Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Antworten
Benutzeravatar
smb
Beiträge: 6
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 13:40
Germany

Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von smb » Fr 3. Aug 2018, 22:25

Hallo zusammen,

meine MD220 (Baujahr unbekannt) hat in letzter Zeit immer mal wieder aus der Gegend Motor/Variator geklappert - mal mehr, mal weniger, ganz unregelmäßig. Ich hab schon ein bisschen versucht den Riemen zu spannen oder das Axiallager der Riemenscheibe zu fetten, hat aber immer nur kurzfristig Erfolg gebracht. Nun habe ich etwas genauer hingeschaut und ich glaube die Ursache gefunden zu haben: Die Motorwelle, auf der die hintere Riemenscheibe sitzt, zeigt deutliche Einlaufspuren:
einlauf1.jpg
einlauf2.jpg
und ist hinter der "Stufe" auch dünner:
mass_aussen.jpg
mass_innen.jpg
das heisst, die Riemenscheibe sitzt nicht mehr gut und kann kippeln. Ich denke mal dass das die Klappergeräusche macht.

Was ich nicht ganz kapiere: an dem eingelaufenen Teil der Welle sitzt die feste Riemenscheibe. Warum sollte das einlaufen - eigentlich müsste doch eher der Rest der Welle eingelaufen sein, auf dem sich ständig die bewegliche Scheibe bewegt?

Die Welle selbst scheint eher eine Art Hülse auf der eigentlichen Motorwelle zu sein:
welle.jpg
d.h. die müsste doch relativ leicht ersetzbar sein. Weiss jemand wie die abgeht - einfach mit dem Abzieher runterziehen?

Den Innendurchmesser der festen Riemenscheibe kann ich leider nur per Schieblehre messen. Aber sie kippelt auf dem hinteren Teil ganz deutlich, während sie vorne so gut passt, dass sie kaum von Hand zu bewegen ist. Von daher würde ich sagen, der Innendurchmesser ist OK.

Allerdings sieht - auch an der festen Riemenscheibe - die Passfedernut etwas mitgenommen aus:
riemenscheibe.jpg
Auch hier frag ich mich, warum an der festen - die bewegliche sieht top aus. Die Passfeder selbst auch.
Eigentlich kann ich mir da nur denken, dass den Rest schon mal jemand repariert hat..

Kennt dieses Phänomen jemand? Von Problemen im Variator habe ich zwar im Forum schon gelesen, habe aber irgendwie nichts genaues gefunden.


Vielen Dank und viele Grüße,
Stefan
Weiler MD220, geschenkte Tischbohrmaschine, viel zu wenig Zeit

Benutzeravatar
hummel156
Beiträge: 112
Registriert: So 17. Feb 2013, 17:13
Wohnort: CH-4914 Roggwil
Kontaktdaten:
Switzerland

Re: Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von hummel156 » Sa 4. Aug 2018, 08:45

Hallo Stefan

Das ist nach meiner Einschätzung ein typisches Beispiel von Passungsrost. Die beiden Teilen haben ganz wenig Spiel und sind trocken montiert. Dadurch gibt es im Betrieb dauernd kleine Relativbewegungen die das Material zerstören.
Bei einer Neuanfertigung, eine Übergangs- / leichte Presspassung wählen oder wenn die Teile Spiel haben z.B. mit Klüber Staburags 32 schmieren.

Gruss

Michael

Benutzeravatar
smb
Beiträge: 6
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 13:40
Germany

Re: Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von smb » So 5. Aug 2018, 11:02

Hallo Michael,

vielen Dank für Deine Antwort! Passungsrost kannte ich ehrlich gesagt bisher nicht, aber wenn ich mir das Bild bei Wikipedia anschaue - ja, genau so sieht das bei mir aus. Und es passt viel eher zu einer festen Riemenscheibe als "einlaufen" durch verdrehen oder verschieben, das kann da ja wirklich nicht sein.

Je länger ich darüber nachdenke - eigentlich spricht doch nichts dagegen, die Scheibe auf der Welle, so wie es jetzt ist, mit Loctite Fügen-Welle-Nabe zu fixieren...? Die Scheibe muss sich nie wieder bewegen können, auch nicht zu Wartungszwecken, und der Spalt mit 2,5 bis 5/100 pro Seite ist doch eigentlich genau richtig für Loctite....


