was ist eine kompakte Industriefräse?

Benutzeravatar
MasterOD
Beiträge: 577
Registriert: So 4. Aug 2019, 20:04
Wohnort: Essen
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von MasterOD » Mo 1. Jun 2020, 19:26

crumb hat geschrieben:
So 31. Mai 2020, 22:52
Das ist ne kompakte Fräse... Ich hoffe das ist was aus dem Industriebereich, aber die Russentechnik ist ja recht robust..

https://youtu.be/YknxDHgZLfk

Viele Grüße
Crumb
Da ist oben halt hinten, kompakt & robust schaut sie aus.
Gruß Rüdiger :hi:
Tiny Workshop um Bernardo Proficenter 550 WQV

plinse
Beiträge: 52
Registriert: Sa 7. Dez 2019, 16:27
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von plinse » Do 4. Jun 2020, 22:21

elias hat geschrieben:
Di 26. Mai 2020, 20:34
...
Wenn es ne gebrauchte werden soll würde ich gar nicht unbedingt nach bestimmten Herstellern suchen, sondern einfach allgemein gucken was die kleinanzeigen so hergeben
So schaut es aus, das ganze ist nicht ohne Grund ein "Gewöhnungsprozess".

Willst du eine Fräse oder hast du konkrete Projekte im Hinterkopf und die Fräse ist das Mittel zum Ziel?

Ich habe das ganze ja gerade taufrisch hinter mir und habe mich über die Projekte dem ganzen genähert und bestimmt ein halbes Jahr beobachtet.
Interessante Maschinen muss man am Ende schnell erkennen und zielsicher zuschlagen, weil kompakte Maschinen schnell weg gehen - oder es gibt einen Hasenfuß - das muss nicht schlimm sein, man muss es nur wissen und damit klar kommen.

Was in jeden Keller passt, wollen viele haben. Die 2+Tonnen-Trümmer - tja...

Mein "kompakt" bezog sich auf die Türbreiten im Keller - die mussten mit überschaubaren Demontagen passierbar sein.

Dazu habe ich mich über Wunschprojekte dem ganzen genähert: Ein Gerät, was Stahl nicht schafft, hätte ich nicht brauchen können, dazu verdrehbarer Horizontalkopf und ein gewisser Präzisionsanspruch.

Dann kommt wieder das Thema "kompakt". Im Rahmen der Drehbank habe ich zum Glück meine Frau "passend bestochen" :super: - Fräse also kein Thema, auch nachdem die Drehbank gelegentlich mal ein fieses Geräusch durch das Haus schickt, ABER, es sind auch schon Teile für den Wachtelkäfig meiner Frau auf der Drehbank entstanden, waren dringend nötig und mit vorhandenem Material in unter 2h fertig. Das schafft Toleranz - fast Unterstützung - ABER - ich kann mir keine Werkzeugmaschienensammlung in den Keller stellen. Eine Drehe, eine Fräse, die Bügelsäge habe ich unter dem Radar rein geschmuggelt ;)

Heißt: Zu kurz springen verbrennt Geld, Platz und am Ende auch die Toleranz meiner Frau.

Ein Kumpel ist mit einer einfachen Chinafräse recht zufrieden, bei einem echten Modellbau-Stahl-Kleinteil kam ich aber zu keinem gescheiten Ergebnis.
"Danke für die Erkenntnis, ohne so ein Gerät kaufen zu müssen!"
Er hat einen halben manntragenden Flieger auf der Maschine gefertigt - alles Alu - das ging Top!
Ich hatte sogar für 40€ Fräser dabei (neue Garant Grünring aus der Bucht) aber die Maschine hat die Flatter gemacht, hat den Druck nicht ohne Verwindung und Schwingung aufbauen können, nach ein paar Rattermarken habe ich den Fräser dann nicht endgültig killen wollen, es hatte einfach keinen Wert.
Der gleiche Fräser lief heute durch 1.7077, die Späne sind geflogen, kein rattern, alles gut :hi:

Ansonsten werde ich aus deinen Anforderungen nur bedingt schlau.
  • Werkstoffanforderungen - hast du welche?
  • Reicht komplett alles auf 90° oder musst du den Kopf verdrehen können? Ist freie Verdrehbarkeit an einer oder an mehr Achsen nötig?
  • Größe hast du schon was benannt aber auch die Vertikalfräse aus den letzten Links wird tiefer als 60cm sein. Sehr ähnliche Maschinen gibt es aber auch mit Horizontalkopf, die bauen dann nicht wirklich größer und können im Optimalfall beides.
Lass Dir lieber ein halbes/ganzes Jahr Zeit, gewöhne dich an das Angebot und mach Dir klar, was du brauchst.

Auch ein Grund, warum ich jetzt hier im Forum fündig wurde:
Beim Kauf muss Zubehör dabei sein! Was nutzt Dir die schönste Werkzeugmaschine, wenn du keine Spannmittel und Werkzeuge dabei hast?
Dann steht so ein Klotz im Keller aber du kannst nichts machen :steinigung:

Wenn du 1500 Budget benennst, dann geht schon was - kaufst du eine nackte Fräse für 1500, dann kommt da noch einiges dazu. Das blöde ist, dass du bis zu einem gewissen Stand an Werkzeug nicht viel machen kannst.
Wartest du noch ein halbes Jahr, kannst du ein halbes Jahr Geld auf die Kante legen und Dir überlegen, was es wirklich sein soll ;)

