Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

diggi
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von diggi » Sa 6. Apr 2013, 22:12

Hi Leute,

in diesem Thema bin ich auch gut aufgehoben :pfeif:

Das Saublödeste ist bei mir die omnipräsente Zeitnot und die führt leider zu Hektik und die dann Ausschuss oder Schaden: Komm wir pflücken noch schnell vorm Urlaub die Äpfel bevor der Sturm die runterreisst...jaja machen wir ...Pflücker zu kurz, ääähmmmm ... watte, mach ich den Stiel länger :2up: . Ahhhh...ich kann ja jetzt drehen (hatte gerade meine Drehmaschine geliefert bekommen) also ganz schnell n Stück Rohr eingespannt, das als Muffe über die beiden Apfelpflückerstiele zu deren Verheiratung dienen sollte und die Enden geplant. Ich Affe warte aber nicht, bis das Futter ausgelaufen ist und greif schonmal nach dem Futterschlüssel - haut mir die Backe (weiss leider nicht mehr welche von den dreien :muahaha:) ein astreines Schaufenster für Biomechnik in das obere Glied des rechten Zeigefingers :o :wall: Das Ende vom Lied: amb. Unfallstation, zuammennähen und mit Verband in den Urkaub :scheisse:


Dann ging auch mal sowas schief: Mein Kumpel und ich bastelten vor Jahhren an nem Buggy und dazu musste die Bohrung in nem Moped-Ritzel erweitert werden, schätze auf 30mm. Ab zur benachbarten Firma auf die große Bohrmaschine (son Russenteil, bestimmt 3m hoch und einfach monströs). Sacht der Nachtwächter: Du...kuck ma hier, die hat hydraulischen Vorschub :2up: Dann hiess es nur noch rausrennen aus der Werkstadt weil die Schrappnelle durch die Gegend flogen - woher sollten wir Hoschenscheisser denn auch wissen, dass Ritzel durchgehärtet sind :o Irgendwann hatte sich dann aber der Bohrer dann dank unerbittlichem Vorschub durchgenagt.



Und ein letztes noch: Hatte die Wände meiner Garage gerade ca. 1,25m hoch (5 Schichten Gasbeton) und wies so kommt musste der geliehene Minibagger überraschend morgen zurück (es war Sonntag). Also noch - mal wieder schnell schnell - noch den letzten Aushub vor der Garage zusammengekratzt, damit nicht der UB1 mit Holzausleger und Knochenhydraulik ran muss. Es kommt wie es muss - zu schnell bei maximaler Ausladung und vollem Löffel gedreht und der Bagger kippt mir gaaanz langsam gegen meine gerade errichtete Wand. Weil der Bagger schon so ausgelommelt war, half gegenhalten nix - ich lag mitn Bagger auf der Seite und darunter Teile der schööönen Wand :wall: :wall:. Ich konnte ihn zwar dank ROPS-Kabine leicht mit nem Kettenzug zu wieder aufstellen aber die Wand war futsch...

Jup - so iss dat, wenns schnell gehen soll...
Gruß
Dirk

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rexuy
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von rexuy » So 7. Apr 2013, 02:29

:hi:
Ich kann mich an nix entsinnen was ich verbrochen hätte :-) ob ich nicht normal bin? :o
oder nur vergesslich :pfeif:
PS Bohrer und Gewindebohrer habe ich aber auch schon gekillt.
MfG Hans


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HansD
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von HansD » So 7. Apr 2013, 11:05

rexuy hat geschrieben::hi:
Ich kann mich an nix entsinnen was ich verbrochen hätte :-) ob ich nicht normal bin? :o
Vielleicht findest Du diese "Verbrechen" normal ;-) ?

Hans

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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von uli12us » So 7. Apr 2013, 11:37

Wie heissts so schön. "Wer viel arbeitet, macht viele Fehler, wer wenig arbeitet macht wenig Fehler, wer wenig Fehler macht, wird befördert".
Vor allem CNC-Maschinen sind schön fehlerträchtig, wenn man da nur aus Versehen den falschen Knopf erwischt krachts gewaltig, schliesslich können die Dinger im Eilgang schon nen halben Meter (/sec) zurücklegen, bis man da reagiert ist schon alles zu spät.

