Honen - welches Aufmaß?

wadwer
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Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von wadwer » Mi 13. Jun 2018, 11:17

Hallo zusammen,

ich möchte eine Zylinderbuchse (Verbrennungsmotor) aus GG25 mit einem Hongerät (siehe Foto/Anhang) honen.

Durchmesser ist 34 mm.

Ich möchte also die noch feinen Drehriefen nach dem Fein-Innenausdrehen mit dem Hongerät wegschleifen und einen Kreuzschliff erhalten (schonmal gemacht, funktioniert prima).

Meine Frage: wieviel im Durchmesser soll ich die Bohrung beim Feinausdrehen kleiner lassen, anders gesagt, wieviel Aufmaß im Durchmesser noch stehen lassen, weil ja
das Honen auch abträgt?

Geschätzt aufgrund von Anleitungen zum Bau von Modellverbrennungsmotoren würden wir mal 8/100 im Durchmesser kleiner bleiben, und hoffen die 8/100 durch das Honen
wegzubekommen.

Realistisch?

Da es um 14 Zylinderbuchsen geht (zwei 7-Zylinder Sterne) sollte das schon passen....

Danke mal für eure Einschätzung.

Gruß
Werner

Hongerät.docx
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sepp
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von sepp » Mi 13. Jun 2018, 11:29

Würde ich an einem Probeteil ausprobieren- hängt ja auch von der Oberflächengüte beim Feindrehen ab wieviel du noch honen musst um einen sauberen Kreuzschliff zu erhalten.....
Aber 8/100 würde ich so mal als zu viel erachten- ich würde bei 2-3/100 annehmen.

Dazu kommt, dass diese Hongeräte mit den 3 Steinen keine genaue Geometrie hinterlassen, dafür sind die ja eigentlich auch nicht gedacht. Wenn Du also zu viel Aufmaß mit dem Gerät wegnehmen musst kann auch deine angestrebte Geometrie ( Rund und Zylindrisch) darunter leiden- der Fehler kann umso größer sein je mehr abgenommen wird damit.

Mein Tip: 2/100

:hi: Sepp

R2S5V0
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von R2S5V0 » Mi 13. Jun 2018, 11:30

Max 3/ 100 mm. Das Ding nimmt doch nix weg.

R2S5V0
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von R2S5V0 » Mi 13. Jun 2018, 11:32

Oder wie ein alter motorenbauer sagte. Feinbohren reicht. Die ringe schleifen es glatt. Dann klemmt nix.

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goloman
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von goloman » Mi 13. Jun 2018, 12:21

Ich hone meine GG-Zylinder 50ccm selbst. Einzige Sinn und Zweck ist es den Kreuzschliff auf die Oberfläche zu bekommen.
Ich bearbeite den Zylinder fix und fertig auf das gewünschte Innenmaß - also ohne Aufmaß !!!
Als Faustformel Pro cm Bohrung bei Graugußzylindern 1,5 -2/100mm, bei Aluminium (Nicasil) 1/100mm Laufspiel - gemessen an größten Stelle.
Meine Erfahrung ist die, das das Ausbohren eines GG-Zylinder keine einfache Sache ist da rund um die Spülkanäle sich das Ausdrehwerkzeug oft Berge
und Täler aufwirft.

Dazu noch wichtig ist das Prüfen des Stoßspieles des oberen Kolbenring. Kolben & Ring aufziehen und ab in den Zylinder und schauen ob das Spiel, dort
wo der Kolbenring die Nut hat - auch Spiel hat.

Nette Grüße Andreas

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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von FG601 » Mi 13. Jun 2018, 12:29

max .3/100 eher noch weniger je nach dem wie fein Du das gedreht bekommst.
dein gezeigtes Gerät ist eigentlich nicht zum honen geeignet, je länger Du damit rum machst um so schneller wird es wieder ein Ei. Ich kann nur von abraten mit den Dingern überhaupt etwas zu machen.
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von Beobachter » Mi 13. Jun 2018, 14:03

FG601 hat geschrieben:
Mi 13. Jun 2018, 12:29
...
dein gezeigtes Gerät ist eigentlich nicht zum honen geeignet....
Das sagt der Herr Professor aus Bayreuth, also der berühmte Professor aus Bayreuth, auch ... und verwendet es in seinem Film dann dennoch zum Honen ... ;-)
Gruß!
Heinrich

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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von merlin » Mi 13. Jun 2018, 14:50

Hallo, ich hab solche Geräte für meine Motoren (V12 und Sternmotor) auch verwendet. Die Laufbuchsen wurden gerieben und die Kolben hatten 1-2 1/100mm Übermaß. Dann entstand aus einem Heckscheibenwischermotor und ner kleinen Ständetbohaschine ein Gerät welches einen Kreuzschliff erzeugte. Der Wischermotor hat den Pinolenhebel Auf und Ab bewegt. Das ließ ich solange laufen bis sich die Kolben in die Laufbuchse drücken ließen. Funktionierte prima! :2up:

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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von TGV-R » Mi 13. Jun 2018, 18:42

Man sollte beim Honen mindestens 3-5/100 mm wegnehmen. So zumindest die Angabe in meinem Instandsetzungsbuch.

Da du aber mit keinem "echten" Hongerät arbeitest würd ich es einfach mal austesten.
Ich kenn diese Hongeräte nur zum Nachbessern von leicht gefressenen Zylindern...

Aber bei einem Modellbaumotor ist das sicher nicht weiter tragisch wenn man mit dem Subito immer regelmäßig nachkontrolliert.

wadwer
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Re: Honen - welches Aufmaß?

Beitrag von wadwer » Mi 13. Jun 2018, 20:27

Hallo zusamemn -

danke für die Meinungen, decken sich doch recht einheitlich auf 2- 3/100 bzw. testen.

Ich werde ein Muster mit 3/100 drehen, messen, honen, nochmal messen, und ist die Entscheidung für die 14 Laufbuchsen wohl eindeutig.

Zum Gebrauchswert dieses Honapparats: ich habe den WT3030 von Wolfgang Trötscher nach Plan gebaut, habe damit gehont bis es ein richtiger 45° Kreuzschliff auf der Lauffläche war.
Der Motor (Viertakter) hat nun nach 1,5h Laufzeit eine bessere Kompression als am Anfang, springt tadellos von Hand an und die jetzige Kompression ist mind. so gut wie die von
industriell hergestellten 20 ccm Viertaktern.

DAs gilt auch im warmen Zustand.

Also bei dem Motor hat der Honapparat funktioniert.

Nochmals merci!

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