EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

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Karsten
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Karsten » Do 12. Apr 2018, 15:28

SchlosserIng hat geschrieben:Die Riemenbremse reicht als Arretierung beim Zugstangen-Anziehen bzw. -Lösen? Oder hab' ich da was missverstanden?
Moin Gottfried,
schau mal hier:
DSCF8690.JPG
DSCF8718.JPG
Das wird das fehlende 130er/M1,25 Wechselrad für meine Drehbank.
Zahntiefe 2,75mm in Stahl (St37)
Auf den Rat hier aus dem Forum hin, habe ich mit einem 80x1,3mm Sägeblatt vorgefräst.
80mm HSS-Sägeblatt mit 2,5mm Zustellung, sowie anschließend der Modulfräser
brauchen aber niedrige Drehzahlen in Stahl (200-250U/min.)
Wenn ich aber diese Drehzahl an unserer Maschine einstelle, bleibt die Maschine
mangels Drehmoment stehen sobald ich in's Werkstück "einfahre".
Da muss man min. 450 U/min voreinstellen.
Wenn ich aber mit 450 U/min in's Werkstück einfahre hatte ich Sorge, dass
das Sägeblatt keine 130 Zähne hält (und ich habe nur das eine ...)
Deshalb hatte ich leider Ergebnislos bei den "microcontrollern" nach einer Drehzahl-
stabilisierung angefragt.
Also habe ich erstmal 450 U/min eingestellt und mit dem Finger an der Spindel
während des Einfahrens auf ca. 280 U/min heruntergebremmst.
Nach 5 Zähnen war mir aber schon klar, dass mein Finger das keine 130 Zähne mitmacht. :-D
Da habe ich mir diese Bremse gebaut.
Jetzt stelle ich im Leerlauf 450U/min ein, bremse dann auf ca. 280 U/min herunter
und habe 250 U/min wenn das Sägelblatt voll im Stahl ist.
Hat funktioniert: Der letzte Schnitt ist identisch mit dem Ersten und das Sägeblatt
ist noch in TOP-Zustand. :-)

Gruß Karsten
Friedrich See EP1, Artec X3 Super L (Sieg SX3L), Georg Huhnholz UF12, Rexon RDM100A, Boley 8mm,
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Schulli
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Schulli » Do 12. Apr 2018, 17:11

Ahaaa... und mir war bisher nicht klar warum du bei dieser kleinen Maschine eine Spindelbremse brauchst. Das mit der niedrigen Drehzahl hab ich dank Drehstrommotor gelöst. Bei 150 U/min schaff ich
nicht die Spindel mit der Hand festzuhalten. FU mit Vektorregelung.

Gruß
Lothar
MfG
Lothar



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Fräse BT-MR 550 Zahnriemenantrieb, FU Drehstrommotor, Hüfthalter
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Schweissgerät: BT-EW 160
Sägen: MBS 125 V
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SchlosserIng
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » Do 12. Apr 2018, 17:45

Danke für die Aufklärung, Karsten, und auch von mir "Aha"!

Da beißt sich die Katze in den Schwanz!
Ich hatte ja weiter vorn geschrieben, dass ein Grund für meine angestrebte Drehzahlerweiterung (nach unten) beim Umbau auf Riemenantrieb "weggebrannte" Sägeblätter waren.
Ob für Deinen Fall Sägeblätter "60x1,3x16?" beschaffbar wären, habe ich nicht erkundet und wahrscheinlich würde die dabei entstehende Geschwindigkeitsverringerung noch nicht einmal ausreichen - und wenn es auch so "funzt", ohne dass Deine Fingerkuppen vorübergehend ihre daktyloskopischen Identitäten verlieren, ist es doch gut.

Wenn Du im nächsten Schritt mit einem Modulfräser durchfährst, "läuft" das wohl weniger geräuschvoll/mit weniger Moment/??? ab?
Macht's besser
Gottfried

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SchlosserIng
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » Sa 30. Jun 2018, 22:07

Hallo, Kollegen, ich kann mal wieder eine Fertigstellung vermelden - den Umbau auf Riemenantrieb mit Erweiterung auf 4 Drehzahlstufen.
Riemenantrieb1.JPG
Das Ergebnis ...
Riemenantrieb2.JPG
... und eine Detailansicht
Riemenantrieb2.JPG (76.46 KiB) 791 mal betrachtet
Beim Fertigen der Frästeile hatte ich (das zweite Mal) kaputte Zahnräder. Glücklicherweise lag das Kunststoff-Zahnrad außen (auf der Zwischenwelle) als Ersatzteil bereit, konnte leicht gewechselt werden. Die schnelle Stufe des Schaltgetriebes war noch "nutzbar", so dass die Grundplatte und die Motorträgerplatte fertig gemacht werden konnten.
Der Ausbau der Spindel war mühsam, obwohl ich beim letzten Zahnräderwechsel den (sinnlosen, konstruktiv falschen) Press-Sitz der Kugellager auf der Spindel schon ein wenig veringert hatte. Die Kugellager, damals schon "angenascht", konnten nur zerstörend ausgebaut werden.

