SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

atö
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SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von atö » So 1. Sep 2019, 20:37

... oder ist es eine Art „Glaubensfrage“?

Hallo zusammen. Ich bitte um Unterstützung.

Ich bin (wie bei meiner Vorstellung bereits geschrieben) Anfänger im Bereich Zerspanung, möchte mir aber nun doch zeitnah eine kleine Bohr-Fräsmaschine kaufen. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich vielleicht blöde Fragen stelle, ungenau oder falsch formuliere. Ich gebe mir wirklich Mühe, habe hier und anderswo schon viel gelesen ...

Für eine Industriemaschine habe ich keinen Platz. Es geht daher um die Entscheidung zwischen Kami FKM 350 PD mit SK40 und Optimum MB4. Genauer gesagt um die Entscheidung zwischen SK40 und MK4. Ansonsten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Maschinen nahezu identisch sind und Stürmer mit der Optimum wohl einen kleinen Vorteil in der Verarbeitungsqualität und im Kundenservice hat(te). Ist das immernoch so? Eigentlich tendiere ich etwas zur MB4, will aber nichts aus Unwissenheit übersehen. Zur persönlichen Besichtigung der Maschinen hatte ich bisher leider keine Möglichkeit.

Geplantes Anwendungsgebiet der Maschine:
Ich werde zunächst vorwiegend mit Stahl (u.a.a. 1.7225+QT, 1.2080, 1.2379 u.ä.) arbeiten. Ich habe noch keine Fräser/Sonderwerkzeuge und benötige die Maschine zum Bohren (hptsl. 5-12mm hin und wieder bis 20mm), Senken, Gewindebohren (vorwiegend M8-M12), Ausdrehen von Lagersitzen, Planfräsen, Radien und Schlitze fräsen, Nuten einstechen usw.

Aus den verschiedenen Forumsbeiträgen lese ich, dass es für SK40 (weil heutiger Industriestandard) neben mehr neuen Werkzeugen auch mehr und günstigere gebrauchte Werkzeuge gibt. Das wäre für mich als Hobbyist sehr attraktiv ich kann die Behauptung allerdings (noch) nicht ganz nachvollziehen. Direktspannzangen sind z.b. für MK seeehr viel günstiger.

Auf der Kami mit M16 Anzugsstange wären m.W. SK 40 DIN 2080 und ISO 7388-1 (DIN 69871) verwendbar (geringfügige Anpassung der Mitnehmersteine für DIN 69871 wären notwendig). Der Löwenanteil der gebrauchten SK40 Werkzeuge sind nach meiner Beobachtung (momentan) aber Deckel SK40 mit S20x2 Außengewinde (ist mir u.a. bei der Suche nach Werkzeugen z.B. Wohlhaupter aufgefallen) und nicht SK40 mit M16. Und wenn ich es richtig verstanden habe, sind weder Spindel/Pinole der Kami noch Steilkegel ohne Weiteres so anzupassen, dass Deckel SK40 auf der Kami zu verwenden wäre. Hmmm. Die Werkzeugverfügbarkeit ist doch eigentlich immer ein Hauptargument für SK!?

Was ich sonst noch (glaube) verstanden zu haben:
Bei SK40 ist der Werkzeugwechsel leichter/eleganter, dafür baut der ältere Standard MK4 nicht ganz so hoch, ich hätte also etwas mehr Platz in „Z“, richtig? SK40 soll gegenüber MK4 -wenn ich mich recht erinnere- stabiler beim Fräsen sein, aber ist das beim Vergleich dieser gleichschweren Maschinen wirklich ein Faktor? 320kg sind 320 kg und dass Maschinen dieser Gewichtsklasse an sich nicht wahnsinnig steif sind, ist bekannt. Ist die höhere Stabilität des SK nicht also erst ab deutlich höherem Maschinengewicht relevant?

SK40 oder MK4? Was sind die schlagenden Argumente? Wenn jemand Lust hat weiteren Input zu geben ... Ich würde mich sehr freuen. Vielen Dank im Voraus.

Beste Grüße
Andreas

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Stormlord
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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von Stormlord » So 1. Sep 2019, 22:12

Aus Erfahrung SK 40, DIN 2080, nix anderes, hin und her und alles andere bringt es nicht.

