Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

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Ikosaeder
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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Ikosaeder » Mo 11. Mai 2020, 21:39

Mit Linde-Staplern habe ich bislang auch gute Erfahrungen gemacht. Meinen eigenen H30D habe ich 2014 mit knapp 16.000 Betriebsstunden um 2.250€ gekauft und hatte in den letzten 400h bislang keine Ausfälle oder Reparaturen. Der technische Zustand ist natürlich der Laufleistung entsprechend nicht mehr optimal, was angesichts meiner Nutzungsintensität nicht ins Gewicht fällt. Beispielsweise kann man nicht leugnen, dass der Hydrostatantrieb im Laufe seines Lebens einen beträchtlichen Teil seiner Nennleistung enigebüßt hat und große Steigungen unter Last nur noch mühsam bewältigt. Ausgeschlagene Lager oder gerissene Schweißnähte sucht man allerdings vergebens, was nach meiner Erfahrung mit Baumaschinen nicht selbstverständlich ist. Die Pedalsteuerung sehe ich sogar als Vorteil, da sie für jeden ungelernten Hilfsarbeiter nach 2min. Einarbeitungszeit begreiflich ist und keine zusätzlichen Handhebel oder Schalter benötigt, die fehlbedient oder abgebrochen werden können. Wollte ich heute einen gebrauchten Stapler kaufen, würde ich nicht zuletzt auf den Zustand der Bereifung achten, da ein neuer Satz Bandagen je nach Größe leicht mit 1500€ zu Buche schlägt.

MfG,
Philipp
Drehmaschine TOS SUIL 40A - Fräsmaschine Fritz Werner 9.133 - Horizontalfräsmaschine Volman - Werkstattpresse 50t - Ständerbohrmaschine Audax 25T - REHM TIGER 230 AC/DC WIG - Federhammer Andritz Mod. 2 (60kg)

Niklas02
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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Niklas02 » Mo 11. Mai 2020, 23:23

Schwarzfinger hat geschrieben:
Mo 11. Mai 2020, 17:48
Hallo
Meine Empfehlung, einen alten Linde mit Deutz Motor.
Der hat einen hydrostatischen Antrieb der praktisch nie kaputt geht. Die ganzen Probleme mit kaputten Bremsen defektem Wandler oder Getriebe fallen da weg. Durch die zwei Fahrpedale kann man ruckfrei die Richtung wechseln und da man praktisch nie die Bremse braucht geht die auch nicht kaputt.
Wenn keine Pfützen drunter liegen und der Motor kalt halbwegs anspringt kann man da nicht viel falsch machen.
Grüße Schwarzfinger
Ja und nein, wir haben auch einen alten 2,5 Tonner Linde mit luftgekühltem Dreizylinder Deutz Motor, mit dem wir ziemlich zufrieden sind. Der Stapler hat jetzt knapp über 13 tausend Stunden und der Hydrostat scheint noch top fit zu sein, jedenfalls haben uns dass schon mehrere LKW Fahrer bestätigt und wenn man vom Gas geht kommt er ziemlich schnell zum Stillstand. Was unser Hydrostat gar nicht mag ist, wenn zu wenig Öl drin ist, selbst wenn nur wenig fehlt merkt man schon bei langsamer Fahrt, dass er etwas ungleichmäßig fährt, aber wenn ausreichend Öl drin ist ist das eine super Sache. Die Bremse hat bei uns noch keiner benutzt, da er wie gesagt auch so prima abbremst, trotzdem ist die bei uns verschlissen, ich frag mich zwar wie man das hin kriegt, weil sie automatisch auf geht, wenn man los fährt aber gut :hae: (an die Sicherheitsexperten: unser Gelände ist Topfeben und die Feststellbremse wird höchstens einmal im Jahr gebraucht, und für solche Fälle fährt immer ein Klotz mit, weil es für uns in keinem Verhältnis steht die Bremse zu machen) :pfeif:

Ansonsten sollte der Motor natürlich wie schon beschrieben vernünftig anspringen und die Lichtmaschine sollte ordentlich arbeiten, dazu als Tipp: wenn der Motor mit etwas Gas läuft nach Möglichkeit mal messen wie viel Spannung von der Lichtmaschine bereit gestellt wird, die sollte im Idealfall über 13 Volt liegen.
Außerdem sollte man natürlich darauf achten, dass alle Zylinder dicht sind, vor allem am Hauptzylinder kann das sehr schnell sehr teuer werden (leidvolle Erfahrung) :steinigung: und die Ersatzteile für Linde Stapler sind auch für ältere Modelle und im Nachbau nicht gerade Schnäppchen. Außerdem würde auf einen hydraulischen Seitenverschub Wert legen, ich glaub wer einmal damit gearbeitet hat möchte es nicht mehr missen.
Ikosaeder hat geschrieben:
Mo 11. Mai 2020, 21:39
Die Pedalsteuerung sehe ich sogar als Vorteil, da sie für jeden ungelernten Hilfsarbeiter nach 2min. Einarbeitungszeit begreiflich ist und keine zusätzlichen Handhebel oder Schalter benötigt, die fehlbedient oder abgebrochen werden können.
Auch das ist meiner Meinung nach Ansichtssache, wir hatten mal einen Polen, der sein ganzes Leben lang nur Schaltfahrzeuge gefahren ist, aber immer sehr pfleglich mit allen Geräten umgeht. Als mein Vater ihm den Stapler erklärt hat und er gefühlvoll und mit etwas „Gas“ in die Palette gefahren ist hat er instinktiv das linke Pedal voll durchgetreten, ich glaub, was der Stapler gemacht hat dürfte jedem, der schon mal auf einem Linde gesessen hat klar sein, :muahaha: mein Vater hatte selten solche Angst um seinen Traktor, zum Glück ist alles noch mal gut gegangen :o
Also vorsichtig bei solchen Aushilfsfahrern.

Ansonsten würde ich noch das Spiel der Pedalsteuerung begutachten, wenn das Luft hat ohne Ende ist das auch nicht so toll und wenn du die Möglichkeit hast fahr den Mast mal ganz aus und wackle dran (Verschleißzustand) und hebe ihn (am besten mit Last drauf) ein Stück weit an, und lass ihn einige Stunden stehen, so kann man einigen ungefähren Überblick über den Zustand der Ventile bekommen und sieht auch gleich, ob er sonnst noch irgendwo undicht ist, da man ja nicht immer weiß, ob der Präsentationsplatz auch der Parkplatz ist.
Über die Reifen würde ich mir im Hobby/ Nebenerwerb eher weniger Gedanken machen, es sei denn sie sind halt komplett runter geschrubbt. Und wenn so ein etwas älterer Stapler dir doch nicht zusagt, wird man ihn auch Verlustfreie wieder verkaufen können :handshake:

Ich glaub das waren jetzt die wichtigsten Punkte,
Gruß Niklas
Ich bin kein gelernter Maschinenbauer, ich plane und baue so, wie es mir passt und ICH es für richtig halte...

glenn
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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von glenn » Mo 11. Mai 2020, 23:25

Tüftler01 hat geschrieben:
Mo 11. Mai 2020, 20:55
Mit Gabelverlängerungen aufpassen, diese dürfen nur 1/3 länger sein, als die Gabeln auf denen sie aufliegen.
Mag vielleicht im gewerblichen Einsatz gelten. Bei einem Stapler mit >3t Tragkraft würde ich nicht mit Verlängerungen unter 2m anfangen.

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Spartaner117 » Di 12. Mai 2020, 06:45

Auch noch ein Tipp zum Mast:
Sind die Laufbahnen der Lastrollen stark eingelaufen?
Drehen sich alle (bis zu 6) Lastrollen des Gabelträgers beim Heben/Senken?

Gleiches bei evtl Seitenschieber: Eingelaufen? Drehen sich alle Stützrollen beim Verstellen?
Sind die Gleitschienen im Seitenschieber-Gleitprofil (bei Kaupp) noch gut oder wackelt das? Kosten auch schnell 500,-

Reifen sind ein gutes Stichwort, wobei man bei Staplern oft auch noch Profil nachschneiden kann, Bodenfreiheit/Mindestmaß beachten! Continental SE sind die besten, aber auch teuersten.