Faul, wie ich bin, wollte ich mir das Ausrichten des Spindelkopfes sparen und zerschnitt einfach das sowieso defekte, auf der Spindel sitzende Doppelzahnrad. Die Zwischenwelle konnte komplett drinbleiben; damit mussten auch die anderenfalls entstehenden Löcher im Spindelkopf nicht wieder verschlossen werden.
Umbau1.JPG
Umbau1.JPG (80.77 KiB) 791 mal betrachtet
Danach bearbeitete ich die Spindel solange mit Schleifpapier (pfui, war aber meine einzige Möglichkeit), bis sich die Kugellager saugend draufschieben ließen.
Umbau2.JPG
Umbau2.JPG (68.65 KiB) 791 mal betrachtet
An Stelle des äußeren Zahnrades auf der Zwischenwelle muss eine Hülse die Zwischenwelle obenhalten. Sie würde sonst nach unten rutschen.
Umbau3.JPG
Umbau3.JPG (73.38 KiB) 791 mal betrachtet
Aber Pustekuchen - die originale Halbrundkopfschraube kratzte an der Spindelriemenscheibe und musste durch eine Senkschraube (in einer Scheibe mit Senkung) ersetzt werden.
Umbau4.JPG
Umbau4.JPG (46.57 KiB) 791 mal betrachtet
Die Probemontage von Grundplatte und abgedrehter Spindelmutter brachten keine Überraschungen.
Umbau5.JPG
Umbau5.JPG (63.96 KiB) 791 mal betrachtet
Auch die Montage der Zwischenriemenscheibe und des Motors auf der Motorträgerplatte war problemfrei.
Umbau6.JPG
Umbau6.JPG (72.72 KiB) 791 mal betrachtet
Die übriggebliebenen Bauteile werden natürlich aufgehoben, falls doch Rückrüstung notwendig sein sollte.
Umbau7.JPG
Umbau7.JPG (54.63 KiB) 791 mal betrachtet
.
Das Maschinchen macht jetzt wesentlich weniger Geräusche; man hört nur noch das eingreifende Werkzeug. Schon dafür hat sich der Umbau gelohnt.
Für das gleichzeitige Spannen der beiden Keilriemen reicht meine Daumenkraft nicht aus - ich muss mir also irgendwo/irgendwie dafür noch einen Hebel anbauen.
Die in früheren Posts erwähnten Keilriemen aus dem Nähmaschinen-Ersatzteilsektor, auf die ich meine ganze Kosntruktion abgestimmt hatte, waren übrigens zu lang und ich musste neue (5 x300(innere Länge)) bestellen. Anscheinend kann man die äußere Länge eines Keilriemens nicht einfach durch Abwickeln bestimmen, wie ich das dachte. Hat da jemand einen Tip dazu?
Macht's besser
Gottfried

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von HansD » So 1. Jul 2018, 15:04

Gottfried, das sieht gut aus!
Ich hatte auch mal darüber nachgedacht aber mir waren die drei Riemenebenen und das Handling mit den zwei Riemen zu aufwendig.
Das ganze aber mit einem einstufigen Riementrieb zu lösen überzeugte mich auch nicht weil die erzielbare Übersetzung dabei nicht gross genug würde.

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » So 1. Jul 2018, 20:32

Ja, Hans, wir hatten dazu PN's ausgetauscht. Ich kann mich noch erinnern, dass die maßlichen Bedingungen bei Deiner Fräse anders liegen.

Zu bedenken möchte ich aber geben: Wenn die Fräse erst mal kaputt ist, kann man sie nicht mehr für den Umbau nutzen - jedenfalls war's bei mir (fast) so. Ich hatte schon geschrieben, dass ich nur eingeschränkt (im schnellen Gang) weiterarbeiten konnte ...

