Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

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arne
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Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von arne » Sa 18. Nov 2017, 12:54

Hallo Leute,

ich bin der Arne aus dem schönen Städtchen Bamberg in Franken. Ich bin zwar selbst u.a. ausgebildeter Metallbauer und habe etwas Erfahrung mit Drehmaschinen gesammelt, aber mir fehlen die Werkzeuge und das Know-How mein aktuelles Projekt umzusetzen.

Es geht um eine Rändelschraube, ähnlich DIN 464, die für die Befestigung der Seitenbleche meines Oldtimer-Motorrads dient. Mir geht es darum, die Schraube originalgetreu und genau nachzufertigen. Stückzahl 12 für mich und Freunde.

Schwierigkeiten sind:

# konvexer Kopf der Schraube, der absolut plan gedreht/geschliffen/... sein muss,
# Rändelung RAA (sehr fein),
# M6-Gewinde,
# Hohlkehle zwischen den Stegen der Schraube, die die gleichen Riefen haben sollte, wie das Original.

Die Schraube sollte zudem aus einem C-Stahl angefertigt werden, da sie vergütet und verchromt werden soll.

Ich verstehe micht ganz, wie die das Teil hergestellt haben: Wie haben die das abgestochen, wie den konvexen Kopf so plan hinbekommen...

Aber seht selbst...

Viele Grüße
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TheBlackOne
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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von TheBlackOne » Sa 18. Nov 2017, 13:20

Mehrere Fragen, die warscheinlich aufkommen werden:

- konvexer Kopf vs. "absolut plan". Plan hiesse nicht konvex. Meinst du vielleicht etwas anderes, vielleicht die Gleichmässigkeit und Qualität der Oberfläche?
- Verguetet? Bist du dir sicher, dass du das brauchst? https://de.wikipedia.org/wiki/Verg%C3%B ... arbeitung)
- Die Riefen in der Hohlkehle: Ich glaube, das ist das erste Mal, dass jemand nach einer "schlechten" Oberfläche fragt :-) Könnte eine Herausforderung werden. Aber sicher, wenn es ein 1:1 Replika werden soll...

Eine konvexe Oberfläche kann man z.B. mit einer Kugeldreheinrichtung fertigen: https://www.youtube.com/watch?v=Bxu5clHtEQs
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arne
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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von arne » Sa 18. Nov 2017, 13:38

Hallo und danke für die Antwort!

# Du hast recht, ich meinte natürlich konvex mit geringer Rauigkeit der Oberfläche!

# Zum Vergüten: Ich will, dass das Teil auch was aushält. Schrauben werden doch auch standardgemäß vergütet, oder? Oder meinst du, das Verchromen würde schon ausreichen? C-Stahl ist doch recht weich, wenn noch nicht gehärtet, oder?

Grüße

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Trommelmops
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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von Trommelmops » Sa 18. Nov 2017, 13:49

Klingt interessant,

erst kürzlich habe ich was für ne alte Indian gedreht gehabt....Nix vonner Stange. Am Montag kommen wieder Spezialschrauben zu mir welche ich überarbeiten soll.

Ich persönlich sehe an keiner Stelle ein Problem eine solche Schraube zu fertigen. Was man allerdings tun sollte ist, da es eine Kleinserie wird,

sich spezielle Sachen als Hilfsmittel zu bauen. Und ob der Kopf nun ballig gedreht ist oder nicht sollte doch glaube ich nur Nebensache sein.

Ansonsten braucht man ein Hilfsmittel wie eine Kugeldreheinrichtung oder eine CNC Maschine für die Rundung...es sei denn man kann beim Planvorschub

eine Kurve mit Hilfe des Oberschlittens selbst rausdrehen......Ich kenne aber keine Gattung auf dem Planeten welche das könnte..... :-D

Vielleicht ein etwas größerer Formdrehstahl. Man könnte auch aus 2 Teilen bauen......Es gibt so viele gute Möglichkeiten das Ding herzustellen und das sage ich als

Hobbyzerspaner mit genug Experience :-) naja ist aber eben nur meine bescheidene Meinung.....Und die Rändel ist eh kein Thema......
Gruß der Trommelmops

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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von TheBlackOne » Sa 18. Nov 2017, 13:54

Schrauben ab Festigkeitsklasse 8.8 werden verguetet, ja (https://www.wuerth-industrie.com/web/me ... n_Teil.pdf Seite 10).

In deinem Fall willst du Verkleidungsbleche anbringen, das duerfte nun wirklich keine grossen Anforderungen an die Guete der Schrauben stellen. Ich wette, dass die originalen Schrauben nicht verguetet sind.

