Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Don_Karlos
Beiträge: 33
Registriert: Mi 10. Aug 2016, 18:36

Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Don_Karlos » So 20. Nov 2016, 18:43

Hi,
jetzt steht sie in meiner Werkstatt! Ich habe eine Macmon M100E erworben, die in erbärmlichem Zustand in einer Lagerhalle unter einer Plane auf ihre Verschrottung gewartet hat. Nun habe ich sie vom Dreck und Unrat oberflächlich befreit und es kommt ein Maschinchen zum Vorschein, welches in der Lehrlingsausbildung der MTU-Friedrichshafen beim Daimler eingesetzt war :-) Natürlich lies sich nichts mehr bewegen! Alles verharzt. Sogar das Getriebe war komplett fest und erst massiver Einsatz von Industriereiniger hat es wieder gängig werden lassen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, haben alle Oberflächen Flugrost (natürlich nur die ohne Harzkruste:-)). Aber der erste Schritt war mal die Maschine in Gang zu bringen. Die 3D Anzeige hat nicht funktioniert, da die Pufferbatterie natürlich auch platt war. Ich habe eine neue eingelötet und nach Anleitung einen Reset durchgeführt- und sie geht wieder. Dann die Ölpresse ausgepackt und mit Geduld und Spucke ans abschmieren gemacht. Nachdem die Maschine halbwegs gängig war und leicht mit der Hand verfahrbar war habe ich mich an die elektrische Wiederinbetriebnahme gemacht. Schaltschrank sah gut aus! Also ran ans Netz und siehe da, die Maschine lies sich zum Leben erwecken! In Stufe 1 alles erfolgreich durchgeschaltet und dann die Stufe 2 probiert. Und das hat sich sehr schlecht angehört. Wie ein defektes Getriebe. Also alles nochmal geöffnet und überprüft und nichts zu finden. Bis ich festgestellt habe, daß die innere "Reibung" wegen der Verharzungen wohl für den Motor im Anlauf zu viel war und (ich bin elektrischer Laie, also nicht meckern, wenn ich das falsch erkläre) es zum "überdrehen des Feldes kam. Nachdem ich das Getriebe nochmal gründlich entharzt habe läuft der Motor sauber an und das Geklackere und Gezucke ist vorüber! Die Faltenbälge der X- und Y-Achse sind nicht vorhanden bzw. durchgeweicht und hängen runter. Mal sehen, wo ich neue herbekomme. Das irrste an der ganzen Sache ist natürlich neben der Maschine der Schraubstock!! Wie man sowas so achtlos unter die Plane schmeissen kann....
Jetzt wo sie läuft werde ich anfangen die Achsen zu demontieren, die Kühlschmierstoffpumpe (komplett gefüllt stehen lassen:-( Alles fest) ausbauen und eine echte Grundreinigung durchzuführen. Ich werde abundzu berichten:-)
Danke für eure Unterstützung
Kalle
Dateianhänge
IMG_5879.jpg
IMG_5880.jpg
IMG_5881.jpg
IMG_5882.jpg
IMG_5883.jpg
IMG_5884.jpg
IMG_5885.jpg
IMG_5886.jpg
IMG_5887.jpg
Typenschild M100E.jpg

mechanikus
Beiträge: 150
Registriert: Fr 27. Mär 2015, 12:22
Germany

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von mechanikus » So 20. Nov 2016, 20:19

Hallo Don Karlos,

hast du die Betriebsanleitung zu deiner Maschine? Wenn nicht, ich habe eine.

Mit dem verharzen von Maschinenteilen ist das so eine Sache, denn meist sind davon auch Ölbohrungen/-kanäle betroffen, an die du nur heran kommst, indem du die Maschinenteile demontierst. Dann mit Pressluft die Ölbohrungen usw. freiblasen.

Den Schraubstock allerdings würde ich persönlich in der Bucht verkaufen und je nach Erlös ein bis zwei kleinere Schraubstöcke kaufen. Denn der jetzige ist ein wenig überdimensioniert und nimmt viel von der Z-Höhe weg.

