Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Darko
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von Darko » So 10. Feb 2019, 01:26

benecito hat geschrieben:
Sa 9. Feb 2019, 21:29
P.s. Empfehlungen für Grundlagenlektüre auch gerne willkommen.
Wie wäre es mit dem Umformen?
Material drehen und bohren, zusammen mit der Spindel in den Ofen stellen bis es weich ist (der Kunststoff, nicht die Spindel :-D ). Dann Material auf die Spindel stecken und mit dem Dreibackenfutter mit ausgedrehten, weichen Backen einspannen, so dass das Material um das Gewinde herum fließt. Wenn man kein Futter mit weichen Backen hat, ersatzweise Schlauchschellen nehmen und damit das Material auf das Gewinde würgen. Zum Schluss, wenn alles kalt ist, ausspannen und die Spindel mit dem Kunststoffmaterial vorne normal einspannen,das Kunststoffmaterial außen fertigdrehen.
Wenn man vorher ein Trennmittel verwendet hat, einfach von der Spindel schrauben, und fertig ist das perfekte Sacklochgewinde.
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Rainer60
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von Rainer60 » So 10. Feb 2019, 08:45

Hoi
Der Joe hat es auf einer Maschine mit Gewindeschneideinrichtung gemacht. Entspricht der vorgehensweise die HansD beschrieb.
https://youtu.be/k1DHKjMtdQw
Wenn Du nur einen rechten Drehstahl hast, kannst ihn Überkopf einspannen und ihn im Rechtslauf nach vorne Richtung Reitstock laufen lassen - sofern der Freiwinkel passt!!! Sonst musst diesen anpassen.
Da Du wahrscheinlich nicht über eine Gewindeschneideinrichtung verfügst, wirst wohl über das Backenfutter von Hand retour auf Anschlag drehen müssen. Jeweils im Freistich zustellen, Spindel Start und Zustellungen wiederholen bis das Gewinde funktioniert.
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
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HansD
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von HansD » So 10. Feb 2019, 09:06

Rainer60 hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 08:45
A Wenn Du nur einen rechten Drehstahl hast, kannst ihn Überkopf einspannen
B und ihn im Rechtslauf nach vorne Richtung Reitstock laufen lassen
A ja
B nein bzw nur wenn man die Vorschubrichtung umkehren kann

Hans

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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von Meistertruck » So 10. Feb 2019, 09:14

Hülse mit Übermaß fertigen und einfach einpressen wäre keine Option? Danach alles plan abdrehen und es sieht aus wie aus einem Guss ohne irgend welche Klebemittel.
LG. Andreas

Versuch und Irrtum hat den höchsten Lernerfolg!!!
Leider ist diese Methode nicht immer die kostengünstigste.

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Rainer60
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von Rainer60 » So 10. Feb 2019, 12:56

HansD hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 09:06
Rainer60 hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 08:45
A Wenn Du nur einen rechten Drehstahl hast, kannst ihn Überkopf einspannen
B und ihn im Rechtslauf nach vorne Richtung Reitstock laufen lassen
A ja
B nein bzw nur wenn man die Vorschubrichtung umkehren kannj

Hans
Hoi Hans
Hab grad gesehen, dass bei der Wabeco 3000 Linksgewindeschneiden eine Option ist.
Also entweder einen linken Stahl verwenden oder die Option Linksgewinde mit rechtem Stahl.
Vermute aber, dass der linke Stahl die günstigere Variante sein wird. ;-)
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Gruss Rainer
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von HeinzHerbert » So 10. Feb 2019, 13:29

Hallo,

ich unterstütze mal die Idee, das thermisch zu probieren. Im Amiland ist das eine gängige Methode, um z.B. Leitspindelmuttern herzustellen. Wenn es nicht klappt, kannst Du Dich immer noch ans Drehen wagen.

Grüße
Georg
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von yagadub » So 10. Feb 2019, 13:59

Schnall ich etwas nicht, oder warum so kompliziert? Zapfen an die Trapezspindel drehen und ein gerade Bohrung. Fertig. Entweder Presspassung oder Klemmschraube oder Schlüsselflächen .
Oder steh ich da auf dem Schlauch?
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von benecito » So 10. Feb 2019, 23:27

Danke erstmal für die ganzen Ratschläge.

hier mal eine Skizze :
[ externes Bild ]

es geht darum eine Linearbewegung mit der Trpazgewindestange zu erzeugen die den "Stempel" nach unten drückt. Dabei muss der "Stempel" lebensmittelecht sein, sollte möglichst aus einem Guss sein (Reinigung) und sich wegen eben dieser leicht von der Gewindestange abnehmen lassen. Der Stempel selbst dreht sich nicht sondern bewegt sich nur auf und ab - die Spindel wird entsprechend angetrieben.

Das Prinzip mit der Hülse verwende ich jetzt gerade, wobei ich das Gefühl habe ich wäre mit der Variante, Gewinde direkt drehen schneller, sauberer und stabiler. Letztlich wird es mal eine Kleinserie werden wenn das Teil so weit ausgereift ist.
Gewinde formen ist eine Idee, habe ich in ähnlich letztens auch schon gemacht - hatte dann aber das Problem, dass es schief drauf saß. Da könnte die Idee mit dem nachträglich erst drehen helfen.
Ich habe mir jetzt auf jeden Fall mal einen linken Drehmeißel bestellt und werde einfach mal versuchen wie gut / schnell ich mit der Rückwärts-Methode klarkomme. Die anderen Varianten probiere ich auch einfach mal aus ;)

Am Ende möchte ich das Teil (evtl. auch aus Edelstahl) dann mal in eine Dreherei zur Fertigung geben. Davor sollte aber alles recht genau passen.

Darko
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von Darko » So 10. Feb 2019, 23:39

benecito hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 23:27
Am Ende möchte ich das Teil (evtl. auch aus Edelstahl) dann mal in eine Dreherei zur Fertigung geben. Davor sollte aber alles recht genau passen.
Warum dann nicht gleich aus Edelstahl machen?
Edelstahl wäre sowieso das geeignetere Material, wegen der höheren Festigkeit. Man schneidet einfach ein m6 Gewinde rein.
Anschließend dreht man am Ende der Trapezgewindespindel ein m6 Außengewinde. Und dann braucht man das nur noch zusammenschrauben. :nixweiss:
Zuletzt geändert von Darko am So 10. Feb 2019, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie innen Trapezgewinde in Sackloch drehen

Beitrag von dr.markus » So 10. Feb 2019, 23:41

Wäre es da nicht das Beste, einen. Zapfen an die Spindel zu drehen und eine passende Bohrung in den Stempel? Das wäre doch einfacher zu reinigen, als eine Sacklochgewindebohrung, oder?
Viele Grüße, Markus

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