HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Blackbird
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HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Blackbird » Mo 7. Jan 2019, 21:59

Hallo an die Experten,
zum Ausstieg aus dem Berufsleben will ich mir mit dem Kauf einer Hobby-Fräse einen lang gehegten Wunsch erfüllen und damit auch die gewonnene Zeit für meine Hobbys nutzen; Auto- und Truckmodellbau in 1:8 und Werkzeug- und Vorrichtungsbau (nur für das Hobby und das Drechseln). Eine kleine Drehmaschine ist vorhanden (DML 200x500), mit der ich auch so einigermaßen umgehen kann.

Nach dem Lesen mehrerer Threads hier im Forum, dem Lesen der Bücher von Frank Arbeiter und Jürgen Eichardt, dem Auflisten aller Anforderung und dem Festlegen des Budgets bin ich auf die BF30 mit langen Tisch und 3-Achsen-Digitalanzeige von HBM gekommen. Liegt zwar knapp über dem Budget, aber vielleicht gibt es ja mal ein "Angebot des Monats" ;-)
Ach ja, Zubehör ist davon erst einmal ausgenommen, einiges habe ich schon: mehrere Schaft- und Scheibenfräser für Alu und Stahl, einen schwenkbaren Rundteiltisch BS-0 125mm, verschiedene Meßmittel usw.

Fräsen will ich Zahnräder Modul 1 und kleiner aus Stahl C45 und MS58, Achsgehäuse für den Maßstab 1:8 aus Aluminium und Werkzeuge und Vorrichtungen aus Stahl St37, Automaten- und Silberstahl, z.B. Biegevorrichtungen, Spannmittel, Werkzeuge zum Metalldrücken, usw.

Eine BF25 würde es auch tun, aber der Abstand Spindel zum Tisch ist für den vorhandenen Rundteiltisch zu klein, die BF30 hat 470mm, da passt er mit 255mm Höhe (mit Dreibackenfutter) gut darunter.
Die Drehzahl soll bei der BF30 bis 3000U/min gehen, was für das Fräsen von Alu wohl kleinere Fräser erlaubt als 2250U/min bei der BF25.
Einen Umbau auf CNC will ich nicht, aber eine 3-Achsenanzeige mit Lochkreis- und Lochreihenberechnung ist ein Muß (z.B. für die Herstellung von Modell-Felgen).

Am oberen Ende meiner "Wünsche" an die Fräse stehen der Truckmodellbau in 1:4 (vorwiegend Getriebe und Achsen) und eine Mechanik für eine ganz kleine CNC-Fräse mit Schwalbenschwanzführungen in allen 3 Achsen.

Was ich nicht lesen und erfahren konnte, sind:
- wie hoch ist das Betriebsgeräusch einer BF30 (Leerlauf)?
- was für ein Motor ist darin verbaut?
- hat die Maschine nun eine ISO30- oder SK30-Spindelaufnahme?
- der Rundteiltisch wiegt schon alleine 26kg, mit Werkstück noch mehr; kann der x-y-Tisch so hoch belastet werden?
- habe ich mit meinen Anforderungen irgendeinen Parameter der Maschine "überfordert"?

Und ganz zuletzt die Frage: gibt es günstigere Hobby-Fräsen, die das gleiche tun? Und wenn, wo?

Vielen Dank erst einmal fürs Lesen, vielleicht hat einer eine BF30 und kann etwas dazu schreiben.

Blackbird

Thomas#
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Thomas# » Di 8. Jan 2019, 01:17

Hi,

der Motor der HBM BF30 wird ein Motor mit Kohlebürsten sein.

Wegen Laufgeräusch, ein Zitat aus der Beschreibung einer von der Grundkonstruktion sehr ähnlichen Precision Matthews PM-30MV mit bürstenlosem Motor und Riemenantrieb:

https://www.precisionmatthews.com/shop/pm-30mv/
(Dort weiter unten auf Description klicken):

DC BRUSHLESS MOTOR, Variable Speed, POWERFUL, SMOOTH, and RELIABLE Belt Drive from Motor to Spindle runs MUCH quieter than others,
and eliminates any failure prone plastic gears
Also falls einen bei der HBM BF30 das Laufgeräusch stören sollte,
man könnte zu einem späteren Zeitpunkt ja auf Riemenantrieb und Drehstrom-Motor bzw. BLDC Servomotor umbauen.