Die Oberflächenqualität des Kopfes könnte eine Harausforderung werden, je nachdem, welches Material man nimmt und wie die Oberfläche nach dem Drehen ist.

Was diese Riefen in der Kehle angeht: Haben alle Exemplare dieser Schrauben solch ausgeprägten Riefen? War bei deinem Exemplar das Drehwerkzeug vielleicht nicht mehr so frisch?
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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von uli12us » Sa 18. Nov 2017, 15:38

Vergüten und anschliessend verchromen ist kontraproduktiv. Durchs Verirgendwasen wird die durchs vergüten erzielte Festigkeit wieder eingeschränkt (Wasserstoffversprödung) Da kanns durchaus passieren, wenn Druck drauf kommt, dass das Gewinde einfach abreisst. Ich nehme an mit Konvex und Plan meinst du, dass die Oberfläche poliert ist. Das ist normalerweise kein grossartiges Problem, lediglich Zeitaufwendig und dadurch teuer. Hast du denn schon die üblichen Verdächtigen abgeklappert, ob die das liefern können, es gibt ja etliche spezialisierte Händler die sowas machen (lassen).

Wegen der Bombierung, da hatten wir früher eine ganz simple Methode. Da wurde eine Leiste übers Bett geklemmt. Da kamen einige versetzte Zentrierungen rein. In den quersupport wurden ebenfalls Zentrierungen
gebohrt. Dann wurden Distanzen gemacht, die im Prinzip wie kleine Hanteln mit kugeln statt scheiben aussahen. Der Radius der gemacht wurde war dann die Länge minus 1* den Kugeldurchmesser. Dann suchte man sich 2 zueinander passende Zentrierungen, stellte sich die Distanz so dass sie parallel zum Bett stand.
Anschliessend wurde der Stahl auf das Zentrum eingestellt. Dann kurbelte man zurück, drückte den Support so weit in Richtung Futter, dass die Stange sauber anlag und liess den Quersupport mitm Vorschub reinlaufen. Leider geht das aber nur bei Maschinen, die eine ausrastbare Leitspindel haben, bei den kleinmaschinen wie Emco c5 oder kleiner, den kleinen Proxxon oder MD65, einigen Wabecos ist das leider nicht möglich.
Ist von der Beschreibung her aber wesentlich komplizierter als in Wirklichkeit.

Sirguzzi
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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von Sirguzzi » Sa 18. Nov 2017, 16:16

Wenn es denn auf die Festigkeit des Gewindes ankommt, könnte man doch den Kopf mit Innengewinde fertigen und dann einen Gewindestift, gesichert mit mittelfester Schraubensicherung, reindrehen.

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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von arne » Sa 18. Nov 2017, 16:31

Vielen Dank für Eure Antworten mit Tipps und Hinweisen!

Das mit dem Vergüten <-> Verchromen war mir nicht bekannt. Auch nicht, dass unter 8.8 gar nicht vergütet wird.

:flehan:

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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von uli12us » Sa 18. Nov 2017, 19:18

Ein paar Massangaben wären nicht schlecht, also Durchmesser, Länge, Teilung des Rändel.

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Re: Rändelschraube Oldtimer-Motorrad - Drehteil

Beitrag von drehprofi » Sa 18. Nov 2017, 20:58

Hallo,

mein Vorschlag wäre das Ganze aus VA zu drehen. Festigkeit völlig ausreichend für Verkleidungsteile.
Formdrehmeissel für die ballige Fläche - Schmiergel- Flies-Hochglanz polieren und fertig.
Der Rest ist normale Dreharbeit, vorallem wenn noch Riefen gewünscht sind (die sind logischweise nur ähnlich und nicht 1:1 nachzubilden).
Beim Verchromen muss das Gewinde geschützt werden, auch könnte der feine Rändel zusetzen mit Chrom. Musst mal mit dem Verchromer sprechen.
Hier mal schnell improvisiert ( 20mm Durchm.), die andere Seite fehlt noch.
Ich könnte Sie herstellen, wie oben beschrieben. ( Natürlich noch ein wenig sauberer und Massgenau ausgearbeitet). Auch kann ich die Schrauben aus S355 herstellen, polieren muss man dann auch, dadurch wäre der Preis der selbe. Preis per PN. Komme übrigens aus der näheren Umgebung (55 Km).

Wenn du Metaller bist und eine Maschine besitzt, trau dich und Probier mal selber :2up:

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