EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

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SchlosserIng
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EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » Mo 26. Mär 2018, 19:03

Hallo Kollegen,
bevor ich mich wieder in den Solarthermie-Selbstbau stürze, habe ich mir mal ein paar Gedanken gemacht, was und wie ich meine Rot(z)werk-Fräse von ein paar macken befreien könnte. Das möchte ich hier zur Diskussion stellen, in der Hoffnung, dazu von Euch konstruktive Kritik erleiden zu müssen.

Meine EFM 200DS stammt von 2015(?) - sie hat noch den Original-Gleichstrom-Motor 350W mit 9er Motorwelle und einer Maximal-Drehzahl von 6000 /min.

Änderungen:
  1. Zugstange mit Ausdrückfunktion (weil das am schnellsten geht)
  2. Umbau auf Riemenantrieb (Vorteile wurden schon ausreichend erläutert; ich möchte nur zusätzlich noch den Drehzahlbereich erweitern (0 ... 500, ... 1000, ... 2000, ... 4000)
  3. Ersatz der Fräskopfentlastung durch ein Gegengewicht am Seil (damit soll das unerwünschte "Herunterfallen" beim Ankratzen in Z-Richtung der Vergangenheit angehören)
  4. Rückenstütze (Vorteile sind auch allgemein bekannt - die bisher von noch nie gebrauchte Möglichkeit des Säule-Kippens möchte ich erhalten)
Zu allem wurde schon im Forum geschrieben - ich hoffe, dass doch für Euch ein paar neue Ideen dabei sind ...

Zuerst zur Zugstange:
Zugstange.jpg
Material: St50 oder ähnlich
Links (Unterseite) werden die Werkzeuge oder Spannzangen aufgenommen, rechts (Oberseite) wird mit zwei gekonterten 12er Muttern gespannt und gelöst.

Zum Umbau auf Riemenantrieb:
Die niedrige Maximal-Drehzahl von 500 /min wünsche ich mir für's Gewindeschneiden und für Kreissägeblätter 80x16x1, deren Ecken dann hoffentlich nicht mehr so schnell "wegbrennen" (ich bin doch nicht nur ein wenig faul, sondern auch ein wenig geizig).
Die Bilder sind das Ergebnis einer 2D-Konstruktion, die ich zwecks Einarbeitung in ein 3D-Konstruktionsprogramm in eben diesem modelliert habe.
Fragt mich nicht, wie ich in den ersten Tagen der Einarbeitung abwechselnd auf das Programm und auf mich böse war ... Ich scheine es aber inzwischen (fast) begriffen zu haben.

Grundidee stellt das rechtwinklige Anordnen zweier hintereinandergeschalteter Keilriemen-Stufen dar, da eine Untersetzung (Faktor 12! 6000 /min ==> 500 /min) in einer Stufe nicht möglich ist (Umschlingungswinkel, Minimaler Scheiben-Außendurchmesser von 24 mm (bei 5er Keilriemen), größter Scheiben-Außendurchmesser von 84 mm (Spindelkopfbreite 88 mm).
Die grün eingefärbte Einheit trägt die Zwischen-Keilriemenscheibe und soll gleichzeitig beide Riemen spannen, da sie sich in dem Langloch verschieben und um die Flügelschraube drehen lässt.
Riementrieb84.jpg
Riementrieb84_1.jpg
Riementrieb84_2.jpg
Macht's besser
Gottfried

Meine Meinung: es erst mal versuchen ... und dann verzweifeln?
EFM200DS, EDM300DS, GFW4013, Woodstar-pt85, Oberfräse,
viel Eigenbau (wovon die Hälfte nicht gut funktioniert), viel "wenig Platz"

Thomas#
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Thomas# » Mo 26. Mär 2018, 19:54

Hallo Renderus-Maximus :-)
(Das sieht für ein frühes Werk doch sehr gut dargestellt aus!)

Ich weis nicht, ob ich einen Denkfehler mache:

und zwar, ob zwei Riemen mit unterschiedlichem Spann-Bedarf, mit nur einer Spannvorrichtung gespannt werden können?

Oder: kann mit der angedachten Spann-Mechanik praktisch in zwei Richtungen individuell gespannt werden?

Wegen 5er Riemen und D24mm Scheibe:

ich würde rein gefühlt sagen, mit einem Poly-V Riemen (Rippenkeilriemen) Typ PJ (Version mit zwei Rippen)
wäre das noch eine Ecke trockener in den Tüchern.

