Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

michalzi
Beiträge: 24
Registriert: So 15. Jul 2018, 21:31
Wohnort: Wartjenstedt
Kontaktdaten:
Germany

Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von michalzi » Mo 16. Jul 2018, 18:01

Hallo,
ich bin neu hier und brauche vielleicht Eure Hilfe :hi:

Vor ein paar Tagen habe ich es erfolgreich geschafft, eine 1956er Deckel FP1 mit Spindelschaden zu einem ordentlichen (hohen) Preis zu kaufen :wall:

Die Maschine musste mit einem Kran aus der alten Lehrlingswerkstatt im 1.OG nach unten befördert werden. Deshalb war sie bereits vom Strom abgeklemmt, als ich sie besichtigen konnte. Natürlich ein Risiko, war mir bewusst, hatte ich beim Verkäufer auch angesprochen, es wurde mir aber zugesichert, dass die Maschine und auch die Frässpindel einwandfrei in Schuss sei. Aber wie es im Leben nun mal so ist, ist sie das natpürlich nicht und nun will man sich an diese Absprache nicht mehr erinnern. :hae: Mein Problem: das obere Spindellager (also das, das das Kegelrad hält) ist komplett defekt.
IMG_2627.JPG
Hier im Bild das ausgebaute und auseinander gesägte Lager. Ich denke, wir sind uns einig, dass hier auch mit dem tollsten Lagerfett an der einen Lauffläche nichts mehr zu retten ist. Also: kein Problem, einfach "Lager austauschen", dachte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn. :andiearbeit:

Ähnlich wie bei Jonny311, sind in meinem Fräskopf allerdings dort keine 6808 Standardlager, sondern "UKF K40" Spindellager eingebaut. Vermutlich sind die sogar noch hochwertiger als die 6808er- allerdings mit 67x40x18 kein Normmaß und damit auch nicht aus dem Katalog heraus erhältlich. Das "Gute": immerhin habe ich tatsächlich von der freundlichen Firma "UKF" aus Berlin heute ein Angebot für zwei (sogar gepaarte) neue K40 Lager erhalten- allerdings (das Schlechte)- zu einem Paarpreis von etwa 750Euro. Ich möchte die Preisgestaltung nicht kritisieren, immerhin kann ich froh sein, dass ich die Lager wenigstens bekäme, wenn ich denn wollte- allein dafür bin ich schon dankbar- allerdings suche ich nun nach einer etwas "hobbykassenfreundlicheren" Alternative.

Jonny311 berichtete mit in der PN, dass er sich den gesamten Fräskopf von 67mm auf (heute übliche) 68mm hat aufspindeln lassen und daher nun 6808 40x68x15 Standardlager verwenden konnte (in Verbindung mit ein paar Abstandsscheiben; die gibt's als Stützscheiben sogar in der passenden Dicke von 3mm fertig zu kaufen).

Meine Frage wäre: wie sind Eure Erfahrungen mit diesem Umbau? Bedeutet das einen großen Wertverlust für die Fräse? Oder sogar einen Zugewinn (weil nun Standardlager)? Sind die 6808er auch für den Einsatz geeignet? Die alten UKF K40 hatten ja eine Spindelschulter und konnten in eine Richtung sogar auch axiale Kräfte aufnehmen. Müssen sie das aber überhaupt oder was das "Overdesign" von Deckel? In einer anderen Version des Fräskopfes finde ich auch tatsächlich die SKF 6808 in CO2 (=geringe Lagerluft?) in der Deckel-Zeichnung wie bei Jonny311!

Was meint ihr? Machen?
Habt Ihr eine Idee, wer mir den Kopf ausspindeln könnte und was das kostet? Vor allen Dingen- in der benötigten Genauigkeit! (will ja am Ende keine eiernde Fräse haben) :muahaha:

Marc

P.S.: der Kopf hat trotz der UKF K40-Lager im unteren Teil Nadellager und die scheinen mir auch noch prima in Schuss zu sein! Daher lohnt es sich wohl, den Kopf noch zu "retten"...
Dateianhänge
IMG_2545.JPG
IMG_2565.JPG

Drehmaschine: Myford Super7 // Fräse: Deckel FP1 (im Aufbau)
Sägen: Berg&Schmidt, Flottjet, Metabo TKU1693 // Bohren: Flott SB M3, Genko TB6
Schweißen: Elektra Beckum MIG 160A // Metallhobel: Union Werke (Typ unbek., 27cm)

FriesenSpan
Beiträge: 5147
Registriert: Mi 22. Aug 2012, 10:56
Wohnort: Friesland

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von FriesenSpan » Mo 16. Jul 2018, 18:22

So sieht Das aus, wenn´s ernst wird:
Fräskopf.jpg
Ob die Geschichte erfolgreich war, musst Du Jonny fragen.
Auch das beste Werkzeug kann mangelndes Know-How nicht ersetzen.

