Projekt: Eigenbau CNC

Lineaner
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Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Lineaner » Di 4. Jul 2017, 07:11

Hi alle zusammen,

ich bin neu hier und will mir eine eigene CNC Fräse bauen.
Da ich sowas noch nie gemacht habe hoffe ich das ich hier auf viele Helfer treffe.
Dieses Thema will ich zur Kommunikation darüber also, Fragen zu Teilen, und Planung nutzen.

Ziel ist es eine Computer gesteuerte Fräse, mit der auch Alu und nach späteren modifikationen auch Stahl fräsen lässt, so kostengünstig zu bauen wie nur möglich.
Zuletzt geändert von Lineaner am Di 4. Jul 2017, 07:41, insgesamt 1-mal geändert.

Lineaner
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Lineaner » Di 4. Jul 2017, 07:39

Zunächst schon mal eine kleine und grobe Aufstellung der zu benötigten Teile (soweit bekannt) inkl. Fragen ^^

- Gewindeumlaufspindel (3x/ 2 lang,1 kurtz)
- Fräser ( möchte dafür einen bereits gunstig ersteigerten Servo mit 3k r/min, AC3, 100W - 105V -0,9A nutzen. Siehe Link (http://www.ebay.de/itm/Mitsubishi-AC-Se ... true&rt=nc
- Antrieb zu Bewegung (4X Stellmotor nema 17 - 23 (benötigte Nm unbekannt)
- Arduino uno (zur Kommunikation zwischen PC und Motoren)
- Drehzahlregler für den Servo der als Fräser fungieren soll (Was braucht man dafür? Im Netz finde ich immer wieder was über einen "TB6560". Ist das sowas wie eine Endstufe oder was kann das Ding?)
-Stromversorgung (Für die bis 12V gesteuerten Teile sollte denke ich mal ein altes, leicht umgebautes Computernetzteil reichen)

teddito
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von teddito » Di 4. Jul 2017, 07:48

Was hast du denn für Fragen?
Was ist dein Budget?
Wie groß soll die Fräse werden?

Linearführungen aus China kannst du vergessen. Die nutzen keinen gehärteten Stahl und sind entsprechend ausgenudelt.
Kugelumlaufführungen aus China sind auch nichts da die Masse ein hohes Umkehrspiel hat.
Wenn überhaupt solltest du beide direkt aus Korea kaufen. Setzt Import und Zoll voraus. Alternativ hier in Deutschland.
Wenn du kannst, fräse dir die Teile selbst, wenn nicht musst du dir Teile fräsen lassen. Beispielsweise bei mir.
Alles was unter 1100mm ist könnte ich dir dafür fräsen.
Alternativ musst du mit Aluminiumprofile Ausführung schwer vorlieb nehmen. Lagerblöcke musst du dir dann kaufen.
Ein Paar Aluplatten brauchst du ohne hin mit vielen Bohrungen. Die kannst du mit Ständerbohrmaschine selber bohren.
Oder du lässt wie oben schon geschrieben alles anfertigen.

Bei den elektronischen Sachen würde ich wieder weitgehend auf China setzen.
Als Endstufen würde ich die großen 8A Wantai Endstufen empfehlen. Mit 80V haben die richtig Dampf.
Ein Netzteil findest du dafür auch bei Ebay. Ist relativ teuer. Aber lohnt sich. Dazu die billigsten und größten
Schrittmotore deines Budget. So hab ichs bei meiner Kleinen auch gemacht und es läuft super!
Irgendwas zwischen 4 und 8A. Als Interface verwendest du von Benzan Electronics das Brakeoutboard.
Für den Anfang hat das Bob alles was du brauchst. Mit 90€ noch ok, und der Support ist durch Bene und Foren sehr gut.
Wenns um Frässpindeln geht schau dir diesen Link mal an.
viewtopic.php?f=50&t=18758
Entweder du spiels Lotto und kaufst eine billige vom Ebayhändler, oder du kaufst bei dem Typen da für Aufpreis eine Chinaspindel
ohne Sorgen zu haben, oder du musst mit ca 900€ tief in die Tasche greifen und bei HSD oder Elte kaufen.

Eine Werkzeugkühlung wäre nicht schlecht. Wenn du wirklich gut dosiert und Stressfrei arbeiten willst kauf dir einen Fogbuster mit Doppeldüse.
Das Ding kostet glaube knapp 500€. Ist aber jeden Cent wert. Alternativ ein Dynacut MDE Tröpfenschmierer. Der funktioniert auch, allerdings
darfst du da nur mit niedrigen Drücken arbeiten. Der empfohlene Druck liegt bei 200-400mbar. Späne aus der Nut pusten geht damit also nicht.
Die Dosieruing bei diesen System ist nicht so optimal, insbesondere wenn dickflüssigere Schmiermittel eingesetzt werden. Als Kompressor nutzt
du am besten eine instandgesetzte Thomaspumpe. Die kostet unterm Strich ca 300€. Läuft dann aber sicher Jahrzehnte störungsfrei.