Grüße von
Thomas

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von oberberg » Mo 26. Mär 2018, 20:10

Hallo Gottfried,

bezüglich der Anzug- bzw. Abdrückstange habe ich mittlerweile eine elegantere Alternative zu den Kontermuttern gefunden.
IMG_20180326_194949234.jpg
Die Konstruktion des Riemenantriebs finde ich sehr interessant. Ich selber habe nur ein zweistufiges Riemengetriebe, habe aber auch Drehzahlen darunter oder darüber noch nicht vermisst. Kommt eben auf die Anwedung an.

Als Alternative zum Seilzug kann ich dir dem Mod mit der Druckfeder empfehlen.
IMG_20180326_195506293.jpg
Wie du es allerdings umsetzen willst, die Winkelverstellung der Frässäule bei gleichzeitiger rückseitiger Versteifung umzusetzen, verstehe ich noch nicht ganz.

Eine weitere einfache Verbesserung ist das LED Rundlicht zur Beleuchtung der Arbeitsfläche.
IMG_20180326_195003340.jpg

Liebe Grüße

Dirk
Drehe: Holzmann ED400FD
Fräse: Güde GBF 550 mit Umbau auf Riemenantrieb
Säge: Güde MBS 125

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von HansD » Mo 26. Mär 2018, 20:33

bezüglich der Anzug- bzw. Abdrückstange habe ich mittlerweile eine elegantere Alternative zu den Kontermuttern gefunden.
Hast du die schon mal wo gezeigt?

Hans

oberberg
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von oberberg » Mo 26. Mär 2018, 20:42

Hallo Hans,

ja hatte ich. Ich habe meine ich mit Gottfried mal in einem Thread darüber diskutiert (Weiß leider nicht mehr wo)

Sie entspricht der gezeigten Zeichnung und ist aus Automatenstahl gefertigt. Mittlerweile habe ich oben eine Rändelmutter drauf, die mit einer durch die Anzugsstange führende Inbusschraube gesichert ist. Zusätzlich habe ich in die Rändelmutter eine Bohrung eingebracht, die das Ansetzen eines kleinen Hebels erlaubt, falls es doch mal etwas fester sitzt.
Bei Bedarf kann ich sie gerne nchmal demontieren und Bilder einstellen.

LG
Dirk
Drehe: Holzmann ED400FD
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von HansD » Mo 26. Mär 2018, 21:02

oberberg hat geschrieben:Mittlerweile habe ich oben eine Rändelmutter drauf, die mit einer durch die Anzugsstange führende Inbusschraube gesichert ist. Zusätzlich habe ich in die Rändelmutter eine Bohrung eingebracht, die das Ansetzen eines kleinen Hebels erlaubt, falls es doch mal etwas fester sitzt.
Danke, bitte kein Aufwand.

Mich interessiert deren oberes Ende: reicht die Rändelung tatsächlich (normalerweise) aus zum Festziehen und Lösen?
Wird bei meiner BF20 vermutlich erst möglich sein wenn der Drehstrommotor weiter wegrückt.

Hans, der Gabelschlüssel nimmt

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Schulli
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Schulli » Mo 26. Mär 2018, 21:15

Hallo Dirk,
wo hast du dieses Rundlicht her, gefällt mir besser als meine Variante.
IMG_20180326_210703.jpg
Gruß
Lothar
MfG
Lothar



Holzmann ED400 FD, Fu Drehstrommotor 0,75kw
Fräse BT-MR 550 Zahnriemenantrieb, FU Drehstrommotor, Hüfthalter
Paulimot F207-V
Schweissgerät: BT-EW 160
Sägen: MBS 125 V
TC-SB 200/1

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von oberberg » Mo 26. Mär 2018, 21:21

HansD hat geschrieben:Mich interessiert deren oberes Ende: reicht die Rändelung tatsächlich (normalerweise) aus zum Festziehen und Lösen?Wird bei meiner BF20 vermutlich erst möglich sein wenn der Drehstrommotor weiter wegrückt.
Die Rändelung dient eher dem bequemen Ein- und Ausschrauben. Festziehen und Lösen geht auch bei mir mit dem kleinen Hebel, der in die beschriebene Bohrung eingreift und immer in Reichweite hängt :).

