Werkbankoberfäche behandeln

moto-x
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Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von moto-x » So 31. Mai 2015, 15:52

Meine alte Werkbank hatte ausgedient, die Platte war so gegen 100Jahre plus, und einfach nicht mehr das was ich wollte.
Hab dann einen günstigen Lista Werkbank gefunden, aber dementsprechend musste ich noch nacharbeiten. Die Platte war mit PU oder ähnlich lackiert, leider zimelich beschädigt, so musste ich alles runterschleifen, was nicht sonderlich Spass machte. Mein grüner kleiner Bosch PSS 240 Schwingschleifer musste ziemlich arbeiten, hats aber ganz gut gemacht!
Anschliessend habe ich die Beine richtig montiert:
1P1010037s.jpg
2P1010035.JPG
3P1010038.JPG
4P1010039s.jpg
Dann noch die beine geputz mit BREF. Ist ja wirklich der Hammer wie das reinigt, aber eben, wenn der Lack einwenig billig ist....
5P1010042.JPG
Dann die sauschwere Platte, Buchenholz 50mm kreuzverleimt, 200x85, in den Keller spediert und den Schraubstock montiert. Die Kanten werden noch mit einem versenkten Stahlwinkel geschützt, und, da weiss ich nicht genau was ich machen soll:

Die Platte ölen, wachsen oder lackieren? Lackieren find ich nicht so prickelnd wegen der Kratzer, roh lassen ist nicht so toll wegen dem Motoröl das dann sofort einzieht. Was gibt es für Empfehlungen?
6P1010001.JPG

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Katana
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von Katana » So 31. Mai 2015, 16:33

Guude,nachdem du da http://forum.zerspanungsbude.net/viewto ... 31&t=16644 alles durchgelesen hast,dürfte sich die Frage erledigt haben,So wars zuminddest bei mir ;-) .
gruss michel
P.S.Auf meine alte Ulmia Ott Hobelbank hab ich einfach nen halben Liter neues Motorenöl draufgekippt und verrieben.Würd ich jederzeit wieder machen.

tofro
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von tofro » So 31. Mai 2015, 16:35

Ich würde auf jeden Fall ölen. Egal mit was.

Von Pflanzen- bis Mineralöl geht fast alles. (Wobei ich ein gescheites Pflanzenöl, z.B. Raps nehmen würde. Schön dick auftragen, eine Nacht lang einziehen lassen, Reste Abwischen bis trocken. Wenn das Öl auch noch ein bißchen warm aufgetragen wird, zieht es tiefer ein). Einmal im Jahr nachölen.

Wachs wäscht sich ab, wenn es mit öligen Sachen in Berührung kommt, Lack kriegt Kratzer, wenn dann Öl unter den Lack kriecht, sieht's aus wie Sau, weil man jeden einzelnen Kratzer doppelt deutlich sieht.

Tobias
Jemandem schon mal aufgefallen, dass die Anzeigen "Sie nutzen nur 30% ihres Gedächtnispotentials" zeitgleich mit der Einführung der IBAN verschwunden sind?

jjthiel
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von jjthiel » So 31. Mai 2015, 17:15

Oel von der Frittenbude ist billig bis umsonst

Wer sich soviel Arbeit macht hat auch noch paar fränkli für ein dem Verwendungszweck angepasstes Öl übrig.
Je nach Plattenaufbau und Aufstellort auch an die Unterseite denken
Gruß Joachim

moto-x
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von moto-x » So 31. Mai 2015, 17:56

Alles klar, dann werde ich Ölen, aber nicht mit Motoröl. Die Werkbank steht in der Sonne, das war das Problem mit der alten Platte, da ist bei Sonnenschein das Motoröl der letzten Jahrzehnte richtig gehend rausgequollen... gerochen hat das dann nicht wirklich prickelnd, das brauch ich nicht mehr ;-)

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toolmaker35
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von toolmaker35 » So 31. Mai 2015, 18:17

moto-x hat geschrieben:
Die Platte ölen, wachsen oder lackieren? Lackieren find ich nicht so prickelnd wegen der Kratzer, roh lassen ist nicht so toll wegen dem Motoröl das dann sofort einzieht. Was gibt es für Empfehlungen?
6P1010001.JPG
Hallo moto-x

Meines Erachtens kommt eigentlich nur Ölen in Betracht. Gewachste Oberflächen sind nicht wiederstandsfähig, wenn Wasser draufkommt gibt`s weiße Ränder. Bei lackierten Flächen sieht man sofort jeden Kratzer und die Platte sieht schnell unansehnlich aus.
Mit dem richtigen Öl behandelte Platten sind wiederstandsfähig, schön in der Farbe, weil Sie das Holz anfeuern, kleben nicht wie bei der Behandlung mit Salatöl, stinken nicht wie bei der Behandlung mit altem Motoröl.

