Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

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Sven-Otto-WL
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Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Sven-Otto-WL » Sa 27. Apr 2019, 21:59

Moin Moin,
ich spiele mit dem Gedanken eine kleine Sandstrahlkabine anzuschaffen.
Habt Ihr einen Tip für mich was man da nehmen kann, was man braucht und was man lassen soll?
Ich möchte nur kleine Dinge strahlen, kein Kotflügel oder so. Denke mal 300 x 300 x 300 mm, das wären so die größten Teile.
Mein derzeitiges Problem, ich habe nur einen kleinen Kompressor mit 50 l Luft im Kessel.
Hat das überhaupt einen Sinn?
Was benötige ich alles???

Es gibt ja auch Sandstrahlpistolen mit Strahlgutbehälter an der Pistole, dann brauche ich nur eine Kabine damit der Sand nicht durch die Gegend fliegt.
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Booze
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Booze » Sa 27. Apr 2019, 22:22

Sven-Otto-WL hat geschrieben:
Sa 27. Apr 2019, 21:59
ich habe nur einen kleinen Kompressor mit 50 l Luft im Kessel.
Hat das überhaupt einen Sinn?
Nein macht kein Sinn, damit geht fast nichts.
Das mit dem Strahlen habe ich eigentlich schon aufgegeben.
Habe mir so eine kleine Strahlbox gebaut, aber das ist echt ein Krampf.
Und ein Kumpel hat so eine gekaufte Box, das ist das nicht anders.
Gruß Viktor




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Evel Knievel
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Evel Knievel » Sa 27. Apr 2019, 22:28

Guten Abend,

Also der 50l Kessel spielt keine Rolle. Wieviel Liter Luft bringt denn der Kompressor pro min.
Bei nem kleinen Kessel läuft er halt ständig bis er irgendwann aufgibt.

Ich habe die.
https://rover.ebay.com/rover/1/707-1344 ... gLzwPD_BwE


Obwohl ich alle Seiten beim Zusammenbau mit Acryl abgedichtet habe tritt immer noch leicht Strahlgut aus. Umgebaut habe ich auf Fusspedal zum Strahlen und anstelle eines Saugstrahlers einen Druckbehälter. Sorgt bei mir dafür, dass immer Strahlgut verfügbar ist was beim Saugschlauch bei mir nicht immer gegeben war.

Betreiben tue ich das mit nem Kaeser Eco5/90l . Er hat ein Ansaugvolumen von 450l pro min und bei 6 bar nen Volumenstrom von ca. 270l pro min.

Wenn du eine Strahlpistole direkt mit Tank an der Pistole betreiben willst suchst du vielleicht sowas.

https://www.google.de/aclk?sa=L&ai=DChc ... 6582706049

Meine ist inzwischen gut für Kleinteile. Alles Grössere gebe ich zu Strahlen.

Grüsse
Michael
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Lichtbogen
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Lichtbogen » Sa 27. Apr 2019, 23:54

Hab zwei Kabinen, eine große 220L Kabine mit Edelkorund für große Teile und eine kleine 90L Kabine mit Glasperlen für Kleinkram. Beides gekaufte Modelle - die üblichen Chinafabrikate.

Kann die kleine 90L Kabine guten Gewissens weiterempfehlen, meine ist dicht und (fast) maßhaltig. Hab die neu für um die 70€ in der Bucht gekauft, kam fast fertig zusammengebaut an, musste nur die Füße ranschrauben, mussten etwas nachgebogen bzw. mit der Hand gedrückt werden. Zusätzlich dennoch vorsichtshalber von außen alle Kanten mit Acryl abgedichtet. Die beiliegende Injektorpistole ist für den Hobbygebrauch gerade so noch brauchbar, kann mich meinem Vorposter nur anschließen, bei großen Teilen kommt man um nen Druckkessel nicht drum rum. Für Kleinteile reicht aber die Injektorlösung.

Allerdings sollten sämtliche Kabinen, egal ob groß oder Klein mit einer Absaugung betrieben werden - bei der kleinen 90L reicht ein Staubsauger, an die große hab ich eine richtige Absaugung mit Abscheider und großen Filterpatronen montiert.

Zum Sandstrahlen brauchst du egal was immer massig Luft - die 90L Kabine geht gerade so noch mit meinem kleinen GKW Kompressor, der hat auch etwa 50-60L Kessel, Förderleistung geschätzt 200-300 l/min... eher weniger. Das ist schon arg am Limit aber noch keine Quälerei. Für große Teile nehme ich einen Schraubenkopressor mit 5,5 KW und knapp 600 l/min Förderleistung, der ist angenehm leise.

