Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Zeigt uns eure Maschinen!!
davei58
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Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von davei58 » Mo 11. Feb 2019, 00:31

Hallo liebe Leute,

habe heute den ganzen Abend in eurem tollen Forum gelesen und mich dann zum anmelden entschlossen. Ich hoffe, ihr könnt mir auf die Schnelle helfen.

Ich habe einen mittelgroßen Notfall, dieser sieht folgendermaßen aus. Ich habe Mitte letzten Jahres eine Macmon M100 und eine Weiler Praktikant 800 erworben, soweit so gut.

Jetzt ist am Mittwoch die Abholung dran, ich habe mir letzte Woche die Maschinen mit dem Herrn der Transportfirma angeschaut und wir sind zu dem Entschluss gekommen, die Maschinen wie folgt zu heben: Die Macmon hat über den Spindel eine relativ massiv wirkende Öse sitzen, mit welcher wir die Maschine heben wollen. Bei der Weiler sprach der Herr zwar auch erst von den auch hier im Forum erwähnten Stahlstäben, allerdings meinte er dann, dass man die Drehbank auch am Maschinenbett heben kann.

Da ich auf diesem gebiet absoluter Anfänger bin, wollte ich aber nochmal sicher gehen und habe mich hier nun ein wenig eingelesen. Im Forum ist auch bei der Macmon von Stahlstäben für den Transport die Rede. Jetzt bin ich ein wenig verunsichert und wollte daher nochmal sicher gehen.

Gibt es bei der Macmon eine solche Öse zum Heben oder ist diese für etwas anderes gedacht? Und sollte sie nicht dafür gedacht sein, kann ich dann nur über die Stahlstäbe heben oder gibt es noch eine andere Möglichkeit? Die Durchführung liegt über den hinteren Füßen, ist das richtig?

Gleiches bei der Weiler, kann man diese links und rechts unter dem Maschinenbett mit Schlaufen heben oder müssen es dort auch zwangsläufig die Stahlstäbe sein?

Da ich vor Mittwoch voraussichtlich nicht mehr zu den Maschinen kommen wäre es super, wenn ich das irgendwie mit eurer Hilfe klären könnte.

Schonmal besten Dank für eure Hilfe im Voraus!

Gruß

Davide

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Das Span-Orakel
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von Das Span-Orakel » Mo 11. Feb 2019, 01:26

Ich kann die Öse, die Du meinst, leider örtlich nicht zuordnen. Wenn diese aber, wie Du sagst, über der Spindel liegt, würde das bedeuten, daß sie sich am Y-Schieber befindet.
Ich kann nur davon abraten, die Maschine dort anzuheben, da die Y-Führung dabei fast das gesamte Maschinengewicht tragen müßte. Dafür ist sie nicht ausgelegt. Abgesehen davon, daß die Führung völlig engegen des Konstruktionssinnes belastet würde, kann sie im ungünstigsten Fall am Maschinenständer reißen. Die Materialstärke zwischen der Führung und der Ständeraußenseite ist zumindest bei der FP1 nicht sonderlich stark. Damit wäre die Maschine erstmal ein Totalschaden. Versuche auf jeden Fall, das Hauptgewicht über Anschlagpunkte direkt am Ständer aufzunehmen. Die Anleitung des Herstellers sollte auch Auskunft über das korrekte Heben der Maschine geben.

Drehmaschinen neigen dazu den Schwerpunkt nahe des Spindelstocks zu haben. Meine DL 3 z. B. kann ich am Bett überhaupt nicht heben, sie kippt sofort richtung Spindelstock ab. Und selbst wenn es gehen sollte, sehe ich die Gefahr, das während des Hubs die Schlingen verrutschen, je nachdem wie der Spreizwinkel ausfällt, und es wieder Schwerpunktprobleme entstehen. Was spricht eigentlich gegen die Nutzung der Stahlstangen?

davei58
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von davei58 » Mo 11. Feb 2019, 01:45

Die Öse kann man auf dem Bild sehen, scheint aber wirklich nicht für den Transport zu sein. Anleitungen wären eine gute Hilfe, zur Macmon gab es aber leider nichts und die zur Weiler ist gerade nicht zur Hand.