Grüße, Eike

wurmwichtel
Beiträge: 168
Registriert: Mo 10. Feb 2020, 20:47
Wohnort: in der Zauche - Gründungsgebiet der Mark Brandenburg
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von wurmwichtel » Do 4. Jun 2020, 23:24

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anz ... 65-84-7385

Hier mal meine Gedanken zur kompakten Industriefräse. Die wiegt nur 60kg und hat kleine Verfahrwege, aber das muss eben so sein wenns leicht bleiben soll.
Eine mit ähnlichem Aufbau wartet auch bei mir auf den Einsatz. Die jubelt stolze 8000/min und ist mindestens 50 Jahre alt. Mehr als 80x50x50mm lässt sich die Werkstückaufnahme nicht verschieben - für Fippselzeug aber geradezu ideal.

plinse
Beiträge: 52
Registriert: Sa 7. Dez 2019, 16:27
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von plinse » Fr 5. Jun 2020, 08:45

Eine schöne kleine Maschine aber man bekommt auch fast nichts aufgespannt. Wenn man jetzt noch mangels Verstellmöglichkeit an der Maschine einen kippbaren Schraubstock würde einsetzen wollen, bekäme man den alleine schon ohne drüber stehendes Werkstück kaum unter den Fräser.

Bei der Fräse aus dem letzten youtube-Link hat man wenigstens etwas z-Verfahrweg und könnte das, was die Maschinenverstellung nicht her gibt, über Anbauteile wie Schraubstöcke, Teilapparate/Rundtische, ... kompensieren.

Deshalb ja auch meine Frage an Crumb, was er denn braucht - eine "Quartettkarte Fräse" für die Sammlung oder ein Gerät, was gewisse Funktionen erfüllt? Womöglich universell einsetzbar ist?
"Industrie" kann halt alles sein, oft sind es stark spezialisierte Maschinen, die genau eine Bearbeitung ein Maschinenleben lang gemacht haben, andererseits auch nicht viel mehr als das können... privat kaum brauchbar.

Das kleine Ding ist platzsparend und kostet so viel wie mein Schraubstock, als Quartettkarte nicht so schlecht, für mich wäre es aber reine Geld- und Platzverschwendung, weil das Teil mich funktional nicht weiter bringen würde...

Noch was - gestern kamen zwei Pakete aus der Forenbörse und per ebay - Fräser. Universelles, professionelles Werkzeug, googlebar bei Hoffmann.
Schaftfräser bekommt man oft Neuware für ~20% Listenpreis, wie auch immer das preislich zu stande kommt...
Man muss halt etwas flexibel sein - das setzt eine flexible Maschine vorraus. Bringt die Maschine wenig Flexibilität, würde ich mir an deiner Stelle mal eine Hobel-/ Stoßmaschine ansehen, ok, die bauen in der Tiefe lang, bieten aber viel Maschine fürs Geld und mit einer Hand voll HSS-Rohlingen kannst du dir selbst viele Werkzeuge schleifen (Alternative zum plan fräsen, Schwalbenschwänze schneiden, ...)
Vergleichend mit so einem kleinen Ding, was kaum was kann, durchaus interessant, bei mir wurde es trotzdem eine universelle Fräse und jetzt, wo ich werkzeugseitig die Lücken zur Handlungsfähigkeit schließe, bin ich froh drum.
Eine flexible Maschine schränkt die Werkzeugwahl weniger ein. Muss man 1-2 Spezialfräser doch mal neu kaufen, sind die schnell teurer als die verlinkte Fräse und passen dann mangels Verstellbarkeit der Maschine dann auch nur auf ein Projekt...

Sowas sollte man sich schon mal durchdenken, bevor man sich so einen Klotz hin stellt.

Die Gedankenspielchen, gewisse Projekte auf Stoßmaschine umzukonstruieren, habe ich auch ein halbes Jahr durchgespielt und auch eine super Maschine hier in der Nähe besichtigt - dann wäre der Keller aber voll gewesen! :? ... und für 1/4 der geplanten Projekte fielen mir dann doch keine zur Maschine passenden Lösungen ein, der unterschwellige Wunsch Richtung Fräse wäre also geblieben und dann auch nur eine Frage der Zeit gewesen :pfeif:

Grüße, Eike

wurmwichtel
Beiträge: 168
Registriert: Mo 10. Feb 2020, 20:47
Wohnort: in der Zauche - Gründungsgebiet der Mark Brandenburg
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von wurmwichtel » Fr 5. Jun 2020, 09:41

Sowas kleines ist eher eine Ergänzung für eine größere Maschine, sofern man viele kleine Dinge baut. Meine hat als Zubehör einen auf auswechselbare Teilscheiben umgebauten Uhrmacherdrehstuhl, der einfach auf den Tisch geschraubt werden kann.
Versuch mal mit einem 100er Rundtisch Zahnräder mit Z10M0,2 zu fertigen - geht irgendwie, ist mit dem „riesen“ Ding aber trotzdem einfach beschi**en.

plinse
Beiträge: 52
Registriert: Sa 7. Dez 2019, 16:27
Germany

Re: was ist eine kompakte Industriefräse?

Beitrag von plinse » Fr 5. Jun 2020, 10:29

Du sagst es, sowas wäre eine Ergänzung oder sie passt zufällig auf sehr spezifische Aufgaben, auf vieles andere aber nicht.

Deshalb mein Tip, jetzt nichts aus Sammeltrieb heraus schnell zu kaufen sondern erst mal überlegen, was die Maschine können soll und wie wichtig Bautiefe vs. Funktion vs. Preis sind.

Antworten