Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

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netsupervisor
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Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von netsupervisor » Fr 18. Mai 2018, 09:12

Hallo zusammen,

eine Frage zum Umwickeln von Magnetspulen.
Meine uralten Winker im Auto sind für 6V ausgelegt, die Bordnetzspannung ist 12V, deswegen betreibe ich sie mit einem 50W 1 Ohm Heizwiderstand. Ist nicht schön, funktioniert aber bei einem Winker recht tadellos.

Der andere Winker zickt rum, ich denke wegen des Alters ist der Lackdraht porös, so dass es es zu Wicklungsschlüssen kommt und nicht mehr alle Wicklungen durchflossen werden. Summa summarum ist die magnetische Kraft nicht mehr ausreichend hoch um den Eisenkern in die Spulenmitte zu ziehen.

Frage: Kann ich die Spule neu wickeln? Wenn ich von 6V auf 12V umbaue nehme ich an, dass ich die Wicklungszahl verdoppeln muss. Kann ich dann einen Lackdraht mit halb so großen Durchmesser nehmen? Die Stromaufnahme ist ca. 6A bei 7V.

Merci für die Hilfe.
Grüße, Manuel
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HansD
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von HansD » Fr 18. Mai 2018, 09:13

Müsste nicht der Querschnitt halbiert werden statt dem Durchmesser?

Hans
Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!

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netsupervisor
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von netsupervisor » Fr 18. Mai 2018, 09:18

Kupferlackdraht ist komischerweise nicht in Querschnitten sondern Durchmesser eingeteilt.
Ich geb dir recht, die Belastbarkeit eines Leiters bemisst sich über den Querschnitt.
Grüße, Manuel
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elmech
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von elmech » Fr 18. Mai 2018, 09:37

Hallo Manuel, halber Querschnitt, doppelte Windungszahl passt. Freundliche Grüsse Andi

flexiblebird
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von flexiblebird » Fr 18. Mai 2018, 10:35

netsupervisor hat geschrieben:Der andere Winker zickt rum
Finde erst mal die wahre Ursache raus, warum er rumzickt, bevor du aufwändige Restaurationsmassnahmen beginnst. Eventuell klemmt er auch nur mechanisch ? Eventuell ist die Masseverbindung nicht gut ? Dein Windunsgsschluss: Miss mit einem guten Ohmmeter den Widerstand, liegt der um 1 Ohm vergleichbar mit em anderen gäbe es keinen direkten Grund warum da ein erheblicher Windungsschluss vorliegen sollte. Wären beispielsweise die Hälfte der Windungen kurzgeschlossen, hat die Spule auch nur den halben Widerstand, es fliesst an 6V dann aber doppelt so viel Strom so daß die Kraft dieselbe wäre, nur die Wärmeentwicklung wird höher. So einfach bewirkt also ein Windungsschluss noch keine schwache Kraft.
netsupervisor hat geschrieben:Kann ich die Spule neu wickeln?
Sicher kann man, kannst du ? Wissen wir nicht. Vermutlich ist die Wicklung bei dem Alter wenigstens nicht vakuumvergossen.
netsupervisor hat geschrieben:Wenn ich von 6V auf 12V umbaue nehme ich an, dass ich die Wicklungszahl verdoppeln muss. Kann ich dann einen Lackdraht mit halb so großen Durchmesser nehmen? Die Stromaufnahme ist ca. 6A bei 7V.
Die Kraft des Magneten kommt vom Strom * Windungsanzahl (Amperewindungen). Der Strom wird (am Anfang durch die Induktiviät und dann später) vom Drahtwiderstand begrenzt. Machst du doppelt so viel Windungen ist der Draht doppelt so lang und der Widerstandswert doppelt so hoch, es würde bei gleicher Spannung nur der halbe Strom fliessen aber die Wirkung (Strom*Windungsanzahl) bleibt gleich. Nun wirst du aber den Querschnitt (nicht den Duirchmesser, das wäre nur 1/4 des Querschnitts) halbieren, damit verdoppelt sich der Widerstand noch mal, der Strom geht auf die Hälfte und die Kraft damit auch, aber du erhöhst im gleichen Zuge auch die Spannung auf das doppelte. Also wird der Strom wieder auf den alten Wert gehen, die Kraft der Spule bleibt dieselbe. Da die Spannung nun doppelt so hoch ist, der Widerstand 4 mal und der Strom halb, ist die Verlsutleistung Strom*Spannung dieselbe, es wird also genau so warm wie vorher.
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Maultier
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von Maultier » Fr 18. Mai 2018, 10:51

