Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

servuskaiser
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von servuskaiser » Fr 9. Aug 2019, 19:37

Servus an Alle,

nochmals vielen Dank für die rege Anteilnahme, sehr viel Wissenwertes. Es scheint ich habe das mit der Zentrierung etwas falsch verstanden, ich werd's morgen noch einmal probieren

In der Zwischenzeit habe ich noch zwei andere Dinge probiert:

1) Weil das Teil, das ich heute noch bohren musste, nicht auf die Fräsmaschine geht, den ratternden 8,5mm Bohrer in der Handbohrmaschine händisch geführt. Zuerst ein 4mm Durchgangsloch, dann 8,5mm. Ergebnis das gleiche, hat wild gerattert, keine Spiralspäne nur Kleinzerhaktes. In Anbetracht des Denkfehlers beim Zentrieren könnte die Ursache wohl die gleiche sein.

2) Mit einem 2-Schneider Langlöcher ins gleiche Material gefräst. Zuerst komplett durch gebohrt, dann das Loch erweitert. Hat beim Durchbohren auch gerattert. Dem konnte ich nur Herr werden, indem ich sehr langsam ins Material ging. Phasenweise hat es nicht gerattert, dann wieder sehr stark. Währenddessen habe ich die Späne abgesaugt. Vielleicht trotz Absaugung verkeilte Späne? Beim Rattern hätte ich schwören können, das die Pinole sich in der X/Y Ebene bewegt (zusätzlich zu Z). Irgendwas ist mit dem Gerät nicht OK. Ich werd die Pinole mit der Messuhr auf Beweglichkeit überprüfen, bisher hat sie sich nicht bewegen lassen.

Danke nochmals!
Mit freundlichen Grüßen
Markus

Darko
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von Darko » Fr 9. Aug 2019, 19:43

servuskaiser hat geschrieben:
Fr 9. Aug 2019, 15:07
Kann das an der Zentrierbohrung liegen? Der Zentrierbohrer hat eine 3,15mm Spitze und 8mm Durchmesser, die Bohrung geht fast durch das ganze Material.
Wenn du eh 8er bohren möchtest und wenns eh fast schon durch ist, wieso bohrst du das nicht mit dem Zentrierbohrer fertig? :muahaha:
Also wirklich :unknown:

Wozu braucht man eigentlich Zentrierbohrer an der Bohrmaschine?

gerhard_56 hat geschrieben:
Fr 9. Aug 2019, 16:46
Lege spaßeshalber einmal ein doppelt gefaltetes Stückchen Putzlappen (ca. 4 x 4 cm) zwischen den Bohrer und das Werkstück und bohre dann.
Bei 1mm Blech vielleicht, aber nicht bei den genannten 10-15mm.
Alle Angaben ohne Gewähr, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.

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tommydsa
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von tommydsa » Fr 9. Aug 2019, 20:55

Aus der Praxis
Wenn ich einen 12er NC Anbohrer habe und 8mm bohre plus Senkung dann stelle ich die Tiefe entsprechend ein....
sind nebenbei hervorragend zum entgraten geeignet...
So genau wie nötig und so einfach wie möglich....

Tommy

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juergenwt
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von juergenwt » Fr 9. Aug 2019, 23:22

Wenn Du die Rattermarken mal drin hast hilft nur eins: Sie müssen erst raus. Also Freiwinkel abflachen, schmieren, Maschine anlaufen lassen und wieder ausschalten. Bohrer einführen und im Schnitt auslaufen lassen. Die Rattermarken müssen erst raus sonst bekommst Du nur ein eckiges Loch. Kommt immer wieder vor. Hat nichts mit der Maschine
oder dem Futter zu tun.

ferze001
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von ferze001 » Fr 9. Aug 2019, 23:32

servuskaiser hat geschrieben:
Fr 9. Aug 2019, 19:37
Servus an Alle,

nochmals vielen Dank für die rege Anteilnahme, sehr viel Wissenwertes. Es scheint ich habe das mit der Zentrierung etwas falsch verstanden, ich werd's morgen noch einmal probieren

In der Zwischenzeit habe ich noch zwei andere Dinge probiert:

1) Weil das Teil, das ich heute noch bohren musste, nicht auf die Fräsmaschine geht, den ratternden 8,5mm Bohrer in der Handbohrmaschine händisch geführt. Zuerst ein 4mm Durchgangsloch, dann 8,5mm. Ergebnis das gleiche, hat wild gerattert, keine Spiralspäne nur Kleinzerhaktes. In Anbetracht des Denkfehlers beim Zentrieren könnte die Ursache wohl die gleiche sein.

2) Mit einem 2-Schneider Langlöcher ins gleiche Material gefräst. Zuerst komplett durch gebohrt, dann das Loch erweitert. Hat beim Durchbohren auch gerattert. Dem konnte ich nur Herr werden, indem ich sehr langsam ins Material ging. Phasenweise hat es nicht gerattert, dann wieder sehr stark. Währenddessen habe ich die Späne abgesaugt. Vielleicht trotz Absaugung verkeilte Späne? Beim Rattern hätte ich schwören können, das die Pinole sich in der X/Y Ebene bewegt (zusätzlich zu Z). Irgendwas ist mit dem Gerät nicht OK. Ich werd die Pinole mit der Messuhr auf Beweglichkeit überprüfen, bisher hat sie sich nicht bewegen lassen.

Danke nochmals!
Mit freundlichen Grüßen
Markus
bin mit meinem latein am ende, ehrlich gesagt. ka, was bei dir so alles falsch läuft. :unknown:

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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von stefangtwr » Fr 9. Aug 2019, 23:59

Kann das sein das du einfach zu sanft drückst? Der Bohrer will schon beißen, sonst langweilt er sich und rattert wie ein Bekloppter.

