meine "neue" Torsa Drehmaschine

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 13. Jul 2019, 07:44

Moin, moin,
spansau hat geschrieben:
Fr 12. Jul 2019, 19:16
So wie ich sehe, ist das Norton-Getriebe auch "nur" für den Vorschub.
da bin ich mir im Moment noch nicht sicher.
Auf jeden Fall beeinflusst das "Tannenbäumchen-Getriebe" die Drehzahl von Zug- und Leitspindel:
torsa-norton-DSC08263.jpg
Der Antrieb des Getriebes erfolgt von oben-links auf die Welle mit den drei Zahnrädern. Dann (logisch) weiter auf die Dreiergruppe unten-links und von dort auf das bewegliche Zahnradpaar der Norton-Schwinge. Diese treibt das "Tannenbäumchen" an, welches auf der Welle der Leitspindel sitzt.
Über das Zahnradpaar ganz rechts ist diese mit der Zugspindel (unten rechts) gekoppelt.

Ich habe die Zahnräder noch nicht ausgezählt und habe auch keine Anleitung zu der Maschine. Daher weiss ich momentan noch nicht, ob man mit dem Norton-Getriebe allein sinnvolle Gewindesteigungen einstellen kann. Ein Stoß Wechselräder ist jedenfalls dabe, insbesonderre auch ein 127er Rad zum Schneiden metrischer Gewinde mit der zölligen Leitspindel. Hier hatte mal ein Kollege eine Gewindeschneidtabelle für die Torsa gepostet, wenn ich mich recht erinnere. Die muß ich noch mal ausgraben.

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 13. Jul 2019, 08:03

Harald F. hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 07:44
Hier hatte mal ein Kollege eine Gewindeschneidtabelle für die Torsa gepostet, wenn ich mich recht erinnere. Die muß ich noch mal ausgraben.
hab's gefunden:

viewtopic.php?f=44&t=24764&p=346834&hil ... le#p346834

Danach werden also zöllige Gewinde über die Norton-Schwinge eingestellt.
Für metrische Gewinde benötigt man die Wechselräder.

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 13. Jul 2019, 19:04

N'Abend,

Schalthebel ist fertig:
torsa-norton-gear-lever-DSC00330.JPG
Die Herstellung war kein Hexenwerk.
Ich hatte noch ein Stück Rundstahl herumliegen, das kaum mehr als einige Millimeter zu lang und zu dick war.

Die Herstellung in Stichworten:

* im Vierbackenfutter etwa auf knapp der halben Länge gespannt und zentriert
* geplant und Zentrierbohrung eingebracht
* den Durchmesser, der in die Hebel-Bohrung passen soll, längsgedreht (leichte Spielpassung)
* das Teil umgedreht und wieder auf knapp halber Länge gespannt, zentriert und geplant
* Aussendurchmesser längsgedreht
* 9.7 mm Bohrung eingebracht und auf 10H7 gerieben
* nochmals umgedreht, da ich zunächst nicht daran gedacht hatte, daß die 14er Bohrung von der anderen Seite her 'rein musste und aufgebohrt

Der Bolzen passte nur mit leichter Gewalt in die 10H7 Bohrung. Ich hätte gern auf 10.1 mm aufgebohrt, aber dazu fehlte mir das Wekzeug.
Die Rettung war eine (hier oft geschmähte) verstellbare Reibahle. Leichte "Politur" mit dem Ding und alles war gut.

Da ich den Bolzen nicht in den Guß-Hebel einpressen wollte, habe ich ihn mit hochfestem 2K-Kleber eingeklebt.

