Spindel-Verkippung FP1?

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Mo 1. Jun 2020, 22:57

Hallo,

lange habe ich mich gewundert warum ich beim Planfräsen immer so schlechte Oberflächen mit meiner FP1 bekomme. Die Maschine läuft eigentlich gut. Ich dachte immer das Problem steht vor der Maschine. ;-)

Nun habe ich eine großen Fräskopf probiert und dazu die Kopfausrichtung nochmal genau eingestellt. Per Pupi Taster so, dass beim Tischverfahren über das Kopfzentrum keine Abweichungen mehr sind. Durch verdrehen kann man auch testen das die Fläche wirklich einigermassen gerade ist.
Dabei hatte in X-Richtungen keine Abweichungen (also die Kopfrotation war sauber senkrecht), dafür hatte ich Abweichungen in der Y-Richtung. Die Fräserachse ist also nach vorne verkippt.

Das passt auch zu den Problemen die ich immer hatte: wenn die Spindel zur Richtung des Y-Vorschubes schräg ist, sind immer Querstreifen im Fräsbild (also Streifen in X-Richtung).

Irgendwie bin ich etwas perplex. Wo kann man so was korrigieren? Unterlegen im Drehlager macht ja wenig Sinn. Falschrum montieren kann man beim Kopf ja irgendwie auch nichts. Einstellungen dazu sind mir nicht bekannt. Auch sieht es nicht so aus, als wären Kopf und Sattel von verschiedenen Maschinen.

Kennt jemand das Problem, bzw. was kann man da machen? Bin für jeden Tip dankbar.


Anbei ein Bild des Kopfes. Die Verkippung ist quasi um die Achse die aus dem Bild herausschaut.
Dateianhänge
Kopf_sm.JPG

Benutzeravatar
FP91
Beiträge: 2274
Registriert: Di 17. Feb 2015, 21:57
Wohnort: 144xx

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von FP91 » Mo 1. Jun 2020, 23:44

Die untere X-Führung verschleißt, dadurch hängt der Tisch nach vorn. Häufig hat die auch wegen Mangelschmierung gefressen. Man kann am Tisch unterlegen oder die Führung neu einschlaben.

Gruß Florian

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Di 2. Jun 2020, 00:50

Ein Denkfehler wäre die beste Variante. :-)
Aber würde ein schiefer Tisch nicht eine saubere, glatte schiefe Ebene erzeugen?

Für die Messung in Y-Richtung habe ich einen Messuhrenhalten auf den Tisch gestellt und dann an der Werkezeugunterseite gemessen. Dabe wurde nur der Y-Balken verfahren, nicht der X-Tisch. Selbst wenn der schief wäre, müsste dann nicht der Pupi doch trotzdem 0 differrenz?
Wo ist mein Denkfehler?

DeckelMensch
Beiträge: 550
Registriert: Sa 21. Okt 2017, 20:18

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von DeckelMensch » Di 2. Jun 2020, 00:50

Hängender Tisch wegen verschlissener X-Führung würde aber nicht die Rechtwinkligkeit der Frässpindel auf der Y-Achse beeinflussen. Ein gefrästes Fläche wäre zwar in Y nicht mehr parallel zum Tisch, aber der Fräser würde koplanar zu einer bereits gefrästen Fläche drehen und keine Riefen machen.

Ich glaub eher, dass da ein Problem mit dem Aufbau hinten an der FP1 gibt, also der Höcker mit der Vertikalspindel, der mit Schwalbenschwanz oben auf den Y-Schlitten von der Horizontalspindel geschoben ist. Vieleicht hängt Dreck zwischen dem Schwalbenschwanz oder es hat mal wer einen Crash gefahren, sodass die Vertikalspindel nicht mehr rechtwinklich auf der Horizontalspindel sitzt?

Kannst du nicht eine Messuhr mit Halter in die Vertikal-Frässpindel machen und dann mal die Z-Achse/Führung abfahren, durch ein/ausfahren der Pinole? Das würde doch eigentlich zeigen, ob Vertikal-Spindel parallel zu Z oder nicht.
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC135, Deckel FP4-NC/Dia11, FP2-NC/Dia4; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; diverses Elektronik-Messgerät, AC/DC WIG: 4x Lorch IT 252/320/420GW

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Di 2. Jun 2020, 01:09

DeckelMensch hat geschrieben:
Di 2. Jun 2020, 00:50
Hängender Tisch wegen verschlissener X-Führung würde aber nicht die Rechtwinkligkeit der Frässpindel auf der Y-Achse beeinflussen. Ein gefrästes Fläche wäre zwar in Y nicht mehr parallel zum Tisch, aber der Fräser würde koplanar zu einer bereits gefrästen Fläche drehen und keine Riefen machen.
Viel besser erklärt, danke.
DeckelMensch hat geschrieben:
Di 2. Jun 2020, 00:50
Ich glaub eher, dass da ein Problem mit dem Aufbau hinten an der FP1 gibt, also der Höcker mit der Vertikalspindel, der mit Schwalbenschwanz oben auf den Y-Schlitten von der Horizontalspindel geschoben ist. Vieleicht hängt Dreck zwischen dem Schwalbenschwanz oder es hat mal wer einen Crash gefahren, sodass die Vertikalspindel nicht mehr rechtwinklich auf der Horizontalspindel sitzt?
ich hatte schon öfters gemessen ob die Y-Achse gerade fährt (mindest zum Tisch). Das war bisher immer OK. Crash wäre sicher ein GAU,ich hoffe mal das mir das erspart bleibt. Immerhin kann ich keine Macken oder unruhigen lauf etc. feststellen. Den ganzen Kopf mechanisch zu verbiegen stelle ich mir auch mit Gewalt nicht so einfach vor. Ich hoffe mal das meine Chancen da ganz gut sind

