Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

DiscusT
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Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von DiscusT » Di 15. Jan 2019, 17:13

Hallo Männers,

nachdem ich hier schon so viele nützliche Infos bekommen habe, wollte ich euch etwas an meinem Problem teilhaben lassen. Vielleicht suchen andere Leute ja nach den selben Sachen. In den bestehenden Threads wurde das Thema nur angeschnitten.

Ich habe mir zu meiner Paulimot F205 damals für ca. 180 Doppelmark ein vorgefertigtes Set Anbaumessschieber von Westec mit externen Anzeigen gekauft. Das waren soweit ich mich erinere die alten ABM, die aktuell nicht mehr im Katalog sind. Inzwischen finde ich optisch baugleiche Modelle bei ebay aus China für einen Bruchteil des Westec-Preises. Die Chinamodelle sind meistens mit 0.06 mm Genauigkeit ausgewiesen, was bei den Westec damals angeblich besser hätte sein sollen (m.W. 0.02 oder besser, habe leider keine Unterlagen mehr dazu).

Die Schieber und die externen Anzeigen sind durch ein Male-Male Micro USB Kabel verbunden.

So sieht aktuell das Setup aus:
IMG_20190115_162917.jpg
Die Anzeigen haben anfangs gut funktioniert. Dann hat zuerst die y und jetzt die x Anzeige unregelmässige Sprünge gemacht.

Als es bei der y zuerst aufgetreten ist, habe ich hier gelesen und bei Westec angefragt. Resultat: Mögliche Störungen durch Späne. Also Messschieber abgebaut und kontrolliert. Beim Bewegen mit der Hand ist die Anzeige nicht mehr gesprungen, aber ich habe einen Mikro-Span rauspusten können. Innen im Gehäuse war sonst nichts. Also habe ich es auf die Späne geschoben und eine Bürstenabdeckung (Bodenleiste für Türen) eingebaut. Die funktioniert super, inzwischen sammeln sich die Späne oben und fallen dann nur noch langsam nach unten.
IMG_20190115_162927.jpg
Jetzt spinnt die y Anzeige aber wieder und inzwischen auch noch die x, obwohl die vollständig unter einem U-Profil verkapselt ist und keine Späne dran kommen sollten.
IMG_20190115_162945.jpg
Hier
viewtopic.php?t=13552
viewtopic.php?t=14011
habe ich dann weiter gelesen, dass es auch elektrische Störfelder sein könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die dünnen USB-Kabel von den Messschiebern genau neben dem Frequenzwandler für den Drehstrommotor verlegt gewesen. Also habe ich die Kabel komplett mit Kupfergeflecht ummantelt und jeweils 2 Ferrite draufgesetzt (ja, die bewirken wenig, wenn sie aussen drauf sind, aber sie klemmen den Kupfermantel fest am Kabel).

Hat aber auch nicht geholfen. Wenn ich jetzt in x den Anschlag nulle, 16 cm verfahre und zurückgehe, steht die Anzeige beim Nullpunkt auf über 20 mm. Bei der y Achse genauso, nur weniger (???).
Der Effekt tritt bei laufender und komplett stromloser Fräse auf. Ich habe das Gefühl, dass es auf beiden Schiebern jeweils nur an einer bestimmten Position passiert. Beim x-Schieber konnte ich das reproduzierbar bei ca. 10-12 cm erzeugen.

Was könnte das sein? HF-Felder machen bei stromloser Fräse ja keinen Sinn mehr. Späne an immer derselben Stelle sind auch eher unwahrscheinlich. Kann der Schieber selbst kaputt sein?

Wenn ich die Ursache beheben kann, wäre ich bereit, noch was zu machen. Aber ich habe keine Lust, unnötig Geld in schlechte Messschieber zu investieren. Könnt ihr ordentliche Schieber mit externer Anzeige empfehlen? Westec verkauft das Zeug ja anscheinend auch nur aus China weiter. Hier liest man ja oft PweTools in Verbindung mit Glasstäben.