Ich wünsche Euch noch ein schönes Rest-Wochenende

Harald

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merlin
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von merlin » Sa 13. Jul 2019, 20:20

Schön gemacht! Du machst nach meiner Meinung einen der lesenswertesten Bauberichte hier im Forum! :2up: Danke dafür! :thx:

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 14. Jul 2019, 16:34

Hallo
merlin hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 20:20
Schön gemacht! Du machst nach meiner Meinung einen der lesenswertesten Bauberichte hier im Forum!
oh, danke ;-)
ob "lesenswert" weiss ich nicht, aber sicher einen der längsten ;-) die Aufarbeitung zieht sich ja mittlerweile seit fast drei Jahren hin :oops:
merlin hat geschrieben:
Sa 13. Jul 2019, 20:20
:2up: Danke dafür! :thx:
Gern geschehen! Und bei dem tollen feedback hier macht das Schreiben doch richtig Spaß. :2up:

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 20. Jul 2019, 12:27

Hallo und guten Tag

komme grad aus dem Keller:
der Motor hängt an der Maschine, und ich habe mal probehalber die Keilriemen auf die Zwischenwelle aufgelegt und den FU angeklemmt.
Die Maschine läuft wunderbar ruhig, sogar, wenn ich den Motor bis 80 Hz "trete".
Im nächsten Schritt werde ich mal in Ruhe die Spindel installieren.

Viele Grüße
Harald

P.S. Fotos zeige ich lieber nicht, um mir angesichts meiner provisorischen Verdrahtung keine Prügel von Seiten der Sicherheitsbeauftragten zu holen :popoklatsch: ;-)

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 27. Jul 2019, 09:19

Moin, liebe "Spanis",

"ich geh mal schnell die Spannrollen für meinen Spindelantrieb säubern" dachte ich und stehe nun vor einem Problem:


torsa-transmission-gear-DSC00800.JPG

torsa-transmission-gear-DSC00807.JPG
Die Frage ist: wie bekommt man diese Rollen zerstörungsfrei demontiert?
Ich würde sie gern reinigen und nötigenfalls neu lagern.

Bisher habe ich versucht:

* mit einer Spitzzange in die Löcher "gepiekt" und versucht, damit diese Deckel zu lösen
* mit einem Körner in die Löcher gepiekt und leicht mit dem Hammer geklopft (radial)
* die Rolle auf Schraubstockbacken abgestützt und auf die Welle geklopft

Da hat sich bisher nichts bewegt. Allerdings bin ich nicht mit brutalster Gewalt zu Werke gegangen, weil ich eben nicht genau weiss, wie die Konstruktion aussieht. Vielleicht wiess von Euch jemand, wie solche Rollen üblicherweise aufgebaut sind?

Der rechts im Bild oben erkennbare Deckel (mit den grauen Farbresten) ist mit der Welle verbunden. Der im linken Bild sichtbare Deckel mit den grünen Farbklecksen dreht sich mit der Rolle mit.


Vielen Dank für Eure Hinweise!

Beste Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von merlin » Sa 27. Jul 2019, 09:41

Ich denke dafür benötigst du einen Stirnlochschlüssel in der richtigen Größe.
ZB sowas
https://www.rosebikes.de/birzman-stirnl ... gJNF_D_BwE

Oder eben selber was bauen. :2up:

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 27. Jul 2019, 10:18

Hallo

sorry for spamming ;-)

Problem gelöst:
torsa-transmission-gear-DSC00809.JPG
Einige leichte Schläge mit dem Schonhammer gegen das Gewinde-Ende der Welle brachten die Teile auseinander.
Die Lager waren nur relativ leicht eingepresst.
Beide Deckel waren aufgeschraubt und leicht zu lösen.
Innen fand ich jede Menge Fett vor, und die alle Lager fühlen sich "rund" an,
will sagen, sie laufen sehr leicht und ohne verdächtiges Kratzen oder Ruckeln.
Daher werde ich das Ganze gründlich reinigen und die Original-Lager wieder einbauen.


@Markus: als "Stirnlochschlüssel" fungierte hier eine Zange mit spitzen Backen, die in die Löcher passten ;-)


Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von opa12 » Sa 27. Jul 2019, 13:52

Harald F. hat geschrieben:
Sa 27. Jul 2019, 10:18
Daher werde ich das Ganze gründlich reinigen und die Original-Lager wieder einbauen.
Also wenn das Standard Rillenkugellager sind, würde ich die um ein paar Euros in RS Abdichtung neu kaufen.
Und nicht riskieren, dass es bei höheren Drehzahlen komische Geräusche gibt.

Bg Franz

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