Teilscheibe, Hochgenau(?)

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Stahlfussel
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von Stahlfussel » Do 11. Jan 2018, 22:48

Tobias,
wir sind da einer Meinung. Der von mir angegebene Fehler besteht nur bei ungünstigen Kugelabfolgen, und da auch nur zwischen direkt benachbarten Kugeln. Ich - ich - könnte diese Abfolge nicht zielführend beeinflussen, da ich die Durchmesserunterschiede der Kugeln gar nicht erkennen könnte. Im pessimistischen Fall von Gruppen ungünstig verteilter Kugeln würde ich erwarten, daß die Rastung tatsächlich nur zwischen dafür geeignet liegenden Kugeln erfolgt - ganz ähnlich wie bei Maxens Kugeln zwischen den Messplatten, die günstigen (3) klemmen, die übrigen fallen raus. Wenn für eine gegebene Stellung der Teileinrichtung nur einige Kugeln an der Rastung beteiligt sind und diese damit die Stellung bestimmen (und der Rest weggefedert wird oder hohl liegt), dann werden das nach Verdrehung der Teileinrichtung aller Wahrscheinlichkeit nach andere Kugeln sein - oben andere und unten auch. Das führt zu einem Teilungsfehler, den ich nicht bestimmen kann, der aber sicher kleiner als der Maximalfehler ist. Der Fehler dürfte auch von Position zu Position unterschiedlich sein. Daher würde ich 1/72 des Einzelfehlers als einen möglichen, aber den optimistischen Fall ansehen.

Aber zum Trost: spätestens nach 72 Rastungen stimmt's dann wieder :o).

Gruß,
Jochen

Khan
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von Khan » Do 11. Jan 2018, 23:25

Hallo Stefan,
stefangtwr hat geschrieben: - In meiner Konzeptzeichnung fehlt ausserdem die Zentrierung der zwei Scheiben zueinander
[...]
Wenn man in einem der zwei Teile zwei Kugelreihen nebeneinander hätte wär der ganze Kram sogar selbstzentrierend, aber ich vermute dass das dann ein Einpasshorror wird.
Ich bin noch nicht ganz sicher, aber sollte nicht schon jeweils eine Kugelreihe selbstzentrierend sein? Ist doch im Prinzip nix anderes wie der Renishaw 3D Taster, dort hat man ja auch nur Punktkontakte zwischen runden (bzw zylindrischen) Körpern, die auf einem Kreis angeordnet sind.
Dann wäre eine zusätzliche Zentrierung nicht nur unnötig, sondern vielleicht auch kontraproduktiv (zumindest bei der Genauigkeit, die du anpeilst).

[Edit:] habe das gerade mal mit 2x3 Kugellagerkugeln ausprobiert. Diese zentrieren - dann müßte das ebenso für 2x72 Kugeln gelten, oder?

Gruß,
Martin
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Keilwinkel
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von Keilwinkel » Fr 12. Jan 2018, 00:09

Hallo Stefan,

Das Konzept mit den Kugeln is ja genial! Ich hoffe, du baust das Teil und wirst darüber berichten!?
Nebenbei mache ich mir so meine Gedanken, wie man die Nut so genau hinbekommt. Es muss ja nur einer der beiden Durchmesser genau stimmen. Ich würde das wahrscheinlich aus zwei Teilen konstruieren, und mich schleifend, oder läppend an einem der beiden Durchmesser, langsam an das gewünschte Maß herantasten.
Stahlfussel hat geschrieben:selbst G3-Kugeln können im Durchmesser mit +/- 5µ streuen
Ich bin gerade etwas schockiert,..... Das ist doch eine Größenordnung, bei der man die Kugeln selbst von Hand selektieren kann, indem man sie über ein Prisma, unter einer Messuhr,..... pardon,... einem Mahr Millitron durchschiebt?

Immerhin werden aber nur 0,08µ Unrundheit toleriert (sofern ich das der richtigen Tabelle entnommen habe?)



Gruß
David

Khan
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von Khan » Fr 12. Jan 2018, 00:14

Hallo Jochen,
Stahlfussel hat geschrieben:Ich brauche mindestens viermal möglichst exakt das gleiche Maß im Bereich von 20-25mm. Aber selbst G3-Kugeln können im Durchmesser mit +/- 5µ streuen (
Bist du dir sicher? Laut diesem Auszug der DIN 5401, gibt es 25mm Kugeln mit nur max G10, und dort beträgt die "Schwankung der Kugeldurchmesser in einem Los" nur 0,5µm.
Die 4mm Kugeln gibt es in G3 und die maximale Abweichung liegt da bei nur 0,13µm.

Gruß,
Martin
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von stefangtwr » Fr 12. Jan 2018, 09:00

Hallo, mein Sinuswinkel hat zwei Messflächen, eine für flach bis 45° die andere hat 45° und geht dann auf 90°. Wie kann man dann die Teilscheibe spielfrei lagern und dann ausnutzen (übertragen), mit Messflächen ? Spannmittel werden wohl zu ungenau sein? Freundliche Grüsse Andi
Das spannen/Klemmen des Sinuslineals seh ich weniger als Problem als das weiterschwenken, da wirken sich Fehler halt direkt auf die Winkelgenauigekit aus.

Ich vermute das alles was auf Umspannen und neu ausrichten basiert eher schlecht wird.