Wie du es auch drehst und wendest, beim Sandstrahlen wirst du entweder Geld in die Hand nehmen müssen, dann macht es auch Spaß oder du bastelst dir selber eine Kabine - davon würde ich abraten, reine Zeitverschwendung in deiner Größenvorstellung. Auch ein gescheiter Kompressor, egal ob Kolben oder Schraube kostet. Luftkessel immer so groß wie möglich wählen.

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Sven-Otto-WL
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Sven-Otto-WL » So 28. Apr 2019, 00:37

Vielen Dank für die Antworten :2up:
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DeckelMensch
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von DeckelMensch » So 28. Apr 2019, 00:51

Liter vom Tank sind Irrelevant.
Bei 50L Tank mit fettem Kompressor im Dauerlauf und Überdruckventil dran kann man gut Sandstrahlen, 500L Tank mit mickriger Kompressoreinheit strahlste den Tank leer und wartest dann 1/4 Stunde bis wieder voll.

Ich hab mir zum Sandstrahlen so einen Art Helm aus alten Polyethylen-Hartschaum (so Verpackungmaterial, was man unten in Pakete reintut) und Polycarbonatscheibe gebaut, der mittels einem ca 20m langen, dicken Gartenschlauch und einem umgedrehten Staubsaugergebläse druckbelüftet wird.

Dazu einen schön antiken, langsamlaufenden 5.5kW 2Stufen-Kompressor mit grossem Zwischenkühler für extra Effizienz und mit 500L Tank unten dran. Strahlgut ist Bachsediment, gratis, da direkt aus dem örtlichen Bachbett geschaufelt.

Zum Sandstrahlen geht ich dann raus in den Garten, am besten an einem Tag mit Regen, damit die Nachbarn nicht zu viel Staub abbekommen. Bei 10-12bar rockt das Teil total, Farbe geht runter wie nix. Das lokale Bachsediment (wahrscheinlich hauptsächlich Verrucano-Schiefer-Sand) hat auch den Vorteil, dass es nicht besonders hart ist und daher der Guss bzw Stahl unter der Farbe eigentlich fast nix abbekommt.
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC-135; Deckel FP4-NC/Dialog11; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; alte Durch-Ständerbohrmaschine; diverses Messgerät (Elektronik)

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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Motormeister71 » So 28. Apr 2019, 01:39

Hallo
Schau doch mal bei
www.logiblast.at nach.....
Der hat Strahlanlagen extra auf kleine Kompressoren zugeschnitten.
Ich habe früher mit einer einfachen Saugbecherpistole und einem Kompressor mit 220 Liter eff. Fördervolumen den Aufbau meines VW-Käfer von der Unterseite (rund um die Reserveradmulde) gestrahlt.....alles eine Sache der Vorbereitung!
Der Saugbecher flog gleich raus, dafür wurde ein Saugschlauch direkt in den Strahlgut-Sack gesteckt, welcher oberhalb (auf dem Käfer) stand. Dadurch war das Ansaugen erheblich effektiver. Strahlgut war Quarzsand, was natürlich ein echtes "no go" ist! Der ist ungesund!
Der Unterboten selbst wurde zuvor mit Fertan behandelt, dadurch flog der Rost anschließend nur so weg.....man braucht auch nicht pausenlos durchstrahlen! Einfach mal ein paar Sekunden warten und weiter geht's.....
Heute würde ich das so nicht mehr machen!
Sieh dir mal dir "SMART-Cab" auf der o.g. Seite an und auch die Videos dazu.
Ich habe zunächst auch nur "naja...." gedacht, allerdings lassen die Geräte, sprich die Strahldüsen, auch noch pimpen. Und es sind Druckstrahl-, keine Saugstrahl-Geräte.
Evtl. wäre das ja etwas für dich.....
Selbstverständlich (!!!) gibt es bessere Geräte, eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Strahlen ist immer mit Dreck verbunden, egal welche Preisklasse......das sehe ich auch täglich bei unserer Industrie-Anlage, die schon sehr gut ausgestattet ist.
Gruß
Sven-Eric

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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Karsten » So 28. Apr 2019, 07:26

