meine "neue" Torsa Drehmaschine

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DerRestaurator
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von DerRestaurator » Di 19. Feb 2019, 08:58

Harald F. hat geschrieben:
So 17. Feb 2019, 08:23
Mein Plan ist, die Fläche im Grauton der Maschine zu lackieren und den Schriftzug schwarz hervorzuheben. Auch da bin ich noch unsicher, ob ich nur die erhabene Fläche oder auch die Seiten der hervortretenden Buchstaben lackieren werde.
Harald,

ich würde nur die Flächen lackieren, so wurde es (nach meinen Beobachtungen) meist gehandhabt.
Ich denke, das wird sehr schick und auch "historisch" passend aussehen!

Zum Rest bleibt nur eins zu sagen: :super:

:hi: Philipp
Das Gefährlichste ist das Leben als solches - und immer mit Todesfolge!

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 24. Mai 2019, 15:49

Hallo

auf der Torsa-Baustelle ging es wieder ein klein wenig weiter.
Die wesentlichen Bestandteile des Motors habe ich neu lackiert, wobei ich nur eine einzige dünne Lackschicht aufgetragen habe, um den Wärmeübergang nicht unnötig zu verschlechtern.
torsa-motor-DSC09778.JPG
Ein Probelauf am FU verlief sehr zufriedenstellend. Bis 100 Hz lief der Motor seelenruhig.

Die noch fehlenden Abdeckungen sind momentan noch im Original-Giftgrün und werden zusammen mit anderem "Kleinkram" lackiert werden.

Übrigens erkennt man auf dem roten Kunststoff-Ventilator noch Spuren der grauen Farbe, mit der der Motor ursprünglich vermutlich gespritzt worden war.


Auf der Seite mit der Keilriemenscheibe wollte ich eine Wellendichtung einsetzen. Ich habe den Außendurchmesser zu 41.3 mm bestimmt und vorsichtshalber einen Ring mit 42 mm und einen mit 40 mm bestellt. Den 42er konnte ich nicht einpressen. Ich hatte den Gedanken, die Bohrung mit dem Wohlhaupter auf 41.8 aufzubohren, wollte dann aber doch nicht am Originalteil herumspanen und habe statt dessen einen Distanzring gedreht.
Als Rohmaterial hatte ich noch einen Aluring zur Verfügung, den ich innen auf knapp 40 mm ausgedreht habe.
Diesen habe ich dann von innen im Dreibackenfutter gespannt. Bei dem angesprebten Aussendurchmesser von etwa 41.3 mm blieb kaum noch Wandstärke übrig und der hauchdünne Ring wäre von den Backen zerdrückt und nicht sicher gehalten worden. Daher habe ich den Aussendurchmesser nur auf einer Länge von ca 4 mm auf das Endmass heruntergedreht und einen "Kragen" von ca 3 mm Länge stehen lassen, um das Teil zu stabilisieren.
Den Ring habe ich dann durch seitlichen Einstechen (Trepanning) von dem "Kragen" getrennt. Das ging erstaunlich gut:

adapter-ring-trepanning-DSC09832.JPG
adapter-ring-trepanning-DSC09827.JPG
adapter-ring-DSC09856.JPG
Bitte entschuldigt die teilweise grottenschlechten Fotos, die ich "mal schnell" mit der Kompaktknipse gemacht habe :nixweiss:



Ausserdem habe ich noch ein wenig an dem Schaltkasten gewerkelt, der den FU beherbergen wird.

Viele Grüße

Harald

Keilwinkel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Keilwinkel » Sa 25. Mai 2019, 00:10

Hallo Harald,


Schön, dass es weiter geht, wenn auch nur langsam. So ein Projekt nimmt ganz schön viel Zeit in anspruch, und ich hoffe es frustriert dich nicht!?

Jedenfalls freue ich mich schon darauf, die Maschine wieder komplett zusammengebaut und neu lackiert zu sehen, und wünsche dir ein gutes und zügiges Vorankommen!



Gruß
David

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 25. Mai 2019, 09:27

Guten Morgen
Keilwinkel hat geschrieben:
Sa 25. Mai 2019, 00:10
Schön, dass es weiter geht, wenn auch nur langsam. So ein Projekt nimmt ganz schön viel Zeit in anspruch, und ich hoffe es frustriert dich nicht!?
ja, ich bin auch froh, daß es nun wieder weitergeht.
Der Stillstand war bedingt durch einige "kleinere" Zwischenprojekte, die sich dann teilweise zu unerwartet schwierigen Aktionen entwickelt haben.

Der nächste Schritt wird der Umzug der großen, fertig lackierten Teile, also der Gussfüße, des Betts und der Spänewanne von der Garage in den Keller sein. Dann werde ich also endlich etwas "drehbankartiges" an seinem vorgesehenen Platz stehen haben.