Alles in allem musst du mit ca. 3500-5000€ rechnen wenn du gut einkaufst, alles selber machst und es nur eine kleine anständige Maschine sein soll.
Dein Post liest sich so als ob 3500-5000€ für dich zu viel sein könnten und du dir die Sache vermutlich durch einen anderen Blickwinkel betrachtest als wir.
Bevor du aber nur ein € ausgibst musst du die Maschine in CAD planen. Wie so eine Cnc Fräse aussehen musst siehst du bei entsprechenden Händlern wie SK CNC, BZT und Mixware. Wenn du Fragen hast, fragen!

Lineaner
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Lineaner » Di 4. Jul 2017, 09:21

Danke schon mal für die schnelle Antwort.
Jap du siehst es richtig. 3-5k sind viel zu viel für mich.
Ich verstehe natürlich das Verwindungssteivigkeit bzw Genauigkeit eine Riesen Rolle dabei spielt,
jedoch will ich das Ganze erst verstehen bevor ich unmengen an Geld rein packe, einen Knopf drücke und alles mit einem lauten Knall und viel Rauch unter geht ^^

Die Größe soll so um die 600X600mm betragen. Ich will die Maschiene gerne auf meine Werkbank schrauben. Diese hat eine Tiefe von 60cm.

Als Hilfe habe ich mir den hier mal raus gesucht.
https://www.youtube.com/watch?v=CvS2nP0vxcQ

Meine Fragen beziehen sich erst ein mal auf die Grundlegenden Dinge für die Motorsteuerung.
Sprich:

Die Geschwindigkeit vom bereits ersteigerten Servo kann ich denke ich auch über einen einfachen 220V Dimmer regeln. An diesen will ich noch versuchen eine Digitalanzeige für die Drehzahl zu basteln.
Wenn ich das richtig verstehe sollte ein Arduino uno auch über solche Fähigkeiten verfügen nur glaube ich das der nur für 12V DC Stellmotoren geeignet ist...Wenn ich das richtig verstanden habe.

Was ist dieser "TB6560"? bzw. was hat es mit dem aufsich?

Lineaner
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Lineaner » Di 4. Jul 2017, 09:32

teddito hat geschrieben: Wenn du kannst, fräse dir die Teile selbst, wenn nicht musst du dir Teile fräsen lassen. Beispielsweise bei mir.
Alles was unter 1100mm ist könnte ich dir dafür fräsen.

Wenn ich das richtig sehe müsste die Spindel genau so lang sein wie der Aufbau. Also 60cm bzw 600mm. Davon 2 und ein mal Steuerung der Höhe, wobei mir diese noch unbekannt ist. Denke aber das diese nicht länger als 600mm sein muss ^^
Wo würden wir denn da bei dir preislich so liegen?
PN auch möglich

teddito
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von teddito » Di 4. Jul 2017, 09:35

TB6560 ist ein Motortreiber mit den du Reagenzgläser umpositionieren kannst.
Die haben keine Power und kein Speed.
Ich würds so machen wie es viele andere auch gemacht haben. Da kannst du sicher sein das es funktioniert.
Wenn du mit TB6560 anfängst reichts unterm Strich nur fürs ritzen aber nicht zum fräsen.
Cnc Fräse kostet eben Geld.

Vielleicht ist es sinnvoller wenn du dich nach Gebrauchtmaschinen umschaust und den Verfahrweg in eine Richtung eingrenzt.
Dann kannst du gleich loslegen und es geht im Normalfall nichts in Rauch auf.
So 300x600mm bekommst du schon etwas einigermaßen brauchbares für 1500€.

Für konkrete anfragen, gerne auch per PM bitte ich um eine konkrete Frage.
Handelt es sich um Anfragen bzgl. Fertigung von Bauteilen ist eine Skizze oder CAD notwendig.

Jonny311
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Jonny311 » Di 4. Jul 2017, 09:43

Hi,
Ich hatte dir eben dchon eine Pn geschrieben.

Pauschal zu sagen, das Spindel genausolang wie der Aufbau ist, kannste nicht machen. Ich habe auch etwas länger im CAD getüftelt, bis das alles passte.

Generell kannste die Planung ohne nen vernünftiges CAD vergessen.

Nema17 oder 23 für Stahl ebenso! Die packen bei meiner derzeitigen Fräse grade mal Holz.