Moin Sven,
ich beschäftige mich seit Jahresbeginn auch intensiv mit dem Thema.
Meine Ausgangslage war wie bei Dir: 50l Kompressor/220l Chinakabine und ??
Mittlerweile habe ich soweit auf/nachgerüstet, dass ich sicherlich mit einer Profianlage konkurieren kann. :-)
Deshalb kann ich jetzt auch mit Zahlen u. Fakten dienen:
Von Deinem 300x300x300 Teil willst Du was? herunterstrahlen.
(Und in welcher Zeit, 15 Minuten oder 3 Stunden ...?)
Alu aufhellen bei 4 Bar mit Glasperlen, oder ordentlich Rost u. einer zähen/dicken Farbschicht mit Schlacke bei 8 Bar ?
Die China 90/220l Kabinen haben beide eine Pistole mit einer 2,4mm Luftdüse.
Diese braucht bei 4 Bar > 227l/min , bei 5 Bar > 290l/min , bei 6 Bar > 345l/min , bei 7 Bar > 400l/min u. bei 8 Bar > 455l/min (ca.)
Ein gängiger 50l Kompressor hat ca. eine Liefermenge von 200-250l/min und darf laut der Firma Schneider max 10x/Std. nachladen,
sonst wird er zu heiß ...
In dem 50l Kessel befinden sich bei 10 Bar ca. 500l Luft. Von denen Du aber nur ca. 150l nutzen kannst,
denn wenn Du mit Schlacke strahlen willst, sollte er bei 6,5-7 Bar einschalten u. nachladen.
Jetzt kannst Du Dir schon ausrechnen, dass Du mit einem 50l Kompressor nicht weit kommst.
Ich habe mir dann einfach einen 2. 50l Kompressor gebraucht dazugekauft u. die dann parallel laufen lassen.
Das klappt schon mal ganz gut, wenn es Dir gelingt die beiden Druckschalter einigermaßen zu synchronisieren.
(Denn wenn nicht, läuft doch immer nur ein Kompressor.)
Dann hatte ich aber Glück und konnte meine beiden kleinen Kompressoren gegen einen richtig Fetten tauschen. :-)
Ne Absaugung brauchst Du auch unbedingt, das wurde ja schon geschrieben.
Hier noch ein paar Impressionen:

Gruß Karsten
DSCF0127.JPG
DSCF0101.JPG
DSCF0468.JPG
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Helix
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Helix » So 28. Apr 2019, 07:44

Mit zwei Kompressoren die direkt an den Verdichter angeschraubt sind + Staubsauger fallen dir da aber auch die Ohren ob, vom Stromverbrauch mal ganz abgesehen.


Das Hauptproblem ist die Ineffizienz des Saugstrahlens. Braucht kubikmeterweise Luft, schafft aber nur be höheren Drücken auch was weg. Ich strahlte eigentlich nur "altes Eisen", alles unter 6 Bar ist da eigentlich hoffnungslos wenn man noch mal fertig werden möchte. Mit einem 2,2kW 2-Kolbenkompressor mit Riemenantrieb und 60 Liter Tank geht meiner Auffassung nach für diese Chinastrahlkisten gerade so, Kompressor läuft dann aber quasi durch wenn du nicht ständig zum drehen der Teile Pause machen musst, sondern auch mal ne A4 Fläche Strahlen willst.
Der gleiche Kompressor liefert aber bei einem Druckstrahler schon beachtliche Ergebnisse und kommt dann auch mal in den Aussetzbetrieb, auch der Abtrag bei gleichem Druck ist deutlich besser. Also meine Meinung nach einigen Jahren Strahlen: Druckstrahlkessel kaufen und an die Kiste anschließen oder gleich die Kiste selber bauen, damit man gescheite Größen laden kann und nicht alles immer gegen die Scheibe prallt. Kostet anfangs ein bisschen mehr, lohnt sich aber. Auch den Drucktank aus einer Gasflasche oder einem Kessel zu bauen ist eine Option.

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Karsten
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Re: Sandstrahlen, habt Ihr einen Tip

Beitrag von Karsten » So 28. Apr 2019, 08:20

Ja, mit dem Lärm hast Du Recht ...
Aber ich habe den Kompressor auch in einem Nebenraum stehen und der Staubsauger
läuft auch nur auf 1/3 Power, dann geht's :-) .
Druckstrahlen ist mit Sicherheit effektiver.
Allerdings wie Du schon schreibst auch ordentlich teurer und was mich noch mehr stört,
deutlich aufwendiger/größer ...
Ich hab nicht so viel Platz, kann die Kabine wenn sie nicht gebraucht wird jetzt schön in eine Ecke stellen.

Gruß Karsten
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