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » So 30. Jun 2019, 16:55

Hallo

in den vergangenen Tagen habe ich noch mal ein wenig gespachtelt und lackiert.
torsa-headstock-DSC00309.JPG
Die Arbeitsschritte in Stichworten:

* entlacken (wie gehabt: die giftgrüne Farbe ging mit Verdünner 'runter, Originalfarbe und Reste vom Spachtel musste ich herunterkratzen)
* spachteln
* grob schleifen (80 er Schmirgel) das war die größte Sauerei
* wo nötig nachspachteln und erneut schleifen (diesmal feiner)
* unverdünnt und relativ dick grundieren
* schleifen
* mit 5-10% Verdünnerzugabe grundieren
* zwei mal mit 10-20% Verdünnerzugabe lackieren

Innen habe ich ledigleich mit Silikonentferner gereinigt und einmalig lackiert. Da ich hier einige Hohlräume zu lackieren hatte, verwendete ich zunächst einen Billig (Einweg) Pinsel, der nach dieser Aktion kein einziges Haar mehr hatte :nixweiss:
Den Rest habe ich mit Schaumstoff-Rollen vom OBI lackiert. Der Lack löst diese Rollen zwar etwas an, aber bei zügigem Arbeiten halten sie einen Durchgang aus.

Übrigens ging die Arbeit ausgesprochen flott, da die einzelnen Schichten wegen der Hitze unglaublich schnell aushärteten.

Die Lackierprofis unter Euch werden mir das wahrscheinlich um die Ohren hauen, aber für meine Ansprüche genügt das Ergebnis.

Viele Grüße

Harald

P.S. / Edit: ich vergass zu erwähnen, daß ich auch die Spänewanne bereits vor einigen Wochen entlackt, gereiningt und neu lackiert habe.

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 5. Jul 2019, 21:09

Guten Abend,

heute war es endlich so weit: die Torsa fand ihren Weg in das neue Zuhause, meine Kellerwerkstatt. :freu:
torsa-moveDSC00311.JPG
Dazu habe ich die beiden Guß-Füße mit "Holzkufen" versehen, indem ich oben und unten jeweils ein Holzbrett angeschraubt und quer dazu längere Bretter befestigt habe. Auf diesen Kufen konnte ich die Teile problemlos mit dem Kettenzug über die Kellertreppe ablassen.

Auch unter das Maschinenbett wurden zwei Rauhspundbretter geschraubt. Momentan ruht das Bett noch im "Gästetrakt" unseres Kellers:
torsa-moveDSC00314.JPG
(Sehr schlechtes Licht - sorry.)

Der härteste Job war allerdings heute der Umzug meines Teilkopfs, der gefühlt schwerer als das Maschinenbett ist, was allerdings vermutlich daran liegt, daß man das Ding so schlecht packen kann. Nach sehr viel Schweiß lag das Ding dann endlich auch in der Werkstatt:
UTA200E_DSC00313.JPG


Boa - ey, ich habe echt vertich ;-)

Und dann gab's zur Belohnung Spargel mit hausgemachter Sauce Hollandaise :2up:

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 12. Jul 2019, 15:26

Hallo

bin wieder ein kleines Stück weiter gekommen:
torsa-assembling-DSC00315.JPG
Aber es gab auch einen kleinen Rückschritt:
bei der Montage des Gang-Schalthebels des Norton-Getriebes fiel mir ein Teil des Hebels entgegen:
torsa-norton-gear-lever-DSC00318.JPG
torsa-norton-gear-lever-DSC00319.JPG
Der Mitnehmer greift in das große Zahnrad ein und dient der Verschiebung der unteren Zahnradgruppe:
torsa-norton-gear-DSC00320.JPG
Ich werde die Bohrung des Hebels ausbohren und eine neue Buchse einsetzen.
Blöd ist, daß ich wegen der Arbeiten an der Drehmaschine momentan die Fräsmaschine, auf der ich das Ausbohren erledigen möchte, ziemlich zugebaut habe :nixweiss:

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 12. Jul 2019, 17:20

Hallo

wow, das hat ja echt toll geklappt:
hab den Hebel aufgespannt, mit dem Centricator ausgerichtet, Wohlhaupter mit China-Bohrstange in die Vertikalspindel und ab ging die Post. Das war mein erstes ernsthaftes "Wohlhaupter-Werkstück", und ich muß sagen, das hat wirklich Spaß gemacht :freu:
norton-lever-wohlhaupter-DSC00323.JPG
Morgen wird die Buchse gedreht ...

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von spansau » Fr 12. Jul 2019, 19:16

Harald F. hat geschrieben:
Fr 12. Jul 2019, 15:26
bei der Montage des Gang-Schalthebels des Norton-Getriebes fiel mir ein Teil des Hebels entgegen:
Ja Harald, es ist halt wie im richtigen Leben, -voller Überraschungen, wie bei unserer ARISTON. Aber gut gelöst.
So wie ich sehe, ist das Norton-Getriebe auch "nur" für den Vorschub.
Gruß
Max

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von DerRestaurator » Fr 12. Jul 2019, 19:30

Harald F. hat geschrieben:
Fr 12. Jul 2019, 17:20
Das war mein erstes ernsthaftes "Wohlhaupter-Werkstück", und ich muß sagen, das hat wirklich Spaß gemacht :freu:
Ging mir bei meinem ersten Lenz-Werkstück ziemlich genauso :2up: Kann süchtig machen :pfeif:
Das Gefährlichste ist das Leben als solches - und immer mit Todesfolge!

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