Ausrichten einer minilathe Unterstützung

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Hek32
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Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Hek32 » Di 19. Jun 2018, 09:56

Hallo liebe Mitglieder,
ich bin neu im Forum und im Bereich der Metalldreherei und möchte mich daher kurz vorstellen.
Ich bin 28 Jahre alt und beschaftige mich nach einem Tag im Büro gerne mit allerhand Kleinkram (Messerbau, Kreisel drechseln... )
Ich habe mir vor Kurzem eine China-Drehbank gekauft und wollte meine ersten Versuche starten, habe jedoch festgestellt, dass etwas nicht so läuft wie erwartet.
Das Finish auf Alu mit Hartmetallwendeplatten war mies ( habe bereits gelesen dass das wohl nicht das richtige Werkzeug ist, Hss-Rohlinge habe ich bereits zum anschleifen daheim)
und ich hatte einen Kegel gedreht, ohne das zu wollen.
Findet sich evtl jemand mit Erfahrung aus dem Raum Bamberg/ Coburg (Oberfranken) der sich die Maschine anschauen würde und mir sagen kann ob das alles im Rahmen der Toleranzen bei soeiner Drehbank liegt?
Ich habe bereits gelesen, wie man bestimmte Teile ausrichten kann, jedoch fehlt mir die Erfahrung oder das Können um dies selbst zu erledigen.
Ich danke schon einmal.

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Episode666
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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Episode666 » Di 19. Jun 2018, 11:33

Hallo Du,

sind von mir aus immer noch 150 Kilometer und meine Zeit ist knapp, aber Du kannst das auch ganz gut selber prüfen.

1. Spiel deines Hauptlagers. Messuhr auf den Schlitten stellen, 20 cm Stahl im Futter einspannen, Fühler von Messuhr auf Futter, kräftig hoch und runter drücken am "langen Hebel", Spiele sollte ein hundertstel nicht überschreiten.
2. Spiel Querschlitten, Messuhr auf Schlitten auflegen, kräftig dran rumdrücken, sollte auch nicht mehr als ca. ein hundertstel ausweichen
3. Spiel Oberschlitten gleichermassen messen, beide Schlitten bei Bedarf strammer stellen. Vor allem den oft recht kleinen Oberschlitten

Dazu, wie Du schon richtig erkannt hast, schön scharf geschliffene Meissel mit aufgelöteter Platte oder HSS. Hast Du eine Diamantscheibe zum Schleifen? Ohne tut sich bei aufgelötetem HM garnichts.

Mess mal und melde die Ergebnisse - für mich klingt das (wie gross ist die Drehbank) nach aufaddiertem Spiel aus 1-3, das dem zu hohen Druck ausweicht die Wendeschneidplatten im Eingriff brauchen. Die haben ausserdem meist ne Mindestabnahme in punkto Zustellung unter der sie nur drücken. Ausnahme sind Aluplatten, z.B. https://www.amazon.de/Wendeschneidplatt ... B00RK3079O

Die sind bei schwach dimensionierten Maschinen und wenig Erfahrung häufig lebensrettend, auch wenn die Standzeit in Stahl sehr begrenzt ist.

LG

Christopher
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Hek32
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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Hek32 » Di 19. Jun 2018, 13:03

Hallo Christopher,
ich lasse meine Messwerte am gedrehten Alu mal Außen vor, da eben ein falsches Werkzeug verwendet wurde...

Ich habe eine Messuhr auf den schlitten gestellt und bin an einem Alustab 10mm Durchmesser langgefahren da war die Abweichung über ca. 15cm bei 1-2/100 daher denke ich, dass der schlitten parallel zum Werkstück fährt.
Die Schlitten wackeln recht stark 1-2/10 wenn ich daran drücke.
Auch glaube ich, dass der Reitstock nicht richtig ausgerichtet ist aber dafür brauche ich noch etwas Zeit.

Mit der Wendeschneidplatte habe ich Eisen versucht zu drehen, auch da miese Oberfläche, es ist eine CCMT 060204.

Messwert 1 werde ich prüfen und durchgeben.
Die Schlitten versuche ich strammer zu stellen, das Umkehrspiel des Querschlittens hatte ich recht gut hinbekommen ( habe gelesen das ist nicht so wichtig, da man ja nur in eine Richtung zustellt, jedoch werden noch Späne abgenommen wenn ich in gleicher Position wieder zurückfahre ?! Passt das so ?)

Eine Diamantscheibe habe ich nicht aber einen Stein aus Siliziumkarbid, habe die Wendeplatte jedoch "out of the box" verwendet.
Die aufgelöteten Platten wollte ich vor Verwendung abziehen.

Beschreibung der Drehbank im Bild.

