Welche Fräser - Bitte um Tips

servuskaiser
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Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von servuskaiser » Do 7. Feb 2019, 20:18

Hallo,

nach langer Sucherei und unter freundllicher und dankenswerter Beteiligung der hiesigen Experten, habe heute endlich eine Fräsmaschine (HBM 45) bestellt. Es wird also Ernst.

Also brauch ich ein paar Fräser, nur was? Ich will mit EN AW-5083 meine ersten Schritte machen, also sollten es unbeschichtete HSS Fräser werden, sofern ich das richtig verstanden habe.

Das Bauteil, das ich als erstes Produktivteil machen will, sieht in etwa so aus:
fräsen.jpg
fräsen.jpg (26.65 KiB) 1085 mal betrachtet
Das ist nicht massstabsgetreu und hat nicht alle Details (ich hab noch keine gute Software zum Zeichnen). Ist ca. 40 x 20 x 100mm die Nut ist 10mm breit und ist 40mm lang, die Bohrung hat 8mm durchgehend und 14mm oben 5mm tief. 1mm-Fasen rundherum wären auch nicht schlecht.

Ich will jetzt nicht Millionen in sündteure Fräser investieren, am liebsten wäre mir ein Satz in verschiedenen Größen mit dem ich ein bisserl Spielen kann. Das Ausgangsmaterial ist gesägt.

Also, was brauche ich für das Teil?

Bei Paulimot gibt es einen Satz aber die sind alle zu kurz (sofern ich mir die Sache überhaupt richtig vorstelle).

Bin dankbar für alle Tips!

Mit freundlichen Grüßen
Markus

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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von R2S5V0 » Do 7. Feb 2019, 21:03

Ich würde hss 4 Schneider empfehlen. Die gehen auch in Stahl. 6 bis 16 mm. da kommst gut voran. In der selben Größe noch paar schruppfräser mit ferner zahnung. Das benutze ich zu 70 % auf meiner Thiel. Der Rest kommt von allein. Ich hab mal gut bestellt bei meinem Händler. Gut 250 Euro für 16 Stück. Ich hab erst 3 benutzt und fräse viel.

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HanomagOWL
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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von HanomagOWL » Do 7. Feb 2019, 21:14

Da du vermutlich nicht gerne mit Kühlung arbeiten wirst (ist die dabei?) würde ich ein paar VHM Fräser kaufen.
HSS ist ohne Kühlung schnell stumpf.
Ich habe ein paar Holex VHM aus der Bucht als Restposten (aber neu) für 10 - 20€/St erstanden.
5,6,10,12, max 16mm sind für die Maschinengröße brauchbar. Nicht direkt übertreiben und vielleicht mal 2 Stück bestellen und im Gegensatz zu HSS testen.

Gruß
Fabian

Meistertruck
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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von Meistertruck » Do 7. Feb 2019, 22:01

Ich weiss nicht warum ihr einem Einsteiger immer direkt auf die sündhaft teuren VHM los lassen wollt. Diese Fräser sind sehr empfindlich gegen Vibration und die warscheinlichkeit diese zu killen sehr groß, da man schon ein Gefühl für Aufspannung, Zustellung Schnittgeschwindigkeit etc. haben sollte.

Für Alu kann ich Dir diese
empfehlen, da ist die Gefahr der Aufbauschneide nicht so groß.
Für Stahl würde ich auch mit HSS oder schau mal in der Bucht nach Hardal Fräsern, die haben auch schon recht gute Standzeiten. Gibt es als Schrupp und Schlichtfräser

Für den Anfang würde ich auch noch nicht so lange Fräser nehmen Mit diesen habe ich auch gute Erfahrung gemacht.
Das wichtigste ist Vibrationen möglichst gering zu halten, dabei sind Werkstück Einspannung, Drehzahl, Vorschub, und Frässstrategie entscheidende Faktoren für die Du erst noch ein Gefühl entwickeln musst.
LG. Andreas

Versuch und Irrtum hat den höchsten Lernerfolg!!!
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servuskaiser
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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von servuskaiser » Do 7. Feb 2019, 23:07

Danke an @R2S5V0, @HanomagOWL, @Meistertruck für die Tips!

Zu den Holex-Fräsern hab' ich gleich eine (Anfänger-) Frage, die ich mir schon länger stelle: Kann man solche Fräser mit Spannzangen verwenden, oder braucht man eine spezielle Aufnahmen? Wenn Spannzange geht, wofür ist die "Einkerbung" im Schaft? Wenn spezielle Aufnahmen, welche und man braucht wahrscheinlich für jeden Schaftdurchmesser eigene?

Ich hab vor für den Start ein ER32 Spannzangenfutter zu kaufen, also alles was man da einspannen kann wäre machbar.

