

holzfeller hat geschrieben:
Fr 10. Aug 2018, 23:36
Des Weiteren möchte ich die Spindellager austauschen
Ich werde mit der Zeit alles dokumentieren und hier Posten. Auch Bilder von der ganzen Werkstatt kommen noch.
Liebe Grüße,
Holzfäller
:2up:
Hallo Holzfäller
eine Willkommen in der Zerspanungsbude und danke für's zeigen deiner Maschine.
Du hast den "vermutlich" einen W25 Spindelkopf (Spannzangen mit W25 Schaft) als die 47,6 x3mm Spindelnase, alle Spannzangen sowie 3 Backenfutter, den 102N Reitstock und einen Bohrreitstock (vermutlich auch W25) sogar das selten Tablar hinter dem Reitstock so wie ich das auf den Bildern sehe. Freue mich auf weiter Bilder und was du damit anstellst.
Es ist ausser eine Tripan/ Multifix Stahlhalter alles vorhanden um mit der Maschine arbeiten zu können. (sobald natürlich das 220/380 Volt Problem gelöst ist)

So schlimm ist die Farbe deiner Schaublin ja nicht, (ich persönlich würde da nicht viel Zeit investieren würde) wichtiger aus meiner Sicht ist eher, das Du damit mechanisch gut arbeiten kannst. Hier würde ich eher Zeit (Geld investieren)
Deine Maschine/ Zubehör würde ich jetzt auf Grund der Bilder 1500.- bis 2500.- € schätzen, ohne zu Wissen was du bezahlt hast.
Neue Farben macht die keinen € wertvoller ausser fürs Auge schöner.

Nur so als Tipp: Wenn Du nun weisst, was du zusätzlich an Geld investieren möchtest und dies zum Wert der Maschinen dazuzählst (z.b 1500.-€ für Farbe, Spindellager, Maschinenbett schleifen, Kreuzsupport revidieren etc.) dann erhälst du die Summe x (z.b. 3500.-€)
Schau dann mal in den Anzeigen was für eine Schaublin du dann bekommen würdest. Ich denke das Du für diesen Betrag ziemlich sicher eine Maschine bekommst, die noch die original Lackierung hat und in besserem Zustand ist. (102 "Sockelmaschine" werde in der Schweiz im Verhältnis zur 102 Tischmaschine viel günstiger verkauft) meinstens jedoch ohnen Zubehör.
Das könnest du jedoch von deiner bestehenden Maschine weiterverwenden. Da kannst du Dir eine Menge Zeit an Lackierarbeit sparen.

Was mich an deiner Maschine eine wenig irritiert ist der fehlende Hebel für die Riemen- Umlegevorrichtung. Hast du eine Bild vom ganzen Antrieb?
Das würde ja bedeuten das du für jeden Geschwindigkeitswechsel die Maschine abschalten musst. (wäre eine zusätzlicher Plus-Punkt für den FU)

Wieso möchtest du die Spindellager wechseln? sind diese defekt oder wurde diese gefettet?
Bei einer Schaublin Revision ist "Mann" schnell viel Geld los für eine paar Ersatzteile. Am besten mal die ganze Maschine ausrichten und feststellen wo die grössten Toleranzen sind und welche Möglichkeiten Du das dies zu minimieren oder ob du damit leben kannst. z.b ist das Maschinenbett eingelaufen? Hat der Kreuzsupport viel Spiel oder klemmt? Stimmt die Spitzenhöhe der Reitstock? etc.
Brauchst du noch Unterlagen/ Anleitungen?
Beste Grüsse
Thomas
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messi
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von messi » Mo 13. Aug 2018, 15:33

Hallo Holzfäller.
Willkommen im Klub der Schaublin besitzer.
Schönes Maschinchen hast du da.

@David.
Das ist kein Dahlander Motor sondern ein Motor mit zwei Wicklungen. :schlaumeier:
Dahlander Motoren haben nur eine Wicklung mit zwei Abgriffen. Den erkennt man gut daran, dass die niedrige Drehzahl die Hälfte der hohen Drehzahl ist.
Respektive auch an den Polzahlen. Dahlander 2/4 Pole. Motoren mit zwei Wicklungen 2/8 Pole
Schaublin hat beide Motoren verbaut. Dahlander wurden hauptsächlich bei F38 und F64 Maschinen mit Breitkeilriemen verbaut.
Motoren mit zwei getrennten Wicklung bei den übrigen Sockelmaschinen.

@Thomas
Die Riemenumlege-Einheit war soviel ich weiss immer eine Option.
Das erkennt man gut daran, das Drehzahlschild immer über der Öffnung der Umlegeeinheit montiert wurde.
Eine komplette Umelegeeinheit einzeln zu bekommen, ist verdammt schwer.
Ich habe erst dieses Wochenende, die vorder Abdeckung bekommen.
Der Rest lag schon seit zwei Jahren bei mir rum.