Im Thread viewtopic.php?t=1790 zeigt UweT. beispielsweise eine Anzeige von "Positron" mit mir unbekannten Schiebern. Einige andere Leute verwenden auch grade in x die typischen Wabeco-Messschieber mit eingebauter Anzeige. Ich hätte aber schon gerne externe Anzeigen, damit ich nur einmal wohin schauen muss.

Wenn es gar nicht anders geht, wären auch Glasmessstäbe eine Überlegung (viewtopic.php?f=55&t=36867), aber die gibt es nicht in den Längen, die ich für meine bestehenden Bohrungen brauche.
Prinzipiell sind hier ja viele Leute mit Anbaumessschiebern problemlos unterwegs und das würde ich auch gerne sein. :willauch: Die Genauigkeit würde mir für meine Kleinmaschine auch reichen.

Wie seht ihr das? Ideen, was ich reparieren müsste?

Viele Grüße
Thomas

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Booze
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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von Booze » Di 15. Jan 2019, 17:23

Hängt da ein FU an der Fräse?
Gruß Viktor




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elmech
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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von elmech » Di 15. Jan 2019, 17:34

Hallo Thomas, Du hast aber den Kupferschirm schon grossflächig an Erde gelegt! Mit dem ganzen Querschnitt des Geflechtes? Da ist der Aufbau nach Vorschrift, einfach ein Muss! Auch Plastikgehäuse und dadurch fehlende Schirmungen, können gute und genaue Messungen lahmlegen! Besonders wenn dann noch irgendwo im Raum noch ein auch schlecht oder gar nicht geschützter FU am stören ist! Freundliche Grüsse Andi

Blackbird
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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von Blackbird » Di 15. Jan 2019, 18:17

Könnte auch (metallischer) Staub drin sein? Nur so eine Vermutung.

Lothar

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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von DiscusT » Di 15. Jan 2019, 18:27

Ja, die F205 hat einen Drehstrommotor. Der Frequenzumrichter ist in dem Kasten mit der Elektronik auf dem ersten Bild. Die (jetzt ummantelten) Kabel verlaufen genau zwischen dem FU und dem Motor. Dadurch kam ich ja erst auf die Idee, dass es Störfelder hätten sein können.

Das mit dem Erden werde ich noch extra machen. Bisher haben die Kabel mit dem blanken Metall der Fräse Kontakt, aber nur punktuell. Ich dachte, das würde reichen, bin aber kein Elektriker.

Das Problem ist, dass die Messschieber auch bei ausgeschalteter Fräse diese Sprünge machen. Also Kabel seit gestern komplett aus der Dose. Ich habe grade eben auf x das gleiche Spiel gemacht. Anschlag nullen, 200 mm verfahren und zurück auf Anschlag -> Anzeige ist 10.20 mm. Also habe ich mir die Stelle, an der es hakt mal genauer angeschaut. Da ist auf dem Messschieber eine kleine Vertiefung:
IMG_20190115_181728.jpg
Die war schon immer da, ich dachte, das wäre irgendwas von der Herstellung. Kann sein, dass die das Problem ist. Wenn ja, würde das nicht für die Qualität der Westec-Schieber sprechen...
@Lothar: Super Tipp! Ich habe mal diese Vertiefung genauer kontrolliert, da konnte man tatsächlich was graues staubiges rauswischen. Also Metallstaub obwohl die Leiste unter dem U-Profil hängt. :o

Das würde aber noch immer nicht die Sprünge an der y-Achse erklären. Diesen Schieber habe ich schon mehrfach ausgebaut und kontrolliert. Da sind die Sprünge nämlich zuerst aufgetreten.

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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von Schwanzlurch » Di 15. Jan 2019, 18:48

Hi,

ich hatte einer meiner Proxxon PD 360 ebenfalls Anbaumesschieber mit einer selbst gebauten Anzeige und das selbe Problem. Beim Einschalten ist die ganze Mimikk in 50% der Fälle ausgetickt. Ich vermute das das USB Kabel Störungen eingefangen hat. Alle Versuche hier etwas zu ändern haben nichts gebracht. Bei meiner Wabeco F1200 läuft das gleiche Setup ohne Probleme.

Ich habe mir dann das hier gebaut viewtopic.php?f=9&t=34979&p=416877#p416877

Das ganze läuft an div Maschinen bisher problemlos und zuverlässig.

