Ringe ausdrehen

dampfmodell
Beiträge: 43
Registriert: Mo 11. Feb 2019, 15:51
Austria

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von dampfmodell » Sa 1. Feb 2020, 10:29

Hallo,

mich irritiert dieser Satz:
Ein Abstechmesser welches noch größenmäßig hinkommt habe ich an einen Versuchsobjekt beim ersten Versuch verbogen, beim zweiten mit zu großen Vorschub ins Jenseits befördert.
Abstechmesser und axial einstechen geht gar nicht. Das Einstechmesser muss doch der Kontur angepasst sein. HSS verbogen ?



Gruß, Josef

Benutzeravatar
Allemool
Moderator
Moderator
Beiträge: 1352
Registriert: Fr 5. Nov 2010, 21:08
Wohnort: 66450
Germany

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von Allemool » Sa 1. Feb 2020, 16:45

Hallo,

extrem unschönes Teil.....Je kleiner und schmaler die Einstiche werden umso schlimmer wird es.
Ob klein oder groß beim planeinstechen muss man sehr viel Gefühl haben einmal zu schnell zugestellt und der Drehmeißel zieht sich ins Material und ist alles hin.
Mit Vorschob würde ich schon mal garnicht an die Sache rangehen.

Zum Planeinstechen hab ich einen Beitrag bezüglich des Anschleifen des Drehmeißels geschrieben.

Schau mal hier:

viewtopic.php?t=369

Gruß

Allemool
Drehbank: VDF Böhringer RO10
Fräsmaschine: Aborga EM 825

femi
Beiträge: 43
Registriert: Di 21. Jul 2015, 08:06
Austria

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von femi » Sa 1. Feb 2020, 19:34

@Allemool:
Toller Schleifplan, Danke

@albego:
Das Teil ist ein Feed (der vorderste Empfangsteil) einer Satellitenanlage. Die Größe und Form ist abhängig von der Art der Antenne (Offset oder PFA) und der Frequenz.
Leider ist dies ein Frequenzbereich in dem nur Erdbeobachtung und militärische Einrichtung senden. Es gibt zwar käufliche Teile, allerdings im vierstelligen Bereich.
Zuletzt hast du die "Spannhilfe" erwähnt. Ich habe nur das Problem, dass ich den Klotz erstmal zumindest einseitig dünner machen muß (zum besseren Einspannen), ehe ich mit gößeren Bohrern ein Durchgangsloch zustande bringe.

@Rainer60:
Erstmal Danke für die ausführlichen Tips, natürlich auch allen anderen die sich zu Wort gemeldet haben. :trink2:

Mein gedachter Arbeitsablauf:

Nachdem der Flanschteil ja nur 65 mm DM hat, will ich einseitig den Klotz einmal auf dieses Maß bringen.
Zwischen Flansch und dem kegelförmigen Teil würden auch 32 mm reichen.

Im zweiten Schritt die Innenbohrung (geht mit Bohrer) und den Kegel
dann kommt das Schwierigste: die Rillen
wenn alles geklappt hat, den dicken Aussenteil kegelförmig drehen, Befestigungslöcher für Flansch bohren.

Ehe ich mich ans Original wage, wird natürlich geübt und es kommen immer wieder neue Überaschungen.
Heute wollte ich einen 10 mm Breitstahl etwas kleiner machen. Kleiner sind maximal meine Schleifscheiben geworden ...

Benutzeravatar
Rainer60
Beiträge: 1247
Registriert: So 11. Feb 2018, 19:33
Wohnort: Süd-Liechtenstein
Liechtenstein

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von Rainer60 » Sa 1. Feb 2020, 22:10

femi hat geschrieben:
Sa 1. Feb 2020, 19:34
Heute wollte ich einen 10 mm Breitstahl etwas kleiner machen. Kleiner sind maximal meine Schleifscheiben geworden ...
Hoi femi
Ich würde alles in einer Aufspannung machen.
Wenn Du Probleme mit der Hartbearbeitung hast, möchte ich Dir das „Grundgesetz“ der Zerspanung nahelegen welches besagt, dass das Werkzeug härter sein muss als das Werkstück. Ein ungehärteter Werkzeugstahl ist wesentlich härter als Aluminium und kann von Hand mit der Feile bearbeitet werden - sofern in vorangehenden Bearbeitungen sich der Stahl nicht verfärbt und verhärtet hat. Die Schneide wird sich stärker abnutzen, ist aber leichter nachzuschärfen. Wenn die Abnutzung zu arg ist, kannst das Werkzeug etwas härten.
Bin gespannt ob das Teil hinkriegst. Wenn JA, darfst stolz sein ;-)
Der Friede und die Zufriedenheit sei mit Euch... denn das Glück ist meist nur von kurzer Dauer.
Gruss Rainer
————————————————————————————
Es gibt immer eine Lösung - machmal auch eine Andere