Meiner Erfahrung nach sehr gut ist das Holz- und Steinöl aus der Schönbuch Naturfarbenserie. Wenn´s dann mal ne Macke gibt, nimmt man etwas Schleifpapier, raut die Oberfläche an und ölt nach. Funktioniert bei mir schon jahrelang bestens.

http://www.ruja.de/de/Schoenbuch-Naturf ... Liter.html

Viel Erfolg
Gruß toolmaker35
Gruß Herwart

....Schwabe halt. :super:

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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von Spartaner117 » So 31. Mai 2015, 18:22

Wenn da wirklich Motoren drauf zerlegt werden sollen, dann würde ich das nur noch auf ner Edelstahlfläche machen.
Alles andere ist nur Sauerei.
Man muss nur mit Dichtflächen aufpassen, wenn man auch anderen Dreck drauf verteilt hat^^
Viele Grüße,

Marc

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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von moto-x » So 31. Mai 2015, 18:38

Meine Frau sagt zwar immer noch wachsen... aber ihr habt sie überstimmt :-) Und ja, da werden Motoren zerlegt. Früher hatte ich mich nicht gross darum gekümmert wenn was ausgelaufen ist in der Garagenwerkstatt im 4UG eines Gewerbehauses :-) Da war immer 17.2°C Jahrein Jahraus! Es wurde erst zum Problem, als ich meinen Augen zuliebe wieder Tageslicht an der Werkbank wollte, und demzufolge die Sonne auf die Holzplatte brannte, und wie oben schon geschroben (oder geschoben, geschrien oder geschruben) ist dann das Öl in richtigen Lachen auf der Platte ausgetreten...
Werde wohl in Zukunft prinzipiell sauberer arbeiten, evt. mit einer Chromstahlwanne oder ähnlich, why not!

moto-x
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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von moto-x » Do 4. Jun 2015, 20:53

Heut gings weiter, mit Material einkaufen: Öl und Stahlwinkel 20 x 40. Dann hab ich mal angefangen die Kanten auszufräsen um den Winkel zu versenken. Dabei muss natürlich die Tiefe genau stimmen, und dazu habe ich per Zufall eine U-Scheibe mit genau der gewünschten Dicke gefunden, das ging dann ganz einfach. Sonst geht es meist über probefräsen, was rel. aufwändig ist.:
Fraestiefeeinstellen.jpg
DesPasstScho.jpg

Dann musste ich noch einen kleinen Anschlag basteln, um genau die gewünschte Distanz zu erhalten, war ja eine relativ easy Geschichte mit der Fräse. Ich liebe meine Direktspannzangen:
1Winkelanschlag.jpg
2WinkelanschlagMontiert1.jpg

Und dann mal angefangen zu Fräsen. Ich hasse Strinseitenfräsen, ist immer so eine kippelige Angelegenheit, ging aber ganz gut:
2WinkelanschlagMontiert.jpg
Fertig, die Profile noch auf Gehrung gesägt/gefeilt und anprobiert: passt. Jetzt noch die Platte ölen und die Winkel bohren und anschrauben...
5Kantenschutz.jpg

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Re: Werkbankoberfäche behandeln

Beitrag von moto-x » Fr 5. Jun 2015, 13:22

Heute mal die Löcher vom Vorbesitzer verschlossen. Waren so ca. 14mm gross, somit musste ich die dann auf 16mm Aufbohren. Da das mit einem Holzbohrer relativ schlecht geht und ich keine Handbohrmaschine für einen 16mm Bohrer habe, habe ich mir eine Bohrbuchse gebastelt. 20mm Flachstahl aus der Gabbelkiste, eines der Löcher auf 16mm aufgebohrt. Das ging unglaublich gut mit einem neuen Dormer Bohrer, war eine Freude wie das Ding sich durch das Flacheisen bohrte.
16mmAufborhen.JPG

Das ganze dann über dem alten Loch positioniert und aufgebohrt. So einfach wie ich gehofft hatte funktionierte es dann doch nicht... Der Holzbohrer verharkte sich immer wieder in der Bohrbuchse, doch die Bohrung im Holz wurde perfekt, so störte mich die Geschichte dann auch nicht weiter.
16mmBohrbuchse.jpg
Bohren.JPG

Anschliessend einen 16er Dübel eingesetzt und den Überstand verschliffen, fertig :-)
Verschliessen.JPG
Verschlossen.JPG

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