Sonst gibt es in der Klasse um 220Kg ja nicht so viel.
Die Bernardo BF35 könnte man sich noch mal angucken (über die war die Tage hier was zu lesen. Sie hat aber Morsekegel).

Grüße von
Thomas#

Blackbird
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Blackbird » Di 8. Jan 2019, 09:39

Danke für die Antwort und den Link.
Bürstenmotor wäre nicht so gut, das Betriebsgeräusch ist immer hoch. Da werde ich mal HBM oder fradashop anschreiben und nachfragen, welche Motor-Kontroller-Kombination verbaut ist bei der BF30 DRO.
Ein Umbau auf Drehstrommotor mit FU wurde hier schon mal für eine BF20 beschrieben. Das traue ich mir auch zu wenn ich ein wenig Erfahrung mit der Maschine haben sollte. 400V sind in der Werkstatt vorhanden.
Ein Getriebe hat die BF30 offenbar nicht, da sie stufenlos bis 3000U/min regeln (oder nur steuern?) kann.
Wie sieht es dann mit dem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen aus? Für Stahl braucht man ja niedrige Drehzahl und hohes Drehmoment.

Blackbird

Thomas#
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Thomas# » Di 8. Jan 2019, 17:17

Hi,
Ein Getriebe hat die BF30 offenbar nicht, da sie stufenlos bis 3.000U/min regeln (oder nur steuern?) kann.
Man kann die Motordrehzahl elektronisch zwischen so Null und Maximum verstellen und hat dabei zwei mechanische Gangstufen zur Auswahl (High und Low).

Von vorn auf die Maschine geschaut, befindet sich das Handrad für den Gangwechsel an der rechten Seite des Fräskopfes.
Hier in der Bildergalerie gut zu sehen, das kleine Rad mit Erklärung "H 0 L" gemeint:

https://www.hbm-machines.com/producten/ ... rote-tafel

Warum praktisch jeder BF30 Händler die Sache mit dem Getriebe nicht bei den technischen Daten erwähnt (gleich bei der Drehzahl-Angabe wäre ein guter Ort), keine Ahnung.
Vermutlich reicht das technische Verständnis nicht aus, welche Katalog-Daten wichtig sein könnten.

Grüße von
Thomas#

Blackbird
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Blackbird » Di 8. Jan 2019, 18:49

Thomas#, Danke für den Hinweis mit den 2 (mechanischen) Gängen. Das ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen. Eine Stern-Dreieckumschaltung, wie sie bei BLDC- und Drehstrommotoren üblich ist, hätte ein Drehzahlverhältnis von 1:1,7 und nicht wie hier 1:3.
Also mechanisch, was doch für mehr Drehmoment im 1. Gang sorgt.

Die "Daten", die HBM und fradashop angeben, sind wohl frei aus dem chinesischen übersetzt, ohne Nachbearbeitung :?

Jetzt muss ich nur noch die Bauhöhe im ausgefahrenem Zustand und die maximale Ausladung nach allen Seiten in Erfahrung bringen. Dann wird es wohl diese Maschine werden und ich warte auf ein günstiges Angebot. Bis dahin kann ich schon das Untergestell bauen und einen Hauptschalter installieren. Und eine leichte luftdichte "Kabine" um die zukünftige Fräse bauen, die mit gefilteter Luft mit ganz leichtem Überdruck gefüllt wird. Beim Drechseln und bei den Holzarbeiten entsteht trotz Absaugung immer wieder ganz feiner Staub, der mir alle Maschinen eindreckt :-(

Lothar alias Blackbird

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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Blackbird » Do 10. Jan 2019, 15:22

Hallo, alle zusammen.

