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Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: Sa 25. Mai 2019, 22:55
von Toenne
Hallo in die Runde!
Ich habe seit sicherlich mittlerweile 30 Jahren einen alten begonnenen Schiffsbaukasten hier liegen (Hegi Rattlesnake) bei dem ein Gussteil defekt war und nicht als Ersatzteil zu beschaffen war.
Jetzt habe ich es mir in den Kopf gesetzt das Schiff als entspanntes Abendprojekt doch nach und nach fertigzustellen, und da frage ich mich wie ich das Teil am besten reproduzieren könnte. Z.B. als Zink-Gussteil, hitzefestes Formsilikon habe ich sogar noch da.
Nur wie das fehlende Stück ergänzen? Irgendwie müsste ich den intakten rechten Teil auf die linke Seite gespiegelt bekommen, mir fehlt aber jede Idee wie.
Mir ist dabei klar dass das Ding im Original links andere Ornamente hat als rechts, da hätte ich aber kein Problem wenn das Muster anschliessend symmetrisch ist. Soll ja auf keine Scale-Ausstellung sondern ist nur für mich.
Ach ja, Abmessungen des Teils etwa 8x4cm, also überschaubar.
Irgendwelche Geistesblitze von euch?

Gruss
Toenne

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 00:58
von depitter
vielleicht mit Knetmasse abformen, ist ja dann gespiegelt, danach mit eingefärbtem Epoxy ausgießen und symmetrisch zusammenkleben ?
Nur so mal ein Schnellschuss.

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 07:46
von Toenne
Ob ich nun Knetmasse oder Hochtemperatursilikon nehme und dann mit Epoxy oder Zink ausgiesse ist eigentlich das gleiche Paar Schuhe - der Abguss entspricht wieder dem Original, nix gespiegelt... ;-)

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 07:54
von Bob
Hallo Tönne,
wenn Du das Original abgießt hast Du doch zwei Stück. Die fügst Du nach Wunsch zusammen und formst sie gemeinsam ab und gießt das komplette Teil - so sollte das doch klappen, oder hat das Teil keine Rückseite?

Viele Grüße,

Bob

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 08:00
von Toenne
Die Rückseite ist glatt, hatte ich nicht erwähnt. Sonst wäre es ja auch zu einfach... ;-)

Gruss
Toenne

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 09:14
von Bollwerk
Also,

die Restauratoren, denen ich schon über die Schulter schauen konnte, formen das defekte Teil ab, machen davon zwei Abgüsse aus einer Formmasse und "suchen" sich in den Abgüssen Schnittstellen, aus denen sich Segmente ergeben, die, wenn zusammengesetzt, optisch ein harmonisches Bild ergeben. Ob man dann das neu gewonnene Teil komplett abformt und neu gießt, oder, "Substanzerhalt", nur die Fehlstelle ergänzt, ist Ansichtssache.

Gruß vom
Bollwerk

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 09:16
von Toenne
Was mir jetzt so in den Kopf kam:
- Eine 3D Punktewolke von der rechten Hälfte erstellen
- Diese Hälfte spiegeln und zu einem neuen Ganzen zusammensetzen
- Mit einem 3D Drucker ausdrucken
- Davon dann Form erstellen und ausgiessen
Leider habe ich weder die Möglichkeit die Punktewolke zu erstellen (gibts da eine brauchbare Freeware? Den notwendigen Taster bekäme ich vermutlich noch hin), noch die Software für Spiegelung und Zusammensetzen (Frage wie vor?), und schon gar nicht einen 3D Drucker.
Aber wäre das nicht generell eine Möglichkeit, habt ihr sowas schon mal gemacht?

Gruss
Toenne

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 09:19
von audiomixer
Wieso machst du das teil nicht ganz neu? Ich finde auf den ersten blick scheint das original nicht sooo präzis gemacjt, das bekommst du doch besser hin. Wachs formen und dann gibt es zig möglichkeiten....

Michael

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 09:21
von Toenne
Uups, hat sich überschnitten...

@Bollwerk
Da wüsste ich spontan nicht wie das bei dem Teil funktionieren könnte. Vom rechten Ende bis zur Mitte wird das Teil ja immer breiter, erst das letzte Stück hat halbwegs die gleiche Breite. Zudem die Bogenform, da wird man kaum ein Segment von rechts links ansetzen können?

Re: Gussteil ergänzen/reproduzieren

Verfasst: So 26. Mai 2019, 09:23
von Bollwerk
Toenne hat geschrieben:
So 26. Mai 2019, 09:16
habt ihr sowas schon mal gemacht?

Gruss
Toenne
Nö, hab mein Handwerk noch im letzten Jahrhundert :-D gelernt. Aber keine Frage, meine "analoge Methode" lässt sich, sinngemäß, auch mit dem 3D Drucker realisieren. Vor allem, wenn man die Segmente noch ein wenig "verziehen" muß damit alles passt.

Gruß vom
Bollwerk

Edit: Mach Dir erst mal ein paar Kopien vom Foto Deines Teils. Klebe eines auf eine Unterlage (Karton), dann zeichnest Du den Umriss des fehlenden Stückes. Danach geht die Sucherei nach
dem passenden Ausschnitt (den Ausschnitten) los. Wetten, dass es geht?