Innendrehen Passend zu Motorwelle

mark82
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Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von mark82 » Di 23. Okt 2018, 21:39

Hallo, ich habe folgendes Problem, wenn ich versuche Riemenscheiben oder Räder, passend auf 24mm Wellen von Elektromotoren anzufertigen bekomm ichs praktisch nie passend hin.

Eben war das Loch zu klein, dann zu gross (ich muss zum testen ja ausspannen), und ich konnte es dann wegwerfen weils dann minimal unrund lief.

Ich gehe so vor: Aufspannen, Plandrehen, 12er Loch Bohren, mit 8mm Bohrstange ausdrehen bis 10er Bohrstange passt, dann mit dieser weiter bis auf 24mm dazwischen messe ich ständig mit digitalem Kalibriertem Messschieber.

Gibts einen weg das besser hinzubekommen? Ich hatte mal eine Reibahle mit der ich das mit 12mm Löchern versuchte, was aber auch nicht richtig funktionierte.

Grüsse, Mark

fihrzehn
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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von fihrzehn » Di 23. Okt 2018, 21:50

Hallo Mark,
das ausspannen beim Messen sollte man generell vermeiden.(Wenn es geht immer zuerst das Teil komplett fertig drehen, vor dem ausspannen nochmal alles Maße kontrollieren und dann erst ausspannen bzw. dann umspannen um die 2. Seite fertig zu bearbeiten.) Da bringt man nur unnötig Rundlauffehler rein, vorallem beim Backenfutter mit harten Backen. Kannst du das Maß nicht einfach bei der Welle messen und dann die Bohrung nach diesem Maß ausdrehen (Toleranzen beachten). Wenn ich Passungen drehe, schruppe ich auf 1mm auf Fertigmaß vor. Anschließend stelle ich nochmals 0.5mm zum schlichten zu. Dann messe ich und stelle dementsprechend dann auf Fertigmaß (mitte Toleranz) zu. Das mache ich, das der Schnittdruck beim schlichten gleich bleibt. Hier ist auch ein kleiner Schneidenradius von Vorteil.
Hoffe ich konnte das halbwegs verständlich rüberbringen.

mark82
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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von mark82 » Di 23. Okt 2018, 21:57

Danke für die Antwort, also ich habe erst ausgepannt nachdem ich mit meinem Messschieber mehrmals 24,00mm gemessen habe, trotzdem Passte es dann nicht auf die Welle (mit Gewinde in der Welle und Mutter mit Unterlegscheibe versucht auf die Welle aufzuziehen).

Gruß, Mark

fihrzehn
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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von fihrzehn » Di 23. Okt 2018, 22:04

Was hatte den die zugehörige Welle für ein Maß?
Du weißt das man je nach Anwendungsfall eine jeweilige Passung auswählen muss? Grob aufgeteilt in Übermaßpassung (beide ins Plus toleriert), Übergangspassung und Spielpassung.

Alpini
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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von Alpini » Di 23. Okt 2018, 22:14

Bei so kleinen Durchmessern messen die meisten Messschieber sehr ungenau. Besser funktionieren da als günstigste Alternative Zweipunkt-Innenmessschrauben. Dreipunkt-Innenmessschrauben sind noch toller, aber nicht gerade günstig für seltenen Einsatz und gebraucht auch nicht oft zu bekommen. Ich habe mal auf dem Schrott einen noch funktionierenden "Kroeplin" Innenmesstaster gefunden, der nach etwas Restauration wieder funktionierte, den nehme ich für solche Zwecke am liebsten, aber auch da ist wieder das Problem der Beschaffbarkeit. Für größere Durchmesser führt am Innenfeinmessgerät eigentlich kein Weg vorbei.

Beim Innenausdrehen, wenn's genau werden muss, bin ich auf Grund des Schwingungsverhaltens Fan von VHM Bohrstangen (z.B. alten VHM Gewindebohrer umschleifen) oder dem Horn Supermini-System. Mit beiden lässt sich ein sehr feiner Span abnehmen.

Eine passende Reibahle ist natürlich der einfachste Weg, erst Recht wenn mehrere Teile hergestellt werden sollen...

V.G. Stefan
Zuletzt geändert von Alpini am Di 23. Okt 2018, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
Drehen: Weiler LZG 280 N
Fräsen: Blohm VTF
Gravieren: Sempuco G3-400

mark82
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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von mark82 » Di 23. Okt 2018, 22:15

Nein , wusste ich nicht *grins* , ich dachte 24 würde dann passen :-D , Btw, die Welle hat auch genau 24mm, wenn ich mal ein Rad gekauft habe, wurde das in der Beschreibung als kraftschlüssig glaube ich bezeichnet, das konnte ich dann mit der Gewindestange auf die welle aufziehen, ging zwar auch immer schwer, aber das Rad rutschte gerade runter auf die welle, bei mir ging das schon nicht, es verkantete sich permanent auf der Welle obwohl es auch 24mm hatte.

Echt ein Alptraum da die Aludurchmesser die ich dafür brauche nicht gerade billig sind :|

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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von fihrzehn » Di 23. Okt 2018, 22:17

Alpini, warum messen Messchieber bei kleinen Durchmessern nicht so genau?

Bei Bohrstangen sollte man auch darauf achten, das diese nicht zuweit ausgespannt werden.

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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von Oliver M » Di 23. Okt 2018, 22:18

Hallo Mark

Der Messchieber ist für diese Aufgabe das falsche
Messmittel.
Mein Tipp wäre eine Bügelmesschraube und eine Teleskoplehre.
Dann klappt das auch mit der Passung.

Gruß Martin
Früher war alles:
A: besser B: aus Holz C: mit Schlitzschrauben

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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von tommydsa » Di 23. Okt 2018, 22:28

Alternativ drehst du dir einen Lehrdorn
Dann brauchst du zum testen nicht ausspannen
So genau wie nötig und so einfach wie möglich....

Tommy

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Re: Innendrehen Passend zu Motorwelle

Beitrag von fihrzehn » Di 23. Okt 2018, 22:35

Zu dem kraftschlüssigem, waa du vorher geschrieben hast - das ist nur die Mitnahmeverbindung. Egal welche Passung gewählt worden wäre, durch die Schraube axial in der Welle wird die Riemenscheibe immer kraftschlüssig mit der Welle mitbewegt. Das andere wäre ein Formschluss, wie z.b eine Welle, auf der ein Zahnrad über eine Passfeder das Drehmoment überträgt.

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