meine "neue" Torsa Drehmaschine

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 28. Jul 2018, 13:57

Guten Tag,

und noch ein kurzes Update.

Die Spindelmutter des Planschlittens sitzt an einem Ende in einer Art "Tasche" im Gussteil des Schlittens. Diese Tasche ist so eng, daß an der Original-Spindelmutter deutliche Spuren von Nacharbeit erkennbar sind, mit denen der Hersteller die Mutter offenbar "hauteng" in die Aussparung eingepasst hat.
cross_slide_nut_pocket_DSC00287_288.JPG
Da sich diese Situation durch die anstehende Schaberei nicht verbessern wird und ich eine neue Spindelmutter anfertigen werde, für die ich gern etwas mehr "Luft" hätte, habe ich mich entschlossen, die "Tasche" ein wenig auszufräsen.
Hier erst mal die Aufspannung auf meiner "Horizontalfräse":
cross_slide_nut_pocket_milling_DSC00289_291.JPG
Das ist tatsächlich wesentlich stabiler, als es aussieht, und die ersten Fräs-Durchgänge verliefen erfolgreich.
Zustellung in z erfolgt durch Zwischenlegen von Parallelunterlagen :nixweiss:

Nach der Mittagspause geht's weiter...

Viele Grüße

Harald

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Sa 28. Jul 2018, 16:27

... und nach dem Fräsen.
cross_slide_pocket_milled_DSC00292.JPG
da ich nicht in z zustellen konnte, blieben in den Ecken diese "Dreiecke" stehen. Ich habe versucht, das mit einem Schleifstein im Akkuschrauber noch etwas zu egalisieren.
Einen Schönheitspreis werde ich damit nicht gewinnen :pfeif: , aber ich habe die nötigen 2 mm Luft gewonnen.

Viele Grüße

Harald

opa12
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von opa12 » So 29. Jul 2018, 23:42

Harald F. hat geschrieben:
Sa 21. Jul 2018, 13:02
Guten Tag,

Hier das Schneiden der M3-Gewinde für den "Deckel", der das Lager in der ausgespindelten Bohrung klemmt. Die im Futter eingespannte Spitze ist federbelastet.
Viele Grüße

Harald
Zuerst mal Respekt für den Aufwand :-)
Aber wieso nicht einfach von Hand geschnitten?
Die 4 M3 sind doch von Hand schneller drinnen als du die Spannmittel hergerichtet hast :-)

Bg Franz

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 30. Jul 2018, 07:19

Guten Morgen
opa12 hat geschrieben:
So 29. Jul 2018, 23:42
Harald F. hat geschrieben:
Sa 21. Jul 2018, 13:02
Hier das Schneiden der M3-Gewinde für den "Deckel", der das Lager in der ausgespindelten Bohrung klemmt. Die im Futter eingespannte Spitze ist federbelastet.
Aber wieso nicht einfach von Hand geschnitten?
Die 4 M3 sind doch von Hand schneller drinnen als du die Spannmittel hergerichtet hast :-)
die Aufspannung war zum Bohren der Löcher sowieso erforderlich. Der Zusatzaufwand mit der federbelasteten Spitze und dem Bohrfutter als "Windeisen" war da im Vergleich eher gering. Damit war dann sichergestellt, daß die Gewinde auch wirklich gerade wurden.

Viele Grüße

Harald

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astoba
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von astoba » Mo 30. Jul 2018, 08:19

Respekt!

ich sage nur Horizontalbohrwerk Compact 8 :)

Gruß Mike

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Harald F.
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Mo 6. Aug 2018, 16:36

Hallo

inzwischen habe ich die breitere der beiden Führungsbahnen des Planschlittens ("B") "ganz normal" mit meinem großen Tuschierlineal grob eingeschabt. Wie die Messungen mit der Uhr erwarten liessen, lag das Lineal zunächst nur an den Enden auf, was ich relativ schnell egalisieren konnte. Da ich ein Verkippen der Bahn mit dem Lineal nicht gesehen hätte, habe ich ab und zu mit dem zuvor eingeschabten Planschlitten kontrolliert.

Größere Schwierigkeiten bereitet die schmalere Bahn ("A"), denn mein "großes" Lineal ist zu breit, und ausserdem komme ich mit dem Schaber nicht in die Lücken zwischen dem Schwalbenschwanz und den Aufspann-Nuten.
Daher bin ich der genialen Idee von "Keilwinkel" gefolgt, und habe aus einer der Leisten ein Tuschierlineal geschabt.
Ausserdem habe ich mir aus einer gebrochenen HM-Schabeklinge und einem Stück Rund-Silberstahl einen Mini-Schaber gebastelt.

Emco Compact 8 - diesmal als Kreissäge
scraper_slitting_DSC00303.JPG
Klinge hart mit Silberlot in den Schlitz eingelötet
scraper_DSC00306.JPG
Beim Schaben bin ich so vorgegangen, daß ich abwechselnd mit dem Tuschierlineal und dem Planschlitten als Meister tuschiert und dann geschabt habe.
In den folgenden Bildern geht es nur um die schmalere der Führungsbahnen "B" vorne:

Tuschierbild nach Kontrolle mit dem kleinen Tuschierlineal
cross-slide-way-blued-straight-edge-DSC00308.JPG
Im Hintergrund mein "normaler" Schaber, davor das kleine Tuschierlineal und links ein HSS-Drehstahl im Feilenheft, den ich zum "Auskratzen" des Freistichs im Schwalbenschwanz verwendet habe.