Viele Grüße,
Stefan
Weiler MD220, geschenkte Tischbohrmaschine, viel zu wenig Zeit

Benutzeravatar
hummel156
Beiträge: 112
Registriert: So 17. Feb 2013, 17:13
Wohnort: CH-4914 Roggwil
Kontaktdaten:
Switzerland

Re: Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von hummel156 » So 5. Aug 2018, 16:17

Hallo Stefan

Loctite ist eine gute Idee und einen Versuch wert. Im Notfall kriegt man das mit Wärme wieder auseinander und wenn es nicht hält ist auch nichts verloren. Dann müsstest Du halt die Büchse neu machen. Wenn es geht, würde ich die Riemenscheibe axial mit einer Schraube gegen den Seegering drücken damit du möglichst wenig Planlauffehler hast. Das ist sicher gut für die Laufruhe des Riementriebs.

Grüsse

Michael

Benutzeravatar
smb
Beiträge: 6
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 13:40
Germany

Re: Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von smb » So 5. Aug 2018, 20:31

Hi Michael,

gute Idee, die Scheibe über den Seegerring auszurichten, hatte schon gegrübelt wie ich das taumelfrei hinbekomme.
:thx:

Viele Grüsse,
Stefan
Weiler MD220, geschenkte Tischbohrmaschine, viel zu wenig Zeit

Benutzeravatar
smb
Beiträge: 6
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 13:40
Germany

Re: Weiler MD220 - Welle am Variator eingelaufen?

Beitrag von smb » Fr 17. Aug 2018, 19:58

Hallo zusammen,

kleines Update von hier - bin endlich dazu gekommen das zu richten. Ich schreib das mal etwas ausführlicher, vielleicht hilft es irgendwann irgendjemandem was :pfeif:

Die Riemenscheibe habe ich mit Loctite 648 auf die Welle/Büchse geklebt, vorher natürlich entfettet. Ausrichten über den Seegerring hat leider nicht funktioniert, das lief wie ein Ei. Also habe ich den Motor kurz anlaufen lassen und so lange dran rumgedrückt, bis es nach Augenmaß ohne Schlag lief. Nicht mehr anfassen und ein paar Tage warten......

aufgeklebt.jpg

Dann alles wieder zusammengebaut. Das Axiallager hatte ich schon vorher mal auseinander, da war keine Spur Fett (mehr?) drin. Laut Betriebsanleitung ist das beim Riemenwechsel zu fetten, aber vielleicht lohnt es sich auch sonst mal alle paar Jahre da reinzuschauen.

axiallager.jpg

An der abtriebsseitigen Scheibe ist das gleiche Lager, aber auf der Innenseite. Man kommt aber zum Fetten mit dem Finger rein, wenn der Riemen runter ist und der Drehzahlhebel auf "schnell" steht. Dann muss man diese Scheiben nicht unnötig von der Welle ziehen. Der Fettnippel ist vermutlich für die Lager der Welle, bringt hier also eher nichts.

zusammenbau.jpg

Dann kommt der Spannarm wieder drauf und der Riemen wird mit der Nutmutter gespannt. Weiler schreibt dazu, dass die Riemenspannung "nicht übermässig gross" sein soll, was auch immer das heisst.
Mein Gefühl sagte mir, dass es gut war, als die Nutmutter genau bündig mit der Regelwelle abschloss:

spannmutter.jpg

Zum Riemenwechsel wäre noch zu sagen: Weiler schreibt in der Bedienungsanleitung, dass zum Riemenwechsel die abtriebsseitige Riemenscheibe zu entfernen sei. Ehrlich gesagt fand ich es einfacher, die motorseitige zu entfernen - da nimmt man die bewegliche Riemenscheibe ab, die sowieso gleitend auf der Welle sitzt :nixweiss:


Nun schnurrt die kleine Weiler wieder - wenn Ihr nichts mehr von mir hört, hat es gehalten :)
Michael, vielen Dank nochmal für den Tip mit dem Passungsrost - wieder was gelernt :2up:


Viele Grüße,
Stefan
Weiler MD220, geschenkte Tischbohrmaschine, viel zu wenig Zeit

Antworten