Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

ryven
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von ryven » Fr 6. Sep 2019, 09:09

Dann solltet das linke besser gehen.
Zumindest bei meiner Maschine ist das so.

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Stolle1989
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von Stolle1989 » Fr 6. Sep 2019, 09:30

Sollte es eigentlich auch weil mehr Umfang im Eingriff ist.
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

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Rainer60
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von Rainer60 » Fr 6. Sep 2019, 13:27

servuskaiser hat geschrieben:
Do 5. Sep 2019, 17:29
Servus Rainer,

also gestern (beim Dauerscheitern) war die Eingriffsbreite seitlich ca. 95%, vorgestern hab ich seitlich ca. 2/3 bis 3/4 genommen aber es waren auch die Schneiden noch frisch. Der abgebildete C45 ist 40mm breit also genau 1/2 der Fräserschnittbreite und ich habs per Augenmaß mittig genommen. Also wenn ich es richtig verstehe, wenn ich die Möglichkeit habe und die Schnittbreite ist kleiner 2/3 dann mittig drüberfahren, sonst mit max. 2/3 seitlich?
Hoi Markus
Beim Gegenlauffräsen reibt die Schneide erstmal und baut Druck auf, bis die Schutzfase und/oder Schneidkantenverrundung ins Material gedrückt wird. Ich befürchte dass Du damit nicht klarkommen wirst. Beim Vollnutfräsen ist es das selbe Problem - nur wenn die Schneide ganz scharf ist, wird der Schnittdruck nicht so hoch.

Im folgenden Bild ist die Situation ae 50% abgebildet.
Auch mit einem hochpositiven Fräser gehts von Null auf volle Spandicke und ergibt den „Ränzler“ :|
A9467238-C189-4396-B622-21E20D3CEE05.jpeg
A9467238-C189-4396-B622-21E20D3CEE05.jpeg (25.06 KiB) 964 mal betrachtet
Wenn die Eingriffsbreite möglichst breit gewünscht ist, dann sollte darauf geachtet werden, dass beim Zahneintritt der Zahnvorschub grösser ist als die Schneidkantenverrundung. Über die Spanmittendicke hm könntest einen Näherungswert ermitteln, welcher für Dich als Ausgangsbasis dient.
Je mehr Zähme im Eingriff, desto ruhiger wird der Zerspanungsprozess aber die Zerspanungskraft wird auch höher.
Du kannst auch im Gleichlauf überfräsen mit ae ⅔ bis ¾ . Nur beim Austritt - spätestens wenn der Butzen auf der einen Seite weg ist, musst entweder den Schlitten leicht klemmen oder in Y-Richtung weiterfahren. Wenn Du die Fläche nur leicht überzupfst, kannst ruhig alles im Gleichlauf fräsen.

Ich hoffe Dir damit in etwa vermittelt zu haben, wie Du das Werkzeug eingeschränkt nutzen kannst und wünsche gute Späne. ;-)
Der Friede und die Zufriedenheit sei mit Euch... denn das Glück ist meist nur von kurzer Dauer.
Gruss Rainer
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servuskaiser
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von servuskaiser » Fr 6. Sep 2019, 13:56

Servus Rainer,

danke für die informativen, bebildetern Postings, das ist wirklich sehr hilfreich! Gleichlauffräsen werde ich bei nächster Gelegenheit versuchen. Ich kann mich erinnern, das ich das in X mit einem normalen Schaftfräser (Ø 16-20, weiss nicht mehr genau) schon funktioniert, wenn ae nicht zu gross ist. In Y gehts auf meinem Spielzeug allerdings auch dann nicht. Habe ich allerdings nicht mit leichter Klemmung probiert, auch das werde ich versuchen. Beim Messerkopf scheidet Y als Verfahrrichtung aber aus, da die Späne einfach überall liegen und die Y-Achse nach vorne ungeschützt ist (hinten zur Säule hat sie einen Faltenbalg), dh. die Führung wird völlig zugeschüttet mit Spänen. Die kann ich bei X-Richtung klemmen und abdecken.