Gruß
Walter

Eisenmichel
Beiträge: 1341
Registriert: Mi 13. Mär 2013, 18:04
Wohnort: Stuttgart

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Eisenmichel » So 20. Nov 2016, 20:45

Hallo Kalle,

gratuliere, schöne Maschine.
Bevor Du das teurwe WD40 draufbläst , hol doch Petroleum und Pinselreiniger im Litergebinde.
Alles metall mit Pinselreiniger einpinseln, das löst die Verharzungen. Alles Andere mit Petroleum einstreichen und einwirken lassen. Ganz harte Stellen, wie Tisch usw. mit Backofenspray einsprühen, trocken abwischen und dann auch mit Petroleum .

Gruss Micha
Einiges an Maschinen im Keller
Meine kleinen Spielzeuge in Youtube
https://www.youtube.com/channel/UCA2c86 ... erNxR2C4WA

becki
Beiträge: 458
Registriert: Sa 8. Nov 2014, 20:28

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von becki » So 20. Nov 2016, 21:47

Das scheint doch ein guter Fang gewesen zu sein. Viel Spaß mit der kleinen.
Drehmaschine: Stanko 163
Stanko 1A616
Stanko 16У04П
Fräsmaschine: WMW Ruhla FUW 315/3
Anayak Panak FU 205 FV4

Benutzeravatar
Flensburger
Beiträge: 219
Registriert: Mi 29. Dez 2010, 18:29
Denmark

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Flensburger » So 27. Nov 2016, 19:09

... und beachte die "Kammer des Schreckens", ein Ölreservoir für die X-Achse.
Ist wie der Name schon sagt eigentlich mit Öl gefüllt, von dort gehen mehere Dochte ab. Wenn dort wie leider oft geschehen, Fett eingefüllt wurde oder die Dochte erstmal richtig trocken waren, kommt an der entscheidenden Stellen kein Öl an.
Schau mal hier:
http://forum.zerspanungsbude.net/viewto ... on#p242685
Gruß
Lars

Don_Karlos
Beiträge: 33
Registriert: Mi 10. Aug 2016, 18:36

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Don_Karlos » Mi 14. Nov 2018, 17:35

Hi,
nach langer Zeit und gelegentlicher Nutzung ist mir der verharzte Spindelkopf jetzt so auf den Keks gegangen, dass ich angefangen habe mein Fettopfer zu operieren:-) Alles wie erwartet voller altem Fett und Harz. Die Trapezspindel der y-Achse hab ich mitsamt Mutter und Handrad dabei gleich mit demontiert. Nach Reinigung der Komponenten und Lager laeuft das schon ganz gut. Die Axialscheiben der Nadellager haben leichte Schatten der Nadeln auf der Laufflaeche. Macht eigentlich nix aus, aber ich frage mich- und euch- ob ich die einfach umdrehe. Die haben glaube ich keine definierte Lage und die jeweiligen Rueckseiten sind jungfraeulich. Natuerlich hat es den Dichtkasten um die Zahnradwelle entschärft. An beiden Enden wurde er „freigefraest“ und die Filzstreifen haben eine Zustand der Zersetzung angenommen. Wie sollte ich den Bereich instandsetzen? Habt ihr die Ersatzteilnummern parat oder einen preiswerten Reparaturtip? Ich wuerde mich ueber eine Hinweis freuen. Die Laufbahnen sehen super aus. Die Keilleiste ebenfalls. Ich ziehe das jetzt durch und werde jeweils berichten.
Dateianhänge
7B4CAFCB-5CDD-41FD-B636-14DA10DDC9BE.jpeg
17175632-C29A-48F6-857D-A683BC4FA454.jpeg
16CD24CC-5123-4F10-9140-3D154EFBA23F.jpeg
8753B2CC-266E-4CCA-B14F-AA339933255A.jpeg
E9E349D6-38B6-467C-A95F-A3D31599A805.jpeg
9F1AAAA4-7E2B-4A71-B36D-9F1C76B1C0FE.jpeg
D801EEDA-BFA9-4EB3-8879-019B590B1394.jpeg
ACDB9E6F-BFCD-4A9C-B0DD-FD3DE5E4C5DA.jpeg
6E26D293-BC61-41A6-8E21-C7114B835101.jpeg

