Drehmaschine für den Hobbybereich

henrik22
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Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von henrik22 » Do 8. Nov 2018, 17:30

Hi,

habe mich hier angemeldet da ich euren Rat brauche.


Da ich viel am Schrauben bin und hin und wieder selbstgedrehte Teile brauche möchte ich mir gerne eine kleine Drehbank anschaffen. Ich hätte da die Wabeco D3000 im Visier. Jedoch sollte die Maschine auch fähig sein, Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 abdrehen zu können und ggf. ein Gewinde drauf schneiden. Sprich Wechselräder sollten auch dabei sein. Ist das mit so einer kleinen Maschine möglich die ca. 100kg wiegt? Die Steifigkeit kann ja mit einer großen Maschine die mehrere hundert Kilo wiegt nicht mithalten. Hat da wer Erfahrungen, wie sich höherfeste Stähle auf solchen kleinen Maschinen drehen lassen?

Große Maschinen kommen für mich nicht in Frage da ich sie

1. nicht bewegen kann aufgrund des Gewichts
2. der Platz nicht da ist
3. der Preis über dem Budget liegt

Bitte keine Vergleiche mit CNC Highend Maschinen. Die Maschine sollte lediglich Stücke von ca. 200mm Länge mit einer Genauigkeit von ein paar hundertstel drehen können. Die Angaben von Wabeco sind gar nicht so übel oder was meint ihr?

:thx: :2up:

Limbo
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Limbo » Do 8. Nov 2018, 17:52

Natürlich geht Das.
Ich habe nichts gegen Wabeco aber eine Maschine, bei der Schlitten und Reitstock auf Prismen direkt auf dem Bett laufen sind steifer und im Preis günstiger.
Such mal bei HBM, Paulimot oder den anderen Verdächtigen nach Drehmaschinen in der gleichen Größe. Möglich, dass die Maschinen dann etwas schwerer werden, aber mit einem Rollbrett, 250 KG Kettenzug und einer Bockleiter bekommst Du die Maschinen sogar alleine bewegt und auf die Werkbank.

Wenn Du hast, dann nimm eine Maschine mit Drehstrom und achte auf Metall Zahn- und Wechselräder.
Mit meiner Maschine, -siehe Signatur-, habe ich jedenfalls schon Edelstahl und andere harte Stähle so wie 10.9-Schrauben bearbeitet.

Hans
Drehmaschine Dema LSDM 6133
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flexiblebird
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von flexiblebird » Do 8. Nov 2018, 17:59

henrik22 hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 17:30
Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 abdrehen zu können und ggf. ein Gewinde drauf schneiden.
Ich denke mal, das kannst du vergessen. Lese
https://de.wikipedia.org/wiki/Zerspanbarkeit_von_Stahl
und ordne die 10.9er unter Gehärteter Stahl ein.
henrik22 hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 17:30
Wabeco D3000
Ganz allgemein mag ich diese Rundsäulenführung nicht, weder bei Drehmaschinen noch Fräsmaschinen.
Schwingt mir zu sehr. Wabeco hat aber auch richtige Drehmaschinen mit Gussbett im Angebot.
Wabeco F1200, RC6123BX500, Emco BS2, Woodstar PB06, Proxxon FKS/E

henrik22
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von henrik22 » Do 8. Nov 2018, 18:02

Hi,

danke für die schnelle Antwort.

Hört sich interessant an. Das mit der Prismenschiene wusste ich nicht. Dann werde ich nach sowas Ausschau halten.

Der Preis wäre ok, eventuell findet sich was gebrauchtes.

Drehstrom habe ich (noch) nicht. Aber eine Drehstrommaschine kann man ja auch ans 230V Netz anschließen fürs erste. Ist ein Direktanschluss mit 4mm² und 25A.

@flexiblebird

Meinst du das mit der Zerspanbarkeit jetzt generell oder nur in Bezug auf kleine Maschinen.