Danke nocheinmal!
Markus

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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von servuskaiser » Sa 7. Sep 2019, 17:58

Servus in die Runde,

so, jetzt habe ich mit meinem kleinen C45 Flachstahl ein bisserl herumgespielt, weil mich interessiert hat, wie das alles funktioniert. Alle Schneiden frisch bis 0.75mm Zustellung hab ich probiert, mehr wollte ich von meinem bescheidenen Vorrat nicht opfern (die Gelegenheit für mehr Tests wird sich sicher ergeben). Der Flachstahl war ursprünglich 40x20 die abgebildete Breitseite deckt also 50% ab. Gefräst im Gleichlauf und seitlichem Eingriff und vorgeschlagenen 600 U/min und ca. 320mm/min Vorschub, obwohl ich wahrscheinlich eine Spur zu schnell war (400-450?), lässt sich in der Hitze des Gefechts nicht so genau kurbeln. Das Stück ist nur 130mm lang, da ist die ganze Action schnell vorbei.

Das erste, obere Bild ist nach 0.75mm Zustellung, unten 0.25mm. Die Oberfläche ist optisch nicht berauschend, aber mit 0.20 deutlich glatter, man sieht es schlecht. Verschiedene Vorschübe muss ich noch ausprobieren. Die Geräuschentwicklung war angenehm (bei 0.75 schon intensiver), die Späne blau-violett, meiner Meinung nach alles im grünen Bereich. Bin Recht sicher, das die Maschine auch bei 2/3 Eingriff keine wesentlich andere Performance abgibt, eher besser weil mehr Schneiden im Eingriff, das Planen der kleinen Seiten des Stahls war etwas unruhiger.
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IMG_2492_s.JPG
0.75 mm Zustellung
IMG_2494_s.JPG
0.20 mn Zustellung
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Sieht so aus als könnte ich den Kopf durchaus für den angepeilten Zweck einsetzen. Mit gehärtetem Material muss ich bei meiner Maschine aber aufpassen :)

Euch allen herzlichen Dank für die konstruktiven Vorschläge und Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen
Markus

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Rainer60
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von Rainer60 » Sa 7. Sep 2019, 18:26

servuskaiser hat geschrieben:
Sa 7. Sep 2019, 17:58
Gefräst im Gleichlauf und seitlichem Eingriff und vorgeschlagenen 600 U/min und ca. 320mm/min Vorschub, obwohl ich wahrscheinlich eine Spur zu schnell war (400-450?), lässt sich in der Hitze des Gefechts nicht so genau kurbeln. Das Stück ist nur 130mm lang, da ist die ganze Action schnell vorbei.
Hoi Markus
Ach ja Du hast ja keinen automatischen Vorschub, aber sieht schon mal gut aus.
Wie ist es, wenn Du z.B. 0.5mm zustellst und nach der Bearbeitung in der selben Zustelltiefe beim Rücklauf einen Entlastungsschnitt fährst? Nimmt es dann noch einen minimalen Span, der eine schöne Oberfläche hinterlässt? Vielleicht unterstützt ein Pinselstrich mit Bearbeitungsöl das Resultat positiv.

Blau-violette Späne sind i.O. Wenn sie hellblau werden ist nicht gut, weil dann ca. 550°und dies die Bindung im Hartmetall nicht mag. So lange die Beschichtung intakt ist gehts.
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Gruss Rainer
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Sepp9550
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von Sepp9550 » So 8. Sep 2019, 10:48

Als ich das erste Bild sah dachte ich das wäre eine alte Industriemaschne mit defekten Spindellager, die sind nämlich auch nicht besser als unsere 300Kg Tischfräsen ;-)

Systematisch haben wir ja jetzt herrausgefnden dass es am material zu liegen scheint, wobei es klar ist dass eine 2t Maschine das Natürlich trozdem abgefräst hätte.
Inhomogenes Material ist immer schlecht zu fräsen, eine Harte Randschicht, eine Schweißnaht usw kann einen den Tag ziemlich versauen.


