Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

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Olomolo
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Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Olomolo » Sa 10. Sep 2016, 14:47

Hallo Leute,

ich habe ein neues Projekt: Umbau einer Deckel G1L zur manuellen Fräsmaschine

Meine letzte Eigenbaufräsmaschine ist, wie einige von euch sicher wissen, fertiggestellt, allerdings wachsen die Ansprüche ja bekanntlich mit den Möglichkeiten. Weitere Umbaumaßnahmen hätten die Fräse sicherlich verbessert, allerdings wären dann vermutlich an andere Stelle Defizite aufgetaucht. Insbesondere die fehlende Pinole und der geringe Verfahrweg in z-Richtung und die fehlende Steifigkeit der Spindel gefielen mir nicht.

Es gibt ja hier im Forum schon einige User, die den Umbau gewagt haben.
Inspiriert hat mich aber insbesondere Florian (Feberhard) mit seinem Umbau in der CNCEcke. Beeindruckend, mit welcher Qualität und Ausdauer er gearbeitet hat. An dieser Stelle herzlichen Dank für deine Tipps, Florian! (einen Link zu seinem Thread muss ich leider nachliefern, da die CNCEcke ja momentan nicht zu erreichen ist)


Der grobe Plan:

• Basis: Deckel G1L (die Maschine ist stabil, sauber verarbeitet, hat einen großen Verfahrweg in z-Richtung und ist zerlegt noch mit Muskelkraft zu bewegen)
• Spindel: Deckel Schnelllaufkopf mit SK40, größerer Motor (0,75 kW) und Poly-V-Riemen, Drehzahlbereich der fertigen Spindel: 0 bis 3000 rpm bei 50 Hz
• DRO: Sino und optische Maßstäbe
• Elektronik: FU an 230 V mit Drehzahlsteuerung, Schaltschrank
• Schwanenhals wird ausgesteift
• Führungen mit weiteren Einstellschrauben und Feststellschrauben versehen
• Umbau allgemein: sauber, präzise und durchdacht, qualitativ hochwertige Komponenten, Umbau zur Nutzung als Graviermaschine soll möglich sein

Wie immer versuche ich möglichst viele Bilder zu liefern.

Also, los geht’s!

Gruß Bastian

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Olomolo
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Olomolo » Sa 10. Sep 2016, 14:59

An eine Deckel G1L bin ich mit Glück zu einem guten Preis gekommen.
Der Zustand ist ausgezeichnet und es ist jede Menge Zubehör dabei gewesen.

Das Maschinengestell, hier schon gereinigt.
G1L_Teile_01.JPG

Obere Flanschfläche am Schwanenhals, gefräst, sehr guter Zustand.
G1L_Teile_02.JPG

Führungen der Z-Achse, geschliffen, super Zustand.
G1L_Teile_03.JPG

Rückseite der Führungen, hier überschabt, ebenfalls kein Verschleiß erkennbar. So wie es aussieht muss hier nichts nachgeschabt werden. Glück gehabt.
G1L_Teile_04.JPG

Weitere Teile, noch nicht gereinigt.
G1L_Teile_05.JPG

Maschinentisch und weiteres, schon grob gereinigt, Führungen sehen auch hier sehr gut aus.
G1L_Teile_06.JPG

Schriftsätze
G1L_Teile_07.JPG

Gravierausleger und Zubehör
G1L_Teile_08.JPG

Elektrosigniergerät. Ja, die Kabel müssen erneuert werden.
G1L_Teile_09.JPG

Und noch jede Menge Dokumente.
G1L_Teile_10.JPG
G1L_Teile_11.JPG
G1L_Teile_12.JPG
G1L_Teile_13.JPG
G1L_Teile_14.JPG

Und damit fängt alles an... ;-)

Gruß Bastian

teslak
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von teslak » Sa 10. Sep 2016, 16:02

Hallo Bastian,

meinen Glückwunsch zur Maschine. Die ist in einen super Erhaltungszustand. Ich freue mich auf deinen Umbau, der wie du schreibst das Gravieren weiterhin ermöglichen soll. Ich habe meine Maschine erst seit einen Jahr und nutze sie ausschließlich zum Gravierfräsen.
Im Bild mit dem Maschinenzubehör ist eine Art Spindel abgebildet, welche einen dünnen Vortsatz trägt. Rechts von den Teil sind die beiden Spannzangen. Kannst du bitte erklären was das ist?

Danke in voraus,
Dieter

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Sepp9550
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Sepp9550 » Sa 10. Sep 2016, 23:39

Schöne Maschine, bei dem Zustand und dem Zubehör könnte man glatt neidisch werden.
Deine ungereinigten Teile sehen besser als als meine gereinigten.


Ich bin gespannt was da noch kommt, ich hab mir die G1 gekauft, weil ich auch mit den Gedanken gespielt habe eine Festen Fräskopf dranzubauen.
Weiß zwar noch nie was uns wie, aber zumindest hab ich jetzt eine Graviermaschine.
Vorteil der G1, sie ist kompakter und ich brauche keinen Schwanenhals versteifen.
Mit freundlichen Grüßen, ein Stefan zu viel

...auf der suche nach dem verlegten Werkzeug

Drehmaschine: Quantum D310x910, Bohr(fräs)maschine: Optimum MB4, Deckel G1

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Olomolo
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Olomolo » So 11. Sep 2016, 13:26

teslak hat geschrieben: Im Bild mit dem Maschinenzubehör ist eine Art Spindel abgebildet, welche einen dünnen Vortsatz trägt. Rechts von den Teil sind die beiden Spannzangen. Kannst du bitte erklären was das ist?
Hallo Dieter,

das Teil, von dem du sprichst, ist der Spindeleinsatz für das Elektrosigniergerät. Es wird irgendwie (habe ich mir noch nicht so genau angeschaut) in die Spindel eingesetzt und hält in dem federnd aufgehängten Spannfutter vorne (siehe Foto) die Elektrode zum Schreiben.