Benutzeravatar
eXact Modellbau
Beiträge: 6896
Registriert: Mi 17. Aug 2011, 08:04
Wohnort: Bad Doberan (Mecklenburg)
Kontaktdaten:
Germany

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von eXact Modellbau » Mo 16. Jul 2018, 18:31

Wertverlust? Was ist die Maschine denn jetzt wert? Warum soll ein neues Spiel Lage den Wert vermindern?

Kriegt man einen Lager nicht auch auseinander, wenn man es nicht zersägt? Es ist ja auch montiert worden.
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

www.die-minilok.de

elmech
Beiträge: 1638
Registriert: So 13. Aug 2017, 17:14
Wohnort: Mitteland Aarau/Olten
Switzerland

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von elmech » Mo 16. Jul 2018, 19:06

Hallo Marc. die Nadellagerspindel gab es ab 1954 und sie hatte aber die Klemmung noch höher, mit dem Vierkant Zapfen! Da waren aber schon, für die Spiralkegelräder, die heutigen Normlager verbaut! Hast Du noch den alten Kopf mit den zwei M12 Muttern vorne, hat da mal Deckel eine neue Spindel mit Pinole und Lagern eingebaut? Diesen Kopf, gab es orginal, nur mit Gleitlager! Später wurden dann die Köpfe nicht mehr revidiert, sondern nur noch komplett neu, angeboten! Ich sehe Dein Problem und hast Du sicher, die Möglichkeit genau nachzuarbeiten? Sonst wären die sauteueren Lager wohl besser? Auch eine Nacharbeit beim Spezialisten, wäre eine Möglichkeit? Sei Dir einfach bewusst, die Kopflagerung ist im Moment das Herz deiner FP1! Die Horizontalspindel braucht die gleiche Pflege, tut mir leid, wie alt ist die Maschine? Bitte Real bleiben, auch eine Deckel läuft nicht 50 Jahre im Neuzustand! Da würde ich sagen, nach 20 Jahren bei mässiger Pflege, in den Hobbykeller! Nach längerer Zeit, dann einfach die Finger und Gedanken, davon lassen!!! Ob Deckel oder Schaublin, keine lebt ewig! Freundliche Grüsse Andi.( Ehemaliger FP1 Besitzer, Jg 53, mit allem Zubehör und mit viel Liebe revidiert...)

DeckelMensch
Beiträge: 118
Registriert: Sa 21. Okt 2017, 20:18

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von DeckelMensch » Mo 16. Jul 2018, 20:41

68mm Lager auf der Rundschleifmaschine auf 67mm abschleifen?
Würde mir weniger Angst machen, als den Spindelkopf auszuspindeln.
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC-135; Deckel FP4-NC/Dialog11; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; alte Durch-Ständerbohrmaschine; diverses Messgerät (Elektronik)

michalzi
Beiträge: 24
Registriert: So 15. Jul 2018, 21:31
Wohnort: Wartjenstedt
Kontaktdaten:
Germany

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von michalzi » Mo 16. Jul 2018, 22:10

eXact Modellbau hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 18:31
Wertverlust? Was ist die Maschine denn jetzt wert? Warum soll ein neues Spiel Lage den Wert vermindern?

Kriegt man einen Lager nicht auch auseinander, wenn man es nicht zersägt? Es ist ja auch montiert worden.
Keine Ahnung, aber ohne den inneren Aufbau zu kennen, wüsste ich nicht, wie. Mein letztes Lager hab ich mit ner Hydraulikpresse gewaltsam geöffnet- daraus habe ich gelernt! Das Lager zerbrach explosionsartig, mein Druckstück unter dem Stempel der Presse habe ich erst nach 2 Tagen Suchen im anderen Winkel der Garage wiedergefunden, so weit isses geflogen. Nicht auzudenken, wenn man sowas in vollen Flug ins Auge kriegt...

Zum Wertverlust:
ich bastele privat auch an alten, originalen Hammondorgeln. Die haben so einen Kultstatus, dass sie sofort an Wert verlieren, wenn irgendein Detail nicht original ist- auch wenn es „original“ technisch sogar schlechter ist- das ist den Liebhabern egal! Ich habe verstanden, dass das mit den Deckel‘s auch ähnlich ist (nicht anders erklärbare Liebhaberpreise). Daher meine naive Frage....