Wenn du dir beim Material nicht sicher bist kannst du entweder z.B. einen vergleich mit einer Feile machen oder einfach mal mit dem Hammer oder Körner eine Delle hineinschlagen.
Wenn man immer ein Material zum vergleichen hat kann man schnell feststellen ob das Teil gehärtet ist oder nicht, wenn man nach dem test Feststellt dass man dem Teil nichts ansieht, aber der Körner eine Platte spitze hat sollte man es nicht auf die Fräse spannen ;-)


Um herrauszufinden wie der Stahl Legiert ist kann man eine Funkenprobe machen, Dazu muss man das Teil nur an den Schleifbock halten oder etwas mit der Flex abschleifen. Man kann zwar nicht die exakte Legierung herrausfinden, kann aber feststellen ob es St37, C45 oder Hochlegeirter Werkzeugstahl ist.
Bei viel Kohlenstoff sieht es aus wie bei einer Wunderkerze, Bilder zur Funkenprobe findet man viele im Internet, wichtig ist auch hier eine Vergleichsmöglichkeit mit bekannten Stahl und minimal Grundlagen der Werkstoffkunde.



Allgemein finden ich den Fräser recht ambitioniert auf der Maschine, ich nehme auch lieber einen kleineren Messerkopf, habe gestern einen kleinen mit 45° geneigten Platten verwendet, der Arbeitet fast lautlos.
War ja auch schonmal am überlegen mir so einen Messerkopf zuzulegen da ich ähnliche Platten (ohne Loch von Seco) zuhause habe, aber ich nicht sicher bin ob das die Maschine packt.

Aber man Braucht ja onehin mehrere verschiedene Messerköpfe, also vielleicht ncoh einenkleinen für schweer zerspanbares material :-D
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

servuskaiser
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von servuskaiser » So 8. Sep 2019, 18:52

Danke für die Tips, hab das mit dem Zurückfahren ausprobiert. Als erstes geplant (0.50 mm):
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IMG_2496_s.JPG
Nach dem Planen mit 0.5mm
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dann mit gleichem Eingriff und Vorschub zurück (ohne Schmiermittel) (für das Foto dann den Kopf auf die andere Seite gefahren, falls sich jemand wundert)
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IMG_2499_s.JPG
Nach dem Zurückfahren mit 0.5mm
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Obwohl die Fläche nicht ganz homogen aussieht und viele kleine Kratzer zu sehen sind, ist sie schön glatt, deutlich glatter als vor dem Zurückfahren. Hätte eigentlich gedacht, dass man das nicht machen sollte um Verschleiß an den Schneiden zu vermeiden. Aber es funktioniert. Die Verfärbung im linken, oberen Eck muss eine Spiegelung sein, die Fläche ist OK und hat keine Verfärbung. Die Farbe der Späne des Planens scheint mir OK zu sein:
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IMG_2498_s.JPG
Späne
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Danke auch für die Tips mit der Materialprobe. Ich werde die Funkenprobe machen, bin heute nicht dazugekommen.

Der Verkäufer des Materials vom Anfang des Threads hat mir bestätigt, daß es ST52-3 ist, der mit Schneidbrenner geschnitten wurde. Hab heute 1 Stunde 15 Minuten einen stirnseitigen Teil (140mm x 35mm) mit der Handsäge fertig abgeschnitten. Das Zeug ist hart. Beim anschließenden Entgraten mit der Feile ist mir aufgefallen, das die allererste Schicht an der Schneidbrenner-Schnittfläche sehr sehr hart ist, da gleitet die Feile schön drüber obwohl es eine scharfe Kante ist. Der Rest ist nur hart. Der Sägeschnitt weißt nicht die typische Rauheit, die ich man bei C45 oder Baustahl hat, auf sondern ist auch fast glatt (also natürlich gewellt aber keine Minigrate auf der Fläche).

Mit freundlichen Grüßen
Markus

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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von 0815^ » Do 12. Sep 2019, 10:38

Die Fläche sieht eher aus wie mit der flex. bearbeitet, aber nicht wie sauber geplant.

Limbachnet
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Re: Es rattert, was mache ich falsch mit meinem Planfräser

Beitrag von Limbachnet » Do 12. Sep 2019, 15:11

Könntest du ganz kurz den hilfreichen Teil deines Postings markieren, ich kann den gerade nicht finden... :pfeif:
Der Thread ist nur entstanden, weil dem TE selbst die erzeugte Oberfläche nicht gefallen hat.
Schöne Grüße,
Matthias

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