Hallo
Praktische DDR Erfahrung: Qweschnitt um 20-30 % Verringern und Windungszahl entspechend Kammerquerschnitt erhöhen , Je nach Winkerausführung Winkersofitte oder Diode (notfalls mehrere ) in Reihe zur Spule - Masseverbindung Schrauben - Fehlequelle Lötverbindung Masse !
Stromaufnahme bei Funktion messen !
Masseverbindung lösen (Wenn eingebaut) und Isoprüfung zur Fehlerdiagnose .
Gruß Erich

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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von netsupervisor » Fr 18. Mai 2018, 11:20

flexiblebird hat geschrieben:Eventuell klemmt er auch nur mechanisch ? Eventuell ist die Masseverbindung nicht gut ?
Habe ich geprüft, Federn erleichtert, mechanisch leichtgängig gemacht-> keine Änderung der magnetischen Zugkraft.
Massepunkte wurden gesäubert und auf Durchgängigkeit geprüft, Masse habe ich direkt an der Spulen angelegt und nicht an der Verschraubung -> keine Änderung.


Widerspricht nicht das...
flexiblebird hat geschrieben:Die Kraft des Magneten kommt vom Strom * Windungsanzahl (Amperewindungen).
... dem hier?
flexiblebird hat geschrieben:So einfach bewirkt also ein Windungsschluss noch keine schwache Kraft.
Danke, das macht es mir einfacher über die Umwicklung nachzudenken:
flexiblebird hat geschrieben:Also wird der Strom wieder auf den alten Wert gehen, die Kraft der Spule bleibt dieselbe.
Die Spule ist nur textilbandumflochten, der Winker ist von aus den 1930ern, die Lackschicht des Wicklungsdraht wird mE damit auch immer poröser, evtl kam es hier schon zu Wärmeschäden an der Isolation.
flexiblebird hat geschrieben:Sicher kann man, kannst du ? Wissen wir nicht. Vermutlich ist die Wicklung bei dem Alter wenigstens nicht vakuumvergossen.
Kann ich noch nicht, würde ich mir aber zutrauen, mit Elektrik habe ich schon immer viel am Hut gehabt.
Grüße, Manuel
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von houwdy » Fr 18. Mai 2018, 14:01

Hallo, ich hab hier einfach mal schnell eine fiktive Spule durchgerechnet da ich die parameter überlesen hab.
dies sollte dir bei der Dimensionierung helfen :)

glg Marian
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von netsupervisor » Fr 18. Mai 2018, 15:02

@howdy: Merci für deine Berechnungen!

Wenn ich das richtig zusammenfasse kann ich entweder über eine doppelte Anzahl von Windungen mit geringerem Querschnitt auswählen oder die Windungsanzahl gleich lassen aber einen höheren Querschnitt verwenden?
Grüße, Manuel
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Re: Magnetspule von 6V auf 12V neu wickeln

Beitrag von Niskie » Fr 18. Mai 2018, 15:33

Nicht ganz :pfeif:

Wenn dein Ziel ist, den Winker nun mit 12 V Gleichspannung anstatt 6 V Gleichspannung zu betreiben ohne einen Vorwiderstand zu verwenden, dann muss der Gleichstromwiderstand der Spule größer werden.

Ist das Ziel auch noch, den gleichen Leistungsbedarf und die gleiche Kraft (gleiche Magnetfeldstärke), dann gibt es nur eine Lösung:
Der Widerstand muss 4 x so groß werden. Damit sinkt der Strom auf 1/2 des Originalstroms.
Für gleiches Magnetfeld muss die Windungsanzahl (aufgrund des geringeren Stroms) um den Faktor 2 erhöht werden. Damit wird die Drahtlänge doppelt so lang.
Um nun den Widerstand um den Faktor 4 zu erhöhen, muss der Drahtquerschnitt um den Faktor 2 sinken (der Draht ist zudem doppelt so lang, also insgesamt ein Faktor 4). Diese Lösung hat auch noch den Vorteil, dass die Wicklung den gleichen Bauraum benötigt.

Kurzfassung: halber Drahtquerschnitt und doppelte Windungsanzahl (wie bereits mehrfach vorher von anderen geschrieben).

Gruß Peter
Einfache Antworten sind immer falsch. Komplizierte meistens auch.
:runningdog: China Bandsäge, China Fräse, China Drehbank. Was mach ich nur ...

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