Bei den Alten auch mal den Ventilblock (unter den Hebeln) anschauen, sifft auch öfter mal erheblich in den Stapler rein.

Oh, und die Mastlager unten! Bei Stapler-Reparaturen ist ja so schon fast alles extrem schwer, aber am Mast wirds schnell undurchführbar ohne Kran usw
Viele Grüße,

Marc

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Guzzi Fuzzi » Di 12. Mai 2020, 09:16

Wir haben einen H35D mit 8m Mast, Seitenschieber und Adapter für Euroaufnahme. Auf die schweren Zinken kann ich 2,2m Gabelverlängerungen draufschieben.
Ein Wahnsinnsteil, er hat mittlerweile 11.000 Stunden drauf, Bj.2006, VW Turbo Diesel (Zweipedalbediehnung). Mit dem machen wir fast alles. :2up:
Stoh und Heu einstapeln,
IMG-20190804-WA0001.jpg
...sogar den Mist fahren wird damit weg.
IMG-20190501-WA0002.jpg
Das Ding wir einmal im Jahr gewartet und gut is (Kosten zwichen 200 und 400 Euro). Das einzige was eben nicht so toll ist, er ist fast 6 Tonnen schwer, da muß gut geräumt sein im Winter wenn wir zum Misthaufen fahren. Auf der Wiese ist auch nicht ist auch nicht so gut. :pfeif: Da haben wir einen Uralt-Geländer-Stapler, einen Clark IK40.

...halt einmal sind mir die äußeren Radlager hinten verreckt, eine Stunde Arbeit, 60 Euro.

Was ich damit sagen will, mit sowas hat man ein zuverlässiges Arbeitsgerät, aber den wirst Du auch nicht für 5000 Öcken bekommen. Bei sowas muss man eigentlich nur schauen ob er dicht ist und ob regelmäßig die Hydraulikfilter /Öl gewechselt worden sind, incl. Öl, Filter und Zahnriemen am Motor. Sicher kann man die Mastführungen auch anschauen, das schadet nicht.
Ach ja, regelmäßig raussaugen im Hydraulik / Motorraum ist wichtig, der zieht vorne an den Mastlagern alles rein.
Servus aus Bayern :hi:
Alex

Fräse: Harison 600
Drehe: Matra D10, IKD 555
Bohrer: Flott TB15, Flott TB10
Säge: Interkrenn BS115

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Rainer60 » Di 12. Mai 2020, 09:24

Hoi
Bei 3to. lange Gabeln und 5'000€ wird wohl nur eine Möhre übrigbleiben, bei welcher alle bisher genannten Abnutzungen vorhanden sind.
Mit den Linde habe ich fast tausende Tonnen Stahl befördert und hatte keine Probleme mit dem Antriebssystem - nur so richtig befant war ich nie.
Wie schon angesprochen kommt es auf die Anwendungsfälle an. Wenn regelmässig grossflächige Lasten zu befördern sind, dann originale lange Gabeln. Zu bedenken ist mit den Langen die Rangierfähigkeit wobei der Seitenschieber dabei hilfreich ist. Der Seitenschieber sollte integriert sein - wenn er vorne angebaut ist verschiebt sich das Lastdiagramm nach vorne.

Ein weiterer Punkt ist der Hubmast. Mit einem Freihubmast kann schon mal unter eine Bühne gefahren werden. Bei einem Freisicht-Teleskopmast ist das Handling eingeschränkt.

Derzeit habe ich einen Toyota Diesel mit Partikelfilter, welcher Indoor nicht wirklich viel bewirkt. Indoor Elektro oder Gas. Wir hatten mal einen kombinierten Bezin/Gas und würde Dir dazu raten wenn verfügbar.

Ich würde Industriegebiete abklappern und nach Staplern suchen.
Peace :handshake:
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere
Wenn man unter dem Haarlineal nicht mehr durchsieht, bedeutet das nicht zwangsläufig dass die Fläche gerade ist.