Gegen die Nutzung der Stahlstangen spricht eigentlich nichts, nur das ich bis jetzt nicht genau weiß, wo diese eingesetzte werden, wie viele es sind, und wie sie bemessen sein sollten. Ließe sich das hier irgendwie herausbekommen, wäre das klasse. Aber auf gut Glück irgendetwas einpacken, das haut bestimmt nicht hin. Ich muss mich nochmal bei dem Transportunternehmen erkundigen, evtl. haben die sowas verfügbar.

Schonmal besten Dank für die erste Hilfe!
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Das Span-Orakel
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von Das Span-Orakel » Mo 11. Feb 2019, 02:31

Welchen Durchmesser die Stahlstangen für die Macmon haben müssen, kann ich Dir leider nicht sagen. Das hängt sicher auch mit den Durchmessern der zugehörigen Bohrungen zusammen. Zum Vergleich kann ich Dir aber sagen, daß Deckel im Manual für die FP2 NC eine Stahlstange mit 50 mm Durchmesser und 800 mm Länge vorgibt, die FP3 NC benötigt derer zwei.

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Rainer60
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von Rainer60 » Mo 11. Feb 2019, 06:06

Hoi Davide
Die Weiler kann mit Hebegurten um das Maschinenbett angehoben werden. Kritisch ist dabei, dass Leit- und Zugspindel sowie die Schaltwelle nicht verbogen werden. Bei solchen Transporten habe ich mir passende Holzklötze angefertigt, welche über die Spindeln herausstehen. Wichtig ist, dass sich die Holzklötze nicht nach oben verschieben können und dadurch die Spindeln verbiegen. Idealer wäre, wenn die Hebegurte in der mitte des Maschinenbettes um die Verstrebungen geschlauft werden können.
Die Macmon ist etwas schwieriger zu beurteilen. Hier ist der Hinweis auf eine Welle Ø35x1‘000mm viewtopic.php?t=11874&start=10
Vielleicht kann Dir der Achim, der Holger oder sonstwer Tipps geben.
Die angesprochene obere Verzierungsöse dient lediglich dazu, den Kopf abzunehmen aber niemals um die Maschine anzuheben.
Wie hat denn der Vorgänger die Maschine transportiert? Hoffe nicht über diese Öse. Sonst würde ich mir die Schwalbenschwänze mal ganz genau ansehen, ob nicht in der Ecke der Lack abgeplatzt ist. Wäre nicht die erste Maschine die ich gesehen habe, welche infolge unsachgemässem Transport dem Recycling zugeführt wurde.
Würde Tisch und Kopf demontieren. So liegt das Gewicht dann bei geschätzten 650kg. Womöglich kannst den oberen Schlitten ganz ausfahren und ebenfalls abnehmen. Ich vermute, dass dann im innern der Maschine an eine Strebe o.ä. kommst um ein Gehänge anzuschlagen.

Die Bedienungsanleitung könnte weitere Hinweise enthalten
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 39-84-1884

Finde es Schade um das halbe Jahr die Du Zeit gehabt hättest den Transport vorzubereiten. Die Standzeit wird Dir der Spediteur wohl in Rechnung stellen, wenn die Vorbereitung nicht abgeschlossen ist.