DeckelMensch hat geschrieben:
Di 2. Jun 2020, 00:50
Kannst du nicht eine Messuhr mit Halter in die Vertikal-Frässpindel machen und dann mal die Z-Achse/Führung abfahren, durch ein/ausfahren der Pinole? Das würde doch eigentlich zeigen, ob Vertikal-Spindel parallel zu Z oder nicht.
Das ist sicher eine gute idee. Wäre es das gleiche wenn ich mit dem Halten auf dem Tisch an der ausgefahrenen geklemmten Pinole herauffahre? Das ginge mit dem normalen Magnethalter.

Benutzeravatar
gerhard_56
Beiträge: 1572
Registriert: Di 5. Jul 2016, 16:14
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von gerhard_56 » Di 2. Jun 2020, 07:48

Zu viel Spiel in der Z-Achse ergibt das gleiche Ergebnis.
Ist die schlechte Oberfläche auch bei geklemmter Z-Achse?
Viele Grüße, Gerhard


Weiler LZ330

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Di 2. Jun 2020, 09:28

gerhard_56 hat geschrieben:
Di 2. Jun 2020, 07:48
Zu viel Spiel in der Z-Achse ergibt das gleiche Ergebnis.
Ist die schlechte Oberfläche auch bei geklemmter Z-Achse?
Ich glaube die Z-Achse habe ich noch nie geklemmt (also den Tisch, nicht die Pinole). Könnte ich mal probieren.
Ich mache heute mal die Messung an der Pinole, das kann man am besten vergleichen.

Benutzeravatar
gerhard_56
Beiträge: 1572
Registriert: Di 5. Jul 2016, 16:14
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von gerhard_56 » Di 2. Jun 2020, 10:09

Du kannst an der Spindel auch eine Messuhr anbringen und auf dem Tisch nullen. Dann ziehst und schiebst Du am Tisch in Y-Richtung. Ändert sich dabei die Messuhr, dann ist in der Z-Achse zu viel Spiel. Rechts unten an der Z-Achse ist eine einstellbare Keilleiste, wenn Spiel vorhanden ist, kannst Du die Keilleiste nachstellen und das Spiel minimieren.
Viele Grüße, Gerhard


Weiler LZ330

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Di 2. Jun 2020, 14:50

Ich denke gerhard_56 hat ins schwarze getroffen.

Die Messung an der Pinole waren ca. 40um Abweichung. Das kann es nicht sein (s. Bilder).
Dateianhänge
Messung_PinoleOben_sm.JPG
Pinole Oben
Messung_PinoleOben_sm.JPG (14.92 KiB) 359 mal betrachtet
Messung_PinoleUnten_sm.JPG
Pinole unten
Messung_PinoleUnten_sm.JPG (13.95 KiB) 359 mal betrachtet

tigerbeard
Beiträge: 68
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 14:21
Wohnort: Raum Mainz
Germany

Re: Spindel-Verkippung FP1?

Beitrag von tigerbeard » Di 2. Jun 2020, 15:02

.. Aber nun, mit dem Taster immer noch auf dem Tisch habe ich ohne Klemmung der Z-Achse durch Auflehnen und Anheben des Tisches eine Auslekung von +45um und -120um, also knapp 2 Zehntel.

Mit dem Klemmhebel unten (letztes Bild) festgezogen war der Bereich kleiner, aber immer noch mind. 100um. Auch kann ich den Tisch bei angezogener Klemmung mit dem Handrad nach oben Verfahren. Das geht mit der X-Achse nicht.

Wieviel Luft noch in der Klemmleiste ist konnte ich so nicht erkennen, das Ding ist irgendwie etwas zugebaut. Ich sehe aktuell nur eine Schraube. Im Bild ist die vom Schatten des Klemmhebels halb verdeckt. Ich muss mal in meinen Unterlagen kramen ob ich da etwa zu finde...

Erstmal danke an alle fürs Feedback und and gerhard_56 für den Tipp mit der Z-Achse. Wäre ich nicht drauf gekommen. :super:


PS: der Puppi Taster ist zwar ganz nett, aber in 90% der fälle bräuchte ich einen dessen Tastarm in die andere Richtung zeigt. Ich habe mich bisher nicht getraut einen aufzuschrauben um zu schauen ob man das umbauen kann, aus Sorge dass ich es nicht mehr zusammengesetzt bekomme - zumindest so dass er nicht danach nur noch die Lottozahlen anzeigt. Ich habe im Forum nichts gefunden - bin aber sicher es gibt die Info irgendwo.. :hi:
Dateianhänge
Messung_TischAuflast_+45_sm.JPG
Tisch mit Auflast
Messung_TischAuflast_+45_sm.JPG (11.89 KiB) 346 mal betrachtet
Messung_TischZuglast_-120_sm.JPG
Tisch mit Zuglast
Messung_TischZuglast_-120_sm.JPG (12.04 KiB) 346 mal betrachtet
Tischklemmung_Z-Achse_sm.JPG
Tischklemmung
Tischklemmung_Z-Achse_sm.JPG (38.45 KiB) 346 mal betrachtet

Antworten