Fast alle Ratterprobleme beim Bohren hängen mit dem Vorschub zusammen (Oder absurd hohe Drehzahlen. Was den gleichen effekt hat). Nicht vom Zentrieren, anbohren und vorbohren.

Gruß
Stefan
Zuletzt geändert von stefangtwr am Sa 10. Aug 2019, 00:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Gullideggl
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von Gullideggl » Sa 10. Aug 2019, 00:02

Zentrierbohrung geht fast komplett durchs Material? Das sagt alles.
Geh mal folgendermaßen vor:
Den Zentrierbohrer wirklich nur zum Zentrieren nehmen (ich vermute, es wird nach Körnung gebohrt) und nur 1-2mm tief zentrierbohren.
Dann gleich mit dem Bohrer ins Volle.

Wenn man nicht gerade eine Furzmaschine hat, braucht man gar nicht vorbohren, vor Allem nicht bei 8,5mm Durchmesser und vor Allem nicht bei einem ausgespitzten Bohrer (wird wohl einer sein).
Durch die Vorbohrung hat der Bohrer keine Querschneide im Eingriff und wird nicht gebremst. Dadurch beißt der Bohrer zu stark, verbiegt sich (tordiert) und wenn sich genug Spannung aufgebaut hat, rupft er etwas Material raus, die Spannung baut sich ab und schon greift die Schneide wieder, der Bohrer beißt sich erneut ein und das Spiel geht von vorn los. Das führt zum Rattern, weil das Ganze sauschnell geht.
Nicht mehr vorbohren und das Problem ist erledigt, weil die Querschneide derart bremst, dass sich der Bohrer nicht reinbeißen kann.

Und zur Schnittgeschwindigkeit: versuch mal nicht nur 1/3 unter Herstellerangabe, sondern nur 1/3 davon. Beim Aufbohren (wenn ich es denn mal mache) reduziere ich die Drehzahl immer sehr deutlich und fahre gut damit. Dauert dann hald etwas länger. Generell gilt beim Bohren: zu niedrige Drehzahl läuft besser als zu hohe.

Grüßle Jo

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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von Sepp9550 » Sa 10. Aug 2019, 08:59

Um Missverständnisse aus der Wellt zu Räumen, es gibt grundstzlich zwei methoden Löcher zu bohren.

A: z.B. Auf der Standbohrmaschnie, bis Duchmessser 13mm mit lockeren Schraubstock:
1. Bohrung ankörnen
2. Vorbohren z.B. Duchmesser 4mm
3. Fertigbohren
4. Entgraten

Wichtig: der Bohrer braucht etwas Kraft damit er sich in der Bohrung zentrieren kann, sonst rattert es, im zweifelsfall eine wesentlich niedrigere Schnittgeschwindigkeit wählen

B: Auf einer Fräse mit festgespannten werkstück:
1. Anzentrieren der Bohrung, dazu verwendet man einen NC-Anbohrer (Einen Zentrierbohrer verwendet man auf der Drehbank zum fertigen der Zentriersenkung für die Reitstockspitze)
es macht dabei nichts wenn die Zentrierung kleiner ist als der Bohrer, die Zentrierung soll ja nur die Körnung ersetzen
2. Bohren des Loches, Vorbohren nur falls erforderlich
3. Entgraten

Ich verwende dabei lieber einen NC Anbohrer mit 120 Grad Spitzenwinkel, so muss ich zwar nachher die Bohrung noch extra ansenken, aber dafür passt der winkel besser zum Bohrer und der hackt nicht so schnell ein bzw. die Schneidecken werden geschont.


Wenn man hier so mitliest fragt man sich manchmal was manche so treiben :unknown:
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von tommydsa » Sa 10. Aug 2019, 09:20

Sepp

glaube es geht nicht ums treiben (Hobbyisten - Syndrom)

sondern ums einfach machen....
So genau wie nötig und so einfach wie möglich....

Tommy

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Gullideggl
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Re: Bohrer "schlägt" Pinole nach oben

Beitrag von Gullideggl » Sa 10. Aug 2019, 09:27

Hier steht doch das ganze Problem samt Ursache und auch mit Lösung:
Kann das an der Zentrierbohrung liegen? Der Zentrierbohrer hat eine 3,15mm Spitze und 8mm Durchmesser, die Bohrung geht fast durch das ganze Material.

Was ich dazusagen muss ist, es geht um eine Bohrung in 5mm ST37 Flachstahl. Wenn die Bohrung tiefer hineingeht (durch den Stahl in eine Opferunterlage aus dem gleichen Material), wirds ruhig und macht Spiralspäne. Aber am Anfang der Bohrung brauchts echt Überwindung, die Maschine leidet ganz deutlich und das macht keinen Spass. Das Ratter wird gefühlsmässig immer ärger, kann aber Einbildung sein.
Sobalds ins Volle geht, ist alles in Ordnung.
Ich schließe daraus: die Querschneide ist nicht im Eingriff, der Bohrer geht ungebremst ins Material und beißt sich zu sehr rein, das Pinolenspiel begünstigt dieses Verhalten. Drehzahl wird für diesen Fall zu hoch sein, verhält sich nämlich wie beim Aufbohren, die 3,15er Spitze geht ja fast komplett durch.
Lösung: nur noch so viel zentrierbohren wie unbedingt nötig, damit der Bohrer seine Position findet, Drehzahl muss dann vielleicht gar nicht oder nur kurz vor dem Austritt aus dem 5er Material runter.

Würde mir nicht im Traum einfallen, einen 8,5er Bohrer vorzubohren, es sei denn es ist ein Billigbohrer oder selbst freihand geschliffen und das Bohrungsmaß soll exakt stimmen.

Grüßle Jo

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