Parallel zur BF30 DRO mit großem Tisch habe ich mir mal die Fräsmaschine 45-400V vom gleichen Anbieter (HBM und fradashop) angesehen. Sie ist lt. Daten ca. 100kg schwerer, der Tisch und die Z-Säule sind, den Bildern nach, massiver. Es ist ein Drehstrommotor mit 2 x 6 Getriebestufen verbaut, kein DC-Motor mit Steuerung/Regelung. Eine Drehzahlanzeige erübrigt sich somit. Aber eine digitale Pinolenhubanzeige ist schon mit dran. Sonst sind die mechanischen Abmessungen wie Spindelabstand zum Tisch, Spindelaufnahme, Tisch-Verfahrwege und Ausladung fast gleich.
Mir fehlt hier nur noch die 3-Achsen-Digitalanzeige.

Für einen Vergleich kann ich mir vorstellen, an der BF30 einen Drehstrommotor mit FU anzubringen oder an der FM45 eine 3-Achsen-Digitalanzeige. Preislich dürfte des fast gleich sein, nur der Arbeitsaufwand für die BF30 ist ungleich höher (Adapter, Halterung, evtl Zahlriemen, mit oder ohne dem "alten" 2-Gang-Getriebe, ...)?

Hat schon jemand eine FM45 und diese auch schon auf Digitalanzeige umgerüstet? Oder eine BF30 auf 400V-Drehstrommotor mit FU?
Im direkten Vergleich beider Maschinen - die FM45 scheint stabiler zu sein. Ist die Bedienung besser oder schlechter als die der BF30?
Hat jemand schon Erfahrung mit der FM45 oder mit der BF30?

Lothar

Limbo
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Limbo » Do 10. Jan 2019, 15:46

Solche Fragen werden hier 2x pro Woche zu Dreh- und Fräsmaschinen gestellt.
Es ist am einfachsten, wenn man seinen Wohnort angibt, und sich die Maschinen und die An- und Umbauten bei einem Forumskollegen in der Umgebung ansieht.

Ja, ich habe eine fast baugleiche Maschine zur FM45 und ich habe auch selbst eine Positionsanzeige angebaut.
Die kleineren Fräsen kenne ich auch nur aus dem Internet oder aus der Ausstellung meines Maschinenhändlers.

Hans
Drehmaschine Dema LSDM 6133
Fräsmaschine VF 45FG (MB4 Clon)
Hobel Gastl RG200 ST-E
3D-Drucker Creality E2
Bandsäge Flex SBG 4910
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Blackbird » Sa 12. Jan 2019, 15:33

Hallo Stefan,

mag sein, dass die Fragen zu einer Neuanschaffung im k€- Bereich zeitweilig gehäuft auftreten. Das kenne ich als langjähriger User in anderen Foren auch. Auch da wird den ersten gut geholfen und dann kommt die Ablehnung für die nächsten.
Eine Zusammenfassung für die am meisten benutzten Maschinen, nicht nur der allgemeinen Daten, auch der Mängel, Einschränkungen und Fehler (und vielleicht noch einen Link zur Behebung dazu?) und der Umbauten (vielleicht auch mit Link?) würde viele Fragen von Neu-Usern beantworten.

So eine Maschine vor Ort anschauen, einem erfahrenen Benutzer Fragen stellen und zusehen würde ich lieber als in einem Forum nachzufragen. Geht beim Autokauf, nicht aber beim Werkzeugmaschinenkauf.
Einen Wohnort hatte ich noch nicht angegeben, das war mein Versäumnis.
Vielleicht findet sich ja doch noch ein User hier, der in der näheren Umgebung wohnt und Zeit und Muse hat, mich (unverbindlich) zu beraten. Die Metallbetriebe und die kleinen Firmen hier, die ich kenne und zu denen ich Zugang habe, verwenden ganz andere Maschinen und haben zum Teil sehr gegensätzliche Meinungen.

Zu meinem Problem zurück: ich kann mir vorstellen, mir eine HBM FM45 oder eine Optimum MB4 (jeweils ohne Digitalanzeige) zuzulegen. Und diese sobald als möglich mit einer Digitalanzeige nachzurüsten. Das sollte alle Anforderungen, die ich kurz- und langfristig habe, erfüllen. Die Frage ist nur, es gibt außer HBM und Optimum noch andere Anbieter mit ähnlichen oder fast gleichen Maschinen (sogar fast gleiche Daten). Aber die Daten alleine sagen ja nicht alles - Handhabung, Verschleiß, Steifigkeit, Verarbeitung, prinzipbedingte Mängel, ...?
Bevor ich hier über 2000 € ausgebe, hätte ich schon gerne ein paar mehr Informationen.
Und das Forum hätte als Gegenleistung dann auch einen zufriedenen und "schaffenden" User mehr.