An so richtige Katastrophen kann ich mich jetzt nicht erinnern, mir ists aber auch schon passiert, irgendein Teil für die zweite oder dritten Bearbeitung eingerichtet und vergessen, das passende Programm aufzurufen. Hektik, Hektik auf den Startknopf gedrückt und dann hat sich halt der Messerkopf durch tieferen Nullpunkt in die Schraubstockbacken gearbeitet statt ins Werkstück.

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special_b
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von special_b » So 7. Apr 2013, 13:53

In meiner Werkstatt ist mir auch noch nicht viel passiert, lediglich einmal wurde ich vom Hund abgelenkt und ich habe zu stark angekratzt. Das Werkstück wurde aus dem Hydraulikschraubstock gezogen und der Fräser war hinüber.

Zu meiner Lehrzeit habe ich an der kleinen Weiler (müsste eine Primus sein) bleibende Eindrücke hinterlassen. Relativ langes Werkstück, musste angebohrt werden. Da die Primus keine große Spitzenweite hat musste der Bettschlitten ganz nach vorne. Der Planschlitten ganz zurück, dann hat das Futter über den Oberschlitten gepasst. Nur: Die Spannbacken haben über das Futter herausgeragt. Das gab einen lauten Knall und die Maschine brummte nur laut. Gut, eine Feile geholt und den Oberschlitten etwas entgratet. Die Ausbilder haben das natürlich trotzdem bemerkt. Da wurde der Ton mal kurz etwas rauer. Die Maschine läuft aber immer noch einwandfrei.


mfg

Special_B
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Faust (Goethe), Vorspiel (Direktor)

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rexuy
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von rexuy » So 7. Apr 2013, 16:51

HansD hat geschrieben:
rexuy hat geschrieben::hi:
Ich kann mich an nix entsinnen was ich verbrochen hätte :-) ob ich nicht normal bin? :o
Vielleicht findest Du diese "Verbrechen" normal ;-) ?

Hans
Vielleicht hast du ja recht :pfeif:

Hat zwar nix mit der Werkstatt zu tun,vor zwei Tagen habe ich den Trecker mit dem Ballenspiess im Frontlader in die Garage gefahren,dabei den Frontlader angehoben ,nach was anderem geguckt und schon hat ich ein Loch im Wellblechdach :wall: :steinigung: :scheisse: :heul: :unknown:
MfG Hans


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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von achim2013 » Mo 8. Apr 2013, 20:06

Thema Fräsen gleichläufig auf konventionellen Werkzeugmaschinen

Modell 1: Trapezgewindespindel

Gleichlauf bedeutet da, daß wenn Kantenberührung stattfindet, z. B. an Ecken oder durch verfrühte Zustellung, sich der Fräser den Tisch rüberzieht und einfrißt. Genauer gesagt zieht er sich den Tisch mit dem Trapezgewindespiel rüber, frißt sich ein und das war´s. Der gesamte Antriebsstrang ist dann blockiert, es bricht stehts das schwächste Teil in der Kette und das einzige was hilft ist NOTAUS.

Daher sollte man (aus Pleiten Pech und Pannen sind die ERkenntnisse das Wichtigste) konventionell mit einer Trapezspindel niemals gleichläufig fräsen. Auf die Bettklemmung würd ich mich da nie verlassen.

Modell2: Kugelumlaufspindel

Problem erledigt, oder? Der Fräser kann sich die Spindel nicht mehr reinziehen, weil Kugelumlauf das nicht zuläßt. Genau genommen kann der Kugelumlauf das natürlich genausowenig verhindern wie die Trapezspindel, nur die infrage stehenden Beträge, nämlich das Umkehrspiel, sind hier anstatt mehrere Zehntel nur noch 0.005, das heißt, der Fräser zieht sich die 0.005 schon noch rein, es passiert aber nix, weil der Betrag zu gering ist um Schaden anzurichten.