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
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Limbo
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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Limbo » Di 19. Jun 2018, 13:15

Lass Dich nicht verunsichern.
10mm Alustab muss nicht gerade sein, kann sich biegen/ausweichen.
Beim Wacken in Vorschubrichtung fühlst Du nur das Umkehrspiel.
Entweder ließt Du Dich in das Thema richtig ein, oder Du holst Dir Hilfe vor Ort.
Nur aus einem Buch/Text kann man nicht Alles Lernen, weil vom Buch/Text keine Rückmeldung kommt, wenn man etwas falsch versteht oder falsch macht.

P.S. Als geschliffene "Messwellen" habe ich die Kolbenstangen der Gasdruckfeder aus alten Bürostühlen. Das ist die Mindestausstattung um eine Maschinenspindel zu messen.

Hans
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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Gotti » Di 19. Jun 2018, 20:15

Vielleicht kann dir ja Mister TscheinisLäääs Steve Jordan :-D helfen: https://www.youtube.com/channel/UCEpeQt ... ZzBpdegp-w

Hek32
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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Hek32 » Mi 20. Jun 2018, 07:51

Hallo Hans,
ich denke du hast recht, nur durch Theorie klappt es leider nicht. Ich habe bereits Fachbücher gelesen und mir viel im Internet angeschaut, jedoch scheitert es momentan an der Praxis.
Ich werde heute Abend einen Versuch starten und die Messwerte ermitteln.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich evtl zu viel von so einem Chinading erwarte.
Leider kenne ich niemanden aus der Umgebung der mir helfen könnte, daher habe ich hier im Forum gefragt.
Aber hat alles keine Eile.

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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Hek32 » Mi 20. Jun 2018, 20:55

Also ich war gerade in der Werkstatt.
Ich habe das Spiel am Futter gemessen, da tut sich nichts, das würde ich ausschließen. Ich habe die Schlitten etwas fester gestellt, da tut sich auch nichts mehr.
Ich habe einen Versuch in Alu mit Hss gemacht super Oberfläche bin ich zufrieden, mit Wendeplatte auf Eisen nicht so gut.
Leider wird es immer kegellig.
Habe Alu mit Hss mit und ohne mitlaufende Spitze versucht beides auf ca. 3 cm um 1/10 schmaler auf der Futterseite.
Auch bei Eisen mit und ohne Spitze mit Wendeplatte, da war das messen jedoch etwas schwierig, da die Oberfläche sehr rauh war.

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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Bonsai » Mi 20. Jun 2018, 21:15

Hallo

Schlechte Oberfläche da würde ich nichts messen
mein Tipp Alu rund ca. 30 mm Durchmesser 60 mm lang fliegend bearbeiten.
Also ohne Reitstock mit scharfen Drehstahl die Oberfläche muss glänzen.

Gruß Jürgen

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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Episode666 » Do 21. Jun 2018, 08:42

Hi,

dann probiere nochmal zwei Dinge bitte -

Spann einen Fräser mit langem Schaft oder etwas ähnliches präsize geschliffenes ein und richte ihn mit der Messuhr im Futter aus. Wenn er absolut rund im Futter läuft stell die Messuhr auf den Schliffen und fahr den eingespannten Fräser von links nach rechts ab. Wenn die Anzeige sich dabei verändert steht in der Tat dein Spindelstock schief. Auf die gleiche Weise kannst Du, falls Du ihn gerade richten musst, messen ob du etwas verbessert hast.

Schau mal ob eventuell dein Futter nicht richtig packt und das Werkstück an der vorderen Spitze nicht doch ausweicht. Wie tief steckt es denn im Futter beim Spannen, über die ganze Tiefe der Backen?

Bonsais Rat mit nem 30 mm Alu als Messstück ist gut. Mit nem Zehner würde ich es auch nicht versuchen.

LG

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Re: Ausrichten einer minilathe Unterstützung

Beitrag von Hek32 » Do 21. Jun 2018, 20:23

Liebe Leute,
vielen Dank für eure Hilfe, ich war gerade drehen, Durchmesser 30mm über die ganze Länge der Spannbacken eingespannt und mit Hss. Auf die Länge eine Abweichung von 2/100 das liegt meiner Meinung nach in der Toleranz. Anbei ein Bild.
Die Abweichung ist auch über die Länge verteilt es ist also nicht mehr konisch.

Also liegt es wohl am dünnen Alu.... ?
Was kann ich machen um das zu vermeiden ?

Ich muss sagen ich habe bisher nur positive Kommentare bekommen, das bin ich von anderen Foren anders gewohnt, auch dafür ein Dankeschön.

Ich glaube es ufert langsam in einer andere Richtung als "Wer bastelt mir was" aus, muss ich etwas verschieben ?
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