Werteinschätzung Deckel FP1

Benutzeravatar
harlfing
Beiträge: 343
Registriert: Mi 14. Mai 2014, 16:27
Wohnort: DE 86929
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von harlfing » Di 8. Jan 2019, 09:13

Leider ohne großartige Beschreibung von Zustand und Umfang des Zubehörs.
Hallo Mathias,

Etwas Zubehör ist auf den Bildern zu sehen:
- Maschinenschraubstock (auf dem Frästisch)
- Spannmittelsatz (im roten Kasten an der Wand hinter der Maschine)
- Spannrohr für den DECKEL-Teilapparat (liegt auf dem Maschinenfuß)

Ich würde vor allem darauf achten, dass alle Wechselräder für die Vorschübe dabei sind.
Angaben zum Wechselrädersatz müssten in einer entsprechend alten Bedienungsanleitung zu finden sein.

Viele Grüße
Justus
+++ Schwerter zu Zapfhähnen ! +++

HeinzHerbert
Beiträge: 927
Registriert: Fr 21. Okt 2011, 16:23
Wohnort: Ostalb
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von HeinzHerbert » Di 8. Jan 2019, 09:29

Und frag' bei der Besichtigung mal, wo und womit der Besitzer die Maschine geschmiert hat. Im Idealfall tauchen dann mindestens zwei Ölkannen mit HLP 68 und HLP 220 auf. Wenn er stattdessen stolz die Fettpresse präsentiert, ist Skepsis angeraten.

Grüße
Georg
1.) Heb's wenn's pfuust!
2.) Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
3.) Rede erst, wenn es besser ist als Schweigen.

ryven
Beiträge: 93
Registriert: Mi 7. Feb 2018, 09:16
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von ryven » Di 8. Jan 2019, 09:37

Also ich hatte auch ne alte FP1 mit MK4. Werkzeug ist aber überhaupt kein Problem. Die Aufnahmen einfach mit M16 kaufen und die Anzugsbolzen einschrauben. Hoffmann hat die auch in geschliffen da.
Durch die Drehbanken ist ja Mk4 weder exotisch noch schwer zu beschaffen.

Gruß
Markus

FriesenSpan
Beiträge: 5536
Registriert: Mi 22. Aug 2012, 10:56
Wohnort: Friesland

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von FriesenSpan » Di 8. Jan 2019, 09:49

Hast Du den Anbieter denn mal kontaktiert und nach dem Zubehör gefragt?
Wie hoch ist der aufgerufene Preis?
So ist das Ganze eher eine Aufforderung an´s Forum zum "brain-storming" :nixweiss:

Aus dem bisher Gesagten lässt sich der Kern schnell zusammen fassen:
- MK4 Werkzeuge mit S20 Anzugsgewinde sind teurer,
- SK 40 ist heute Standart und oxydiert an jeder Ecke rum,
- original Deckel Zubehör wird in Gold aufgewogen,

Das Sägengewinde kann man umgehen durch die beschriebene Anzugsstange.
Oder aber akzeptieren und "zeitlich gestreckt" die Fühler ausstrecken.
So war mein Vorgehen und ich bin heute froh darüber. :2up:
Denn oft werden MK 4 Werkzeuge angeboten, die man auf S20 umbauen kann.
Wer hier im Forum fleißig mitliest, dem fällt sicher auf, dass viele Werkzeuge
"Marke: Eigenbau" sind, perfekt vom/auf den Anwender adaptiert ...

Ich würde erstmal die Zustandsdaten der Maschine bestmöglich ermitteln.
Dann argumentieren, dass eine so alte Maschine etliche Nachteile mitbringt:
- MK4 ... will doch Keiner,
- Wechselräder ... Wer will denn SOOOOO arbeiten,
- S20x2 ist kaum noch zu kriegen,
- dann noch das Alter der Maschine,
- Du willst Die aufarbeiten und als besondere Technik erhalten

Wenn der Ist-Zustand der Maschine gut und Zubehör dabei ist, man sich
damit abfinden kann, keine "plug-and-play-Müllerin" in die Bude zu holen ...
Dann kommt´s auf den Preis an, den Dir über´s Forum Keiner sagen kann.
Also den Verkäufer ansprechen und Fragen stellen!
Vielleicht meldet sich ja sonst Keiner und das Stück geht in den Hochofen :o
Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-How nicht ersetzen.

Benutzeravatar
wink
Beiträge: 1284
Registriert: Mo 22. Nov 2010, 09:17
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von wink » Di 8. Jan 2019, 09:52

Servus,

ich hab ja auch so ne alte Rumpel. (Baujahr irgendwann Ende '39 Anfang '40)
Meine Empfehlung: Maschine sehr genau anschauen. Es gibt viele potenzielle Baustellen. Die meisten davon teuer und/oder zeitaufwendig.