Benutzeravatar
Sepp9550
Beiträge: 3313
Registriert: Fr 24. Mai 2013, 15:31
Wohnort: Teisendorf (Oberbayern)
Germany

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von Sepp9550 » Sa 1. Feb 2020, 23:33

Wenn es um die Rillen geht könntest du dir mal die Klingen vom Valcut Kreisschneider anschauen.
http://www.valcut.ch/index.html


Die Klingen haben eine spezielle Form, und können daher einen relativ großen Durchmessserbereich abdecken. Ich glaub die gehen von 25-300mm
Dadurch dass die Klinge Nachgezogen wird rattert nichts obwohl die Klinge relativ filegran ist.

zur Schnittqualität kann ich aber nichts sagen, ich habe das bisher nur zweimal verwendet, da ich einfach ein Loch brauchte war mir das egal. Einmal Ø25 und 8mm Materialstärke, einmal Ø60 und 4mm Materialstärke, jeweils in Baustahl auf der Bohrfräe reingewürkt. Funktionierte aber sehr gut.

Aber die Klingen sind 5mm breit, also müsstest du sowieso selber schleifen, aber ich denke das sollte funktinieren
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1, Säge: S275N

Benutzeravatar
tommydsa
Beiträge: 5637
Registriert: So 7. Nov 2010, 18:03
Wohnort: 72669 UE
Germany

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von tommydsa » So 2. Feb 2020, 08:30

Welches Alu möchtest du verwenden?

Ich würde möglichst viel vordrehen
wenn du die Stege (1mm) dicker machen würdest wäre es entspannter

Ansonsten ein anspruchsvolles Bastelobjekt - wäre eine gute Vorlage für einen Forenwettbewerb
wer bringt es hin und präsentiert es bis zum ..? :andiearbeit:
So genau wie nötig und so einfach wie möglich....

Tommy

THIEL Duplex 58, Gack H185, Genko TB, Opti D280, Opti F20, Güde MBS115, USM3. Bj.1948 - 2014

https://www.youtube.com/channel/UC7lpVs ... FOafZTjpBQ

femi
Beiträge: 43
Registriert: Di 21. Jul 2015, 08:06
Austria

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von femi » Mo 3. Feb 2020, 07:04

Val Cut habe ich schon angeschrieben. Ob sich die Tiefe auch ausgeht?

Jedenfalls sind in manchen Flanschverbindungen oft O-Ringe eingesetzt, meist wenn vorne eine Kappe drauf ist.
Dafür wär's jedenfalls brauchbar. Ansonsten verwende ich zur Dichtung Teflonfolie.
tommydsa hat geschrieben:
So 2. Feb 2020, 08:30
Welches Alu möchtest du verwenden?

..wenn du die Stege (1mm) dicker machen würdest wäre es entspannter

Ansonsten ein anspruchsvolles Bastelobjekt - wäre eine gute Vorlage für einen Forenwettbewerb
AlMgPbCu, recht gut spanbar

Die Werte sind Richtwerte. Aussuchen kann ich's mir nicht (frequenzabhängig); mehr als 2mm werden es sicher nicht.

8-) Es geht in Serie

Obijan
Beiträge: 67
Registriert: Do 2. Mär 2017, 14:02
Germany

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von Obijan » Mo 3. Feb 2020, 08:56

Wären Kernbohrer eine Option? 4mm ist ziemlich genau die Schnittbreite von denen, die ich hier habe. Sicherlich kosten die 8 Stück in der Anschaffung erstmal eine Stange Geld, aber für Serienfertigung könnte sich das dennoch lohnen.

femi
Beiträge: 43
Registriert: Di 21. Jul 2015, 08:06
Austria

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von femi » Mo 3. Feb 2020, 10:23

In Serie will ich nicht gehen, war nur eine Anmerkung wegen des Forenwettbewerbs.

Für die kleineren Durchmesser, wo die Standard-Drehmesser irgendwo am Material anstehen, wären die Kernbohrer eventuell noch interessant und auch noch halbwegs erschwinglich.
Dieses Projekt, ich mabe es Daumen mal Pi zusammengerechnet, würde mit ~1200 € für Kernbohrer ausmachen (BDS Hartmetall). Im Hobby-Bereich des Satellitenempfangs gibt höchstens jemand für LNBs mehr als 200 € aus, für's Zubehör nicht.

Spitzbube
Beiträge: 625
Registriert: Di 11. Okt 2016, 16:13

Re: Ringe ausdrehen

Beitrag von Spitzbube » Mo 3. Feb 2020, 11:20

moin femi
ein kleinen "feinbohschleifer" mit einen entsprechenden fräser für die nuten, währe das keine alternative... die schleifer kann man doch schön auf den kreuzsupport tackern.
mfg
der spitzbube

Antworten