Fräskopf F400-G ausrichten

ChrisMacgyver
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Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von ChrisMacgyver » Do 14. Jun 2018, 07:08

Guten Morgen,

gibt es eine verlässliche Möglichkeit, dass ich trotz Verfahren des Kopfes in Z- Richtung nach dem Klemmen den Kopf wieder halbwegs senkrecht ausgerichtet bekomme? Mir fällt auf, dass je nachdem wie stark ich die beiden Klemmen anziehe, der Kopf entweder in Y- Richtung (oberer Hebel) oder in X-Richtung (unterer Hebel) leicht verschoben wird.

Jetzt kann ich mir an zwei Fingern abzählen, dass es wegen der ungleichen Abnutzung der Bahnen nicht reicht, mir zu merken wie ich die Hebel beim Vermessen mit dem Messtaster stehen hatte. Ich merke darüber hinaus, dass der Kopf in der oberen Position viel schneller geklemmt wird als in der Mitte oder unten.

Nehmt ihr das Spiel bei Klemmen in Kauf oder gibt es einen Trick, wie ich den Kopf einigermaßen wiederholgenau klemmen kann?

Besten Dank
Chris

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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von eXact Modellbau » Do 14. Jun 2018, 07:20

Das sollte nicht so sein. Wahrscheinlich ist die gegenüberliegende (nichtgeklemmte) Führungseite nicht gerade.
Gruß
Larry

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ChrisMacgyver
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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von ChrisMacgyver » Do 14. Jun 2018, 07:50

Hoffentlich nicht. Meine These ist, dass der Kopf durch sein Gewicht beim Lösen der Klemmung etwas in der Führung nach vorne (d.h. Rotation um die X Achse) gleitet. Es sind ja Schwalbenschwanzführungen.

Limbo
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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von Limbo » Do 14. Jun 2018, 08:40

Im geklemmten Zustand sollte die vertikale Ausrichtung der Z-Achse immer gleich und wiederholbar sein.
Deshalb richtet man den Fräskopf im geklemmten Zustand aus.
Falls Das abhängig von der Höhe des Z-Schlittens ist, stimmt die Führung nicht.

Wenn man die Säule und damit den Fräskopf in Y-Richtung ausgerichtet hat, sollte man nach ein paar Monaten die Y-Ausrichtung kontrollieren. Es kommt vor, dass sich die neue Säule mit der Zeit nach vorn neigt. Später nimmt die weniger bis garnicht zu.

Hans
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Khan
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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von Khan » Do 14. Jun 2018, 11:21

Hallo Chris,
ChrisMacgyver hat geschrieben:
Do 14. Jun 2018, 07:08
gibt es eine verlässliche Möglichkeit, dass ich trotz Verfahren des Kopfes in Z- Richtung nach dem Klemmen den Kopf wieder halbwegs senkrecht ausgerichtet bekomme? Mir fällt auf, dass je nachdem wie stark ich die beiden Klemmen anziehe, der Kopf entweder in Y- Richtung (oberer Hebel) oder in X-Richtung (unterer Hebel) leicht verschoben wird.
[...]
Nehmt ihr das Spiel bei Klemmen in Kauf oder gibt es einen Trick, wie ich den Kopf einigermaßen wiederholgenau klemmen kann?
Über welche Größenordnung bei der Abweichung sprechen wir da?

Prinzipiell kann man bei dieser Bauart ein Verkippen des Fräskopfes nie ganz verhindern, es sollte sich aber innerhalb von 1/100stel abspielen. Durch das Gewicht des Fräskopfes wir oben am Z-Schlitten nur die schrägen Schwalbenschwanzführungen belastet, die flachen Führungsteile sind entlastet. Unten ist es genau umgekehrt.
Deshalb kippt, wie du schon festgestellt hast der Fräskopf in Y, wenn man den oberen Klemmhebel anzieht (Schlitten wird oben an die flache Führung gezogen) und in X, wenn man den unteren Klemmhebel anzieht (Schlitten wird unten an die schrägen Führungen gedrückt).

Zusätzlich dürfte sich auch noch bemerkbar machen, dass die geschlitzte Säule sich im mittleren Teil durch die Klemmkräfte zusammendrücken lässt.
Das dürfte auch der Grund sein, warum "der Kopf in der oberen Position viel schneller geklemmt wird als in der Mitte oder unten".

Um das Abkippen zu minimieren sollte helfen, die Z-Führung (Keil-/Einstellleiste) etwas strammer einzustellen, und somit von vornherein die Luft zwischen geklemmt und ungeklemmt zu minimieren.

Bleibt das Abkippen trotzt strammer Führung erheblich, kann man sich die Führungsflächen vom Z-Schlitten mal anschauen. Sind diese auch nur leicht ballig/konvex, liegt der Kipppunkt zwischen den Klemmhebeln, und es gibt nicht mal eine fixe (Kipp-)Postion beim Feststellen des Schlittens.

Um die Ursache des Kippens generell zu minimieren, müsste man schon den Fräskopf in dessen Schwerpunkt über einen Gewichtsausgleich entlasten. Das ist aber aufwendig und ein Verdrehen das Fräskopfes ist damit auch nicht mehr möglich.