Don_Karlos
Beiträge: 33
Registriert: Mi 10. Aug 2016, 18:36

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Don_Karlos » Do 15. Nov 2018, 12:53

Bißchen geputzt... Vieles, was ich fuer Flugrost gehalten habe, ist auch verharztes Oel! Mit feinem Schleifflies werden die Sichtflaechen wieder ganz ordentlich. Unten ein Bild nach dem putzen und eins davor......
Den Alurahmen mit den defekten Filzdichtstreifen habe ich demontiert und in Petroleum eingelegt. Der ist gar nicht so kaputt, wie ich dachte. Gibt es die Dichtstreifen evtl. auch einzeln?
Dateianhänge
62B57D5F-F829-4917-84F5-ABB529C0D0FD.jpeg
5492D5BD-1822-45B2-B5A2-F0D27359BCD4.jpeg

Don_Karlos
Beiträge: 33
Registriert: Mi 10. Aug 2016, 18:36

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Don_Karlos » Do 15. Nov 2018, 18:23

Und weiter in die Innereien vorgestoßen. Das Schaltrad ging immer nach einiger Zeit der Nichtbenutzung sehr schwer oder gar nicht mehr. Auch im Getriebe das gleiche Bild von verharztem Öl. Dadurch verkleben die verschiebbaren Getrieberaeder so auf den Wellen, dass mit dem Schaltrad die notwendigen Schaltkraefte nicht mehr aufgebracht werden koennen. Putzen putzen putzen. Beim Oeffnen des linken Getriebedeckels ist mir das Schauglas in zwei Teilen entgegen gekommen. Mal sehen, womit ich das ersetzen kann.
Dateianhänge
2E62F85C-BCD4-45DA-A910-A5CE07196A83.jpeg
23600CCD-C2FE-432F-A9BF-13CD5190B955.jpeg
8CB404CA-19A1-4766-AFA6-87E9E1B3FE34.jpeg

Don_Karlos
Beiträge: 33
Registriert: Mi 10. Aug 2016, 18:36

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Don_Karlos » Fr 16. Nov 2018, 15:02

Nun habe ich den Spindelkopf getrennt. Auch alles verklebt. Die Dochte in den Oelkammern der Horizontalspindel sind geteert und gefedert:-) Alles was da dunkelbraun ist hat die Konsistenz von Caramel! Wie soll ich das bloss reinigen? Was haltet ihr von Dampfstrahlen mit Korrosionsschutz? Danach gleich trocken blasen und mit Kriechoel und Spiritus das Wasser rausziehen? Ich bitte um Ratschlaege!
Danke
Dateianhänge
A0413F48-AB28-4964-AC38-1A281DE037AB.jpeg
83117F03-CD29-4ABF-B6AD-CBCAF805CF2E.jpeg
39C9C7BA-32F6-4908-81ED-766DBB13AABD.jpeg
8B4B49B0-9CDF-4445-8F39-3EA8B048F8B1.jpeg
6DC7DF97-AB3B-476A-811C-870C21DE749E.jpeg
32D21220-AC17-4E98-A65D-61817467CD5A.jpeg
3C4E92FE-209F-4ECC-BEF2-7038427A9530.jpeg

Benutzeravatar
Stolle1989
Beiträge: 1040
Registriert: Mo 6. Mär 2017, 09:56

Re: Kurze Vorstellung meiner Macmon M100E 1996

Beitrag von Stolle1989 » Fr 16. Nov 2018, 15:22

Dochte im Y Kopf und Support habe ich alle neu gezogen(100 % Baumwolldochte). Sämtliche Filzabstreifer habe ich mir selber aus 3 oder 4mm technischem Filz geschnitten und die zerrammelten Auffangbleche auf dem Alurahnen neu gekantet.
Dateianhänge
IMG_20180330_140808.jpg
Viele Grüße aus der Braunschweiger Ecke
Lennart

Drehmaschine: Kart EMU 250 + Emco Compact 5
Fräsmaschine: Macmon M100C + Rong Fu 45 oder so
Sägen: MBS115

Antworten