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elmech
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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von elmech » So 1. Sep 2019, 22:13

Hallo. SK 40 ist die bessere Wahl! Die Aufnahmen sind einfach vielfältiger und bei grossem Durchmesser auch kürzer in der Bohrung! MK 4 ist bei einer Fräsmaschine Nostalgie und Museum! Das lösen und wechseln von SK40 ist einfacher und braucht weniger Austreibkraft bei gleich gutem Rundlauf! Geht ein MK 4 Dorn bei kalten Umgebungstemperaturen, in eine warme Spindel, gibt das eine Schrumpfverbindung ! Spindelausbau und Hydraulische Presse ist dann angesagt! Dazu sind die Werkzeugaufnahmen teuer und haben nach DIN Normen, auch keinen Mitnehmer am Konus! Bohrmaschine, ist OK , Fräsmaschine nicht! Freundliche Grüsse Andi

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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von ferze001 » So 1. Sep 2019, 22:22

natürlich SK, gar keine frage nicht.
heisst aber dann auch nicht, dass MK keine berechtigung mehr hätte. die selbsthemmung ist bei bohrspindeln und reitstöcken immer noch ungeschlagen, da bei weitem weniger aufwendig und demnach billiger.

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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von Steinbruchsoldat » So 1. Sep 2019, 22:23

elmech hat geschrieben:
So 1. Sep 2019, 22:13
Geht ein MK 4 Dorn bei kalten Umgebungstemperaturen, in eine warme Spindel, gibt das eine Schrumpfverbindung ! Spindelausbau und Hydraulische Presse ist dann angesagt!
Hör doch endlich auf diesen Blödsinn zu verbreiten. :wall: :aufsmaul:

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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von ferze001 » So 1. Sep 2019, 22:26

atö hat geschrieben:
So 1. Sep 2019, 20:37
.
Ich werde zunächst vorwiegend mit Stahl 1.2080, 1.2379 u.ä.) arbeiten.
woher bekommt man denn heutzutage noch 2080? :o

elmech
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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von elmech » So 1. Sep 2019, 22:34

Da habe ich andere Erfahrungen gemacht, Deckel FP 1 MK 4 mit Gleitlagerköpfen! Und obwohl angewärmt, danach wieder auf die Presse! Die Betriebsanleitung erwähnt das Thema ausdrücklich! Gespannt wurde ein passender, sauberer Konus! Freundliche Grüsse Andi

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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von FP91 » So 1. Sep 2019, 22:37

Wenn's geht SK40. Die Aufnahmen sind einfacher und viel günstiger zu kriegen. Außerdem angenehmer zu wechseln.

Für MK4 spricht höchstens die theoretisch größere Bauhöhe und damit weniger walken in der Aufnahme. Aber das ist höchstens graue Theorie wenn nicht nur Mutmaßungen.

Andis Beitrag ist aber nicht ganz von der Hand zu weisen. Ich habe bei der Instandsetzung meiner Perrin eine Spannzangenaufnahme (nur halber MK!) mit über 30t auspressen müssen. War aber wohl auch einige Jahre drinnen.

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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von Schaubliner » So 1. Sep 2019, 22:39

Hallo Andreas,

ist keine "Glaubensfrage" sondern Tatsache. SK40 ist insgesammt besser!! Hat seine Gründe warum inzwischen die Standardaufnahme.
In sich stabiler, leichter zu wechseln, viel häufiger und billiger zu erwerben da inzwischen massenhaft produziert.
Habe schon mehrfach heftigen Aufwand treiben müssen, weil ein MK-Werkzeug zB lange in der Spindel war, Passungsrost bekam
und nur mit Gewalt zu lösen war.
Habe inzwischen alle MK Maschinen und Werkzeuge abgeschafft!
Nebenbei habe ich einen MK3 Bohrer in einer MK4 Hülse. Selbst mit meiner 50t Presse hab ich es bisher nicht geschafft, den Bohrer aus der MK4 Hülse zu pressen.
Werde die Hülse spalten müssen um den Bohrer wieder verwenden zu können.

Gruß
Hans

elmech
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Re: SK40 vs. MK4 was sind die „schlagenden“ Argumente

Beitrag von elmech » So 1. Sep 2019, 23:03

Ja, die MK Aufnahmen wurde genau aus dem Grund auch durch die Kurzkegel Konusse ersetzt! Ist eben schon ein Unterschied, ob Bohrer in die Bohrspindel, oder Fräser, eingezogen mit M12 Gewindestange, in eine gut Handwarme, Frässpindel! Ich hatte diese Probleme im Winter , die Dorne an der kalten Aussenwand und die Maschine mit ihrer Eigenerwärmung, in der warmen Werkstatt. Umgekehrt hat der undefinierte Nullpunkt, nach dem Einzug in die SK 40 Spindeln, auch wieder zu neuen Spannsystemen geführt! Freundliche Grüsse Andi

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