Nun dann viel Erfolg und keine Schäden :hi:
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von Mrfourstroke » Mo 11. Feb 2019, 06:32

Wie von den Vorrednern geschrieben bitte die Macmon auf keinen Fall an der Öse anheben! :o Die hat sich vmtl. jemand dran gebastelt um den Vertikalkopf leichter an und abbauen zu können, die Öse scheint nur in das Schmiernippelgewinde eingeschraubt zu sein!
Richtigerweise wird, wie schon geschrieben, eine Welle durch die Bohrung im Maschinenfuss geschoben (motorseitiges Ende des Fusses) und dann idealerweise jeweils eine Hebeschlinge um die Wellenenden gelegt. Jeweils ein Strang der Hebeschlingen wird dann vor der Spannbrust (Aufspanntisch abmontieren!) vorbeigeführt, der andere läuft einfach direkt nach oben zum Anschlaghaken deines Hebezeugs hoch. Ggf. an der einen oder anderen Stelle noch Vierkanthözer beilegen um sie zum sauber auszutarieren und die Schlinge zerstörungsfrei an Hebeln/Schaltern vorbeizuführen.

Gruss
Volker
Gruss, Volker

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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von harlfing » Mo 11. Feb 2019, 07:27

Hallo Davide,

Die Weiler würde ich N I C H T am Maschinenbett anheben. Die Gefahr dass etwas verbiegt oder bricht ist groß !!!

Die beiden Sockel haben Bohrungen vorne und hinten (d ca. 40 mm, eventuell mit Kunststoffkappen verschlossen) ungefähr da wo das Maschinenbett aufliegt.
Durch diese Bohrungen werden die Stahlstangen geschoben. An den Stahlstangen setzen die Hebegurte an.
Du kannst massive Stangen oder einfache Rohre verwenden, sie müssen nur durch die Bohrungen passen.

Bei meiner Matador (gleiche Gewichtsklasse) gibt es diese Bohrungen auch.
Zum Heben habe ich zwei Wasserleitungsrohre (3/4", ca. 80 cm lang) und 2 Gurte verwendet.
Das war billig (die Rohre gibt es in jedem Baumarkt) und hat einwandfrei funktioniert.

Wenn Du willst, scanne ich Dir die Skizze aus der Bedienungsanleitung.

Viel Erfolg und Grüße
Justus
+++ Schwerter zu Zapfhähnen ! +++

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Mrfourstroke
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von Mrfourstroke » Mo 11. Feb 2019, 09:22

harlfing hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 07:27
Hallo Davide,

Die Weiler würde ich N I C H T am Maschinenbett anheben. Die Gefahr dass etwas verbiegt oder bricht ist groß !!!
Spindelstockseitig gebe ich dir recht wegen der Gewichtsverteilung recht, reitstockseitig sehe ich das unkritisch. Bei meiner Condor hätte ich zum Versetzen sonst den ganzen Glasmassstab der Digitalanzeige abbauen müssen, da dieser die Bohrung zum Durchschieben der Gewindestange verdeckt hat. Ich habe daher unter die Versteifungsrippen ein massives Kantholz untergelegt um die Last auf mehrere Rippen und va. die seitlichen Wangen zu verteilen.

Gruss
Volker
Gruss, Volker

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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von FriesenSpan » Mo 11. Feb 2019, 09:49

So möchte Frau Deckel "umgarnt" werden:
Deckel-Transport.JPG
Deckel-Transport.JPG (29.55 KiB) 1010 mal betrachtet
Und so Frau Zubal:
Zubal.jpg
Zubal.jpg (90.37 KiB) 997 mal betrachtet
... geht aber auch so:
Mt-Transport.jpg
(Jaaa okay ... das war noch Frau Kunzmann :pfeif: )

"German Angst" lässt grüßen ...
Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-How nicht ersetzen.

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sm designs
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Re: Transport-Notfall / Macmon M100 / Weiler Praktikant 800

Beitrag von sm designs » Mo 11. Feb 2019, 10:09

FriesenSpan hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 09:49
So möchte Frau Deckel "umgarnt" werden
Das "schöne" - Sie lässt sich nicht so! "umarmen" ... es fehlt die entscheidende Bohrung!
Gruß Michael
  • Ich kann es mir nicht leisten billig einzukaufen :smilingplanet:

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