Gruß,
Martin
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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von ChrisMacgyver » Do 14. Jun 2018, 11:44

Vermutlich habe ich die Keilleiste zu lose eingestellt. Problem ist, dass ich sie problemlos straffer einstellen kann, dann aber die Fixierschraube unten nicht mehr greift, da diese vielleicht 4,5-5 cm lang ist. Die Leiste wird mit insg. 2 Schrauben fixiert die in einer Nut in der Leiste greifen (axial).
Aktuell kippt der Kopf 1-2/10 laut Messtaster. Der Schwerpunkt liegt aber auch zwischen Kopf und Säule also wird es in Y- Richtung stärkere Auswirkungen haben, wie dieser geklemmt wird. Kann es sein, dass so viel Spiel vorkommt, wenn die Keilleiste verkehrt herum montiert wurde? Ich musste den Kopf beim Transport demontieren. Eigentlich gehe ich davon aus, dass die Leiste richtig herum montiert ist da ich die Spannung mit der oberen Schraube erhöhe und mit der unteren verringere.

Ab kommender Woche steht mir eine Messplatte zur Verfügung. Wenn alles nichts hilft touchiere ich mal die Keilleiste.

Chris

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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von Khan » Do 14. Jun 2018, 12:42

ChrisMacgyver hat geschrieben:
Do 14. Jun 2018, 11:44
Aktuell kippt der Kopf 1-2/10 laut Messtaster. Der Schwerpunkt liegt aber auch zwischen Kopf und Säule also wird es in Y- Richtung stärkere Auswirkungen haben, wie dieser geklemmt wird. Kann es sein, dass so viel Spiel vorkommt, wenn die Keilleiste verkehrt herum montiert wurde?
Das ist deutlich zu viel. Interessant wäre es aber auch zu erfahren, wie bzw wo du gemessen hast. Ist das Messgestänge am Fräskopf befestigt und zu lang, wie über den langen Hebeln der Fehler vergrößert dargestellt.
Die Keilleiste kann man eigentlich nicht oder nur schwer verkehrt herum montieren, weil sonst die Mitnehmernut für die Einstellschrauben auf der falschen Seite liegt. Und von der falschen Seite einschieben ist unmöglich, da zu sie so nur wenige Millimeter eingeschoben bekommst. Entweder die Keilleiste ist viel zu locker (wenn Einstellweg zu Ende, kann man die Keilleiste mit einem Fühlerlehrenband unterfüttern), oder aber die Keilleiste ist völlig aus dem Winkel (Ups, mit dem Bandschleifer ausgrutscht ^_^). In dem Fall muß die Keilleiste eingeschabt werden.
ChrisMacgyver hat geschrieben:
Do 14. Jun 2018, 11:44
Ab kommender Woche steht mir eine Messplatte zur Verfügung. Wenn alles nichts hilft touchiere ich mal die Keilleiste.
Wichtiger als die Ebenheit ist das Tuschieren im montierten Schlitten. Keilleiste mit Tuschierfarbe einstreichen und in den Spalt einschieben bis max. leicht kloppen. Dann heraus nehmen und schauen, ob gleichmäßig die Tuschierfarbe abgerieben wurde.

Gruß,
Martin
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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von ChrisMacgyver » Do 14. Jun 2018, 13:42

Der Messaufbau war wie folgt

ER32 Spannzange mit einem einem aus C45 gedrehten und gehärteten Rundmaterial (inkl. Bohrung) eingespannt.
Arm mit Zentralklemmung und Messtaster in Bohrung

Messtaster an Winkel anführen und Nullen.
Kopf Klemmen und Veränderung messen.
Pinole war komplett drin und geklemmt.

Zum Thema Hebel dachte ich immer, dass dieser nur wirkt , wenn die Spannung der Feder im Messinstrument größer ist als die Kraft, die benötigt wird um den Hebel wirken zu lassen. Abzüglich natürlich Hebel, welche durch das Eigengewicht, Schwerkraft etc. wirken.


Bei mir wird die Keilleiste lediglich eingeschoben. Es gibt keine Arretierungen in die die Schrauben der Klemmhebel greifen. Diese sind von der eigentlichen Leiste auch durch kleine Metallstifte getrennt. Diese sollen wohl dafür sorgen, das die Oberfläche der Schraube beim Klemmen nicht die Keilleiste verkratzt.

Der Winkel der Leiste sieht augenscheinlich gut aus. Ich werde mal die Lösung mit der Interfütterung versuchen, da ich so deutlich mehr Spiel weg bekomme und die Leiste nicht zu sehr in eine Richtung verschieben muss.

Grüße
Chris

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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von etech » Do 14. Jun 2018, 15:02

Hallo,
ist das eine neue Maschine oder hat da schon jemand Änderungen gemacht?

Daß die Leiste von der Schraube nicht mehr erreicht wird ist schon komisch, oder total verstellt.
Gruß Werner

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Re: Fräskopf F400-G ausrichten

Beitrag von ChrisMacgyver » Do 14. Jun 2018, 15:23

Hallo

ich meine damit dass diese kleinen Stifte zwischen Schraube und Leiste sitzen. Dadurch wird der Druck durchaus ohne weiteres auf die Leiste übertragen. Die Klemmung an sich funktioniert.

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