@Holzfäller
Ja das grau ist nicht original.
Man sieht auch auf dem Typenschild, dass da jemand schlecht rübergepinselt hat.
Aber die Teile neu und richtig gut lackieren ist ein heiden Aufwand. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Den Motor kannst du nicht mit 230V betreiben.
Entweder einen anderen Motor oder mit dem Vermieter reden, ob man nicht eine 400V Leitung mit eigenem Stromzähler dort hinziehen lassen kann.
Wieso Lager wechseln? Ist das Spiel zu gross, kann es auch sein, dass sich der vorder Vorspannring gelöst hat.
Ich würde sowieso den Spindelstock auseinander nehmen, reinigen und Öl wechseln.
Denn man kennt nie die Vorgeschichte von so alten Maschinen.

Gruss Juergen

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teralu
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von teralu » Mo 13. Aug 2018, 16:46

messi hat geschrieben:
Mo 13. Aug 2018, 15:33
Die Riemenumlege-Einheit war soviel ich weiss immer eine Option.
Gruss Juergen
Jürgen hat recht, den Riemenumleger erhielt man als Option, dachte immer das sei Standart.
Wenn "Holzfäller" also einen neuen Motor mit FU verbaut, braucht er den Umleger auch nicht.
102-80.200 Riemen-Umlegevorrichtung.JPG
Gruss Thomas
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holzfeller
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von holzfeller » Mo 13. Aug 2018, 22:46

Hey ho :)
Freue mich das soviele geantwortet haben. :)

Habt ihr eine Empfehlung für mich welchen Motor ich nehmen könnte Bzw auch ob die Möglichkeit mit dem FU aus dem anderen Thread geht?

Habe selbst „wahrscheinlich“ an dieser Maschine in meiner Ausbildung gelernt. Damals gab es noch ein paar mehr 😋

Daher auch eine gewisse Verbundenheit und auch der Wunsch sie wieder auf Vordermann zu bringen.

Was die Spindellager abgeht habe ich sie vor dem Abbau laufen lassen und laut den Lagergeräuschen die Vermutung das sie langsam fertig sind.
Temperatur oder spiel habe ich noch nicht gemessen kommt aber noch ;)

Reitstock habe ich nur den Kurbelreitstock dazu bekommen (nicht wie auf dem ersten Bild zu sehen mit Hebel )

Habe von einem Monteur sämtliche Anleitungen und Ersatzteil Kataloge von damals bekommen.

Multifix Halter habe ich auch schon gebraucht gekauft.

Da ich 3mal ein 4 Backenfutter habe (jeweils mit Außenbacken) würde ich mich auch über einen Tipp freuen wo ich Evtl ein 3 Backenfutter her bekomme oder Taschen kann.

Hoffe das ich sie irgendwie zum laufen bekomme :)
Notfalls dann erst wenn sie irgendwann mal ins Eigenheim umzieht 😊

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messi
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von messi » Di 14. Aug 2018, 10:42

Hallo Holzfäller

wenn man eine gebrauchte Maschine bekommt, immer zuerst die Spindel von Hand drehen.
Dann merkt man sehr schnell grob in welchem Zustand die Lager sind.
An deiner Stelle Spindel ausbauen, Lager reinigen und zusammen bauen.
Falls du doch neue Lager kaufen willst, dann kannst du auch die von Kugellager Express nehmen.
Manchmal gibts auf ebay oder ricardo günstige.

Es gibt doch Frequenzumrichter die von 230 auf 400V umrichten.
Z.B. Sowas
https://www.sourcetronic.com/shop/de/fr ... gIpqfD_BwE

Somit kannst du den Motor drinnen lassen.
Wenn dein Maschine bzw Motor aus den 70er ist, dann sollte die Isolation der Wicklungsdrähte ausreichend sein.

Den FU kannst du dann über ein Dreh-Poti einstellen. Meistens liegen die gewünschten Werte der Poti für den FU bei 5-10kOhm.
Ich für mich habe mir ein altes Laber Drehpoti mit grossem Drehknopf gegönnt. Ist aber leider noch nicht verbaut.

Gruss Juergen

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teralu
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Re: Schablin 102 BJ 1970

Beitrag von teralu » Di 14. Aug 2018, 12:14

holzfeller hat geschrieben:
Mo 13. Aug 2018, 22:46
Da ich 3mal ein 4 Backenfutter habe (jeweils mit Außenbacken) würde ich mich auch über einen Tipp freuen wo ich Evtl ein 3 Backenfutter her bekomme oder Taschen kann.
Hallo Holzfäller
eine "neuwertiges" gutes FN 3B-Futter hätte ich noch (https://www.niederhauser.ch/) mit W25 Flansch. ( 4B-W25 habe ich noch zwei daher nützt mir ein Tausch nichts)
hier hat es sonst auch noch.. (Achtung bei den günstigen fehlen die Umkehrbacken) http://www.swissmachines-shop.ch/w25,164.html
oder hier https://www.brw.ch/1/BRW-ToolShop/1/Cat ... tion=False
https://www.scemama.ch/index.php?produc ... results=17
oder hier eine W25 Futterflansch kaufen und eine anderes 3B-Futter selber montieren (oder eine Futterflansch einer deiner 3x 4B-Futter für das neue 3B-Futter verwenden)
Beste Grüsse
Thomas
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