Bei der Konstruktion hatte ich nicht viel Platz für die Scheiben. Spindel und Motorwelle geben nicht mehr her - deshalb muss es so eng zugehen.
Scheibenplanung.jpg
Resultat war dann die nachstehend gezeigte Lösung für die Zwischenscheiben-Konstruktion - ich freue mich ehrlich, dass ich das ohne das 3D-Programm (schon vorher) hinbekommen hatte.
Zwischen-Scheibe+Achse.jpg
Die beiden Teile sind in Fertigungslage gezeichnet. Für die Montage muss die Scheibe um 90° nach links und die Achse um 90° nach rechts gedreht werden.
Auf der Achse sitzt zwischen den beiden Kugellagern eine Scheibe 10x1,2dick und am Ende der Achse hält eine M4-Scheibe die Lager drauf.
Zwischen-Scheibe+Achse.jpg (69.35 KiB) 747 mal betrachtet
Kannst Du mir mit Erklärungen bei meiner Keiriemenlängen-Mess-Pleite weiterhelfen?
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von HansD » So 1. Jul 2018, 21:07

SchlosserIng hat geschrieben:
So 1. Jul 2018, 20:32
1) Wenn die Fräse erst mal kaputt ist, kann man sie nicht mehr für den Umbau nutzen
2) Kannst Du mir mit Erklärungen bei meiner Keiriemenlängen-Mess-Pleite weiterhelfen?
1) Wohl wahr. Ich habe vorbeugungshalber ein Zahnrädersonderangebot genutzt weil ja selten etwas kaputgeht für das man Ersatzteile hat...
Danke für die Zeichnungen - auch wenn ich hoffe sie nicht zu benötigen.

2) nicht wirklich. Ich habe für die Drehe mehrere Längenangaben gefunden und auch noch die Aussenlänge abgewickelt.
Letztlich habe ich zwei verschieden lange Riemen gekauft und den leichter montierbaren montiert und den anderen als Reserve beiseite gelegt...
Nach Norm wird wohl der Riemen auf zwei Scheiben aufgelegt die mit einer definierten Kraft auseinandergezogen werden und dann die Länge über den Achsabstand und die Riemendurchmesser ermittelt.

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » So 1. Jul 2018, 21:15

Ich habe eine ähnliche Vorrichtung beim Gummi- und Normteile-Händler gesehen, aber da wusste ich schon von meiner Misere.
Die "falschen" Keilriemen müssen einfach auf eine neue Anwendung warten - da habe ich keine Bedenken ...
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » Di 10. Jul 2018, 11:40

Hallo Kollegen!
Der Fairness halber möchte ich Euch auch von den festgestellten Nachteilen meiner Variante "Umbau auf Riementrieb" berichten.
Bein Fräsen von Teilen für die (noch fehlende) Rückenstütze wollte ich ein Stück Flachmaterial St38, 60x10x320, mit einem HSS-"Sägeblatt"-Fräser 60x1x16 längs teilen. Das hat bei niedrigster Übersetzungstufe (0 ... 500/min), etwa halber Motor-Drehzahl und Öltropfen-"Kühl"-Schmierung gut durchgehalten - prinzipiell hat der Umbau (neben der geringeren Geräuschbelastung) also schon Vorteile gebracht. Allerdings kann ich einen der Keilriemen (immer den auf der kleinsten Scheibe mit der größten Zugkraft - logisch) zum Durchrutschen bringen, obwohl der Riemen schon so stark gespannt ist, dass er sich nach innen wölbt.
Keilriemenspannung.JPG
Keilriemenspannung.JPG (37.54 KiB) 678 mal betrachtet
Die volle Motorleistung kann gar nicht genutzt werden; die flinken Feinsicherungen in der Steuerelektronik dürften mir in Zukunft also lange erhalten bleiben.
Mangels eigener einschlägiger Erfahrungen kann ich aber auch nur rätseln, wo die (Haupt-)Ursache des Durchrutschens liegt, vielleicht am Material (Alu) der Keilriemenscheiben oder daran, dass ich den Winkel der Keilrillen bei den kleineren Scheiben auch kleiner gemacht habe (wie im (Optibelt-TH-Keilriemenantriebe auf Seite 51 empfohlen)?
An die Scheiben-Durchmesser bin ich ja gebunden (Optimierungsziel) und mit größeren Riemen (6er) kann ich das Konstruktionsprinzip auch nicht realisieren ...

Zu meinem Trost: Wenn ich vorher beim Schlagzahnfräsen (Schnittkreis ca. ø30) nur max. 0,2 mm zustellen konnte, so geht das jetzt mit etwas mehr als 0,5 mm immer noch besser.
Wer möchte, darf mich ruhig bedauern; aber aus einer "zarten" Maschine wird trotz Verbesserungen kein Schruppwunder.
Macht's besser
Gottfried

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Karsten » Di 10. Jul 2018, 12:09

Moin Gottfried,
wenn der Riemen sich beim starken Spannen so durchwölbt,
würde ich Laie vermuten, dass der Winkel der Riemenscheibe nicht passt ?
(Zu groß ist...)

Gruß Karsten
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