Tuschierbild nach Kontrolle mit dem Planschlitten
cross-slide-way-blued-cross-slide-DSC00309.JPG
Die Führung ist also bereits recht gerade, allerdings noch ein wenig "gekippt". Die Bahn des Planschlittens trägt bisher praktisch nur auf der Seite des Schwalbenschwanzes.

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 10. Aug 2018, 17:47

Guten Tag,

obwohl ich heute durchaus nicht faul war, habe ich nur einige Messergebnisse zu bieten.
Zunächst die bereits gezeigten Plots der Führungsbahngeometrien (blau), in die ich zum Vergleich (rot) den aktuellen Stand eingetragen habe.

*Führung A*
way_a_s1.png
*Führung B*
way_b_s1.png

Parallelität der beiden Führungsbahnen (in der Graphik ohne Korrektur durch Ausgleichsgerade)
ways_a_b_scraped1.png
Ich denke, das wird :freu:

Viele Grüße

Harald

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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Harald F. » Fr 17. Aug 2018, 11:04

Hallo

aktuell stehe ich vor einem Rätsel :nixweiss:

Wie im vorherigen Beitrag geschrieben, war ich der Meinung, daß die beiden Führungsbahnen, auf denen der Querschlitten läuft, schon recht gut parallel waren.

Beim Tuschieren mit dem Schlitten als Meister stellte ich dann aber fest, daß die Tuschierbilder schlecht reproduzierbar und "irgendwie seltsam" waren. Es stellte sich heraus, daß der Schlitten "über Eck" wackelt. Das war deutlich zu spüren und zu hören. Ich habe dann nachgemessen:
measurment_master_DSC00315.JPG
In der einen Diagonalen wackelte die Anzeige um 2 µm, in der anderen um 20 µm :o
Ich habe das an verschiedenen Stellen probiert: größenordnungsmässig immer mit dem selben Ergebnis.
Das würde hochgerechnet auf die Länge des Schlittens einen Fehler von mindestens 0.04 mm bedeuten, also inakzeptabel.

Nach dem Motte "Wer Mist misst Mist" habe ich meine Parallelitätsmessung noch einmal auf andere Weise durchgeführt.
Mein ursprünglicher Aufbau sah so aus:
measurment_classic_DSC00314.JPG
Der lange "Ausleger" des Messuhrhalters könnte hier durchaus kleine Fehler der Messplatte erheblich verstärkt und so zu einem fehlerhaften Ergebnis beigetragen haben. Leider ist meine Messplatte aber zu klein, um um den Schlitten "herumfahren" zu können.

Also habe ich mir die "Messaufspannung des Tages" überlegt und über Kopf gemessen:
measurment_overhead_DSC00312.JPG
Damit kam ich auf folgende Werte

* Bahn A rechts 0.000 mm
* Bahn A links -0.009 mm
* Bahn B rechts 0.070 mm
* Bahn B links 0.059 mm

d.h. die Differenz zwischen rechts und links lag bei 9 µm für Bahn A und bei 11 µm für Bahn B. Beide Führungsbahnen sind also innerhalb von 2 µm parallel. (Ich habe auch weitere Zwischenwerte gemessen, um die Plausibilität meiner Messungen zu prüfen.)

Nun stehe ich also, ehrlich gesagt, etwas auf dem Schlauch. :nixweiss:

Übrigens habe ich sogar meine Messplatte im Verdacht gehabt und zwei der Schlitten zunächst auf der Platte und dann gegeneinander tuschiert - sozusagen nach der Drei-Platten-Methode: das passte perfekt.

Ich wäre dankbar für jegliche Idee. :thx:

Viele Grüße

Harald

P.S. mir fällt grad ein, daß ich den Schlitten auch mal mit der Wasserwaage abfahren könnte.

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Stahlfussel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Stahlfussel » Fr 17. Aug 2018, 11:56

Hallo Harald,
Harald F. hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 11:04
mir fällt grad ein, daß ich den Schlitten auch mal mit der Wasserwaage abfahren könnte.
Deiner Problembeschreibung zufolge denke ich auch, dass das der böse Bube ist. Der Schlitten (das Oberteil) wird an einer Ecke um 1/100mm zu hoch sein und darüber kippeln. Klappert er auch auf der Platte?
Harald F. hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 11:04
In der einen Diagonalen wackelte die Anzeige um 2 µm, in der anderen um 20 µm :o
Ich habe das an verschiedenen Stellen probiert: größenordnungsmässig immer mit dem selben Ergebnis.
Die 20µm sind 2x1/100mm.
Harald F. hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 11:04
Das würde hochgerechnet auf die Länge des Schlittens einen Fehler von mindestens 0.04 mm bedeuten, also inakzeptabel.
Der Fall liegt dann ja - wenn es vom Oberteil kommt - nicht mehr vor.

Gruß,
Jochen

Keilwinkel
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Re: meine "neue" Torsa Drehmaschine

Beitrag von Keilwinkel » Fr 17. Aug 2018, 13:28

Hallo Harald,


Ich habe da einen Verdacht, und lasse mal ohne weitere Erläuterung das Bild sprechen:
A.JPG

Vielleicht kippelt der Planschlitten deshalb? Mit der Messuhr tastest du ja nicht den Bereich ab, der vom Schwlabenschwanz verdeckt wird.


Gruß
David

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