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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von Thomas_F » Di 15. Jan 2019, 19:51

Die Datenübertragung vom Messsschieber zur Anzeige ist ein digitales Protokoll. Wenn da Übertragungsfehler reinkommen würden dann würde die Anzeige ständig rumspringen.

Wenn der Messschieber nach dem Zurückfahren auf die ursprüngliche Position einen anderen Wert anzeigt so ist das kein Übertragungsfehler zur Anzeige sondern ein Messfehler im Schieber selber. Ich kenne das von billigen Messschiebern aus China wenn diese älter werden und hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt waren.
Manchmal kann man das Probelm beheben indem man den Schieber auseinander nimmt und den Anpressbügel im Inneren, welcher durch die beiden kleinen Schrauben außen vorgespannt wird, reinigt.

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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von rainer75 » Di 15. Jan 2019, 22:26

Hallo Thomas!

Wie werden die Messschieber bzw. Anzeigen mit Strom versorgt?
Batterie oder Netzteil?
Wenn Batterie - mal neue einsetzen.
Wenn Netzteil - Spannung messen!

Wenn es daran nicht liegt:
Das unkontrollierte Springen kommt auch dann zustande, wenn der
Schieberteil nicht mit konstantem Abstand auf der Schiene bewegt wird.
Das kann eine Abnutzungserscheinung sein oder doch ein kleiner
Span, der sich im Inneren des Messwertaufnehmers festgesetzt hat.
In dem Fall wirst Du die Messschieber nochmal abbauen und komplett
zerlegen müssen um das zu überprüfen.
Wenn auf der grünen Platine Abriebspuren sind, wird nichts mehr zu retten sein.


Noch eine Idee:
Wie ist der feste Teil fixiert? An beiden Enden festgeschraubt?
Versuche mal ein Fest-Loslager zu realisieren, also nur einseitig die
Schraube anziehen, die andere Seite nur leicht mit Fingerspitzen zudrehen.
Zwischen Bohrung und Schraube sollten ein paar Zehntel Luft sein, damit
sich der Stab auf keinen Fall durchbiegt.
Auch der Schieber sollte so befestigt sein, dass er exakt parallel zur Schiene läuft.
Wenn der beim Verschieben mal in die eine mal in die andere Richtung
verkippen kann, dann kommt der Zähler aus dem Tritt.

Ich drücke die Daumen!

Grüße
Rainer
Deckel FP1 (Status: zerlegt und am putzen)
Weiler LD220W
Güde Metallbandsäge MBS 125 (Vertikalumbau)

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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von spaßbastler » Di 15. Jan 2019, 23:03

Hier ist mal ein Vergleich der Messschieber:

https://www.youtube.com/watch?v=WqtUjt3zIss

Wie man sieht, hast du die billigen mit den rauhen Führungen, die von Pewe sind wirklich besser verarbeitet.
Ich habe an meiner Emco FB2 auch die von Pewe an allen Achsen, funktionieren gut, allerdings nur über die Batterie. Sprünge traten auf bei Verwendung des Netzteils. Hierbei sprang dann die Anzeige beim Einschalten des Fräsmotors.
Mit den Anbaumessschiebern müsstest du, falls du Glück hast und die Abmessungen gleich sind, nichts mehr an deiner Montage ändern.

Preislich kommen Glasmessstäbe aus China glaube sogar günstiger raus und sollten sogar präziser sein, wenn es dir den Aufwand wert ist.

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Rainer60
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Re: Anbaumessschieber an BF20 und Konsorten - Meine Nerven

Beitrag von Rainer60 » Mi 16. Jan 2019, 07:11

Hoi Thomas
Die Messschieber sind empfindlich auf Feuchte. Wenn mal ein Tropfen Kühlmittel draufkommt, tritt das selbe Problem auf.
Den Massstab reinigen geht gut, aber die Feuchtigkeit mit Öl vermischt hinter dem Schieber rauszukriegen ist nicht so einfach.
Den Mitnehmer des Schiebers habe ich flexibel ausgelegt und konnte die Montagetoleranz eliminieren. Mal schauen ob ich ein Aussagekräftiges Bild hinkriege.
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
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