Lothar

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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Limbo » Sa 12. Jan 2019, 16:28

Wenn es stabil und günstig sein soll, dann such mal im Forum oder bei Google nach ZAY45 oder VF45FG.

Ich habe die VF45FG und würde sie wieder kaufen. Sie macht zwar weniger Drehzahlen als die Fräsen mit 2 Motordrehzahlen, aber ich habe die oberen Drehzahlen noch nicht vermisst.
Von meiner Maschine kann ich sagen, dass die Schlittenführungen und Antrieb ordentlich sind. Die Tiefenanzeige der Pinole ist bei allen diesen Bohrfräsen ohne Digitalanzeige mies. :scheisse:

Die Maschine hat ein 6-Gang-Getriebe hat deshalb in allen Drehzahlen genügend Drehmoment für harten Stahl aber ein Getriebe macht auch Laufgeräusche.
Im Shop bei Chau-Chau http://www.cnc1.eu/de/frasmashine.htm steht zwar, dass die Maschine nicht auf Lager ist, aber dass war bei mir damals auch so, aber 3 e-mails, eine Zahlung und 3 Wochen später stand der LKW mit der Maschine bei mir vor der Tür.
Eine DRO habe ich nachgerüstet. Inzwischen hat die Maschine auch drei andere Handräder und das Vierte soll auch noch gewechselt werden.
Anmerken möchte ich noch, dass die Maschine ohne Öl geliefert wurde.

Da der Fräskopf immer zentrisch über dem Sockel steht und arbeitet, ist es eigentlich egal wie schwer das Werkstück ist. Man sollte nur nicht den auf das eine Ende des Tisches den Teilapparat und an das andere Ende des Tisches einen schweren Schraubstock montieren, so könnte der Tisch sich durchbiegen und die Genauigkeit leiden.

Vor der Anschaffung sollte man die Raumhöhe beachten und ein Untergestell/Tisch mit entsprechender Stabilität für Maschine, Spannmittel und Werkstücke vorbereiten. Die endgültigen Befestigungslöcher für den Maschinensockel bohrt man erst, wenn man die Maße genau von der Maschine abnehmen kann, dass wäre bei meiner Drehe nach den techn. Daten schief gegangen.

Hans
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Re: HBM BF30 DRO oder doch eine andere?

Beitrag von Rainer60 » So 13. Jan 2019, 06:37

Hoi Lothar

Mit der aussermittigen Tischbelastung haben auch Industriemaschinen zu kämpfen. Wenn der Rund-Teilapparat als C-Achse verwendet wird, steht er meist eher mittig und belastet die Maschinengeometrie nicht so sehr. Wenn das Gerät allerdings als U-Achse zum Einsatz kommt, dann ist die Belastung der X und Y-Achse wesentlich höher - wie Hans im vorherigen Beitrag schon erwähnte. Eine geringe Belastung tritt schon auf, wenn der leere Tisch in der X-Achse ganz ausgefahren ist.

Wenn Du schon einen passenden Unterbau in der Planung hast, würde ich mir eine Abstützung überlegen, welche die Tischkippung auffängt. Wird etwas Tricky werden, weil die Abstützung mit der Y-Achse synchronisiert werden muss. Ich könnte mir vorstellen 2 Linearführungen auf dem Unterbau. Die Schlitten z.B. mittels gebogenem Flachstahl mit der Y-Achse verbinden. Auf den Schlitten beidseitig 2 Kugellager, welche die untere Führungsbahn des Tisches abstützt. Nun müssten nur die Kugellager noch feinfühlig angestellt werden können.

Die Abstützung wird nicht nur die Führungen schonen, sondern auch die Genauigkeit des Fräsergebnisses positiv beeinflussen - egal für welche Maschine Du Dich entscheidest.
Nur so als Tipp ;-)
Der Friede sei mit Euch...
Gruss Rainer
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