Drehmaschine: Myford Super7 // Fräse: Deckel FP1 (im Aufbau)
Sägen: Berg&Schmidt, Flottjet, Metabo TKU1693 // Bohren: Flott SB M3, Genko TB6
Schweißen: Elektra Beckum MIG 160A // Metallhobel: Union Werke (Typ unbek., 27cm)

michalzi
Beiträge: 24
Registriert: So 15. Jul 2018, 21:31
Wohnort: Wartjenstedt
Kontaktdaten:
Germany

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von michalzi » Mo 16. Jul 2018, 22:12

DeckelMensch hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 20:41
68mm Lager auf der Rundschleifmaschine auf 67mm abschleifen?
Würde mir weniger Angst machen, als den Spindelkopf auszuspindeln.
Der Gedanke kam mir auch schon. Aber ist denn an einem 6808er Lager standardmäßig so viel „Fleisch“, dass man es durch das Abschleifen nicht zu sehr am Rücken schwächt?

Drehmaschine: Myford Super7 // Fräse: Deckel FP1 (im Aufbau)
Sägen: Berg&Schmidt, Flottjet, Metabo TKU1693 // Bohren: Flott SB M3, Genko TB6
Schweißen: Elektra Beckum MIG 160A // Metallhobel: Union Werke (Typ unbek., 27cm)

Benutzeravatar
eXact Modellbau
Beiträge: 6896
Registriert: Mi 17. Aug 2011, 08:04
Wohnort: Bad Doberan (Mecklenburg)
Kontaktdaten:
Germany

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von eXact Modellbau » Mo 16. Jul 2018, 22:19

Normalerweise wird der Käfig entfernt, alle Kugeln auf eine Seite, und der Innenring fällt heraus.
Gruß
Larry

Nehmen und geben! Es ist nicht der Sinn eines Forums, Informationen per PN auszutauschen!

www.die-minilok.de

DeckelMensch
Beiträge: 118
Registriert: Sa 21. Okt 2017, 20:18

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von DeckelMensch » Mo 16. Jul 2018, 23:03

michalzi hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 22:12
DeckelMensch hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 20:41
68mm Lager auf der Rundschleifmaschine auf 67mm abschleifen?
Würde mir weniger Angst machen, als den Spindelkopf auszuspindeln.
Der Gedanke kam mir auch schon. Aber ist denn an einem 6808er Lager standardmäßig so viel „Fleisch“, dass man es durch das Abschleifen nicht zu sehr am Rücken schwächt?
Keine Ahnung, aber 1/2mm weniger Wandstärke sollte so gefühlsmässig keinen grossen Unterschied machen. Die Lager in der Grösse, welche ich schon so zerlegt habe, hatten meistens einige mm Wandstärke in den Laufringen.
Wie dick sind denn die Laufringe im UKF K40 (sind doch schon zerstückelt, da kann man einfach messen)? Würde mich daran orientieren und falls die 6808er Lager günstig zu haben sind, einfach mal ausprobieren. Besser als den Spindelkopf zu verspindeln ;-)
Aktuell funktionsfähiges Equipment:
Maho 700P/TNC-135; Deckel FP4-NC/Dialog11; VonRoll SH-400 Schnellhobler; schrottige Chinadrehe; Aciera 6TF1; 2TF1; alte Durch-Ständerbohrmaschine; diverses Messgerät (Elektronik)

Khan
Beiträge: 1173
Registriert: Mo 28. Mär 2011, 20:41
Tokelau

Re: Deckel FP1 - oberes Spindellager UKF K40 ersetzen?

Beitrag von Khan » Mo 16. Jul 2018, 23:08

Hallo Larry,
eXact Modellbau hat geschrieben:
Mo 16. Jul 2018, 22:19
Normalerweise wird der Käfig entfernt, alle Kugeln auf eine Seite, und der Innenring fällt heraus.
Und bei Massivkäfigen?

Bei manchen Kugellagern wird soweit ich weiß, der Lageraußenring aufgeschrumpft - geht natürlich nur da, wo mindestens einseitig die Schulter nur minimal hoch ist (zB. Schrägkugellager).
Kann mich da aber auch irren, ich habe zumindest irgendwo mal ein Lagermontage Video gesehen, da sah das stark nach Schrumpfen aus.

Gruß,
Martin
I have come here to chew bubblegum and kick ass...and I'm all out of bubble gum John Nada - They Live

Antworten