Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Marcus_clp
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Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Mo 11. Jun 2018, 11:20

Hallo zusammen,

ich habe die alte Drehbank meines Onkels geerbt.
Leider kenne ich den Typ nicht. Ich hoffe Ihr könnt helfen.
IMG_20180521_101222.jpg
IMG_20180521_100408.jpg
viele Grüße
Marcus

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messi
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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von messi » Mo 11. Jun 2018, 19:52

Sieht aus wie die von tubalcain - mrpete222
Dann waere es eine South Bend Lathe.

Gruss Juergen

Marcus_clp
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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Di 12. Jun 2018, 08:47

Hallo Jürgen,

danke für deine Antwort.
Kannst du mir sagen wo genau du die Ähnlichkeit vermutest ?
Meiner Kenntnis nach baute South Bend traditionell zur der Zeit die Spindelstöcke mit Flachriemenantrieb.

ich vermute das Baujahr meiner Drehbank so zwischen 1935 - 1945.
Sie stammt ehemalig aus dem VW-Werk in Emden. und wurde meines Wissens damals als gebrauchte Maschine in die Dreherei aufgenommen. Mein Onkel war dort Jahrzehntelang tätig.
Auf dem zweiten Foto erkennt man noch das VW Emblem mit dem Zahnkranz Drumherum.

viele Grüße
Marcus

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messi
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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von messi » Di 12. Jun 2018, 22:56

Hallo Marcus
hast recht.
Das Schaltgetriebe sieht aehnlich der South Bend.
https://youtu.be/orA_VMFFrg4?t=120

Aber bei genauerem Hinschauen merkt man dass sie doch nicht gleich sind.
Hast du schon alle Lathes auf http://www.lathes.co.uk/ durchgeschaut?

Gruss Juergen

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Do 14. Jun 2018, 16:21

ja, hatte ich schon.

die Dolze & Slotta DSPNE180 kommt nahe dran, aber sie ist es auch nicht. Das Norton Getriebe ist dort anders herum aufgebaut.
http://www.lathes.co.uk/dolze&slotta/

von den Getriebehebeln kommt die MILNES 13" ziemlich nahe heran.
http://www.lathes.co.uk/milnes/

Ich bin weiter auf der Suche .... :-(


Gruß
Marcus

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Mo 25. Jun 2018, 09:19

Hallo zusammen,

hab das Rätsel am WE lösen können. :freu:
Nachdem ich die Werkstatt stark entrümpelt habe, konnte ich zum Glück noch einen Teil der originalen Unterlagen finden.
Es ist eine Irmscher & Witte Schnelldrehbank Typ EFNE. Das Baujahr könnte so um die 1940 liegen.
Sie braucht keine Wechselräder zum Gewindeschneiden. Bis 6 mm Steigung ist möglich.
Drehzahlen gehen leider nur bis 700 UPM und die Spindellagerung besteht Futterseitig aus einem Gleitlager. Die hintere Lagerung ist bereits axial und radial kugelgelagert.

Nun steht der Abtransport an.
Neben der Drehbank steht auch noch eine kleine RUMAG REV1S Fräse. Die wirtd ebenfalls eingepackt :-)


Hier ein paar Bilder von der Drehbank, die ich bereits grob von den letzten Spänen meines Onkels befreit habe.
1.jpg
2.jpg
3.jpg
4.jpg


Gruß
Marcus

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Fr 7. Sep 2018, 15:11

Moin zusammen,

Der Transport hat zwar etwas gedauert, aber endlich stehen beide Maschinen erst einmal an ihrer neuen Wirkstätte.
Sie sind noch ungereinigt, erst mal funktionsfähig. Mal schauen wie viel Zeit ich im Winter für die Aufarbeitung bekomme.


Hier ein paar Impressionen.
Abtransport.jpg
Abtransport2.jpg
Ankunft.jpg
Aufgestellt.jpg
Hier ein Foto aus dem damaligen Verkaufsprospekt der Maschine und aus der technischen Doku die Detailszeichnung des Hauptspindeaufbaus. Für eine Maschine aus den Mitte bis Ende der 30er finde ich Sie erstaunlich fortschrittlich. Die Spindel ist wie bereits erwähnt bei der hinteren Lagerung wälzgelagert und alles ist schaltbar über Getriebe. Wechselräder sind nicht erforderlich für die Zug und Leitspindel. Die Leitspindel kann bei Nichtgebrauch ausgekuppelt werden.
Längs und Quervorschub ist schaltbar.
Rechts und Linkslauf ist durch eine verbaute Ortlinghauskupplung schaltbar.
EFNE_Prospekt_1.jpg
Skizze_Spindel_1.jpg




gruß Marcus

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Fr 9. Nov 2018, 08:50

So, es geht ganz langsam voran.

Ich habe die Hauptwelle gezogen und festgestellt, das das vordere Gleitlager der Welle gut zugesetzt hat. In einigen Bereichen ist die Welle stark eingelaufen und ist nach Messung auf der Granitplatte bis zu 4/100tel Unrund.
Ich habe mich entschieden die Welle zu läppen. Aber wie bekommt man eine so große Welle zum Läppen ohne Drehbank in Rotation ? Na ganz einfach mit einer Schaublin 53 :imstupid:
IMG_20180908_131234.jpg
IMG_20180908_144343.jpg
IMG_20180908_152004.jpg
IMG_20180908_145001.jpg
IMG_20180910_073326.jpg
IMG_20180910_073337.jpg
Zwischenergebnis vom Läppen:
IMG_20180916_162232.jpg
So sieht es schon besser aus:
IMG_20180917_084955.jpg
Nach dem Läppen wurde die Welle wieder vermessen und ich hatte nur noch eine Unrundheit von maximal 3 my. Das sollte mir im Hobbybereich genügen.


Das Gleitlager möchte ich auch versuchen einzuschaben.
Hier der Urzustand:
IMG_20180908_144221_BURST001_COVER.jpg
IMG_20180908_144247.jpg
das Werkzeug :
IMG_20180917_231917.jpg
der Zwischenstand vom Schaben:
IMG_20180917_231409.jpg
IMG_20180917_231429.jpg
nach 5 Schabedurchgängen sieht es nun so aus:
IMG_20181003_140857.jpg
IMG_20181003_140910.jpg
gruß
Marcus

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von FP91 » Fr 9. Nov 2018, 15:54

Hallo Markus,
das sieht doch super aus, was du da machst! Die Gefahr beim Läppen ist, dass die Zentrizität zu Spindelkonus und Futterzentrierten flöten gehen. Es rotieren also Konus und Futteraufnahme um eine andere Mittelachse als die Lagerung. Das würde ich prüfen.

Beim Lager schaben habe ich gute Erfahrungen mit vorne abgerundeten Löffelschabern gemacht, weil die seitlichen Radien im vorderen Bereich kleiner sind und dadurch die Schabentäler tiefer werden. Diese rundherum axial verlaufenden Nuten um das Lager könnten auf ein mehrflächen Gleitlager hinweisen. Ich glaube da sind Oliver M und Keilwinkel sehr gut im Thema.

Liebe Grüße

Flo

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Re: Neue Drehmaschine - Welcher Hersteller ?

Beitrag von Marcus_clp » Sa 10. Nov 2018, 14:00

Danke Flo, für die Hinweise.

hast du eine geschickte Idee, wie ich die Lager der beiden Drehachsen zueinander messen kann ?
Und magst du vielleicht ein oder 2 Fotos von deinem Schaber zeigen wollen ?

Danke und Gruß
Marcus

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