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Schwarzfinger » Di 12. Mai 2020, 10:30

Hallo
Für mich käme nur ein Diesel in Frage wenn das Ding die meiste Zeit rumsteht, der geht wenigstens wenn man ihn braucht.
Wenn man in eine Halle muss kann man auch lüften wenns nicht täglich und Stunden lang ist.

Grüße Schwarzfinger

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Spartaner117 » Di 12. Mai 2020, 10:41

Schwarzfinger hat geschrieben:
Di 12. Mai 2020, 10:30
Wenn man in eine Halle muss kann man auch lüften wenns nicht täglich und Stunden lang ist.
Eben. Wenn die BG fragt sieht der Regelprozess eben vor, die Lasten mit dem Hubwagen an die Türe und erst ab dort mit dem Stapler aufzunehmen ;-)
Viele Grüße,

Marc

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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von JollyRoger » Di 12. Mai 2020, 10:42

Hallo,

hier habe ich mal ein paar Zeilen über unseren Steinbock DFG 2.5 geschrieben
viewtopic.php?f=16&t=34874&p=418190

Damals hatte ich Panik, weil ich dafür keinerlei Teile gefunden habe. Die Technik ist jedoch so einfach, da kann man sich auch mit vielen Alternativteilen helfen. Für den eingebauten Mercedes OM 636-Motor kriegst du auch noch alles. Er hat nach gut 24000 Stunden schon ein paar Wehwehchen und braucht Liebe, der wird uns aber sicher noch lange Jahre treue Dienste leisten. So einen in akzeptablen Zustand habe ich vor kurzem für 4500€ auf Landwirt.com gesehen
xhennex hat geschrieben:
Mo 11. Mai 2020, 16:33
Wenn du nicht nur auf wirklich befestigtem Boden wie Pflaster, Asphalt, Beton, etc. fahren möchtest,
brauchst du einen Geländestapler.
Ich habe teilweise bereits massive Probleme mit dem O&K V25 und der Traktion auf unserem Schotterweg,
wenn es mal so an die 2,5T geht.
Bei der Maschine handelt es sich um einen Geländestapler, größere Steigungen auf Schotter etc. packt der jedoch auch nicht. Ein Gabelstapler ist selten ein Traktionswunder...

Tüftler01
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Re: Kauf eines Gabelstapler bitte um Ratschläge

Beitrag von Tüftler01 » Di 12. Mai 2020, 20:26

Interessant wäre eine Antwort von Laura, da nur Sie die Einsatzbedingungen beschreiben kann.

Fahren auf festem Schotter ist für einen Frontgabelstapler normal kein Problem, wenn genügend Platz ist, kann man an der Vorderachse Zwillingsreifen montieren.
Diese erhöhen auch die seitliche Standsicherheit.

Richtige Geländestapler sind auch auf trockener Wiese zu fahren, da diese Diffsperre und Allradantrieb haben und auch dementsprechende Bereifung.
Alte Jumbo oder auch Ausa sind da schon gut, gabs auch von O&K und Kalmar.
Jedoch haben die wenig Nutzlast, da die großen Reifen einen größeren Abstand vom Mast zur Achse benötigen und das auf die Kipplast geht.
Ist das gleiche wie bei einem Traktor mit Anbaumast.

Ich bevorzuge Wandler oder Schaltgetriebe, und auch Bremse ist noch keine 100% ausgefallen, passiert ja beim Auto auch nicht.
Ein wenig Wartung benötigt jedes Fahrzeug oder Maschine.
Das betrifft auch die Bremsen, auch die Schläuche halten nicht ewig.

Ich habe gerade einen alten Steinbock vom Schrott gerettet, ausgeschlagen, markiert sein Revier, aber der Perkins springt sofort an, Wandler und Bremsen funktionieren, und alles andere lässt sich rel. einfach richten. Wichtig ist der Öldruck, Ladespannung ist bei alten Diesel nebensächlich, wenn er läuft, braucht er keinen Strom mehr.
Habe noch einen alten Saxby, die Gleichstromlichtmaschine ist sehr schwach, da wird 2x im Jahr die Batterie extern geladen und gut. Der alte Hatz motor wird noch funktionieren, wenn ich schon lange nicht mehr bin.

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