Ich habe auch mal die Anleitung zur Benutzung des Elektrosigniergerätes / des Elektroschreibers (Super Trunax) angehängt.
G1L_Teile_15.JPG
G1L_Teile_16.JPG
G1L_Teile_17.JPG


Sepp9550 hat geschrieben: Ich bin gespannt was da noch kommt, ich hab mir die G1 gekauft, weil ich auch mit den Gedanken gespielt habe eine Festen Fräskopf dranzubauen.
Weiß zwar noch nie was uns wie, aber zumindest hab ich jetzt eine Graviermaschine.
Vorteil der G1, sie ist kompakter und ich brauche keinen Schwanenhals versteifen.
Hallo Sepp,

ich bin auch etwas gespannt, was da noch so alles auf mich wartet... ;-)

Stimmt, bei der G1 brauchst du nichts versteifen, sehr praktisch.

Die G1L ist, soweit ich das bisher beurteilen kann, eine super verarbeitete und für's Gravieren überdimensionierte Maschine. Ich denke, dass man mit einigen Optimierungen da sehr gut mit fräsen können sollte.
Von der Verarbeitungsqualität bin ich echt begeistert. Über 50 Jahre nach dem Zusammenbau ließen sich alle Teile problemlos demontieren. Konische Passstifte mit Abzugsgewinde...ein Traum...so macht die Demontage Spaß!

Gruß Bastian

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Eicher
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Eicher » So 11. Sep 2016, 15:34

Hallo Bastian,

hab die selbige. Das Glück bei dieser Deckel ist,
dass sie noch nie in irgend einer Form belastet war.
Also Auslieferungszustand der Führungen, mit
Leerfahrten der Achsen :pfeif:

Eine bessere Basis eine Fräsmaschine zu haben (Umbau)
gibt es in dieser Dimension nicht!

Ich hab insgesamt 3 Stück.....
im Anhang was ich mit der einen noch mal vor hab.....
Dateianhänge
ZSB_1.pdf
(239.43 KiB) 261-mal heruntergeladen
Wenn alles was mir durch den Sinn geht umgesetzt würde,
hätte ich keine Zeit mehr zum Nachdenken.
Gruß Christoph

Helix
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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Helix » So 11. Sep 2016, 15:41

Eine Gravierfräse mit SK40? Auch wenn es eine Deckel ist, die Konstruktion sieht nicht sehr nach ultimativer Stabilität aus, sondern nach Aufschwingen des langen Halses. Bauartbedingt ist das für eine Gravierfräse nun mal egal, bei Zerspanung sieht das anders aus.

Hab schon größere Maschinen rumpeln hören und sehen :?

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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von S4B5 » So 11. Sep 2016, 15:48

Hi

Auch mit SK40 könnte man wenig zustellen... ;-)

Die Frage nach der Werkzeugaufnahme würde ich danach beantworten was ich schon so an Werkzeugen habe.:hi:

Auch wenn der Schwanenhals windig ausschaut würde ich glatt behaupten das die Maschine stabiler daherkommt wie die BF20-Kollegen.


lg Marco

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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Eicher » So 11. Sep 2016, 16:14

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die Konstruktion sieht nicht sehr nach ultimativer Stabilität aus
:muahaha:


Es gibt keine bessere Basis in dieser Dimension ;-)
Wenn alles was mir durch den Sinn geht umgesetzt würde,
hätte ich keine Zeit mehr zum Nachdenken.
Gruß Christoph

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Re: Deckel "FP0" aus G1L - Baubericht

Beitrag von Olomolo » So 11. Sep 2016, 16:20

Eicher hat geschrieben: Eine bessere Basis eine Fräsmaschine zu haben (Umbau)
gibt es in dieser Dimension nicht!

Ich hab insgesamt 3 Stück.....
im Anhang was ich mit der einen noch mal vor hab.....
Hallo Christoph,

ich hoffe du wirst uns berichten? ;-)
Ist ne gute Idee mit dem Winkelkopf und dem Antrieb von hinten. Sehe ich das richtig, dass du den Schwanenhals abschneiden willst? Oder ist das keine G1L?

S4B5 hat geschrieben: Auch mit SK40 könnte man wenig zustellen... ;-)

Die Frage nach der Werkzeugaufnahme würde ich danach beantworten was ich schon so an Werkzeugen habe.:hi:

Auch wenn der Schwanenhals windig ausschaut würde ich glatt behaupten das die Maschine stabiler daherkommt wie die BF20-Kollegen.
Hallo Marco, hallo Helix,

ich möchte ja nicht mit einem 100er Messerkopf durch Werkzeugstahl schruppen...ich peile eher so Fräser bis 8 oder 10 mm mit vernünftigen Zustellungen in Stahl an. Das müsste denke ich mit den entsprechenden Versteifungsmaßnahmen möglich sein.

Werkzeugaufnahmen habe ich noch keine und SK40 ist günstig zu bekommen, daher die Wahl der Aufnahme.

Gruß Bastian

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