Ein paar neuralgische Punkte:

- Vertikalspindel (Gleitlager ist aber gutmütiger und erheblich leichter mit Hausmitteln zu reparieren als Nadellager)
- X-Führung (In das Ölreservoir in der Spannbrust wird gerne mal Fett gepresst)
- Z-Führung (Die Abstreifer haben nicht das ewige Leben, Druckluft falsch eingesetzt erledigt den Rest)
- Spindeln und Muttern aller drei Achsen: Komische weil unübliche Steigungen, teilweise mit durchgängier Nut. Wenn die Dinger verschlissen sind bist du mit Originalteilen für alle drei Achsen 3000€ aufwärts los. Umbau ist teilweise möglich, aber sehr zeitaufwendig.


Was ich als eher unkritisch betrachte:
- Wechselräder. Das sind normale Modul 1 Zahnräder. die Klauen kann man sich selber reinfräsen.
- Mk4 mit S20x2 Anzugsgewinde: Wie oben geschrieben Anzugstange auf M16 umbauen oder normalen MK4 kaufen, 2-3cm abschneiden und hinten einen käulichen Adapterzapfen einschrauben. Da kostet einer etwa 10€ Vorteil beim Zapfen: Das geht dann auch bei der Horizontalspindel

Zubehör: Wenns Original sein soll wirds teuer...oder man braucht seeeehr viel Geduld und Glück. Aber auf einer FP1 funktioniert natürlich auch ein China Rundtisch...

Allgemein: Eine Fräse ohne Zugang zu einer Fräse Instand zu setzen ist fast unmöglich. Unabhängig von Marke und Modell. Das muss dir bewusst sein.

Preis: Wie schon von meinen Vorschreibern erwähnt: Alles was Deckel heißt wird automatisch teurer. Aber die Teile sind auch recht wertstabil wenn man sie zu einem vernünftigem Kurs kauft. Die Spanne für eine FP1 Mk1 würde ich persönlich bei 500-2500€ ansetzen. Je nach Zustand und Zubehör. Meine hat mich 600€ plus die Kosten für die Spedition gekostet, was im Nachhinein betrachtet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ist. (X-Mutter defekt, Z-Achse quasi defekt, Y- braucht auch Zuwendung, aber noch tolerierbar, allerdings einiges an Zubehör dabei.) Ich mag sie, auch wenn ich sie meistens verfluche wegen den kleinen Verfahrwegen.
MfG
Christoph
Die Ignorierliste: Eine der besten Erfindungen der Forengeschichte...

HeinzHerbert
Beiträge: 927
Registriert: Fr 21. Okt 2011, 16:23
Wohnort: Ostalb
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von HeinzHerbert » Di 8. Jan 2019, 11:32

Der aufgerufene Preis wurde bereits in Beitrag #4 genannt: 1.700,- € Das ist das gleiche, das ich seinerzeit für meine- allerdings mit einigem Zubehör - bezahlt habe. In die Maschine habe ich dann nochmal rund 300,- € für ein China-DRO (spart den Austausch der Trapezspindeln/-muttern) und zwei Meter Baumwolldocht investiert. Würde ich aus heutiger Sicht wieder genau so machen. Damit bist Du dann in der Größenordnung des Preises einer neuen BF20 mit ein bißchen Zubehör. Im Gegensatz zu jeder China-Maschine (die auch funktioniert) ist so eine alte Deckel aber denke ich absolut preisstabil, die kannst Du in 10 Jahren wieder für das gleiche Geld verkaufen.

Und dann heißt es, sich auf die Lauer zu legen und ebay bzw. die Kleinanzeigen im Auge zu behalten, um über die Jahre das Zubehör, das man gerne noch hätte, zum vernünftigen Preis zusammensammeln zu können. Aber auch das Zubehör verliert nicht mehr an Wert.

Grüße
Georg
1.) Heb's wenn's pfuust!
2.) Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.
3.) Rede erst, wenn es besser ist als Schweigen.

Benutzeravatar
wink
Beiträge: 1284
Registriert: Mo 22. Nov 2010, 09:17
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von wink » Di 8. Jan 2019, 11:41

HeinzHerbert hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:32
Der aufgerufene Preis wurde bereits in Beitrag #4 genannt: 1.700,- €
Jo, stimmt. Meine Spanne sollte mein persönliches Budget wiedergeben. Mir ist dabei bewusst, dass diese Spanne nicht unbedingt den Marktpreis wiederspiegelt. Oder anders: die 1700 wären für mich rein nach Optik zu hoch angesetzt. Sollte die Maschine natürlich geometrisch brauchbar sein und ein wenig Zubehör dabei wirds natürlich realistischer vom Preis.
HeinzHerbert hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:32
China-DRO (spart den Austausch der Trapezspindeln/-muttern)
Jein. Irgendwann ist das Umkehrspiel zu groß. (Bei meiner X-Achse 3,2mm :pfeif: )
aber ja, eine DRO ist schon sehr nützlich an der Maschine (Vielleicht kauf ich mir jetzt dann mal eine :steinigung: )
MfG
Christoph
Die Ignorierliste: Eine der besten Erfindungen der Forengeschichte...