Gruß Jonny

flexiblebird
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von flexiblebird » Di 4. Jul 2017, 10:37

Lineaner hat geschrieben:Ziel ist es eine Computer gesteuerte Fräse, mit der auch Alu und nach späteren modifikationen auch Stahl fräsen lässt, so kostengünstig zu bauen wie nur möglich.
Lineaner hat geschrieben:Als Hilfe habe ich mir den hier mal raus gesucht.
Die Größe soll so um die 600X600mm betragen.
Ich muss mich fragen, ob du ein Troll bist, oder einfach nur fehlgeleitet durch YouTube Werbefilmchen.
Lineaner hat geschrieben:jedoch will ich das Ganze erst verstehen bevor ich unmengen an Geld rein packe.
Ja, das wäre ein guter Ansatz.
Wer beim ersten Aufbau Erfolg haben will, darf nicht basteln, sondern muss konstruieren,
also vorher ausrechnen wie alles dimensioniert sein soll. Denn wenn es so billig wie möglich
sein soll, solltest du ja nicht überdimensionieren, Material kostet Geld, und nicht unterdimensionieren,
denn ein 100W Servomotor als Spindelantrieb ist unbrauchbar und war sinnlos rausgeworfenes Geld.
Rechnen heisst, festlegen was die Maschine schaffen soll (du sagst Stahl fräsen, da gibt es viele
Sorten, also welchen Stahl (z.B. Edelstahl mit 1200N/mm2?), mit welchen Schnittparametern
(Tiefe und Breite der Nut, Zerspanungsvolumen, gewünschte Schnelligkeit)
dann weisst du die Kraft der dein Aufbau gegenhalten muss, dann kannst du berechnen wie
stabil der Aufbau sein muss damit es nicht rattert (sich also um 1/100mm verbiegt) also wie
weit er sich maximal verformen darf, damit kannst du ausrechnen (mit Materialwahl, z.B.
Polymerbeton) wie dick die Träger sein müssen, dann weisst du deren Gewicht und kannst
ermitteln wie stark die Motoren sein müssen für die gewünschte Schnelligkeit, daraus geht hervor
wie viel Strom und Spannung die Schrittmotor-Treiber liefern müssen und natürlich die Leistung
des Spindelmotors.

Erst wenn du den ganzen Aufbau durchgerechnet hast, würde man sich an die Beschaffung der
Einzelteile machen, da kann man ja durchaus versuchen billig bei eBay einzukaufen, und den
Aufbau wagen.

Nur mal ein Beispiel von einer Portalfräse die leidlich Stahl zerspanen kann, nicht ganz so gross
ist wie du dir wünscht
http://forum.zerspanungsbude.net/viewto ... 24&t=29484
Die ist, obwohl alt und zerlegt, teurer als du bezahlen willst, aber du bist mit dem Kauf
wesentlicher dichter am Ziel dran als wenn du weiterhin irgendwelchen unbrauchbaren Müll
kaufst.

Hint: Eine Wabeco F1200 oder Optimum BF20, kann nur wesentlich kleinere Sachen bearbeiten
als du dir vorstellst, sind beide aber zum Zerspanen von Stahl nicht wirklich geeeignet.
Wabeco F1200, RC6123BX500, Emco BS2, Woodstar PB06, Proxxon FKS/E

Heliflieger
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von Heliflieger » Di 4. Jul 2017, 10:39

Du willst einen 100W Servomotor als Spindel holen um Stahl zu zerspanen?
Also erstmal fehlt da noch sehr viel bis aus einem Motor eine Frässpindel wird und zudem sind 100W wie ein Auto mit 3PS.

Ich glaube so wird das nix. Deine Ansprüche und dein Budget passt nicht zusammen.
Da kommt höchstens eine Fräse für Balsaholz bei raus, aber sicher keine um Stahl zu zerspanen.

Hier verkauft gerade jemand eine CNC zum Stahl zerspanen.
Ich denke das wäre eher was.
viewtopic.php?f=24&t=29484

Gruß Torsten
Fräse: Wabeco F1210
CNC Fräse: Sorotec AL-Line 0605
Drehmaschine: Optimum TU 2004 V
Bohrmaschine: Cordia HS-30 V + Flott TB 15
Schleifbock: Loch D200
Bandsäge: RC125GBS
Schweißgerät: Lorch Export 2000 + Lorch CL 4P-F Spezial

uli12us
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Re: Projekt: Eigenbau CNC

Beitrag von uli12us » Di 4. Jul 2017, 10:45

2 Punkte
Gewindeumlaufspindel, was ist damit gemeint, ich hoffe nicht das geschriebene, da kostet eine Spindel schon mehr, wie dein komplettes Budget.
Üblich sind entweder Trapezspindeln, selbsthemmend, brauchen selbst ne Menge Kraft, aber dafür sehr billig, verschleissen aber recht schnell. Oder aber Kugelumlaufspindeln, da gilt jeweils das Gegenteil, im Vergleich zu Rollenumlauf sind die trotzdem spottbillig,

Und dann dein Motörchen. Mit 100W kannst du mit viel Glück Balsaholz zerspanen, Aber selbst Kunststoff wird ein Kampf. Metall, naja, eventuell quecksilber, aber sonst wird da nix gehen. Da musst du schon nen Nuller dahintermalen, damit das halbwegs brauchbar wird.
Eine FP1 hat zwar auch bloss etwa 1kw, aber da steckt noch ein Getriebe drin, das du ziemlich sicher nicht einbauen wirst.
Nur als Vergleich 100W haben die Dremel bzw Klone Schleifmaschinchen, da kannst du ja ausprobieren wie weit du mit der Leistung und sagen wir mal nem 3er Fräser kommst.

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