@Lothar
Das Rundlicht habe ich bei Amazon bestellt.
https://www.amazon.de/gp/product/B00FQA ... UTF8&psc=1

LG
Dirk
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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von SchlosserIng » Mo 26. Mär 2018, 23:22

Danke, Kollegen für die schnellen Reaktionen - das hatte ich mir gewünscht.
Thomas# hat geschrieben: (A)Hallo Renderus-Maximus :-) (Das sieht für ein frühes Werk doch sehr gut dargestellt aus!)
(B)Ich weiß nicht, ob ich einen Denkfehler mache: und zwar, ob zwei Riemen mit unterschiedlichem Spann-Bedarf, mit nur einer Spannvorrichtung gespannt werden können?
Oder: kann mit der angedachten Spann-Mechanik praktisch in zwei Richtungen individuell gespannt werden?
Hallo Thomas,
A: Die Ehre gebührt nicht mir - das hat mein Kumpel mit seinen 8 Rechenknechten und der Paint-Automatik für mich erledigt. Ich selbst habe heute früh noch über die Darstellung der Keilriemen gerätselt ...
B: In der Praxis habe ich es noch nicht ausprobiert - ein Restrisiko bleibt also noch. Rein nach der Mathematik bzw. Physik lässt es sich mit dem Kräfteparallelogramm erklären.
Die Riemen-Mittellinien (identisch mit den Spannkraft-Richtungen) stehen (fast) senkrecht aufeinander. Wenn man in der Diagonalrichtung eine Kraft aufbringt teilt sich diese auf die beiden Spannkräfte auf. Da es gleiche Riemen sind, ist auch die nötige Spannkraft (fast) identisch. Das passiert sozusagen automatisch, wenn der Spannschieber manuell nach außen gedrückt wird - so jedenfalls die Theorie. Aus den krummen Riemenscheiben-Durchmessern kannst Du entnehmen, dass ich versucht habe, auf jeweils möglichst gleichen Abstand zu optimieren.
Riemendaten.jpg
oberberg hat geschrieben:(A) bezüglich der Anzug- bzw. Abdrückstange habe ich mittlerweile eine elegantere Alternative zu den Kontermuttern gefunden.
(B) Als Alternative zum Seilzug kann ich dir den Mod mit der Druckfeder empfehlen. (C) Wie du es allerdings umsetzen willst, die Winkelverstellung der Frässäule bei gleichzeitiger rückseitiger Versteifung umzusetzen, verstehe ich noch nicht ganz. (D)Eine weitere einfache Verbesserung ist das LED Rundlicht zur Beleuchtung der Arbeitsfläche.
A Das ist wirklich eine interessante Weiterentwicklung.
Wie ist die Momentübertragung zur Stange gelöst? Da ich viel mit Direktspannzangen arbeite, muss ich oft wechseln und ziemlich fest anziehen.

B Die Lösung mit Gewicht ist mir persönlich sympathischer, weil
1. ich früher beim Sonderprüfstandsbau sehr guten Erfahrungen mit Gewichtskräften gemacht habe,
2. die Fräse auf einer Konsole steht, die darunter Platz bietet,
3. die Kraft ganz unabhängig von der Z-Verstellung konstant bleibt und
4. es wahrscheinlich kostengünstiger wird.

C Die Erklärung: lösbare Verbindung, d. h. entweder Stütze oder Kippen

D Sowas (ein Testmuster von der Firma, in der mein älterer Sohn arbeitet) hatte ich auch schon im Testeinsatz, aber es war zu dick und viel zu hell (Straßenlampen-Niveau); da bleiben die jetzigen Lampen einfach dran ... Post #355748
Macht's besser
Gottfried

Meine Meinung: es erst mal versuchen ... und dann verzweifeln?
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viel Eigenbau (wovon die Hälfte nicht gut funktioniert), viel "wenig Platz"

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Re: EFM200 (Sieg X2-Clone) - meine Verbesserungsvorschläge

Beitrag von Thomas# » Di 27. Mär 2018, 00:21

Hi Gottfried,

habe noch mal überlegt, doch: das Spannen "in zwei Richtungen" müsste möglich sein.

Letztlich wäre es halt nur die Frage, ob die für die unterschiedlichen Untersetzungsverhältnisse nötigen Spannwege,
erzielbar sind.

Wobei auch einkalkuliert werden muss das Platz gebraucht wird,
um den Riemen so locker zu machen, dass er auf andere Scheibe manövriert werden kann.

Würde schätzen, wenn so 25mm - 35mm Spann-Weg für beide Richtungen möglich sind,
dass das dann schon so klappen wird.

Bei den LED-Beleuchtungen, da gibt es halt kein Optimum.

20 Stück um den Fräser/Bohrer herum wären toll,
aber dann sieht man nix mehr vom Werkstück :heul:

Eine Ringleuchte wäre gut, wenn sie in Z mit dem untern Ende der Werkzeugaufnahme (wie mit einem Bohrfutter bsplw.) mitfahren würde.
Aber: dann ist die Ringleuchte beim Wechsel des Bohrers im Wege...

Gleich mal aufschreiben tu:

selbst leuchtende Fräser/Bohrer erfinden :-)

Grüße von
Thomas

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