Man kann daher mit einer Kugelumlaufspindel munter gleichläufig fräsen, zumal in Alu, muß man ja nicht so ernst nehmen, aber plötzlich macht es trotzdem BUMM und der 28 mm HSS-Fräser bricht sage und schreibe in 4 STücke. Nagelneuer Fräser, Scheiße gelaufen, ganze Fräse blockiert, Antriebsstrang zieht Strom ohne zu drehen, das Ganze dauert nicht mal den Bruchteil einer Sekunde, dann NOTAUS, natürlich hat sich der ganze Kopf verstellt (war vorher auf 1/100 gerichtet, kann man nach solchen Erlebnissen knicken) und der nagelneue Fräser ist Schrott.

Wie geht sowas? Die Spindel kann er nicht reinziehen, Kugelumlauf.

Ja aber ...

Das Ding war eine schwache Aufspannung. Ist die Aufspannung schwach und man fräst gleichläufig, zieht er sich das Teil aus der Aufspannung und das Ergebnis hab ich schon beschrieben.

Schwache Aufspannung und Trapezgewindspindel sind beim Gleichlauffräsen identische Fehlerquellen, weil das Werkzeug sich was ziehen kann.

Also trotz Trapezgewindespindel am Tisch: Konventionell immer nur GEgenlauf. Ist einfach sicherer.

Die Erkenntnis hat mich 80 Euro für den Fräser gekostet und eine gute halbe Stunde, um den Fräskopf wieder einzurichten, plus natürlich daß das Werkstück Ausschuß war.

Wenn die Fräse Gleichlauf fräst, sollte im Kopf immer eine rote Warnlampe leuchten.

Achim

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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von Tom » Mo 8. Apr 2013, 20:51

Hi Leute
ich habe mal einen 160er Walther Messerkopf in meinen Hydraulikschraubstock versenkt weil ich vergessen habe die Werkzeuglänge in die Liste einzutragen.
Der Schraubstock arbeitet heute noch und nach wechseln der Einsätze kann der Messerkopf auch noch seine Arbeit verrichten.

Und noch ein Missgeschick:
Ich wollte ein Werkstück auf Länge schlichten mit einem Holex VHM Fräser 20mm Durchmesser,Maschine an,KSS an,Vorschub an und dann zum Kollegen rumgedreht und nach ein paar Sekunden habe ich an der festen Backe und halb im Grundkörper des Schraubstocks eine 25mm lange,20mm breite und 30mm Tiefe Nute gehabt und der Fräser hat auch gehalten(250mm Vorschub).Dieser Schraubstock mußte schon einiges erleiden.

Gruß Tom

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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von Botanicman2000 » Mo 8. Apr 2013, 21:45

Hallo

vor vielen Jahren.
Ich übte im Keller Autogenschweisen.


Habe waagerechte Nähte an Rohren geschweisst.
Dann kam ein Kollege und wir redeten.
Ich wollte das Rohr ausspannen also Brenner aus weggelegt.
Rechte Hand an schraubstockkurbel und Linke hand aufs Rohr
Natürlich glühend.
Dann war alles verbrannt zwischen Daumen und Zeigefinger.
Da diese Stelle imnmer bewegt wird dauerte es Monate bis alles veheilt war.

Und wie üblich stand kein wssereimer daneben zum Kühlen

andere
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Re: Das schwarze Museum Pleiten & Pannen

Beitrag von andere » Di 9. Apr 2013, 15:27

Habe Anfangs mit dem Bohrfutter gefräst weil ja diese Spannzangen nur Geldmacherei sind, unpraktisch und überhaupt.
Dieses ganze Gerede um Spannzangen als Laberei abgetan und alles richtig gemacht.
Nach wenigen Tagen hats mir den Fräser rausgezogen, um wenige mm nur, was man dem Schraubstock welcher nun hübsche Kampfspuren hat deutlich ansieht.
Am gleichen Tag Spannzangen bestellt und nie wieder ohne gefräst.

Gelernt habe ich daraus auf Euch zu hören und erst mal informieren bevors knallt.

Gruß Stefan
(der weils schneller geht inzwischen meist auch mit Spannzangen bohrt)

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