Benutzeravatar
FP91
Beiträge: 1536
Registriert: Di 17. Feb 2015, 21:57

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von FP91 » Di 8. Jan 2019, 11:44

wink hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:41
HeinzHerbert hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:32
Der aufgerufene Preis wurde bereits in Beitrag #4 genannt: 1.700,- €
Jo, stimmt. Meine Spanne sollte mein persönliches Budget wiedergeben. Mir ist dabei bewusst, dass diese Spanne nicht unbedingt den Marktpreis wiederspiegelt. Oder anders: die 1700 wären für mich rein nach Optik zu hoch angesetzt. Sollte die Maschine natürlich geometrisch brauchbar sein und ein wenig Zubehör dabei wirds natürlich realistischer vom Preis.
HeinzHerbert hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:32
China-DRO (spart den Austausch der Trapezspindeln/-muttern)
Jein. Irgendwann ist das Umkehrspiel zu groß. (Bei meiner X-Achse 3,2mm :pfeif: )
aber ja, eine DRO ist schon sehr nützlich an der Maschine (Vielleicht kauf ich mir jetzt dann mal eine :steinigung: )
Da bleibt bei 4mm Steigung aber nimmer so viel von der Spindel übrig :pfeif:

Die Verfahrwege nerven mich auch. Einen 4 Zylinder ZyKo planen geht vllt. mit Tricks ...

Grüße

Benutzeravatar
RSS
Beiträge: 154
Registriert: Fr 10. Jul 2015, 20:01
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von RSS » Di 8. Jan 2019, 11:58

wink hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 09:52
Meine Empfehlung: Maschine sehr genau anschauen.
Meine weitere Empfehlung: Werkstatt und Werker sehr genau anschauen.

Meine FP1 habe ich damals vom Müller Nick gekauft. Kompetenter Mann, handwerklich fit. Maschine ohne Fett usw., weil der wusste was er tut;
Meine G1L habe ich von einen Graveur, der in Ruhestand gegangen ist. Werkstatt sauber und ordentlich, Maschine natürlich über die Jahre gebraucht, aber fachgerecht gepflegt und gewartet. Jeden Freitag peinlichst gereinigt, zerlegt Spindellager neu gefettet, Spindellager auch mal gewechselt (natürlich dokumentiert) usw.
Das sind Leute die jeden Tag mit den Maschinen arbeiten und damit ihr Geld verdienen; diese kleinen Handwerker haben die Maschine selbst bezahlt und gehen daher oft pfleglicher damit um als ein unmotivierter Mitarbeiter.

Ich habe im G1-Bereich Maschinen gesehen, die haben in den letzten fünf Jahren bei Hobbyisten mehr gelitten, als in den dreißig Jahren beim Vorbesitzer.
Das soll jetzt keine Pauschalierung sein, gerade hier im Forum gibt es Leute die ältere Maschinen hervorragend wieder in Schuss bringen und dann auch werterhaltend pflegen; es gibt aber draußen in der realen Welt auch andere... beispielsweise eine G1L die als "Schrupp-Maschine" missbraucht oder eine FP1 die regelmäßig total überlastet wurde weil nichts anderes da war oder der Verstand für einen fachgerechten Umgang beim Besitzer ausgeblendet wurde.

Eine vollständig eingedreckte Maschine ist in der Regel auch technisch ungepflegt, bei der ist mit hohem Instandsetzungsaufwand zu rechnen.
Da ist es oft besser eine andere zu kaufen.

Wahrscheinlich bin ich zu penibel, aber wieso liegt bei der FP das Anzugrohr für den Teilkopf unten am Maschinenfuß?
Wenn ich mir ansehe wie der Schraubstock gespannt ist (Treppenböcke) dann weis ich ziemlich sicher wie sonst mit der Maschine umgegangen wurde.
Wieso ist bei Knuth ein Fräser im Bohrfutter gespannt?
usw. usw.

Ich will die angebotenen Maschinen nicht schlecht reden sondern hier nur meine subjektive Betrachtungsweise zum Kauf von gebrauchten Maschinen darlegen.

Grüße
Robert

Benutzeravatar
wink
Beiträge: 1284
Registriert: Mo 22. Nov 2010, 09:17
Germany

Re: Werteinschätzung Deckel FP1

Beitrag von wink » Di 8. Jan 2019, 12:03

FP91 hat geschrieben:
Di 8. Jan 2019, 11:44
Da bleibt bei 4mm Steigung aber nimmer so viel von der Spindel übrig
Das Problem war nicht direkt die Spindel. Problem war die defekte Mutter. Verursacht durch einen Idioten, der mal die X-Spindel ausgebaut hatte und dabei einen Gewindegang an der durchgehenden Vorschubnut verdengelt hatte. Dadurch war die Spindel für die Mutter wie ein Gewindeschneider.
War dann damals mit Spindel und Mutter beim Singer. Der hat mir die Spindel Instand gesetzt und eine gebrauchte Mutter gegeben. Jetzt habe ich 1-1,5/100mm Umkehrspiel.
MfG
Christoph
Die Ignorierliste: Eine der besten Erfindungen der Forengeschichte...

Antworten