Rostige Bremse ausdrehen

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paulimax
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Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von paulimax » Fr 6. Mär 2020, 17:54

Hallo

Ich war lange nicht hier im Forum....
Zur Zeit restauriere ich eine NSU-CON-Max aus italien.
Die Bremstrommeln sind innen sehr rostig.
Die hintere habe ich schon bearbeitet, aber der Rost tut irgendwie den Schneidwerkzeugen nicht so gut.....
Die vordere Bremstrommel ist an der Innenseite aber völlig verrostet.
Wenn ich da mit dem Drehmeißel reingehe wird das wohl nix....
Gibts da irgendwelche Tricks??????
Hatte jetzt die Idee, die Trommel (bzw. die Bremsfläche) erst mit Sand zu strahlen und dann auszudrehen!

Bin wie immer für sachdienliche Hinweise sehr dankbar!

Gruß Paul
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gerhard_56
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von gerhard_56 » Fr 6. Mär 2020, 18:03

Hallo Paul,
verrostete Teile auf der Drehbank bearbeiten gibt immer eine riesen Sauerei. Deshalb versuche ich immer vorher möglichst viel Rost zu entfernen, z.B. durch Sandstrahlen.
Wenn richtig tiefer Rostfrass vorhanden ist, hat man natürlich zunächst unterbrochenen Schnitt (höherer WSP Verschleiss), insbesondere, wenn man, wie bei der Bremstrommel, nicht so einfach 1 mm zustellen kann, sondern sich eher langsam einer guten Oberfläche nähern will. Eine Option wäre ggf. das ausschleifen mit einem Supportschleifer. Dauert natürlich viel länger als ausdrehen, gemacht habe ich es aber auch noch nicht.
Viele Grüße, Gerhard


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michiel
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von michiel » Fr 6. Mär 2020, 18:16

Ich würde auch zuerst Sandstrahlen, dann Drehen. Wenn da ein paar Narben in der Trommel bleiben, ist da nicht schlimm.
Gruß
Michiel

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Jochen2
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von Jochen2 » Fr 6. Mär 2020, 18:20

Wenn man da mal nach alter Väter Sitte nen HSS nimmt statt ständig Schickimickisuperduperwendeplatte für 18 € das Stück dann verschleißt da auch nix unnötig :-D und du hast kein Schleifmittel aufm Bett .
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Oliver M
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von Oliver M » Fr 6. Mär 2020, 18:24

Und was soll HSS besser können wie ein gescheit geschliffener Hartmetall Drehstahl ?

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

Zetorschrauber
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von Zetorschrauber » Fr 6. Mär 2020, 19:42

Man sollte auch nich zu zaghaft zustellen um im ersten Schnitt möglichst aus dem Rost rauszukommen.
Dann hält auch die Platte/Stahl länger.

Ich hatte auch mal versucht mit aufgelöteten China HM Bremsscheiben abzudrehen,
wo man während des Drehens dem Stahl beim verschleißen zusehen konnte.
Rost ist schon ziemlich abrasiv.


Gruß
Dennis
Zuletzt geändert von Zetorschrauber am Fr 6. Mär 2020, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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stefangtwr
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von stefangtwr » Fr 6. Mär 2020, 19:43

Und was soll HSS besser können wie ein gescheit geschliffener Hartmetall Drehstahl ?
Schneller Stumpf werden. Sonst nix.

Gruß
Stefan
Da wird doch der Morsekegel in der Spindel verrückt!

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paulimax
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von paulimax » Fr 6. Mär 2020, 19:51

Ich wollte ja auch mehr Material wegnehmen, aber da war die Maschine irgendwie nicht mit einverstanden und hat vibriert wie blöd :scheisse:
Der Rost ist irgendwie doch hart.
Werde am Montag mal zu einer Oldtimer-Firma in der Nähe fahren, die haben Sandstrahl-Kabinen.
Vielleicht strahle ich die Trommeln bei der Gelegenheit auch von aussen mit dem feineren Zeug.
Mal sehen was die sonst noch für Strahlgut da haben.
Die Dinger sind ja nicht nur innen ranzig....

Gruß Paul
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FriesenSpan
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von FriesenSpan » Fr 6. Mär 2020, 20:20

Das ist mit einer WSP verträglich zu bearbeiten, wenn auch nicht wie Butter.
Interessantere Frage: wie / wo spannst Du das Teil?

Und: wie groß darf der max. Durchmesser werden?
Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Wissen nicht ersetzen.

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V7 Sport
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Re: Rostige Bremse ausdrehen

Beitrag von V7 Sport » Fr 6. Mär 2020, 20:28

Hallo Paul, hab vor zwei Wochen die Bremstrommel meiner OSL 251 ausgedreht.
Da war auch Rost drauf, war mit dem HM-Drehstahl kein Problem. Du musst halt
mit der Drehzahl runter, das ist schon guter Stahl.

Gruß Lothar :hi:
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verarbeite hauptsächlich Stahl, aber manchmal kupfer ich auch ab

Fräse: Steinel SH4 Nr.5615
Drehmaschine: Wille Rapid Bj.1956
Kompressor: Champion USA Bj.1959
Bügelsäge : Fortuna

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