Wegen Kugelgenauigkeit:
Innerhalb eines Loses sind die Kugeln extrem eng gestreut - aber zwischen zwei Losen dürfen sie recht grob abweichen.
Hast Du eine Quelle für besonders gute Kugeln oder wie hast Du das vor?
Kugelwinnie ist immer mein erster Anlauf :D
das Prinzip ist, daß man die Kugeln auf eine Meßplatte verteilt, eine zweite, kleine Platte darüber.
Kann man ja notfalls mit zwei geschliffenen Platten machen, dann könnte das klappen. Aber soweit das ich meine Kugeln selbst selektieren will bin ich nicht.
Noch nicht 8-)

Und wegen der Kugeldurchmesser: Denkt daran das ich den Kram nicht nur aufeinander legen will, sondern bis auf Block zusammenziehen will - Ähnlich wie HSK, der ja auch überbestimmt ist, aber elastisch bis auf Block gespannt wird.
Ich hoffe, du baust das Teil und wirst darüber berichten!?
Sowas hochgenaues kann man nicht in seinem Keller herstellen 8-)
Ich würde das wahrscheinlich aus zwei Teilen konstruieren, und mich schleifend, oder läppend an einem der beiden Durchmesser, langsam an das gewünschte Maß herantasten.
Das ist eine sehr gute Idee, das bau ich mal in mein Gedankenspiel mit ein.

Gruß
Stefan

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Stahlfussel
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von Stahlfussel » Fr 12. Jan 2018, 11:18

Keilwinkel hat geschrieben:Ich bin gerade etwas schockiert
Hallo David,
ja, war ich auch - aber wie ich jetzt gelernt habe, habe ich die Tabelle völlig falsch interpretiert. In Martins Link wird das besser erläutert als in der mir bisher verfügbaren Unterlage. Danke Martin!

Deine Idee mit dem Prisma ist gut, nur würde ich in Abwandlung zwei Rundstifte nehmen. Das Prisma müsste ich erst läppen, die geschliffenen Stifte habe ich. Zu achten wäre auf das Problem der Messwertumkehrspanne der Messeinrichtung. Man dürfte daher die Kugel je Messvorgang immer nur einmal ganz durchschieben, also nicht das Maximum durch vor- und zurückrollen suchen. Da wäre dann eine Maximalwerterfassung hilfreich.
Eben beim Schreiben fällt mir hierzu gerade das Osborne Manoeuver ein. Der zugrundeliegende Sachverhalt lässt sich auch zum Kugelmessen nutzen. Um das Problem der Messwertumkehrspanne zu umgehen, könnte man das Prisma mit einem Anschlag für die Kugeln versehen. Die sich durch die wechselnden Kugeldurchmesser ergebenden Abweichungen vom Pol der Kugel, an dem man gerne messen würde, sind dann vernachlässigbar.
Khan hat geschrieben:Bist du dir sicher?
Gestern: Nö! Heute bin ich mir sicher, daß ich falsch lag.
Mit der Tabelle habe ich trotzdem noch Verständnisprobleme, mache dazu aber ein eigenes Thema auf, um Stefans Thema nicht zu zerschreiben.
stefangtwr hat geschrieben:Kugelwinnie ist immer mein erster Anlauf
Danke Stefan, den kannte ich noch nicht. Da bekäme ich sogar meine Kanonenkugeln für die Spatzen, wenn sie nicht gerade ausverkauft wären!

Gruß,
Jochen

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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von rotarysmp » Fr 12. Jan 2018, 12:59

Der kauf des Mahr Millitron hat ein latente Genauigkeitswahn in Stefan ausgelöst. Diese Krankheit is leider unheilbar :)

https://www.youtube.com/watch?v=sFrVdoOhu1Q&t=4s

Stefan hast du schon TU's als Kunden lukriert? Dort warten sicher einige interessante Projekte auf deine Fertigkeiten.
Gruss
Mark

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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von TheBlackOne » Fr 12. Jan 2018, 13:29

Ein Gedanke: Sagen wir die Nut ist im Umfang etwas zu gross, so dass zwischen der ersten und der letzten Kugel etwas Platz ist. Wuerde beim Aufsetzen einer zweiten Kugelbahn sich die Kugeln nicht auf gleiche Distanz jeweils zueinander anordnen?
Weiler LZD 220
Aciera F3 (zerlegt)
Strands S68 (zerlegt)
Arboga EP 308
Atlas Copco KT4A5
Origo HP-20
Oerlikon Minicito 180

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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von HansD » Fr 12. Jan 2018, 14:45

Ja. Aber nur wenn die andere bahn press voll ist.

Hans
Bauberichte Thread #12691

Bevor ihr euch ärgert über meine Beiträge - freut euch lieber über die vielen die ich nicht geschrieben habe!

tofro
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Re: Teilscheibe, Hochgenau(?)

Beitrag von tofro » Fr 12. Jan 2018, 15:09

TheBlackOne hat geschrieben:Ein Gedanke: Sagen wir die Nut ist im Umfang etwas zu gross, so dass zwischen der ersten und der letzten Kugel etwas Platz ist. Wuerde beim Aufsetzen einer zweiten Kugelbahn sich die Kugeln nicht auf gleiche Distanz jeweils zueinander anordnen?
Doch würden sie. Und wenn man das Oberteil um 90° dreht, würden sie sich wiederum anders anordnen - wollen. Nur leider wäre inzwischen die Vergussmasse, von der Stefan spricht, hart geworden. Das ganze ist ja dazu gedacht, dass es fest rastet - Da soll sich nichts bewegen. Das muss schon so passen, dass beide Nuten vollständig "voll" sind.

Tobias
Jemandem schon mal aufgefallen, dass die Anzeigen "Sie nutzen nur 30% ihres Gedächtnispotentials" zeitgleich mit der Einführung der IBAN verschwunden sind?

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