Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

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spansau
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Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von spansau » Sa 23. Dez 2017, 13:18

Da es manchmal schwierig wird, Gewindesteigungen genau zu ermitteln, kann man sich die "Kriminaltechnik" ja zunutze machen.
Im Krimi hat wohl jeder schon gesehen, wie ein Fingerabdruck genommen wird.
Was man dazu braucht, ist
ein Stempelkissen oder sonstwas zum Einfärben,
ein Stück Papier,
einen Scanner,
ein Bildbearbeitungsprogramm (bei mir ist es "GIMP")
DSC09310.JPG
Einfärben
DSC09311.JPG
auf dem Papier abrollen
Das eingescannte Bild wird im Programm 1:1 angezeigt, vorher muß die Maßeinheit auf mm gestellt sein.
Hilfslinien setzen bei Null, -(erster Gewindegang) und beim letzten Gewindegang,
danach das Werkzeug "Messen" auswählen und ie Strecke messen.
Der angezeigte Wert (Bei mir sind es 16.6mm) wird dan durch die Anzahl der Gänge (10) geteilt, was die Steigung 1,66 mm ergibt.
steigung_messen.png
ausmessen mit GIMP
Diese Streigung gibt es bei Spannzangen mit Sägengewinde tatsächlich.

Wer ein Meßmikroskop hat, braucht das natürlich nicht.
Gruß
Max

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spansau
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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von spansau » Sa 23. Dez 2017, 13:32

Wäre noch nachzutragen, daß es bei Innengewinden mit einem auf einem runden Holz o. Ä, - kleiner als die Bohrung -, aufgeklebten Papierstreifen auch funktioniert.
der Streifen wird nach dem Abdruck einfach wieder abgenommen und wie gehabt eingescannt.
Gruß
Max

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Karl
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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von Karl » Sa 23. Dez 2017, 13:43

Nachtrag 2 zum Messen mit Scanner:

Eine Referenz mit einscannen (Lineal o.ä) und damit den Maßstab überprüfen.
Dafür eignet sich Millimeterpapier genauso gut wie die "Papiermessstreifen" aus dem Möbelhaus ...

Gruß
- Karl

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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von spansau » Sa 23. Dez 2017, 13:53

Danke für Deinen Hinweis Karl,

Das mache ich beispielsweise, wenn ich flache Gegenstände fotografiere.
Habe ich ersatzleillisten ohne Bemaßung, dann schaue ich nach bekannten Abmessungen, Lager, Normteile usw.
Damit habe ich schon schäg fotografierte Zeichnungen auf das tatsächliche Maß gebracht, und konnte dadurch Ersatz- bzw Zubehörteile nachkonstruieren.
Gruß
Max

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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von Karl » Sa 23. Dez 2017, 13:53

Zu meinem Kommentar von eben muss ich noch ergänzen:

Scanner sind i.d.R. sehr genau und Maßstabsgetreu, da ist die Referenz nicht sooo wichtig.

Ich verwende aus Bequemlichkeit öfter die Foto-Methode. Also einfach den gewünschten
Gegenstand mit beigelegter Referenz fotografieren (Handy reicht meistens) - dann muss
man zwangsweise das Bild anhand der Referenz skalieren, da man keinen definierte Größe
wie beim Scanner (z.B. 300dpi) hat ...

Edit: Huch - jetzt war Max schneller ...

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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von spansau » Sa 23. Dez 2017, 14:46

Zum Vermessen von Multifix-Cassetten habe ich mal diesen Beitrag geschrieben:
viewtopic.php?f=37&t=9554&p=97969&hilit ... ner#p97969
Gruß
Max

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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von porsche-l » Mi 27. Dez 2017, 17:57

spansau hat geschrieben:Zum Vermessen von Multifix-Cassetten habe ich mal diesen Beitrag geschrieben:
viewtopic.php?f=37&t=9554&p=97969&hilit ... ner#p97969
Hallo
Eine Meßlupe erfüllt auch den Zweck bei Außengewinde .
Gruß Alfred

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Re: Gewindesteigung erkennungsdienstlich ermitteln

Beitrag von spansau » Mi 27. Dez 2017, 19:55

porsche-l hat geschrieben:Eine Meßlupe erfüllt auch den Zweck bei Außengewinde .
Nur bedingt, Alfred,
Das Lineal einer Meßlupe hat in der Regel eine Länge von 10mm bei einer Auflösung von 1/10mm.
Da man zur Bestimmung möglichst viele Gewindegänge, - der Einfachheit halber 10 Stück -, messen sollte, ist dann bis 1mm Steigung Schluß.
Bei krummen Maßen wie Steigung 1.66mm, also 16.6mm Meßstrecke bei 10 Gängen wird es dann mit der Meßlupe schwierig, und weniger Gänge zu messen wird zu ungenau.
Gruß
Max

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