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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von 0815^ » Do 8. Nov 2018, 18:07

flexiblebird hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 17:59
henrik22 hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 17:30
Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 abdrehen zu können und ggf. ein Gewinde drauf schneiden.
Ich denke mal, das kannst du vergessen. Lese
https://de.wikipedia.org/wiki/Zerspanbarkeit_von_Stahl
und ordne die 10.9er unter Gehärteter Stahl ein.
henrik22 hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 17:30
Wabeco D3000
Ganz allgemein mag ich diese Rundsäulenführung nicht, weder bei Drehmaschinen noch Fräsmaschinen.
Schwingt mir zu sehr. Wabeco hat aber auch richtige Drehmaschinen mit Gussbett im Angebot.

Ich habe schon oft Schrauben, Klasse 10.9, abgedreht. Ich hatte nie Probleme.

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ostwestfale
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von ostwestfale » Do 8. Nov 2018, 18:19

henrik22 hat geschrieben:
Do 8. Nov 2018, 18:02
Aber eine Drehstrommaschine kann man ja auch ans 230V Netz anschließen fürs erste. Ist ein Direktanschluss mit 4mm² und 25A.
Wie soll das gehen ?
Ausser mit einem Frequenzumrichter

Gruß aus Bielefeld
Hans

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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von henrik22 » Do 8. Nov 2018, 18:24

Ja, richtig.

3-phasen sind vorhanden, allerdings müsste ich erst eine 5-adrige Leitung legen.

Geht eigentlich eine 230V Maschine schnell in die Knie? Kommt halt auf den Durchmesser des Werkstücks an (Hebelwirkung) und eben wie viel man auf einmal abtragen möchte?

Die Maschine in deiner Signatur werde ich mir aber mal genauer anschauen.

Limbo
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Limbo » Do 8. Nov 2018, 18:28

Hier mal eine Meinung aus dem Forum zu Schrauben bearbeiten:
stefangtwr hat geschrieben:
Mo 14. Sep 2015, 16:04
Ich nehm gerne alte Schrauben als Rohmaterial - ab 8.8 aufwärts sind die schön vergütet. Manchmal erwischt man eine Sau die sich kaum bearbeiten lässt, andere lassen sich dagegen wie Automatenstahl zerspanen.
Meine Sägedorne für die Fräsmaschine hab ich z.b. aus M27 Schrauben gedreht..
gruß Stefan
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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Helix » Do 8. Nov 2018, 18:48

Wie soll das gehen ? Ausser mit einem Frequenzumrichter
Steinmetzschaltung - ist doch selbst hier im Forum gang und gäbe, und kostet nur nen Zehner - dafür Verluste bei Drehmoment und Leistung.

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Re: Drehmaschine für den Hobbybereich

Beitrag von Albego » Do 8. Nov 2018, 18:54

Hallo henrik22,

wenn schon ne WABECO, dann würd ich mir die Drehmaschine D6000 Ausstellungsmaschine von denen Anschauen.

Okay, sie ist etwas schwerer mit 150 kg, hat aber auch dafür eine größere Spitzenweite von 600 mm, und ist sogar noch ein klein wenig günstiger.

Da denk ich mir das Du dich in einer ganz anderen Preisklasse bewegst als sonst so der untere Durchschnitt hier, und dadurch bei Paulimot (als schnelles Beispiel) eine andere Auswahl mit 230 Volt anschluss hast, aber NÖ da ist die Luft recht knapp. Zumal dann das Gewicht zu schlägt, mit mindestens doppelt so schwer wie von dir gedacht. Aber dafür bedeutend günstiger als bei WABECO.

Kurz und gut.
Bei deiner Preisvorstellung würde ich mir wirklich verschiedene Händler anschauen. Denn, auch wenn 'China-Maschinen', so bekommst Du für etwas weniger Geld durchaus noch mehr geboten, als von WABECO. Aber überhaupt eine geeignete, oder passende Maschine zu bekommen, ist mit reichlich recherchieren verbunden um die Vor- und Nachteile abzuwägen.

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Glück und Erfolg. :2up: :trink2:



Es grüßt
Bernhard

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