Maximat Standard angekommen

Zeigt uns eure Maschinen!!
Dennis R.
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Maximat Standard angekommen

Beitrag von Dennis R. » Do 1. Dez 2011, 20:02

Hi,

Ich bin (bzw war..) schon lange auf der Suche nach einer älteren Drehmaschine so um die 200kg rum. Automatischen Vorschub sollte se haben und recht stabil gebaut sein. Hatte die ganze Zeit über eine Myford ML7 oder ne Emco 8 im Auge aber da mir die Myford mit Transportschaden im Ebay durch die lappen gegangen ist habe ich beim nächsten Angebot zugeschlagen,eine Emco maximat Standard.
Hab die Maschine per Spedition zu mir schicken lassen und am Dienstag war sie dann endlich da :2up:

Hatte leider noch nicht die Möglichkeit die Maschine groß auszuprobieren,hab nur mal schnell was Probegedreht.
Ein paar kleinere Defekte und Macken habe ich gefunden aber das wird sich hoffentlich fix richten lassen. Unter anderem schließt die Schlossmutter nicht richtig,die Elektrik sieht nichtmehr so frisch aus (gut,eigentlich gibts da nicht mehr als einen Schalter und die Zuleitung..) und ein bisschen Dreck und Flugrost hat sie mitgebracht.

Dem Rost werde ich mit Rostentferner von Hammerite auf den Pels rücken,das hat bisher immer super funktioniert.
Das Umkehrspiel der Spindeln scheint nicht besonders ausgeprügt zu sein,Glück gehabt.


ABER...wie vermesse ich die Maschine jetzt bzw was kann man alles Messen um Aufschluss über den letztendlichen Zustand zu erhalten ?


So,das war jetzt Text..nun kommen die Bilder die jeder erwarte ;)
Dateianhänge
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Gesamtansicht
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Zubehör
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Vorgelege
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Futter

Hartmut
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Hartmut » Do 1. Dez 2011, 21:13

Hallo Dennis,

das gute Stück macht einen grundsoliden Eindruck,ich denke da kannst Du richtig was draus machen.
Das Zubehör ist wie ich sehe auch recht ordentlich,vor allem ein weiteres Backenfutter geht richtig ins Geld.

Wünsche Dir viel Spass beim reinigen und bin gespannt auf die ersten Drehergebnisse.

Gruß nach Gründau (Lieblos?)


Hartmut
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Dennis R.
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Dennis R. » Do 1. Dez 2011, 21:31

Ja,über das Futter habe ich mich sehr gefreut. Eine Planscheibe ist auch noch dabei,die hat aber nichtmehr auf den Werkstattwagen gepasst.

Richtig geraten,Lieblos. Woher kennt man das als Niedersachse ?

LG,
Dennis

Hartmut
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Hartmut » Fr 2. Dez 2011, 09:44

Dennis R. hat geschrieben:Ja,über das Futter habe ich mich sehr gefreut. Eine Planscheibe ist auch noch dabei,die hat aber nichtmehr auf den Werkstattwagen gepasst.

Richtig geraten,Lieblos. Woher kennt man das als Niedersachse ?

LG,
Dennis

Moin Dennis,

woher ich Gündau-Lieblos kenne?

Habe einige Jahre in Hanau- Wolfgang bei der NCS gearbeitet und musste immer schmunzeln, wie man einen Ort Lieblos nennen kann,wenn ich die A 66 entlang gefahren bin.


Gruß

Hartmut
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Elston
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Elston » Sa 3. Dez 2011, 00:24

Hi, das Umkehrspiel der Querspindel ist der beste Indikator für die abgeleistete Einsatzzeit einer konventionellen Drehbank. Bis 1/4 Umdrehung ist O.K.
Drehprobe: Ein Teil Diam. 30mm "fliegend" (kein Reitstock) auf 50mm Länge
schlichten (scharf geschliffener HM oder HSS Stahl) Dann den Durchmesser an beiden Enden messen,
das ist vorab ein Test. Wenn Du kein Mikrometer hast kannst auch eine Schiebelehre mit Feststellschraube als Rachenlehre verwenden.
Wenn das Ergebnis nicht O.K. ist, zuerst die Maschine nivellieren (Guss ist zäh wie Gummi !!!)
Test wiederholen.
Wenn es dann immer noch nocht passt kannst Du bei dieser Maschine (Flachbett-Emco) den Spindelstock
einstellen.
Hoffe, ich konnte helfen,
Christian

Elston
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Elston » Sa 3. Dez 2011, 00:31

Übrigens: Die Maschine ist nicht "geschönt" und auf den Fotos sieht das Ding sehr gut erhalten aus
Viel Spass damit ! Diese alten Emco haben übrigens extrem stabile Hauptspindellager, kein Vergleich zur ML7, ich kenne beide Maschinen. Super,Super
Christian

madmec
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von madmec » Sa 3. Dez 2011, 07:57

Elston hat geschrieben:Hi, das Umkehrspiel der Querspindel ist der beste Indikator für die abgeleistete Einsatzzeit einer konventionellen Drehbank. Bis 1/4 Umdrehung ist O.K.
Absolut :bindagegen:

Spindel und Mutter sind einfach zu tauschen- und genau das wird in der regel mehrmals im Maschinenleben gemacht. Meine alte Maschine bekommt jetzt von mir mindestens den 3. satz Muttern. Momentan fühlt sich Oberschlitten vom Spindelspiel an wie eine Neumaschine obwohl die dazugehörigen Führungen eher Bananenform haben...