Mit freundlichen Grüßen
Markus

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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von Meistertruck » Fr 8. Feb 2019, 06:50

Die kannst du ganz in ganz normale Spannzangen spannen, musst nur bisschen aufpassen, wenn Du die Situationsbedingt mal länger einspannen musst, das es nicht genau in dieser Nut endet.

Sonst bei der Materialauswahl, gerade als Anfänger darauf achten, das Du gut zerspanbares Material verwendest, in Baumärkten gibt es gerade bei Alu fiese Sorten, wo die Aufbauschneide schon vorprogrammiert ist.Wilms Metall ist eine gute Adresse, da werden die Eigenschaften direkt beschrieben, liefern auch Kleinstmengen an Privat. Sind allerdings auch nicht die Günstigsten.

Werkstücke so steif (kurz) wie möglich einspannen, gerade dünne Werkstücke neigen schnell zur Vibration, dies muss zwingend so gering wie möglich gehalten werden, da es sich zum einen in Deinen Oberflächen wiederspiegelt und zum anderen den Verschleiss, Bruch Deines Fräsers begünstigt. Auch im Vorfeld überlegen in welcher Reihenfolge Du die einzelnen Bearbeitungsschritte (möglichst in einer Aufspannung, jedes umspannen und einmessen kostet Zeit und bringt Ungenauigkeiten rein) durchfürst. Als Maschienenschraubstock hat sich dieserSchraubstock ganz gutbewährt, der hat Niederzug und zudem Federn, die unten den Querbolzen immer in die Nut drücken. Für Deine Fräse wäre ein 70, oder 90 mm ganz gut.

Beim Fräsen auf die Geräusche achten, fängt es an zu quietschen, oder vibrieren, muss was verändert werden (Vorschub, Drehzahl, Einspannung, eventuell auch anderer Fräser.

Wahl des Fräsers
Je mehr Schneiden, desto stabiler und geringer die Belastung für die Fräse, hat aber auch den Nachteil das die Spannuten kleiner und somit die Spanabfuhr geringer ist. Bei weichen Materialien haben sich auf unseren Hobbymaschinen Zwei oder Dreischneider bewährt. Bei härteren Materialien Drei oder Vierschneider. Auch hier gilt es keine unnötig langen Fräser zu verwenden (je länger je größer die Vibrationsneigung). Es nützt Dir auch nichts wenn der Fräser Richtung Schaft noch scharf, aber unten schon stumpf ist, den kannst Du dann nur noch sehr eingeschränkt nutzen. Zum schruppen sind gekordelte Fräser ganz gut, da die Belastung für die Fräse nicht so groß ist. Vom Durchmesser würde ich mich erst mal so zwischen 6 bis max 12 mm bewegen. Auch hier gilt, je größer der Durchmesser, je größer die Belastung (Vibrationsneigung) für die Fräse. Spannzangenfutter würde ich so ER25, max ER32 nehmen.
LG. Andreas

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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von servuskaiser » Fr 8. Feb 2019, 08:46

Danke Andreas für die super Auflistung! Das ist sehr hilfreich!

Vielen Dank
Markus

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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von stefangtwr » Fr 8. Feb 2019, 08:52

Für allgemeines zum Thema Fräser, was es gibt und für was man sie benutzt, hab ich mal paar Zeilen getippt:
http://gtwr.de/german/fachartikel/fraes ... index.html

Auch: Schnittwerte usw.

gruß
Stefan
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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von servuskaiser » Fr 8. Feb 2019, 10:20

Hab ich schon mehrfach gelesen :), sehr interessant und lehrreich.

Falls das Thema noch weiterentwickelt wird: Für Anfänger wäre auch ein Absatz über die verschiedenen Methoden zum Einspannen von Fräsern interessant. Das ist meiner Meinung nach stark verwirrend. Was ist zb. eine Weldon Aufnahme, wann braucht man einen Fräsdorn, wann Mitnehmersteine. Blutiger Anfänger halt.

Mit freundlichen Grüßen
Markus

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Re: Welche Fräser - Bitte um Tips

Beitrag von JollyRoger » Fr 8. Feb 2019, 11:18

Generell würde ich unbeschichtete, zwei- bis dreischneidige Schlichtfräser und ggf. noch einen Schruppi wählen.

Für die Bohrung zum Senken bzw. zum Schlichten:
https://www.ebay.de/itm/KHSS-E-Bohrnute ... rk:31:pf:0

Dazu holst du dir diese Zweischneider
https://www.ebay.de/itm/10-Schaftraser- ... fresh=true

Ein ordentlicher Schruppi schadet nie
https://www.ebay.de/itm/Schaftfraser-Sc ... 238624c108

Die hier würd ich auch noch mitnehmen:
https://www.ebay.de/itm/2-Schaftraser-B ... fresh=true
https://www.ebay.de/itm/3x-Schaftfraser ... rk:24:pf:0

Ist alles Qualitätswerkzeug von einem Verkäufer wo ich auch selbst kaufe.

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