Es gibt leider keinen "einfachen" Indikator für den Verschleisszustand der Maschine. Ohne aufwendige Messungen oder Zerlegung bekommst du keine belastbaren Ergebnisse. Selbst die Drehprobe sagt nicht viel aus, damit kann man einzig und alleine die ausrichtung des Spindelstocks zum Bett in Futternähe prüfen. Wenn die Katastrophal ausfällt kann die Maschine verschlissen sein, muss aber nicht. Wenn die jemand ohne ahnung zerlegt und danach nicht wieder ausgerichtet hat dreht auch eine topfitte Maschine konisch. Wenn die gut ausfällt kann das auch daran liegen das der Spindelstock nur dem Verschleiss entsprechend neu ausgerichtet wurde, was aber bei längeren Werkstücken dann unschön wird.

Wirklich entscheidend für den Wert einer Maschine ist der zustand des Bettes (Kapitale Getriebeschäden mal ausgenommen). Den ganzen Rest kann man relativ einfach und günstig instandsetzten, das Bett schleifen lassen ist bei grösseren Maschinen sehr teuer.

Das Bett kann man relativ einfach prüfen:
Schlitten ans Futter fahren, so dass der Meissel etwa 2-5cm vom Futter weg wäre. Jetzt in quer und hochrichtung ruckeln und sich merken wieviel Spiel man hat. Dann Schlitten auf Anschlag an die Reitsockseite und den Test wiederholen. Ist das Spiel deutlich kleiner oder lässt sich der Schlitten nur mit hohem Kraftauwand dahin Fahren ist das Bett verschlissen. Richtig interessante Prüfungen kann man eh erst machen wenn man die Maschine gekauft hat. z.B. Schlosskasten und Hintergreifleisten abbauen, das Schlittenoberteil am Reitstockende auflegen (Ohne Öl!), einen langen Flachstahl längs in den Meisselhalter spannen und den Schlitten hin und her wippen. Wenn das ding schaukelt wie Omma im Schaukelstuhl sollte man etweder bei Kurzen Werkstücken bleiben, Schlitten und Bett schleifen lassen oder im Branchenbuch unter "Metall- Recycling" nachschlagen. Oder man probierts aus und beschliesst damit zu leben, was zum wichtigsten Punkt überhaupt führt:

"Brauch Ich überhaupt eine einwandfreie Supermaschine?".

Auf 1/10mm genau schafft bei kleinen Teilen auch noch die ausgelutschteste Maschine. Wenn man zwischen Spitzen Dreht haben viele Fehler keine Bedeutung mehr und man bekommt mit ein bisschen mühe auch noch genaue Passungen hin. Und wenn man eh bloss an Landmaschinen rumschlossert passts sowieso.

Gruss

Thomas
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von murxxer » Sa 3. Dez 2011, 08:29

Morjen!

"Brauch Ich überhaupt eine einwandfreie Supermaschine?".
So isses!Halte mich mit meinen Tolranzen auch immer an die der Maurer:Die sind zufrieden wenn sie auf dem selben Grundstück bleiben.
Aber etwas anderes:
Auf den Bildern erfolgt der Antrieb der Leitspindel über einen Keilriemen.Ist das normal bei dieser Maximat?Für den Längsvorschub mag das ja reichen,aber Gewindeschneiden?Oder habe ich da irgendetwas übersehen?Kann man diesen Riemen überhaupt spannen?
Achim
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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von Minitech » Sa 3. Dez 2011, 09:35

Möglicherweise ist hinter den Riemenscheiben der Hauptspindel ein Zahnrad versteckt.
Zum Gewindeschneiden braucht man dann noch den Getriebekasten: http://www.lathes.co.uk/emco/page16.html

Die Konstruktion erinnert etwas an die Myford ML7.

Grüße

Herbert

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Re: Maximat Standard angekommen

Beitrag von eXact Modellbau » Sa 3. Dez 2011, 11:21

Minitech hat geschrieben:...Die Konstruktion erinnert etwas an die Myford ML7...
Das habe ich auch gleich gedacht. Allein schon das Flachbett.
Gruß
Larry

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